Geht es um die Frage welche Art von Batterie sich am besten als Aufbaubatterie in deinem Wohnmobil eignet, findest du im Internet viele verschiedene Meinungen. Nicht nur dort, auch Wohnmobilhersteller /-händler scheinen sich nicht wirklich einig zu sein. Also habe ich recherchiert, Profis mit Fragen gelöchert, Zahlen ausgewertet – und hoffe, euch jetzt einen verständlichen Überblick bieten zu können welche Batterieart als Versorgerbatterie geeignet ist, welche Vor- und Nachteile mögliche Batterien jeweils mit sich bringen.

Interessant ist meine Erhebung aus zweierlei Gründen. Erstens habe ich nicht einfach nur irgendwie im Internet recherchiert, sondern einen Fachmann gefragt: André von AMUMOT verbaut seit Jahren verschiedenste Batterien in den Wohnmobilen seiner Kunden, ist nicht nur auf dem neuesten Wissenstand der Technik, sondern hat außerdem Langzeiterfahrungen zu bieten. Dies, weil er in seinem eigenen Wohnmobil – in dem er ganzjährig lebt – inzwischen alle möglichen Batterien verbaut und ausgiebig getestet hat: erst Nassbatterien, dann AGM, jetzt LiFePo4.

Zweitens lasse ich neueste Batterietechnik mit einfließen: LiPo’s. Gerade im direkten Vergleich zu Blei-Säure-Batterien ist es natürlich interessant zu sehen, was sich hier in den vergangenen Jahren so getan hat.


Diese Wohnmobilbatterien stehen zur Wahl

Vorneweg: Nassbatterien, Gelbatterien sowie AGM Batterien unterscheiden sich in erster Linie darin, wie das enthaltene Elektrolyt „gelagert“ wird.

  1. Nassbatterie (Blei-Säure): behandele ich hier etwas stiefmütterlich, denn: sie sind nie so zyklenfest wie Gel- oder AGM-Batterien, außerdem nicht wirklich wartungsfrei. Auf jeden Fall sollten Nassbatterien fest verschlossen sein, damit keine Abluft-Leitung nach außen verlegt werden muss. Sie sind anfälliger dafür, an Kapazität zu verlieren – gerade wenn man sie nicht hegt und pflegt. Dafür jedoch sind sie günstigste Wohnmobilbatterien, im Vergleich zu den anderen Akkus für’s Womo. Das Elektrolyt „schwappt“ hier in der Batterie. Nicht fest verschlossene benötigen eine Entlüftung, sonst stinkt es nach faulen Eiern im Womo. Werden nasse Batterien falsch / zu lange geladen, können diese schonmal kochen – ein Todesurteil. Deshalb sage ich: Nassbatterien sind nicht optimal. Sie können einige Jahre halten, wenn man ein achtsames Auge auf sie hat, sie gut behandelt. Doch ich möchte mich möglichst wenig um meine Stromversorgung kümmern, diese soll einfach funktionieren. Daher sehe ich Nassbatterien nicht wirklich als sinnvolle Akkus fürs Wohnmobil an.
  2. Gel Batterien sind weniger anfällig, zyklenstark und wartungsfrei. Sie vertragen eher mal eine Tiefenentladung und du musst nicht gleich wieder an die nächste Steckdose fahren aus der Angst heraus, dass deine Wohnmobilbatterie sonst den Geist aufgeben könnte. Das Elektrolyt ist in einem Gel gebunden, in der Gelbatterie sind Bleiblatten verbaut. Gelbatterien haben etwas mehr Zyklen als AGM, beim Laden gibt es weniger Kompatibilitätsprobleme aufgrund der etwas niedrigeren Ladekennlinie.
  3. AGM Batterie (Absorbent Glas Mat) sind eine Weiterentwicklung der Gelbatterie, werden gerade im Wohnmobil immer häufiger verbaut. Das Elektrolyt ist in einem Glasvlies gebunden. AGM-Batterien sind zyklenfest und wartungsfrei. Sie lassen sich etwas schneller aufladen als Gel-Akkus und kommen auch mit etwas höheren Strömen zurecht – wenn beispielsweise ein größerer Wechselrichter betrieben wird. AGM Batterien sind etwas kompakter als Gelbatterien, da die Bleiblatten enger beieinander liegen. Zu beachten ist, dass nicht jedes Batterieladegerät die höhere AGM-Ladekennlinie (14,6V) kann.
  4. Lithium Eisenphosphat (LiFePo4 = chem. Bezeichnung, LiPo = Abkürzung): Es ist eigentlich eindeutig: LiPo’s sind das Nonplusultra unter den Versorgungsbatterien. Und bei intensiver Nutzung / auf lange Sicht sogar wirtschaftlich interessant. Sie kommen mit hohen Ladeströmen ebenso zurecht wie mit Tiefenentladung. Ihr höherer Energienutzungsgrad bewirkt, dass man weniger Solarpower auf dem Dach benötigt: Gegebene Vorteile von geringerem Gewicht einer Versorgungsbatterie im Wohnmobil dürfte wohl jedem klar sein. Aber: sie sind eine größere Investition, welche sich nicht jeder leisten möchte / kann. LiFePo‘s sind relativ teuer, und es ist nicht abzusehen, dass sie günstiger werden. Denn Lithium wächst nicht auf Bäumen.

Gel, AGM, Lithium? Auf dein Wohnmobil & dessen Nutzung kommt es an.

Manche kommen seit Jahren mit einer Nassbatterie zurecht. Andere schaffen es, ihre AGM binnen einem Jahr zu schrotten. Manche benötigen tendenziell wenig Strom, 12V reicht ihnen aus. Andere haben einen hohen Stromverbrauch, möchten immer wieder mal hohe Ströme abzapfen. Die einen machen gelegentlich für ein Wochenende plus 2 Wochen im Jahr Urlaub in ihrem Womo, andere reisen / leben darin über mehrere Monate hinweg, vielleicht sogar ganzjährig. Während fast alle bei Heizung sowie Kühlschrank ganz auf Gas setzen, möchten immer mehr diese Energiequelle gegen Solarstrom austauschen. Stehst du öfters auf Stellplätzen, am Landstrom oder möchtest du autark sein, auch nach ein paar Regentagen? Jeder hat so seine Vorlieben, Gewohnheiten, Lebensumstände, Ansprüche, Verbrauchsverhalten. So ist es eine individuelle Frage, was wirklich sinnvoll für dein Wohnmobil ist: Nassbatterie, Gel, AGM oder Lithium Batterie.

Maßgebend dafür, für welche Aufbaubatterie du dich entscheiden solltest sind folgende Faktoren:

  1. Wie hoch ist mein Stromverbrauch? Im Sommer wie Winter, täglich, wöchentlich? Eher hohe Ströme (mit größerem Wechselrichter, 230V) oder nur 12V?
  2. Welche Energiequellen stehen mir zur Verfügung, um meine Wohnmobilbatterie wieder aufzuladen? Fahre ich viel (Ladebooster bzw. Trennrelais), stehe ich öfters am Landstrom, habe ich Solarmodule oder einen Stromgenerator?
  3. Wie viel Platz habe ich für meine Wohnmobilbatterien überhaupt? Wie sieht es mit zusätzlichem Gewicht aus?
  4. Wie hoch ist mein Budget? Besser jetzt günstigere Batterien kaufen, für die nächsten paar Jahre, oder gleich teure für einen längeren Zeitraum?

Normalnutzer: AGM oder GEL

Wer sein Wohnmobil primär am Wochenende bzw. für seinen Jahresurlaub nutzt, der wird mit normalen AGM beziehungsweise Bleibatterien glücklich werden. Denn diese sind nicht allzu teuer, das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt. Setze auf AGM Batterien, wenn du hohe Ströme (mit dem Wechselrichter) entnehmen möchtest. Das geht zumindest bei höheren Kapazitäten. Ansonsten nimm GEL Bleibatterien, denn sie sind etwas genügsamer die Ladekennlinie betreffend, außerdem etwas langlebiger.

Intensivnutzer & Komfortliebhaber: Lithium

Lithium Batterie Wohnmobil

Wem Wirtschaftlichkeitsrechnungen grundsätzlich egal sind kann gleich zur LiPo greifen – auch wenn dein Wohnmobil nur an Wochenenden genutzt wird. Eine Lithium Aufbaubatterie im Womo ist für alle interessant, die sich keine großen Gedanken um ihre laufende Stromversorgung, um Batterievolladung, Sulfatisierung und solche Sachen machen möchten. Ist meine Batterie voll? Oder mehr als zur Hälfte entladen? Interessiert deine LiPo einfach nicht.

Sagen wir es doch einfach so: Wenn ein Wohnmobil 60.000 Euro oder mehr kostet, können da noch 2-3 Tausend für eine richtig gute Batterie drin sein?

In Frage kommt eine Lithium Batterie ohnehin für alle, die in ihrem Wohnmobil leben, darin überwintern, lange Touren im Nirgendwo machen oder sonstwie intensiv nutzen. Wer viel Strom benötigt kann die Vorteile einer Lithium Batterie voll ausschöpfen.

Und davon haben Lithium Batterien so einige, gerade im direkten Vergleich zur weit verbreiteten Gelbatterie. Richtig dimensioniert haben sich Stromprobleme ein für allemal erledigt. Gerade in Verbindung mit einem passenden Ladebooster und/oder Solarmodulen auf dem Wohnmobil dürfte Strom einfach kein Thema mehr sein.

Du möchtest autark im Süden überwintern, einen Kaffeevollautomaten betreiben, unabhängig vom Gas werden, Platz sowie Gewicht im Wohnmobil einsparen? Das alles geht mit der LiPo. Aber ist dies vielleicht auch mit einer Gel bzw. AGM Aufbaubatterie möglich?

Welche Versorgungsbatterie passt für mich und in mein Wohnmobil?

Nehmen wir doch mal unterschiedlichste Entscheidungskriterien daher. Ich unterscheide dabei nur zwischen LiPo und Gel/AGM.

  1. Platzbedarf sowie Eigengewicht einer Aufbaubatterie
    Dieser Punkt geht eindeutig an LiPo-Batterien: Hier wird lediglich die halbe Batteriekapazität (im Vergleich zu Gel/AGM/Nassbatteien) notwendig, daher ist ihr Platzbedarf nur halb so hoch – mindestens. Dasselbe gilt für ihr Gewicht. Manchmal lässt sich sogar bis zu 70% an Raum sowie Kilos einsparen. Gerade im chronisch leicht überladenen Wohnmobil durchaus ein Entscheidungskriterium.
    Interessant wird es, wenn einiges an Batteriekapazität sowie Solarmodulen in einem Fahrzeug verbaut sind … Ich kenne welche, die fuhren 250kg Batterien spazieren. Nach der Umrüstung auf LiPo (85kg) konnten sie 165kg an Gewicht einsparen. Könnten jetzt außerdem 1-3 Solarmodule abrüsten, denn aufgrund ihres höheren Energienutzungsgrades benötig LiPo’s weniger Solarpower auf dem Dach. Je nachdem was verbaut wurde können dies nochmals 10-40kg ausmachen.
  2. Anschaffung / Wirtschaftlichkeitsrechnung im Hinblick auf die Lebensdauer.
    Hier kommt es darauf an. In der Anschaffung sind Lithium Batterien deutlich teurer als AGM oder Gel. Das relativiert sich jedoch, im Laufe der Jahre. Denn die Lebensdauer einer LiPo ist weitaus höher, 5.000 Zyklen sollten für sie kein Problem darstellen, bei schonender Behandlung. Das wären bei täglicher Benutzung 13 Jahre. Was ja kaum eine Gelbatterie mitmachen dürfte.
    Wer sein Wohnmobil nur von April bis Oktober, dann nur alle paar Wochenenden nutzt, für den wird sich eine LiFePo4 wirtschaftlich gesehen einfach nicht lohnen.
  3. Autarkes Reisen dank optimal konzipierter Bordbatterie
    Vorteil Lithium. Ganz klar, für Freisteher und Stellplatzmuffel stellen Lithium Aufbaubatterien für’s Wohnmobil ganzjährig das Nonplusultra dar. Eine Krise bekommen, weil meine Wohnmobilbatterie bereits zu 50% entladen ist, schon am Nachmittag? Sowas interessiert eine LiPo einfach nicht sonderlich. Du kannst weiterhin Strom entnehmen, auch in hohen Strömen (Stichwort Nachmittagskaffee vom Kaffeeautomaten). Geld / AGM hätten hier vermutlich schon längst Feierabend. Mehrere Tage am Stück frei stehen, ohne Sonne, ohne den Moppel laufen lassen zu müssen? So etwas geht wohl nur mit einer LiPo. Was für viele zum autarken Reisen gehört ist der Verzicht auf Gas. Den Kühlschrank über Strom betreiben, Backofen, Induktionskochfeld – mit einer Lipo als Aufbaubatterie sowie einem entsprechenden Wechselrichter kein Problem. Entsprechend großzügig dimensionierte AGM Batterien können hier ebenfalls mithalten. Normale Gel-Batterien und Nassbatterien hingegen können hohe Stromströme nicht so gut ab.
  4. Den Komfort haben, nicht immer an Strom denken zu müssen …
    Auch dieser Punkt geht an Lithium. Eigentlich. Denn ich selbst habe keine in meinem kleinen Wohnmobil, sondern große AGM Batterien, mache mir dennoch trotzdem keinen allzu großen Kopf um dieses Thema, einfach weil meine Anlage großzügig dimensioniert ist. Obwohl ich einigermaßen viel Strom brauche – sobald alle paar Tage mal die Sonne scheint – alles bestens. Und trotzdem bieten LiPos hier den besseren Komfort. Sie nehmen mehr Strom auf, können höhere Ladeströme verkraften, werden einfach schneller voll. Gleichzeitig kann eine Lithium Batterie tiefer entladen werden als AGM / Gel Batterien und man läuft nicht Gefahr, seine Versorgungsbatterie durch „Nicht-Oft-Genug-Ganz-Voll-Aufladen“ nachhaltig zu schädigen.
  5. Nochmal der Preis …
    So viele Vorteile eine Lithium Batterie auch haben mag, ihr Anschaffungspreis erscheint vielen einfach zu hoch. Und ja, mit einer anständigen AGM oder Gel Batterie lässt sich durchaus gut auskommen. Ich selbst habe zwei AGM Batterien in meinem Selbstausbau drin, dazu anständig viel Solarstrom auf dem Dach. So, dass ich mir gerade im Sommer, wenn mein Kühlschrank viel Strom benötigt, keine Gedanken um dieses Thema machen muss. Auch das Überwintern in Portugal hat gut geklappt, auch wenn bei weniger gutem Wetter Stromsparen angesagt war. Gut kalkuliert ist halb gewonnen.

So habe ich in meinem Wohnmobilausbau 360Ah AGM Batterien verbaut.

Geladen werden meine 2x180Ah AGM-Batterien ausschließlich über die Solaranlage (260Ah), welche lediglich beim Überwintern im Süden etwas zu knapp bemessen ist. Denn durch das Trennrelais kommt dank eines Planungsfehlers leider überhaupt kein Strom rein, aber es gibt ja noch die Option über Landstrom wenigstens einmal monatlich meine Batterien richtig vollzuladen. Ja ich weiß, man könnte/sollte dies auch öfters tun, wegen Sulfatisierung und so, es muss aber reichen. Im Sommer reicht es ohnehin aus, auch um den Kühlschrank (220V) zu betreiben.

Blei ist ein SCHWERmetall. Achtung, Spoiler: Bleibatterien sind schwer.

Qualitätsunterschiede bei Blei sowie AGM Batterien lassen sich an deren Gewicht ausmachen. Denn umso mehr Bleiblatten verbaut sind, desto schwerer sind diese. Da kann der Gewichtsunterschied bei einer 100Ah Gelbatterie durchaus 5 Kilo betragen. Eine möglichst schwere Bleibatterie im Wohnmobil, welches ohnehin schon chronisch überladen ist, verbauen? Zumindest bei höheren Batteriekapazitäten sollte dieses Vorhaben vorher durchgerechnet werden. Eine LiFePo als Wohnmobilbatterie bringt über 50% Gewichtseinsparung mit.

Beispiel: Blei vs. Lithium in Kilos
  1. 300Ah Bleibatterie: ca. 100kg vs. 160Ah Lithium: 35kg
  2. Einsparung durch 1/3 weniger Solarstrom auf dem Dach: 10kg
  3. Gesamt-Gewichteinsparung: ca. 65-75kg

Ein aktuelles Praxisbeispiel: AGM raus, LiPo rein

  • 2x Exide AGM Batterien, 240Ah: je 72 kg
  • 2x Victron Energy LifePo4, als neue Wohnmobilbatterie mit 200Ah: 42 kg

Das heißt: mit dem Austausch wurde seine Batteriekapazität faktisch verdoppelt (in Lithium Batterien von Victron Energy ist mehr drin als draufsteht, aus einer 200Ah Batterie können schonmal 240Ah entnommen werden), das Batteriegewicht ist um 60kg gesunken.

Lebensdauervergleich: Nutzbare Batteriekapazitäten

Es ist nicht so, dass eine Batterie „plötzlich“ kaputt geht. Vielmehr kannst du dir deren Lebensdauer vorstellen, vergleichbar mit der von Autoreifen: Umso mehr Kilometer du drauf fährst, desto größer deren Abnutzung. Fährst du viele Kilometer im Jahr, wird er nur wenige Jahre halten bevor ein Satz neuer Reifen fällig wird. Fährst das Auto nicht allzu oft, behandelst du deine Reifen schonend, verlängert sich deren Lebensdauer.

Ebenso verhält es sich mit deiner Wohnmobilbatterie. Einen „heißen Reifen fahren“ heißt hier, die Bordbatterie nicht besonders gut zu behandeln: öfters eine Tiefenentladung, dafür zu selten eine Vollladung (zumindest Gelbatterien betreffend). Häufige Zyklen verringern die Lebensdauer. Wie sehr, ist batterieabhängig. Bei Gelbatterien ist nach bereits einem Jahr ein Kapazitätsverlust von bis zu 20% möglich. Bei gleicher Nutzungintensität verlieren Lithiumbatterien gerade einmal 2% an ihrer Kapazität. Folgerichtig ergibt sich hier eine deutlich längere Lebensdauer. Angegeben wird diese immer in Zyklen, womit der Nutzungsintensität Rechnung getragen wird. Bei Gel, AGM sowie LiPo gilt: umso geringer die Entladung, desto höher ist die Lebensdauer = Zyklenanzahl.

Egal welcher Batterietyp, optimal für die Batterielebensdauer ist eine maximale Entladung von 50%. Bei Gel / AGM bedeutet dies: im Idealfall wird deine Batterie auf 100% aufgeladen, dann auf max. 50% entladen. Dann wird bei zyklenfesten AGM-Batterien beispielsweise eine Lebensdauer von 750 Zyklen prognostiziert, wobei Herstellerangaben hier durchaus variieren. Bei Lithium Aufbaubatterien bewegt sich die Optimalkurve zwischen 80% und 30% Ladestand. Hier wären dann 5.000 Zyklen anvisiert.

Nehmen wir an, du lebst das ganze Jahr über im Wohnmobil – der Einfachheit halber. Dann hat eine Gel-Batterie eine Lebensdauer von ca. 2 Jahren (750 Zyklen : 365 Tage = 2,1 Jahre). Und eine Lithium als Versorgungsbatterie hält theoretische 13 Jahre (5.000 Zyklen : 365 Tage = 13,7 Jahre)

Nicht mit einkalkuliert ist der Faktor X, man könnte es auch als „menschliches Versagen“ bezeichnen. Umstände sowie Handhabungsfehler, welche Einfluss auf die Lebensdauer einer Batterie Einfluss nehmen – im negativen Sinne.

Werden Gel-Batterien nicht regelmäßig voll geladen, so dass sie desulfatisieren können, verlieren sie schneller an Kapazität. Ebenso, wenn sie (öfters mal) zu tief entladen werden. Das Installatieren einer entsprechenden Batterieüberwachung hilft, dieses Risiko zu vermindern. Bei der Lithiumbatterie ist es ohnehin geringer, das obligatorisch mitinstallierte BMS (Batteriemanagementsystem) schaltet bei einer zu geringen Batteriespannung alle Verbraucher ab, um Schaden an den Batterien zu verhindern.

Wieviele Zyklen überleben Gel, AGM & Lithium Batterien?

Gel: 50% sind OK, 30% wären besser.

  • 30% = 1800 Zyklen (von 100% auf 70%)
  • 50% = 750 Zyklen (100% > 50%)
  • 70% = 550 Zyklen (100% > 30%)

AGM: bissle weniger als Gel

  • 30% = 1500 Zyklen (100% > 70%)
  • 50% = 600 Zyklen (100% > 50%)
  • 70% = 450 Zyklen (100% > 30%)

Lithium: 50% sind optimal, mehr ist kein Problem …

  • 50% = 5000 Zyklen (z.B. von 80% auf 30%)
  • 70% = 3000 Zyklen (z.B. 90% > 20%)
  • 100% = 1000 Zyklen (100% > 0%)

Lithiumbatterine öfters auf 0% entladen ist weniger empfehlenswert, dies geht auf ihre Lebensdauer. Direkt geschädigt wird dieser Batterietyp jedoch nicht, vorher schält sich das BMS ein und alle Verbraucher weg – solange, bis wieder ausreichend Strom in der Lithium Batterie drin ist. Im Idealfall pendelt man zwischen 20% und 80%. Im Vergleich zur Gelbatterie benötigt eine Lithium Batterie keine 100% Vollladung, sie mag sie auch nicht besonderes. Alle 2-4 Wochen die LiPo vollladen ist vollkommend ausreichend.

Ebenso wenig mögen LiFePo-Batterie eine vollständige Entladung über einen längeren Zeitraum. Wenn dein Wohnmobil also über Winter irgendwo abgestellt ist, muss diese Wohnmobilbatterie an kein Ladegerät, jedoch müssen alle Verbraucher inklusive dem BMS abgeschaltet werden (Tipp: Natoknochen (Batterietrennschalter) einbauen).

Für große Bleibatterien im Wohnmobil: Temperaturfühler

Wohnmobilbatterie agm 200ah

Gerade für größere Bleibatterien (vom Typ AGM / Gel / nass) ist ein Temperaturfühler wichtig. Zum Tragen kommt dieser im Sommer, und/oder wenn Wohnmobilbatterien mit hohen Strömen geladen werden. Denn die Batterie werden dann warm, was die Voltangabe quasi verfälscht. Regelt dein Ladegerät nicht herunter, können Batterien überladen werden.

Beispiel: an der Versorgungsbatterie haben wir eine Temperatur von 35 Grad. Gemäß des Ausgleichs sollten Ladegerät/-regler jetzt nicht mehr mit 14,6V laden, sondern auf 14,3V runterregeln. Denn wenn die Spannung jetzt bei 14,6V bleibt, dann entspräche dies einer Ladespannung von 14,9V bei Normaltemperatur. Das gleiche Prinzip gilt für kalte Temperaturen: hier sollte die Ladespannung entsprechend höher sein.

Wenn du deine Batterie ausschließlich mit solar lädst, den Solarladeregler direkt bei deinen Batterien verbaut hast (wie ich J), wird kein Temperaturfühler benötigt – sofern dein Soladeregler einen internen Fühler hat.

Vergleich: Anschaffungskosten für Blei, AGM, Lithium

Die Faustregel besagt, es braucht bei Lithium etwa 50% an Kapazität im Vergleich zu Bleibatterien. So habe ich bei Gel, AGM und Nassbatterien 180Ah genommen, da dies gängige Batteriegrößen sind. Es gibt jedoch keine 180Ah LiFePo, weshalb ich die 160Ah hergenommen habe.

  • Gel billigst, 2x 180Ah, 430€
  • Gel hochwertiger, 2x 180Ah, 750€
  • AGM billigst, 2x 180Ah, 450€
  • AGM hochwertiger, 2x 180Ah, 800€
  • Lithium Eigenbau 160Ah (inkl. BMS), 1700€
  • Lithium von Victron Energy 160Ah (inkl. BMS), 2350€
  • Blei-Säure billigst 2x180Ah, 400€ (von Exide, nichts wesentlich billigeres vom Billiganbieter gefunden)

Geld sparen und Lithium Batterie fürs Wohnmobil selber zusammen bauen?

Es gibt sie, Lithium Bausätze. Mit etwas elektronischem Talent und Equipment kannst du dir selber eine zusammenbauen, dabeisicherlich ein paar Euros sparen.

Allerdings gibt es Nachteile. Das BMS muss in deine Wohnmobilelektrik integriert werden. Ladegeräte müssen von Verbrauchern getrennt werden. Bei den fertigen LiFePo Lithiumbatterien (von Victron Energy zumindest) hast du ein BMS (BMS 12-200), welches sowohl Ladegeräte wie auch Verbraucher über einen einzigen Anschluss bidirektional steuern kann.

Nebenbei stellt sich die Frage, ob eine Eigenbau Lipo überhaupt eine E Kennzeichnung hat ??

E-Kennzeichen (e-mark): Dieses Kennzeichen sagt aus, dass das Gerät zu Land und zu Wasser in Fahrzeugen betrieben werden darf.

Mein Hauptgrund jedoch, warum ich mich mit diesem Thema nicht wirklich näher befasse: erstens ist die Kostenersparnis gar nicht so wahnsinnig groß. Zweitens: wenn das Wohnmobil abfackelt, die selbst zusammengebastelte Womo-Batterie als Brandursache in Frage kommt, da schenkt sich deine Versicherung aber erstmal noch ‘nen Prosecco ein bevor sie dich auslacht …

Und überhaupt: In so einer Batterie fließen grundsätzlich recht hohe Ströme. Da ist bei mir als Laie ein Punkt erreicht, wo ich sage: da bastele ich lieber nicht dran rum. Selbst bei meinen AGM-Batterien habe ich auf vorkonfektionierte Kabel etc. gesetzt.

Theoretische Wirtschaftlichkeitsrechnung

Anschaffung: Sehr günstige AGM-Batterie mit 2x 160Ah Kapazität + Lithium-Batterie mit 160Ah Kapazität (inkl. BMS). Jeweils gekoppelt mit einer Solaranlage (billige Chinamodule, besserer MPPT-Laderegler)

AGM 2x160Ah (billigst)Lithium 1x160Ah (Victron Energy)
Anschaffungspreis Batterien (bei LiPo inkl. BMS)400 €2350 €
Solarmodule (Chinamodule inkl. MPPT Laderegler, Kabel, Spoiler)4×100 W = 950 €3x100W = 800 €
Investition (Materialkosten)1350 €3150 €
Zyklen, bei guter Pflege, 50% Entladung7505000

Bei Lithium wird zirka 1/3 weniger an Solarleistung benötigt als bei Gel / AGM. Nicht mit einberechnet habe ich Spielereien wie Batteriecomputer und fahrzeugspezifische Sachen wie extralange Kabel etc.

Kosten pro Zyklus (nur Batterie):

  • AGM: 400 € : 750 Zyklen = 0,53€ pro Zyklus
  • LiPo: 2350 € : 5000 Zyklen = 0,47€ pro Zyklus

2.1 Kosten für Womobewohner (ganzjährig im Wohnmobil lebende Menschen)

  • AGM hält kalkulierte 2,1 Jahre, kostet 263€* pro Jahr
  • LiPo hält kalkulierte 13,7 Jahre, kostet 230€ pro Jahr

2.2 Kosten für Durchschnittsnutzer (im Womo Urlaubender, für insg. 3 Monate / Jahr)

  • AGM hält kalkulierte 8,2 Jahre, kostet 121€* pro Jahr
  • LiPo hält kalkulierte 54,8 Jahre, kostet 57€ pro Jahr (Hahaha)
  • Weil 54 Jahre recht „theoretisch“ sind: auf 8,2 Jahre bezogen kostet die LiFePo-Variante 349€ im Jahr.

* = Lebensdauer der Solaranlage auf 13 Jahre angesetzt, Kosten hierfür entsprechend berücksichtigt / gemindert.

Was lesen wir aus diesen Zahlen? Was ich bereits oben sagte: Für Intensivnutzer rechnet es sich, bei der Versogungsbatterie auf Lithium zu setzen. Durchschnittsnutzer hingegen zahlen eher drauf. Inwiefern Wirtschaftlichkeit und Komfort in die Entscheidung mit einfließen, dies muss jeder selbst wissen.

Ganz klar, alle Berechnungen sind sehr theoretisch – es geht hier lediglich um einen standardisierten Vergleich, für ein Standardwohnmobil, für Standardwohnmobilbewohner usw. Wo gibt’s sowas schon 😉

Mehr Lithium, weniger Solarpower: Energienutzungsgrad 90%.

Der Energienutzungsgrad beträgt bei Gel-Säure-Batterien höchstens 80%, meist ist er noch niedriger. Gerade wenn es um die letzten Prozente bis zur Voll-Ladung geht sinkt er auf vielleicht nur 50% ab. Ganz anders bei der LiFePo4 Batterie: da sind wir immer noch bei 90%. Heißt im Klartext: bei einer Lipo benötigst du weniger Solarmodule auf deinem Dach, bzw. weniger Fahrzeit bei Lichtmaschinenladung.

Gel vs. Lithium istgleich Tizon vs. Max – ein tierisches Gleichnis

kleine LiPo vs große Gelbatterie

kleine LiPo vs große Gelbatterie

Wir haben gelernt: Eine Gelbatterie lässt sich ersetzen durch eine Lithiumbatterie, welche nichtmal halb so viel wiegt. Nun stelle dir zwei Hunde vor, den einen nennen wir mal Tizon (30kg), den anderen Max (15kg).

Beide sind sie Knalltüten, der Energieoutput ist in etwa gleich: Spielen, rennen, andere Hunde anbellen, bei den Hobbies ist man sich einig. Der Input hingegen unterscheidet sich. So braucht Tizon etwas mehr Futter als Max. Ebenso benötigt eine Gelbatterie im Wohnmobil mehr Strom (z.B. durch Solarstrom) als eine LiPo-Batterie.

Der Platzbedarf von Tizon ist höher als dem Max seiner. Während Max sich öfters mal platzsparend einrollt liegt Tizon meist langgestreckt irgendwo im Weg rum, mitten im Wohnmobil. Dass die doppelte Batteriekapazität mindestens doppelt so viel Platz benötigt dürfte wohl klar sein.

Dann noch das mit der Lebensdauer. Ein großer Hund wird tendenziell kaum so alt werden wie ein kleiner, manche Rassen bringen es selten auf über 10 Jahre. Kaum eine Gelbatterie erreicht 10 Jahre (außer vielleicht, man benutzt sie kaum), LiPo’s hingegen können es durchaus packen – selbst bei täglicher Nutzung.

Man sieht, klein & wendig hat seine Vorteile – gerade im fahrbaren Zuhause. Wobei groß & sperrig auch nicht sooo schlecht sein muss. Wie es für jeden Menschen den passenden Hund gibt, findet sich auch für jedes Wohnmobil die passende Versorgungsbatterie. Tizon ist jetzt übrigens 11, immer noch voller Energie, manchmal steht er richtig unter Strom. Genauso gut kannst du mit einer Gelbatterie glücklich werden – wenn sie zu deinem Reise- und Verbrauchsverhalten passt.

Wohnmobilbatterie (richtig) laden

Wohnmobil Batterie Monitor

Bisher haben wir uns primär mit dem Verbrauchen von Strom befasst. Das Laden ist natürlich ebenso wichtig, denn irgendwie müssen ja genügend (!!) Strömlinge in deine Batterie marschieren, damit sie wieder verbraucht werden können. Nehmen wir uns also verschiedene Möglichkeiten vor, immer bezogen auf die Batterieart:

  1. Solaranlage: viel hilft viel – wiegt aber auch dementsprechend, und dank tausend Dachluken ist auch oftmals kein Platz für viel Solarstrom auf dem Wohnmobil. Deine Solaranlage sollte so kalkuliert sein, dass eingebaute Batterien (Gel oder AGM) bei Sonnenschein bis Mittag voll sind. Dann können sie am Nachmittag noch die Absorptionsladung absolvieren. Bei Lithiumbatterien lautet die Faustregel: die verbauten Solarmodule sollten dem täglichen Bedarf entsprechen. Bei einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie benötigst du etwa 1/3 weniger an Solarmodulen auf dem Wohnmobil als bei Gelbatterien.
  2. Batterieladegerät: 220V vom Landstrom – abhängig davon, wie hoch dieser abgesichert ist und was das Ladegerät kann lässt sich deine Wohnmobil-Batterie mehr oder weniger schnell wieder aufladen. Aber, es gibt ein aber. Gelbatterien sollten mit max. 10%, AGM-Batterien mit max. 20% ihrer Gesamtkapazität aufgeladen werden. Nur sehr kurzfistig vertragen sie mehr. Ist der Ladestrom bei diesen Batteritypen zu hoch, sind sie auch schneller verwirrt – und werden nicht voll, weil sie meinen sie wären schon voll, sind es aber nicht. Lithium hingegen verträgt mehr an Ladestrom, empfohlen wird 50%. Hier kannst du eine 200Ah Batterie mit 100A laden – und zwar bis sie wirklich proppevoll ist. Eine 200Ah Gelbatterie also benötigt von 50% Ladezustand bis 100% mindestens 10-12 Stunden an Ladezeit – und auch die regelmäßig benötigte Absportionsladezeit kostet nochmals Energie + Zeit. Eine 200Ah Lithiumbatterie ist nach 1 Stunde von 50% auf 100% aufgeladen.
  3. Lichtmaschine: In jedem Wohnmobil ist ein Trennrelais verbaut um verbaute Versorgungsbatterien während der Fahrt aufzuladen. Viel Leistung bringt diese Standardlösung jedoch oftmals nicht. Denn bei vielen Fahrzeugen ist die Spannung der Lichtmaschine zu niedrig, der Ladestrom dank langer, dünner Kabel eher homöopatischer Natur. Abhilfe schaffen kann ein Ladebooster. Die Batterie während dem Fahren mit 45A laden, dies dürfte je nach Reiseverhalten bereits eine ausreichende Energiezufuhr für deine Wohnmobilbatterie darstellen. Wer täglich also 1-2 Stunden weiterfährt, der könnte sogar ganz ohne Landstrom und/oder Solarstrom auskommen. Wenn eine Lithiumbatterie verbaut ist noch eher als bei einer Gelbatterie.
  4. Moppel, Windrad, Fahrraddynamo, Miniheizkraftwerk … : Strömlinge in die Wohnmobilbatterie zu bekommen wird immer ein Thema sein. Ein Interessantes, gerade für den technikaffinen Bastler, welcher ungern Steckdosen anfahren möchte. Du stehst öfters mal in einer windigen Gegend? Einige Windräder auf Wohnmobilen habe ich bereits gesehen. Während solar naturgemäß nur tagsüber Strömlinge liefert, könnte so ein Windrad über Nacht durchlaufen – und gerade bei etwas schlechtem Wetter geht oftmals Wind, es scheint jedoch keine Sonne. Und überhaupt, was wird die technische Entwicklung noch Spannendes möglich machen? Lithium in Batterien im Wohnmobil sind relativ neu. Graphen könnte der nächste große Wurf werden, insbesondere bei der Solartechnik – oder aber was ganz anderes. Es bleibt spannend.

Schnelle Batteriefakten

GEL:

  • Ladekennlinie: 14,4V
  • Überwintern / Lagern: Vollladen, abklemmen, alle 1-2 Monate ein Ladegerät dran zur Erhaltungsladung
  • Ruhespannung erreicht nach ca. 5h
  • Maximal empfohlener Ladestrom: bis 10% der Batteriekapazität

AGM:

  • Ladekennlinie: 14,6V (Achtung, diese Ladespannung kann nicht jedes (ältere) Ladegerät)
  • Überwintern / Lagern: Vollladen, am besten ein Ladegerät dran zur Erhaltungsladung
  • Ruhespannung erreicht nach ca. 5h
  • Maximal empfohlener Ladestrom: bis 20% der Batteriekapazität (ab 10% wird ein Temperaturfühler wärmstens empfohlen)

LITHIUM:

  • Ladekennlinie: 14-15V
  • Überwintern / lagern: 50% voll, von allen Verbrauchern und vom BMS trennen!
  • Ruhespannung erreicht nach 24h
  • Maximal empfohlener Ladestrom: max. 50% der Batteriekapazität. Kein Temperaturfühler erforderlich.

Welche Bordbatterie soll ich nun kaufen?

  • Wenn Geld keine allzu große Rolle spielt, du einen Großteil des Jahres in deinem Wohnmobil wohnst, und/oder für die nächsten 10 Jahre deine Ruhe beim Thema Strom haben möchtest: Lithium
  • Wenn dein Budget überschaubar ist, dein Reise- und Verbrauchsverhalten keine teure Aufbaubatterie verlangt: Gel / AGM. Für das schmale Budget: Suche bei Google UND bei Ebay nach günstigen Noname-Angeboten! Für eine bessere Qualität sind Marken wie Exide oder Victron Energy empfehlenswert.
  • Immer, auch wenn es doch eine Nassbatterie werden soll: Wohnmobilbatterien sollten immerfest verschlossen, zyklenfest und wartungsfrei sein.

Vorteile LiFePo:

  • Wirtschaftlicher bei „intensiver“ Wohnmobilbenutzung
  • Deutlich längere Lebensdauer im Vergleich zu AGM / Gel Batterien
  • Weniger anfällig für Handhabungsfehler (Tiefenentladung, Sulfatisierung)
  • Schnellere Aufladung: verträgt deutlich höhere Ladestrome (Lichtmaschine, Landstrom)
  • Höherer Energienutzungsgrad: benötigt weniger Solarpower, lädt auch in (fast) vollem Zustand zügig ganz voll.

Vorteile AGM / Gel:

  • Niedrigerer Anschaffungspreis
  • Wirtschaftlicher bei „durchschnittlicher“ Wohnmobilbenutzung
  • Standardtechnik – kann von jedem Wohnmobilbetrieb, ggf. auch selbst verbaut/getauscht werden

Hier noch ein Punkt, welcher pro Lithium als Versorgerbatterie spricht: selbst bei mutwilliger, extremer Überladung (was im Realbetrieb überhaupt nicht möglich ist), kein Feuer, keine Explosion, nur Rauch:

2 große oder 1 kleine Aufbaubatterie im Wohnmobil verbauen?

Noch so ein Thema unter diskussionfreudigen, technikaffinen Wohnmobilisten.

Dabei ist es eigentlich egal … Denn mehrere Batterien laufen als eine Einheit. Meist fallen sie auch zusammen aus – und sollte mal eine Batterie früher aussteigen, müssten trotzdem beide getauscht werden, weil: Batterien immer 1. gleicher Bauart, 2. gleich groß, 3. gleich neu sein. Die Idee, jetzt eine kleine Versorgungsbatterie einzubauen und später eine weitere kleine Batterie nachzurüsten, geht leider nicht auf. Zumindest Bleibatterien betreffend, LiFePo4-Batterien sind da flexibler erweiterbar.

Stromversorgung im Wohnmobil: was ist in 5-15 Jahren alles möglich?

Autohersteller fangen an, Batterienfabriken zu bauen – um Lithiumbatterien in großem Stile zu produzieren. Eine interessante Entwicklung, auch in Bezug auf die Versorgungsbatterie im Wohnmobil. Wird sie günstiger werden, wird mehr Wettbewerb entstehen, wird das Alkalimetall Lithium in großem Stile abgebaut, somit besser verfügbar, billiger? Gerade Akkus sind ein heißes Thema, weltweit. Es wird geforscht und entwickelt, Milliarden werden investiert – eigentlich geht es um Stromspeicherung für Elektroautos und Erneuerbare Energien im großen Stil, doch können Wohnmobile davon profitieren. Energieeffizienz, Energierückgewinnung, Stromerzeugung und Speicherung – betrachten wir die Entwicklung der vergangenen 15 Jahre darf man gespannt sein, was noch alles kommen wird.

Das autarke Wohnmobil ist bereits jetzt keine Zukunftsvision mehr – aber auch kein Schnäppchen. Viel Solarstrom plus viel Lithiumbatterie plus Heizen mit dem Holzofen – eine gasunabhängige Energieversorgung für das Leben im Wohnmobil ist bereits heute machbar. Gut, fossile Brennstoffe werden so schnell nicht passé sein. Das mit Solarstrom fahrende Wohnmobil ist noch Zukunftsvision. Aber, abwarten, kommt noch.

Weiterführende Links:

  1. Hochwertige AGM + Gel, Lithiumbatterien: http://www.amumot-shop.de/Batterien/
  2. Ratgeberartikel auf crosli: Solaranlage für’s Wohnmobil – selber planen & einbauen
  3. Lithium-Eisenphosphat auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator
  4. Klein, aber oho: mobile Solaranlage, tragbare Lithium-Batterie: https://www.crosli.de/mobile-solaranlage-fuer-wohnmobil-faltbares-solarmodul-lithiumbatterie/

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