Spanien

Mit dem Camper durch Spanien

Spanien: Anlaufschwierigkeiten

Manche Länder machen es einem schwer, sich in sie zu verlieben - und in meinem Fall gehört Spanien sicherlich dazu. Schlechtes Wetter, schlechte Tapas, viel Müll - manchmal hat man einfach Pech. Und meist lohnt es sich, dem Land noch eine zweite (oder dritte) Chance zu geben.

Spanien von der Sonnenseite

Meine Lösung: das Spanien abseits der Mittelmeerküste. Und schon wird der Müll weniger, die Küche einheimischer, die Menschen sind entspannter, die Küche wird lokaler. Abwechslungsreiche Landschaften (mit vielen Bergen), Lost Places und schnuckelige Dörfer laden dazu ein, das echte Spanien mit dem Wohnmobil zu entdecken.

Spanien Reiseblog

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Mit dem Wohnmobil in Spanien überwintern

Beginnen wir mit der Möglichkeit, den Winter in Spanien zu verbringen. Das geht mit dem Wohnmobil ganz gut, was viele tausende Wohnmobilreisende bestätigen können. Insbesondere an der Mittelmeerküste ist es recht mild, und gerade die andalusische Sonne ist auch im Winter sehr wärmend. Sicherlich kann es auch hier mal zu Regen kommen. Und wenn es regnet, dann gerne auch gleich sintflutartig. Aber die Sonnenstunden sind normalerweise in der Überzahl, und T-Shirt-Wetter ist an der Tagesordnung.

Warm ist es an der Küste. Denn im spanischen Inland ist es meist recht bergig, und ein paar hundert Höhenmeter mehr, das merkt man direkt. Die Mittelmeerküste ist milder als die Atlantikküste, aber auch dort hat man normalerweise gutes Wetter, wenn auch mit etwas mehr Wind. Also eher vergleichbar mit der Algarve. Spaniens Atlantikküste im Norden ist freilich eine ganz andere Geschichte. Asturien und Galicien empfehlen sich eher für den Sommer.

Einmal quer durch Spanien

Wir erkunden immer wieder neue Ecken in Spanien, meist auf einer ausgedehnten Durchreise, auf unserem Weg nach Marokko oder Portugal. Einmal geht es die Mittelmeerküste runter, ein andermal über die Pyrenäen und durch die Extremadura. Mir persönlich gefällt die Mittelmeerküste nicht so sehr. Viele Strände sind aus Kies, wenn man keine Laster voller Sand an den Strand gekippt hat um einen Sandstrand zu bauen. Große Teile der Küste sind zugebaut, mancherorts sind die Bettenburgen durchaus sehr präsent. Gerade in Andalusien, wo es viele Überwinterer hinzieht, kommt ein anderes Übel hinzu: superintensive Landwirtschaft. Die Paprika und Tomaten, die ganz Europa im Supermarktregal liegen hat, kommen von hierher und werden unter Plastikfolie angebaut. Gerade in der Ecke um Almerie erstrecken sich die Plastikplantagen auf viele Kilometer. Es ist immer wieder schlimm zu sehen, was der Mensch anrichten kann. Superintensive Landwirtschaft in einer wasserarmen Region gehört definitiv dazu.

In Spanien ist es ähnlich wie in Frankreich oder Portugal: überall gibt es Naturparks, die einen Besuch wert sind! Mit dem Wohnmobil frei stehen, das geht zwar oftmals nicht, aber dafür kann man hier was erleben. Eine eindrucksvolle Natur, historische Dörfer und Bauwerke, eine eindrucksvolle Tierwelt.

Mit dem Wohnmobil in Spanien freistehen

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob das Freistehen in Spanien landesweit verboten ist, ich denke jedoch nicht. In der Praxis ist das ohnehin regional geregelt. Und wie auch in allen anderen Ländern Europas gilt das Prinzip, dass es da noch möglich ist, wo noch nicht so viele Wohnmobile zu finden sind. An der Mittelmeerküste geht es vielerorts nicht mehr. Das wundert auch kaum, sieht man das Verhalten der Camper. Am Strandparkplatz werden Wagenburgen gebaut, und sowas wie Dauercamping praktiziert. Eindrucksvoll finde ich auch immer wieder die Camper, die hart im Nehmen sind: Direkt an der Nationalstraße sitzen sie auf ihren Stühlen neben dem Wohnmobil und lauschen nicht dem Wellenrauschen, sondern dem Verkehrsrauschen. Ich kann dem eher weniger abgewinnen.

Im Laufe der Jahre finden wir gut heraus, wo man stehen kann und wo nicht. So halten wir uns in Spanien gerne an Wanderparkplätzen, und an aufgegebene Bauprojekte. In Spanien gibt es von Letzteren erstaunlich viele. Sie haben Straßen gebaut, Straßenlaternen und Kanalisation installiert, vielleicht sogar einen Kinderspielplatz errichtet und Bäume gepflanzt. Und dann kam wohl eine Krise, und das Projekt hat sich im Sande verlaufen. Oder die Statiker haben sich verrechnet, und die Hälfte der angelegten Straßen sind einen Meter abgesackt. Da haben wir bereits einiges gesehen. Manche dieser Möchtegern-Wohngebiete sind den Vandalen zum Opfer gefallen, andere funktionieren für uns ganz gut als Übernachtungsplatz.

An der Küste ist das Freistehen auch in Spanien nicht mehr so dolle, insbesondere nicht am Mittelmeer. Wer sich gut auskennt, findet noch den einen oder anderen Strand. Legendäre Strände wie die Schlangenbucht, die Ziegenwiese oder die Schweinewiese werden (immer wieder mal) geschlossen. Die einen gehen wieder, auf anderen entsteht ein offizieller Stellplatz, wieder andere bekommen ein Schild mit Strafandrohung in vierstelliger Höhe, es ist alles mit dabei.

Doch solche Plätze gehören ohnehin nicht zu unseren Favoriten. Ist ja mal ganz nett, aber eigentlich zieht es uns dahin, wo es schön ist. An einen schönen Stausee oder Strandabschnitt, in die Berge oder in die Stadt oder ein Dorf, das es wert ist, mit der Kamera erforscht zu werden.

Wir werden sehen, wo uns die nächste Spanientour hinführt. Es gibt noch einige Ecken, die wir mit dem Wohnmobil (nochmals) erkunden möchten. Meine Favoriten bisher: Die Picos de Europa in Asturien, und die Tabernas-Halbwüste. Und die Strände in Galicien.