Mein Projekt Wohnmobilausbau startete, ohne dass das Basisfahrzeug auf dem Hof stand – oder ich ĂŒberhaupt ahnte, dass es ein Fiat Ducato werden könnte, den ich selbst zum kleinen Wohnmobil ausbauen wĂŒrde. Die erste Phase beim Selbstausbau stellt die Planung dar – möchtest du einen Transporter zum Campingbus ausbauen, dann wird eine gute Vorbereitung alles sein. Es wird mehr als ein Grundriss erstellt und wieder verworfen werden, Kosten fĂŒr den Ausbau immer wieder neu kalkuliert, im Internet nach guten Ideen fĂŒr einen hĂŒbschen wie zweckmĂ€ĂŸigen Wohnmobilausbau gesucht, technische Problemstellungen gelöst. Bis mein Kastenwagen endlich auf dem Hof stand, bereit fĂŒr den Selbstausbau, vergingen Monate der Planung und des Lernens.

Was hier nun folgt ist eine Anleitung fĂŒr dich, damit dein Wohnmobilausbau etwas flotter vonstatten gehen kann.

FĂŒr viele scheint der eigene Wohnmobilausbau nur ein Traum bleiben. Manchen fehlen finanzielle Mittel, andere verlieren sich in der Zeit. Es werden Wochen (Monate) im Internet verbracht, gerne auf Blogs oder in Foren. Schon ist ein Jahr um – ohne, dass Fortschritt zu vermelden wĂ€re, der Selbstausbau konkrete Formen angenommen hĂ€tte. Mich erreichen viele Mails von Menschen, die ihr Wohnmobil selbst ausbauen möchten. Doch lĂ€ngst nicht alle setzen ihren Wunsch aktiv um.

WĂ€hrend ich diese Seite aktualisiere, wir haben MĂ€rz 2017, sind es fast drei Jahre her, dass ich den Beschluss fasste selbst mein kleines Wohnmobil auszubauen. Inzwischen bin ich seit anderthalb Jahren mit meinem „Friedl“ unterwegs, eine Vollzeitreisende. Die Planung-/ Vorbereitungsphase hat ein dreiviertel Jahr in Anspruch genommen. Vor allem deshalb, weil och etwas Geld zusammengespart werden musste. Meine Kosten fĂŒr den Wohnmobilausbau waren gut kalkulierbar, die Monate des Sparens konnten gut genutzt werden um mein Selbstausbau – Projekt grĂŒndlichst zu planen. Das Ausbauen selbst dauerte vier Monate, fand nebenher statt, insbesondere an Wochenenden – ohne anstĂ€ndige Werkstatt, mit etwas Familienhilfe beim Ausbau, bei laufender SelbstĂ€ndigkeit. Was ich damit sagen möchte: du musst es einfach nur machen. Nur darĂŒber nachdenken fĂŒhrt zu keinem Ergebnis.

Soviel zum Vorwort, jetzt geht’s los 😉


Wohnmobil selbst bauen: gute Planung entscheidet

Mein erster Wohnmobilausbau, womit nur anfangen? Bleistift, Lineal und Papier können fĂŒr erste grobe Skizzen hilfreich sein. Sind jedoch nicht wirklich meine erste Wahl. Ein einfach zu bedienendes Grafikprogramm hat seine VorzĂŒge bei der Ausbauplanung. Ein Grundriss kann immer wieder ĂŒber den Haufen geworfen, neue Ausbauideen eingefĂŒgt werden. Der Planungsprozess beim Wohnmobilausbau kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn hier geht es zum darum, was alles rein soll / muss. Welchen Komfort du dir wĂŒnschst, wie viel Stauraum notwendig ist.

Der Wohnmobil Selbstausbau hat ja den Vorteil, dass du dir dein kĂŒnftiges Reisemobil auf den Leib schneidern kannst. So hat sich erst im Laufe meiner Planung herauskristallisiert, dass es ein Kastenwagen L2H2 (mittellang, mittelhoch) werden sollte.

Ducato Ausbau Skizze

Das Instrument meiner Wahl in dieser Planungsphase heißt Corel Draw. Im Gegensatz zu anderen Grafikprogrammen (wie Adobe Illustrator) ist Corel recht intuitiv, leicht erlernbar. Der Start, denkbar einfach: Lade dir einen Grundriss des in Frage kommenden Modells herunter und hinterlege es maßstabsgetreu in ein neues Dokument. Grundrisse bekommst du aus PDF-BroschĂŒren, welche jeder Hersteller im Internet zur VerfĂŒgung stellt – auch fĂŒr Ă€ltere Modelle, Google (Bildersuche) findet sie alle.

Darauf kannst du jetzt Inneneinrichtung, Platzeinteilung etc. platzieren. Schon hat deine Planungsphase vom Wohnmobilausbau begonnen! Aber Vorsicht: Hast du dich erst einmal gedanklich darin vertieft ist die erste durchwachte Nacht schnell vorbei. Du kannst CorelDraw X7 bei Amazon kaufen. Diese Version lÀuft unter Windows 10.

Planung Wohnmobil Selbstausbau

Am einfachsten ist es, beim Wohnmobilausbau mit simplen geometrischen Formen zu arbeiten, also primĂ€r Rechtecke. So zumindest meine Vorgehensweise, denn: FĂŒnfecke, kunstvoll Geschwungenes & Co. wĂŒrde ich ohnehin kaum umsetzen können. Aber auch solche Formen kannst du in deine Planung natĂŒrlich einfĂŒgen. Ebenfalls das Abrunden von Ecken, einfĂ€rben von FlĂ€chen oder Rahmen gestaltet sich mit diesem Programm wirklich einfach. Der erste Schritt fĂŒr die Planung von deinem Wohnmobilausbau ist geschafft. Mach eine MachbarkeitsprĂŒfung deiner Ausbauideen – so manch eine fixe Idee wurde bei mir schnell wieder verworfen, dafĂŒr haben andere Einzug in mein Selbstausbau Projekt gefunden!

Der Ausbau von Wohnmobilen & die Frage nach den Kosten

Was ist mir mein selbst ausgebautes Wohnmobil wert? Wir haben einmal das Basisfahrzeug, welches natĂŒrlich kein verrosteter Schrotthaufen sein sollte – schließlich möchtest du einige Jahre lang Freude an deinem Wohnmobilausbau haben. Zu viel Arbeit steckt hier drin. Dann haben wir die Ausbaukosten selbst. Damit ein Kastenwagen / Transporter / Postwagen am Ende zum waschechten, wohnlichen Reisemobil mutiert.

Was muss man an Materialkosten ansetzen? Benötigst du professionelle handwerkliche Hilfe, beispielsweise bei der Elektrik oder dem Fenstereinbau? Umso detaillierter geplant wird, desto besser werden Kosten einschĂ€tzbar. Erfahrungswerte anderer beim Wohnmobilausbau helfen außerdem. Doch wird es wirklich billiger, sein Wohnmobil selbst ausbauen zu wollen, anstatt ein (gebrauchtes) Reisemobil zu kaufen? Vermutlich nicht. Wird investierte Zeit berĂŒcksichtigt: auf keinen Fall. Den Wohnmobilausbau als Hobby ansehen, als Passion, wohl die bessere Betrachtungsweise.

Vor allem ging es mir darum, dass ich in meiner Preisklasse kein wirklich ĂŒberzeugendes fertiges Wohnmobil gefunden habe. GrĂ¶ĂŸe, Optik, Funktion und Ausstattung haben fĂŒr mich einfach nicht zusammen gepasst. Mein Budget lag um die 17.000 Euro, inklusive anstĂ€ndiger Solaranlage. Da gibt es auf dem Markt einfach nicht viel, erst recht nicht mit einer Raumaufteilung nach meinem Geschmack. So ist mein Beschluss recht schnell gefallen mir mein Wohnmobil selber ausbauen zu wollen.

Womo Selbstausbau: am Basisfahrzeug hÀngt alles

Drei entscheidende Faktoren sind ausschlaggebend dafĂŒr, welches Basisfahrzeug fĂŒr den Wohnmobilausbau in Frage kommt:

  1. Anschaffungspreis:gebraucht oder neu, Fiat Ducato, Ford Transit oder doch Mercedes Sprinter? Jeder hat seine eigene Vorstellung von Budget, Zustand, Alter des Kastenwagens. Sicherlich ist es machbar einen alten Postwagen zum Wohnmobil selber umbauen zu wollen. Hier muss allerdings erst einmal Zeit und Geld investiert werden: in alternde Technik, Rostprobleme 
 Ich bin Kfz-technisch eher weniger versiert, habe mich aufgrund meiner Kriterien fĂŒr einen angemessen jungen Gebrauchten entschieden: 3-5 Jahre alt, unter 50.000 km, bis 12.000 €. So wurde es ein Fiat Ducato, 5 Jahre alt, scheckheftgepflegt, fĂŒr 10.000 Euro. Inklusive neuem TÜV, 8 Reifen etc.
  2. Benötigte Innenraummaße:Das Bett zum Ausklappen, tagsĂŒber als Sitzbank nutzen oder doch lieber fest einbauen? Brauchen wir ein Badezimmer mit Dusche, WC, Warmwasser? Soll mein Wohnmobil Stehhöhe haben, und wenn Ja, immer oder durch ein Aufstelldach? Den realen Platzbedarf fĂŒr den Wohnmobilausbau einschĂ€tzen, dafĂŒr sollte oben erwĂ€hnter Planungsprozess möglichst detailreich ausfallen. WĂ€re doch ungĂŒnstig, wenn der Platz wĂ€hrend dem Wohnmobilausbau ausgeht. In diesem Planungsprozess fallen dann so nebensĂ€chliche Dinge auf, welche extra viel Platz brauchen, Geld kosten und Gewicht mitbringen: ĂŒbergroße Versorgungsbatterie, Frischwasser, Abwasser, Gaskasten, 

  3. Außenmaße / Fahreigenschaften:Ganz klar, umso grĂ¶ĂŸer das Basisfahrzeug, desto mehr passt rein, ist deine Gestaltungsfreiheit beim Womo Selbstbau besser. GrĂ¶ĂŸer erweist sich jedoch nicht immer als besser, insbesondere auf mautpflichtigen Autobahnen, beim Rangieren, in kleinen Dörfer SĂŒdeuropas oder einfach nur beim rĂŒckwĂ€rts Einparken. Viele ParkplĂ€tze an Strand oder von SupermĂ€rkten weisen eine HöhenbeschrĂ€nkung auf, ganz zu schweigen von den schönen kleinen Tunneln im Nirgendwo. Schon doof, sollte das Reisemobil doch eigentlich fĂŒr maximale FlexibilitĂ€t beim Reisen stehen. Diese dĂŒrfte sich bei allzu großen Fahrzeugen jedoch als eingeschrĂ€nkt erweisen, so mancher Zutritt bleibt einem verwehrt – zumindest auf meiner Reiseroute wĂ€re dem so gewesen. Ein typischer Campingbus in Form des VW Bulli kommt ĂŒberall durch, bei der Höhe des Ducato L2H2 gibt es bereits ein paar EinschrĂ€nkungen mehr. Es kommt natĂŒrlich darauf an, was du mit deinem selbst ausgebauten Wohnmobil bereisen möchtest. Von der Autobahn direkt auf den Campingplatz, eingekauft wird mit dem Motorroller? Es hat seinen Grund, warum gerade große Wohnmobile kleine Zweitfahrzeuge beherbergen, erst sie ermöglichen die notwendige MobilitĂ€t am Urlaubsort. Daher fiel meine Wahl auf einen Kastenwagen „L2H2“, alternativ wĂ€re auch ein „L3H2“ in Frage gekommen. Diese Angaben fĂŒr LĂ€nge / Höhe gibt es bei verschiedenen Modellen, die tatsĂ€chlichen Ausmaße können je nach Hersteller variieren. Es gibt Fahrzeuge von L1 bis L4, von H1 bis H3 (z.B. beim Fiat Ducato / Citroen Jumper). L4H3 wĂ€re also wunderbar groß. Ich könnte mit sowas aber allenfalls geradeaus fahren. Möchte vielleicht aber auch mal parken, dafĂŒr nicht gleich vier ParkplĂ€tze benötigen 


Wohnmobil selber bauen, auch mit zwei linken HĂ€nden?

Der Nicht-Handwerker fragt sich vielleicht, ob er einen Wohnmobilausbau selbst bewerkstelligen kann, ohne jegliche (oder allzu hĂ€ufige) fremde Hilfe. Sicherlich ist es von Vorteil, bereits Erfahrung mitzubringen, gerade beim Möbelbau. Heimwerker sowie erfahrene Handwerker haben natĂŒrlich Vorteile, angefangen von vorhandenem Werkzeug sowie strukturierter Arbeitsweise. Ich sehe sowas einfach positiv: Ein Wohnmobilausbau kann eine wunderbare Gelegenheit sein, sich neue FĂ€higkeiten anzueignen. Sicherlich wird der erste Selbstausbau nicht perfekt, aber er ist eben selbst gemacht – und darauf kommt es uns ja an, oder?

Hilfe in Anspruch zu nehmen ist außerdem keine Schande: bei der Elektroinstallation jemanden der sich mit Strom auskennt zu fragen sogar sehr empfehlenswert. Insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen darf UnterstĂŒtzung vom Profi angenommen werden – sei es nur in beratender Funktion. Wichtig ist vor außerdem, rechtliche und sicherheitstechnische Aspekte im Blick zu behalten. Maximale Zuladung, eine nicht zusammenschmorende Elektroinstallation, oder Möbel, welche bei einer Vollbremsung nicht durch die Windschutzscheibe fliegen – das wĂ€re schon ganz gut.

Außerdem findest du im Internet rege UnterstĂŒtzung: Foren zum Thema Wohnmobil Selbstausbau, Erfahrungsberichte erfolgreicher Ausbauer. Einige haben ihre Ausbauerfahrung sogar in einem Buch zusammengeschrieben.

Sehr empfehlenswert ist  Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren von Ulrich Dode. Sehr detailliert, eine wunderbare Inspiration. Zwar hat er seinen Wohnmobilausbau in grĂ¶ĂŸerer Dimension durchgefĂŒhrt, so dass nicht alles auf einen Kastenwagen anwendbar ist. Dennoch eignet sich diese Anleitung zum Wohnmobil selbst ausbauen wunderbar, hat sie sich auch in meiner Planungsphase als wichtiger Helfer und Inspirator erwiesen – vor allem bei den Kleinigkeiten.

In Foren hingegen ist Vorsicht geboten. Hier tummeln sich einige Menschen, grundsĂ€tzlich selbsternannte Experten, weil sie EINMAL irgendeine Erfahrung gemacht haben. Das wĂŒrde ich mir ĂŒbrigens nie anmaßen. Ich kann dir nur von meiner Erfahrung bei meinem Wohnmobilausbau berichten. Dir vielleicht auch Tipps geben – denn nicht jeder meiner Fehler beim Ausbau muss wiederholt werden.

So geht’s auch: Modulausbau, die flexible Variante

Wohnmobilausbau Modulausbau

Ausbaumodul von Quickout

Wohnmobilausbau in kĂŒrzester Zeit realisieren und auch noch flexibel bei der Nutzung bleiben? DafĂŒr gibt es fertige Module, die gerade fĂŒr Biker / Mountainbiker interessant sind. Denn so kann der Kastenwagen mit wenigen Handgriffen zum Transportmobil / Wohnmobil umfunktioniert werden.

Praktisch, wenn du deinen Kastenwagen im Alltag beispielsweise geschĂ€ftlich fĂŒr Transporte nutzen möchtest, am Wochenende dann als Wohnmobil. Wenn du sperriges Sportequipment im Fahrzeug unterbringen möchtest usw. Interessant auch die Möglichkeit, das Modul bei Fahrzeugverkauf ausbauen und einfach im neuen Fahrzeug einsetzen zu können.

Anwendungsbeispiele gibt es beim Anbieter auf quickout.de.

Wohnmobilausbau dokumentiert: Erstplanung, elementare Fragen, entscheidende Feinheiten

Es gibt einige Seiten, welche den Wohnmobilausbau behandeln. So manch erfolgreicher Wohnmobil Selbstbau sieht auch super aus. Bei vielen anderen fehlt mir die Liebe zum Detail, die GemĂŒtlichkeit. Es liegt vielleicht auch an der Frage, in welchem Umfang ein selbst ausgebautes Reisemobil genutzt wird. FĂŒr wenige Wochen Urlaub im Jahr ist es vielleicht zu viel des Guten, sich beim Wohnmobil ausbauen allzu sehr mit Details zu beschĂ€ftigen. Ich jedoch wollte ein ganzes Jahr (oder so) im fertigen Wohnmobilausbau verbringen. Hatte dementsprechend andere AnsprĂŒche, in verschiedener Hinsicht.

Selbst bessere Seiten konnten all meine Fragen nicht hinreichend beantworten. Speziellere Themen wie komplette Energieversorgung ĂŒber Photovoltaik, Internet im Wohnmobil (ĂŒber Satellit) oder „geeignete UND hĂŒbsche Materialien fĂŒr den Wohnmobilausbau“ werden entweder ĂŒberhaupt nicht behandelt, oder es gibt 1000 verschiedene Meinungen.

Grund genug fĂŒr mich, meine Rechercheergebnisse selbst in einem Blog dokumentieren zu wollen. Sicherlich wurde beispielsweise das Thema Solaranlage fĂŒrs Wohnmobil schon mehrfach auf anderen Seiten behandelt. Doch eben nicht in exakt der Form, wie meine eigene Energieversorgung bei dem Wohnmobil Selbstausbau realisiert wurde. Außerdem sollen meine Ideen andere Interessierte, welche ihr nĂ€chstes Wohnmobil selber bauen möchten, inspirieren.

Kann / soll man bei der Energieversorgung auf Gas verzichten? Wie bekommt man zu High Speed Internet, damit ein effektives Arbeiten im Wohnmobil möglich wird? Und was mache ich bei drei Tagen Regenwetter mit diesem nassen, stinkenden, großen schwarzen Hund? Sicherlich kommen bei mir etwas andere Fragen auf als beim durchschnittlichen Wohnmobilausbau.

Mein Wohnmobilausbau & die Geldfrage: kalkulieren, sparen, ausbauen

Am Ende einer Ausbauplanung steht eine Zahl: die fĂŒr deinen Wohnmobilausbau benötigte Gesamtsumme. Sicherheitshalber nochmals 10% draufschlagen, und schon wird klar ob du den Ausbau deines zukĂŒnftigen Wohnmobils sofort angehen kannst oder noch etwas sparen solltest. Stecke ich alle meine Ersparnisse in meinen Camperausbau, möchte ich mir fehlendes Geld leihen oder doch lieber noch etwas sparen? Vor dieser Frage stand ich, habe mich fĂŒr Letzteres entschieden. So wichtig mir mein Wohnmobilausbau und dem damit verbundenen Sabbatjahr auch sein mag, meine Altersvorsorge sollte nicht dran glauben mĂŒssen. So betrug der Zeitraum zwischen meiner ersten Entscheidung selbst auszubauen und dem tatsĂ€chlichen Wohnmobilausbau ĂŒber acht Monate. Wobei zwei Monate einem missglĂŒckten Autokauf bei einem unseriösen HĂ€ndler geschuldet sind. Egal, all das ist vergessen wenn es endlich losgehen kann – und dank entsprechender Vorbereitung auch gleich mit Vollgas.


So wird aus dem Kastenwagen ein kleines Wohnmobil

Stell dir vor, dein Kastenwagen steht auf dem Hof, deine Ausbauplanung ist zumindest grob vollbracht, endlich kann es losgehen. Im Folgenden gehe ich auf hĂ€ufig gestellte Fragen ein, verweise teilweise auf ausfĂŒhrlichere Artikel wo es hier den Rahmen sprengen wĂŒrde. Über meinen Ablauf findest du Informationen im Ausbaublog.

Ausbauwerkstatt – RĂ€umlichkeiten + Werkzeug

Ich hatte zwei glĂŒckliche UmstĂ€nde: erstens ein Haus mit Platz, zweitens eine Handwerkerfamilie mit Werkzeug, welches ich mir fĂŒr meinen Ausbau leihen konnte. Was du benötigst ist eine Werkstatt, in der du laut sein darfst. Eine TischkreissĂ€ge macht nĂ€mlich mĂ€chtig LĂ€rm. NĂ€heres zu meiner Ausbauwerkstatt sowie dem benötigten Werkzeug findest du hier: Wohnmobilausbau: Werkstatt & Werkzeug

Karosserie vorbereiten, Boden reinmachen

Mein Wohnmobilausbau startete im MĂ€rz – bei Schnee und KĂ€lte, mit dem Kastenwagen vor dem Haus stehend. Das ist kĂŒhl, geht aber. Stromkabel gelegt, HeizlĂŒfter ins Auto, schon konnte es losgehen. Nachdem die Trennwand zur Fahrerkabine erst raus war, ging es daran, den kompletten Innenraum mit VerdĂŒnnung / Bref reinigen. Das ist wichtig, damit die selbstklebende DĂ€mmung auch wirklich gut hĂ€lt. Bevor diese aufgebracht wurde jedoch etwas Sikaflex verarbeitet: ĂŒberall da, wo Metall auf Metall klappern könnte ein großzĂŒgiger Spritzer Sikaflex, im Innenbereich der Karosserie.

Zum Thema Holzboden kann ich nicht viel sagen. Er sollte gedÀmmt sein, dann darauf ein Holzboden. Bei mir war er schon drin.

Die Stromfrage – ein Knackpunkt beim Wohnmobilausbau?

Die Sache mit dem Strom hat mir einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Hierin investierte ich auch die meiste „Lernzeit“. Nur um herauszufinden, dass das kein Hexenwerk ist. Meine Kalkulation hat recht schnell ergeben, dass der stromautarke Wohnmobilausbau wirtschaftlich sinnvoll und technisch machbar ist. Da das Thema Solaranlage und Wohnmobilbatterie recht umfangreich ist und einen besonderen Stellenwert beim Wohnmobilausbau einnimmt, möchte ich auf folgende tiefergehende Ratgeberartikel von mir hinweisen:

Da auch immer wieder nach dem Generator als Energiequelle gefragt wird, habe ich mich hier mit dem Thema kleine Stromerzeuger um die 1000 Watt beschÀftigt.

Wasser, Abwasser + Klo – umso einfacher, desto besser

Autarkie ist ein Thema, welches von mir im Vorfeld unterschĂ€tzt wurde. Wenn das Frischwasser nur drei Tage ausreicht, Brauchwasser und Toilette ebenso schnell voll sind, dann ist man gezwungen eine Versorgungsstation anzufahren, meist in Form eines Wohnmobilstellplatzes oder Campingplatzes. Doch hat sich im Laufe der ersten Monate herausgestellt, dass ich lieber frei stehe, inmitten der Natur. So ergab sich eine AufrĂŒstung: von 20 Liter auf 70 Liter. Inklusive Solardusche sowie Zusatzkanister kommen wir nun auf etwa 100 Liter Frischwasser, was fĂŒr eine Woche reicht. Die einfache Chemietoilette im Auto reicht ebenso lange aus. Was aber auch daran liegt, dass ich bei gutem Wetter tagsĂŒber viel unterwegs bin.

Wohnmobil dĂ€mmen – bitte keine Wissenschaft draus machen

Selbstausbau Wohnmobil DĂ€mmen

Strafarbeit: Wohnmobil dÀmmen

Heiß diskutiert wird das Thema DĂ€mmung beim Selbstausbau. Die gute Nachricht ist: egal, wie du es machst, es wird besser sein als ein Großteil der fertig ausgebauten Kastenwagen. Ich durfte einen Blick auf die DĂ€mmung in einem Hymer Kastenwagen werfen, und war doch sehr erschrocken.

Ich habe Wert auf eine grĂŒndliche DĂ€mmung gelegt – ohne es zu ĂŒbertreiben. Jeden Holmen auszuspritzen, das ist unnötig. Vielmehr sollte das Motto lauten: gut dĂ€mmen, damit im Winter die WĂ€rme im Auto bleibt und es im Sommer nicht so schnell heiß wird (gerade, wenn mal der Hund im Auto bleiben soll). So dĂ€mmen, dass kein nacktes Blech mehr zu sehen ist. Denn hier wĂŒrde sich das Kondenswasser absetzen, es kommt zur Schimmelbildung.

Verarbeitet wurden selbstklebendes Armaflex, primĂ€r 18mm Platten. ErgĂ€nzend auch 9mm Platten sowie dazu passendes Klebeband – zum Ausbessern, fĂŒr Rundungen, im Bereich der TĂŒren etc.

Achtung: das selbstklebende Armaflex klebt wie Hölle. Man bekommt es kaum mehr ab, was ja auch so sein soll. Damit es auch wirklich gut klebt, solltest du alle FlĂ€chen vorher grĂŒndlich reinigen.

KĂŒche im Wohnmobil: KĂŒhlen und Kochen

Wohnmobil ausbauen KĂŒhlschrank

klein, aber fein: 220V KĂŒhlschrank im Wohnmobil

Mein CampingkĂŒhlschrank ist eher eine gerĂ€umige Minibar, lĂ€uft ĂŒber 220V. Mein Grundgedanke: Im Sommer, wenn dringend ein KĂŒhlschrank benötigt wird, steht genug Strom ĂŒber zur VerfĂŒgung. Und im Winter, da brauche ich eigentlich nur einen KĂŒhlschrank wenn es sensible Sachen zu kĂŒhlen gilt (wie Fisch). Fakt ist: wer einmal wöchentlich einkaufen geht, benötigt fĂŒr Obst, GemĂŒse, Wurst, Eier, Milch etc. keinen KĂŒhlschrank, bis die Außentemperaturen die 23 Grad ĂŒbersteigen. Erst darĂŒber kippt auch die H-Milch recht schnell, wird die Butter zu Öl etc.

Weitere AusfĂŒhrungen zum kleinen CampingkĂŒhlschrank / KĂŒhlbox findest du hier: Ratgeber CampingkĂŒhlschrank

Gekocht wird im Selbstausbau auf einem einfachen 1-Flammen-Campingkocher. Eine 500 Gram Ventilkartusche kostet bei Amazon sechs Euro, hĂ€lt 3-4 Wochen. Ich habe außerdem eine kleine elektrische Kochplatte, die ich im Sommer benutze, wenn ohnehin zu viel Strom da ist. Ebenso verhĂ€lt es sich mit dem 220V Backofen.

Fenster im Wohnmobil: Licht darf rein, Wasser nicht.

Fenster Wohnmobil ausbauen

Wohnen im Ducato

Möchtest du Fenster in deinem Selbstausbau haben, solltest du dieses Projekt möglichst vor dem DÀmmen angehen. Zumindest wissen, wo die Fenster platziert werden sollen. Und diese Stellen beim DÀmmen aussparen. Das Zeug bekommt man nÀmlich kaum noch runter.

Ich habe ein kleines Dachfenster ĂŒber dem Sitzbereich sowie ein Schiebefenster in der SchiebetĂŒre eingebaut. So, dass dahinter zwei große Solarmodule gut aufs Dach passen. Und wĂŒrde dies heute nicht mehr so machen. Warum? Wenn es regnet, kann ich kein Fenster aufmachen.

Das Dachfenster wird auch sonst kaum benutzt. Ist draußen schönes Wetter, stehen SchiebetĂŒre und HecktĂŒre offen. Regnet es, auch nur ein bisschen, muss das Dachfenster fest verschlossen sein, sonst regnet es hinein. Das Schiebefenster in der BeifahrertĂŒre ist wichtig, vor allem wenn man alleine fĂ€hrt. Ist die TĂŒre zu sieht man, wer draußen anklopft. Beim Fahren verbessert es außerdem den Blick nach rechts um links abbiegen zu können. Hier wĂŒrde ich heute jedoch ein grĂ¶ĂŸeres Fenster zum Kippen einbauen.

Möbel selbst bauen: der rechte Winkel ist dein Freund

Ich habe noch nie mit Holz gearbeitet. Und natĂŒrlich auch darauf verzichtet erst einmal etwas zu ĂŒben, sondern direkt mit dem eigentlichen Möbelbau begonnen.

Das beste Holz fĂŒr deinen Wohnmobilausbau

Möbelbau Selbstausbau

Praktisch: großzĂŒgiger MĂŒlleimer zum Kippen

Wohnmobil Selbstausbauer schwören auf Pappelsperrholz, vor allem weil es leicht, verzugsfrei und leicht zu verarbeiten ist. Nacktes Pappelsperrholz ist jedoch erstens zu weich, fĂŒr meine Tollpatschigkeit und meines Hundes Krallen – und zweitens nicht sehr hĂŒbsch. Alles furnieren, dies lag wirklich nicht in meinem Interesse 
 Da das Gewicht bei einem Kastenwagen eigentlich keine Rolle spielt, fiel meine Entscheidung auf Hartholz. Genauer gesagt Bambus und Esche, schön massive 18mm Platten.

Aus Bambus wurden Möbel gebaut, Esche fĂŒr SchranktĂŒren sowie Arbeitsplatten benutzt. Mein Tipp fĂŒr AnfĂ€nger im Möbelbau: verzichte auf raffinierte EntwĂŒrfe. Rundungen hier, AbschrĂ€gungen dort – das braucht es alles nicht. Der rechte Winkel ist dein Freund, auch weil dann zwei Teile Holz super mit einem Eisenwinkel miteinander gut verbinden werden können. Eine stabile Verbindung ist alles.

Möbelbau: BeschlÀge + andere Eisenwaren

Mach dir vorher Gedanken darĂŒber, welche Schrauben du benötigst. Bei 18mm Holz sind 15mm Schrauben fĂŒr fast alle Einsatzzecke lang genug, aber nicht zu lang. Schau, dass du mit möglichst wenigen Bohrern arbeiten musst: ein Holzbohrer zum Vorbohren, ein Torx-Bit fĂŒr die Torx-Schrauben. Im Baumarkt ein paar passende (hochwertige!!) Bits und Bohrer holen, dazu Schrauben als Kiloware, Winkel im 20er-Pack. Damit kommst du bei deinem Möbelbau recht weit.

Die ersten Schrauben, die du benötigst sind lĂ€nger. Um HĂ€ngeschrĂ€nke und Dach-/ Wandverkleidung anbringen zu können benötigst du eine Unterkonstruktion. Meine besteht aus mit Buntlack lackierten Dachlatten, diese sind an die Seite und ans Dach geschraubt – vor dem DĂ€mmen.

Heizung + warmes Wasser

Ich habe bei meinem Wohnmobilausbau bewusst auf Gas verzichtet, dafĂŒr mehr in die Stromversorgung investiert. Da ich ohnehin keine Dusche im Ducato habe, konnte ich mir auch einen Warmwasserboiler sparen. Ein Durchlauferhitzer ist ĂŒbrigens wegen dessen hohen Stromaufnahme keine Option. Geschirr spĂŒlen, Haare waschen und KatzenwĂ€sche (a.k.a. Waschlappendusche) funktioniert mit warmem Wasser einfach besser. Die Lösung heißt Wasserkocher. Mit einem halben Liter kochendem Wasser kommt man sehr weit.

Warum kein Gas? Aus dreierlei GrĂŒnden. Erstens der Platzbedarf fĂŒr einen Gaskasten. Zweitens das subjektive Empfinden meinerseits, ich möchte nicht mit einer Gasflasche im gleichen Raum schlafen. Drittens der Umstand, dass man fĂŒr jedes Reiseland andere Adapter benötigt zum NachfĂŒllen bzw. andere Flaschen verwendet werden – da habe ich einfach keine Lust drauf.

Ich bin lange ganz ohne Heizung ausgekommen. Einige Male bin ich auf dem Campingplatz am Strom gestanden, so dass der HeizlĂŒfter zum Einsatz kommen konnte. Oder, als es nachts am einsamen Stausee zu kalt wurde, lief fĂŒr zwanzig Minuten der Motor – das macht warm, die Batterie wird auch gleich etwas geladen. Dank guter DĂ€mmung bleibt es dann recht lange warm im Ducato.

Nach einigen sehr kĂŒhlen FebruarnĂ€chten besorgte ich mir doch einen Petroleum Ofen im portugiesischen Baumarkt. Eine Notfalllösung, hat aber seinen Zweck erfĂŒllt. Wie ich es heute machen wĂŒrde? Eine Dieselluftheizung / Standheizung ist fĂŒr einen Kastenwagen optimal. Wenn Platz vorhanden ist, dann wĂŒrde wĂ€re ein Mini Holzofen definitiv mein Favorit. DafĂŒr wĂ€re ein Ducato L2H2 jedoch zu klein. Wobei ich diese Miniöfen auch schon in einem VW Bus gesehen habe 


Das mobile BĂŒro im Wohnmobil

Nicht wenige an meinem Wohnmobilausbau Interessierte möchten als Digitale Nomaden durch Europa reisen – oder die Welt. Und benötigen dafĂŒr gutes Internet. Die Möglichkeit, von unterwegs aus im Wohnmobil zu arbeiten war auch bei mir der Knackpunkt. Hier gilt das Prinzip: du brauchst nicht viel an Technik, aber diese sollte wirklich gut sein. Zu Beginn hatte ich einiges dabei: Drucker, Scanner, Zweitbildschirm, Boxen – so, wie ich es vom BĂŒro zu Hause gewohnt war. Heute komme ich mit deutlich weniger zurecht.

  • Laptop mit 12V Netzteil und externer Festplatte
  • Smartphone mit guter Kamera, kostenloser Naviapp
  • Bluetooth Headset, Boxen
  • Powerbank fĂŒr unterwegs

WeiterfĂŒhrender Artikel zum mobilen BĂŒro auf 12 Volt

Quellen fĂŒr Wohnmobilausbau: Zubehör & Material

Als Onlineshopping Fan, wurde eine Großteil meiner Ausbaumaterialien im Internet gekauft – soweit sinnvoll. Den Rest gab es im Baumarkt. Insbesondere da, wo Gewicht sowie Maße groß sind, können Portokosten jegliche Ersparnis auffressen.

Ein gut sortierter Baumarkt in der NĂ€he zu haben erwies sich als sehr hilfreich. Ein großes Bauhaus – da findest du alles, was du benötigst. Hier habe ich insbesondere Holz und Eisenwaren gekauft. Sobald der Ducato auf dem Hof stand, bevor ich mit dem eigentlichen Ausbau begonnen hatte, war erstmal ein Großeinkauf im Baumarkt angesagt.

Viele andere Dinge wurden onlinen gekauft. Eines musst du wissen: Wo Camping oder Wohnmobil drauf steht, da wird es gleich mal teurer. Der Wettbewerb im Internet hilft dir jedoch dabei deine Ausbaukosten zu senken – wenn du bereit bist, etwas Zeit in Preisvergleiche zu investieren.

  • Campingshop Reimo: Wenn ich mir die Frage stellte, ob es fĂŒr meine Problemstellung eine (fertige) Lösung gibt, dann habe ich bei Reimo nachgeschaut. Hier gibt es einfach alles, fĂŒr den Ausbau und an Campingzubehör. Fenster in allen möglichen AusfĂŒhrungen und Marken beispielsweise. LĂ€ngst nicht alles wurde dann auch bei Reimo gekauft, oftmals fĂŒhrte eine Preisrecherche bei Amazon oder Ebay zu einem deutlich gĂŒnstigeren Preis.
  • Ebay + Amazon: Viele HĂ€ndler, die sich dem Preiskampf im Internet stellen, sind mit eigenem Shop, auf Ebay sowie Amazon gleichermaßen unterwegs. Ich habe darauf geachtet, primĂ€r bei in Deutschland ansĂ€ssigen HĂ€ndlern zu bestellen. Denn wenn mal was nicht passen sollte, kann man es dort einfacher zurĂŒck schicken. Oder aus sonstigen GrĂŒnden mit dem HĂ€ndler Kontakt aufnehmen. Hier wurde dann auch nicht jeder Euro fĂŒnfmal umgedreht, sondern beispielsweise die Solaranlage fĂŒr mein Wohnmobil fast komplett bei einem gĂŒnstigen, etablierten OnlinehĂ€ndler bei Amazon gekauft.

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Kastenwagen als Wohnmobil anmelden und versichern

Es gibt Voraussetzungen, damit ein Kastenwagen nicht mehr als LKW, sondern als Wohnmobil zugelassen und versichert werden kann. Diese Voraussetzungen prĂŒft ein TÜV-Gutachter, bevor er ein Gutachten fĂŒr die Kfz Zulassungsbehörde ausstellt. Dazu gehören:

  • Fest eingebaute Möbel, Schlafgelegenheit, Sitzgelegenheit
  • KĂŒche mit fest eingebautem Kocher, Wasser- und Abwasserversorgung
  • Mindestens zwei Fluchtwege (SchiebetĂŒre, HecktĂŒre, grĂ¶ĂŸere Fenster)

Das Thema mit der Stehhöhe von 1,70m ist ĂŒbrigens nicht mehr relevant. Viele andere Dinge bĂŒbrigens auch nicht wirklich. So habe ich selbst keine fest eingebaute Kochgelegenheit, sondern meinem Gutachter meinen minimalistischen Campinggaskocher gezeigt, er war damit zufrieden. So erklĂ€rt sich auch eine gĂ€ngige Praxis unter Wohnmobilausbauern: ist der eine TÜV-Gutachter nicht glĂŒcklich mit deinem Selbstausbau, dann gehe zum nĂ€chsten.

Die Umschreibung von Kastenwagen (LKW) auf Wohnmobil

Zumindest die Vollkasko Versicherung ist gĂŒnstiger, lĂ€sst man seinen fertigen Wohnmobilausbau als „Sonder-Kfz Wohnmobil“ zu. Außerdem denke ich, dass es rein rechtlich sauber ist, ein als Reisemobil genutztes Fahrzeug auch als Wohnmobil zuzulassen.

Dazu machst du einen Termin bei einer TÜV-PrĂŒfstelle. Der Gutachter schaut sich deinen Campingausbau an, hakt seine Liste ab. Praktisch auch das Wiegen. Mach also alle Tanks und SchrĂ€nke voll, und du weißt auch gleich wie hoch dein Reisegewicht ist. Ein zum Wohnmobil ausgebauter Kastenwagen mit 3,3 bzw. 3,5 Tonnen zulĂ€ssigem Gesamtgewicht dĂŒrfte dieser Faktor ĂŒbrigens kaum ein Problem darstellen.

Was den TÜV (erstaunlicherweise) nicht interessiert 


WĂ€hrend der TÜV beim PKW Tuning super pingelig ist, erweist er sich bei Wohnmobilen als erstaunlich tolerant. Anders gesagt: was du wie in deinem Wohnmobil alles verbaut hast, das interessiert den TÜV normalerweise recht wenig. Holzofen im Wohnmobil, selbst gebastelte Stromversorgung, vom Laien eingebaute Fenster oder die Trittstufe


Auch wenn es den TÜV-PrĂŒfer wenig interessiert, solltest du darauf achten, dass dein Selbstausbau den rechtlichen Anforderungen einigermaßen entspricht. Hier die wichtigsten:

  • Fenster sollten Kennzeichnung haben, dass sie zum Einbau zugelassen sind
  • Elektrische Komponenten mĂŒssen fĂŒr den Betrieb im KFZ zugelassen sein (E-Kennzeichnung)
  • Stromkabel mĂŒssen in KabelkanĂ€le verlegt werden (12V + 220V separate KanĂ€le)

Auch wenn es den TÜV kaum interessiert, dann vielleicht doch im Ernstfall die Wohnmobilversicherung – oder eine Polizeikontrolle. Also schau, dass alle sensiblen Teile entsprechende PrĂŒfzertifikate haben und nimm diese auch mit.

Wieviel Steuer kostet das Wohnmobil?

Bei meinem Ducato von 2009 macht es in Sachen Kfz Steuer keinen nennenswerten Unterschied, ob er als Wohnmobil oder Nutzfahrzeug / LKW zugelassen ist – es sind jeweils gute 200€ im Jahr. Unterschiede kann es dennoch geben, denn Schadstoffklasse sowie zul. Gesamtgewicht spielen bei der Berechnung eine Rolle. KĂŒnftige Kosten fĂŒr deine Wohnmobil Steuer kannst du auf der Seite des Bundesfinanzministerium ausrechnen.

http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/Apps_Rechner/KfzRechner/KfzRechner.html

Die richtige Wohnmobilversicherung wÀhlen

Mein Wohnmobil ist Vollkasko versichert. Einfach deshalb, weil fast alles, was ich auf dieser Welt an Materiellem besitze, in diesem Fahrzeug steckt. Zu diesem Thema habe ich auch einen ausfĂŒhrlicheren Ratgeber zur Wohnmobilversicherung inklusive einem Vergleich online gestellt.

Wohnmobilversicherung – Ratgeber & Vergleichsrechner


Wohnmobilausbau Ă  la Tanja

Tanja baut aus: Ausbaublog

Wohnmobil Selbstausbau

Mein Ducato: habe fertig!

Du möchtest wissen wie es mir bei meinen Wohnmobilausbau ergangen ist: Lies doch meinen Ausbaublog: https://www.crosli.de/ausbaublog/

Kosten fĂŒr meinen Ausbau

Ich muss die Exceltabelle mit all meinen Kosten neu erstellen – leider ist die alte Kostenaufstellung verschwunden. Zu 90% ist es schon fertig, du kannst die Excel hier herunterladen: wohnmobilausbau-kosten.xlsx

Was ich bereits erwĂ€hnt hatte, du dadurch nicht in der Kostenaufstellung findest: Werkzeug wie TischkreissĂ€ge, Feilen, StichsĂ€ge, 
 Aus meinem alten Bett habe ich das Konstruktionsholz sowie den Lattenrost wiederverwendet, auch mein KĂŒhlschrank war bereits vorhanden.

Roomtour: mein fertig ausgebauter Ducato

Schau nach, wie mein fertiger Ausbau aussieht: Roomtour: Wohnmobilausbau in Bildern

Hier noch ein Video von meinem Ausbau:

1 Jahr spÀter 


Hat sich mein Wohnmobilausbau bewÀhrt?

Nach 9 Monaten durchgĂ€ngigem Leben im Selbstausbau kann ich sagen: meine Rechnung ist aufgegangen. Es sind keine Möbel zusammen gebrochen, und wenn es auch ein paar Dinge zum Ausbessern gab, es war nichts weltbewegendes dabei. Und gerade die großzĂŒgig dimensionierte Stromversorgung hat mir einiges Euros an Stromkosten auf CampingplĂ€tzen gespart. Nach dem ersten Winter in Spanien / Portugal gab es einige Optimierungen, die sich jedoch in Grenzen hielten. Sie betrafen insbesondere die Optimierung des mobilen Internets im Wohnmobil, es gab ein Upgrade bei der Wasserversorgung und ein kleines BatterieladegerĂ€t um die Batterie bei Schlechtwetter auch ĂŒber Landstrom laden zu können.

Wohnmobilausbau: das 9-Monats-Upgrade

Was ich heute anders machen wĂŒrde 


  • Basisfahrzeug: L3H2 – ein etwas lĂ€ngeres Fahrzeug bietet etwas mehr Bewegungsfreiheit, vielleicht auch Platz fĂŒr ein separates WC oder einen kleinen Holzofen. Ohne, dass dabei grĂ¶ĂŸere EinschrĂ€nkungen beim Fahrverhalten gegeben wĂ€ren.
  • Heizung: Mini-Holzofen. Ja, auch der portugiesische Winter kennt Regen und kalte NĂ€chte. Ein Mini-Holzofen oder eine# kleine Dieselluftheizung wĂŒrden hier einiges an Komfort bringen.
  • Fenster: Das Dachfenster war fĂŒr die Katz – und erst beim dritten Versuch wirklich dicht, was aber am falschen Dichtstoff lag. Heute wĂŒrde ich darauf verzichten, dafĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Kippfenster in der SchiebetĂŒre einbauen. Das kann man auch bei Regen aufmachen, bringt ebenfalls genug Licht in den Wohnraum.
  • Verkleidung: Die weiß lackierte Pappelholzverkleidung an Wand und Decke hat den Nachteil, dass sie Moskitos anzieht. Wenn man da nicht aufpasst kann das wirklich sehr, sehr böse enden, an einer schwĂŒlen Sommernacht am See. Beim nĂ€chsten Wohnmobilausbau wĂŒrde ich daher Echtholzpanele verwenden, durchaus hell, aber nicht weiß.
  • Wohnmobilbatterie: LiFePo. Bei AGM und Gel Batterien musst du immer aufpassen, dass diese regelmĂ€ĂŸig voll geladen werden, sonst gehen sie frĂŒhzeitig kaputt. Bei einer Lithiumbatterie hast du dieses Problem nicht. Wer in seinem selbst ausgebauten Wohnmobil leben möchte, der sollte unbedingt in eine Lithiumbatterie und viel Solarstrom investieren.
  • Wasser: 120 Liter sind das Minimum, bei zwei Personen vielleicht 200 Liter. Damit kann man 10 Tage frei stehen, auch wenn kein Bach in der NĂ€he ist. Eventuell musst du auch die KapazitĂ€ten vom WC an deine gewĂŒnschte Freistehdauer anpassen.

Wohnmobil Selbstausbau – das Buch

Es gibt eine richtig gute PflichtlektĂŒre zum Thema Wohnmobilausbau. Und zwar ganz unabhĂ€ngig davon, ob du ein Expeditionsmoboil oder einen Kastenwagen ausbauen möchtest. Ulrich Dolde, vom Dialekt her ebenfalls Schwabe, hat hier ein wirklich gutes, sehr dickes Buch drĂŒber geschrieben. Und dabei alle Aspekte behandelt, von den Materialeigenschaften von einzelnen Holzarten, bis hin zu den verschiedenen Batterietypen. Außerdem hat er selbst ein Expeditionsmobil gebaut, das wirklich grandios aussieht.

Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren: 1000 Tipps und Tricks fĂŒr alle Wohnmobil-Selbstausbauer und Wohnmobil-Optimierer
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