Wir erinnern uns: Am Ende von der Wintertour Teil 2 stehen wir nahe dem andalusischen Aznalcóllar an einem Stauseeufer. Dort halten wir es auch noch ein paar Tage aus, entschließen uns dann aber doch leichten Herzens, weiter zu ziehen.


Tage am andalusischen Stausee

Am See ist kaum ein Mensch. Vereinzelt verirrt sich ein Camper hierher, aber ist es hier doch so weitläufig, dass sie auf ein paar hundert Meter Abstand bleiben. Der Ziegenhirte ebenso, man hört ihn nur aus der Ferne nach seinen Ziegen plärren.

Anders am Wochenende. Spanische Familien packen Oma, Hund, Motorboot und Angel ein, fahren mit Sack und Pack an den See und … bleiben. Das gehört zu den nationalen Eigenheiten, die nach so langer Zeit in Portugal ungewohnt erscheint. In Portugal geht ein Familienpicknick maximal zwei Stunden, inklusive dem Aus- und Wiedereinpacken des halben Haushalts. Kaum guckst du einmal weg, sind sie schon wieder verschwunden. Die Spanier aber halten es den ganzen Tag am See aus. Zeit für mich, einige Studien anzustellen.

Familia Numero Uno hat ungefähr sechs Kinder von zwei Schwestern, Oma und Opa und einen Mann. Und einen Hund. Die drei Söhne heißen Pueblo, Jose und Carlos. Wie die Töchter heißen weiß ich nicht, nach denen mussten die Mütter nie brüllen. Der Fußball heißt Pelota, und der kann schwimmen. Ziemlich flott sogar, in wenigen Minuten ist er auf den See hinaus getrieben. Ein Kajakfahrer vom Nachbarsstrand hat ihn gerettet, was mit einem begeisterten „Bravo, Gracias“ etc. pp lautstark kommentiert wurde. Ich möchte nicht wissen wie groß die Begeisterung ist, trifft der Ball mal ein Tor.

Zwischendurch machen wir mal Pause von dem ganzen Geschnatter und fahren mit dem Motorkamel in den Ort, was essen. Ein paar Tapas, serviert auf der Terrasse, so lass ich mir das gefallen.

Und ja, wir haben die Temperaturen, dass man sich einen Eisbecher gönnen kann.

Der Ort selbst ein ein Bergbaustädtchen, daher vielleicht nicht typisch spanisch? Doch, wie ich finde schon. Denn auch hier wohnen sie wirklich eng an eng, zwischen die Häuser passt kaum ein Baum, lediglich auf dem Dorfplatz ist es etwas grün und kunstvoll angerichtet. Kein Wunder, dass die Leute am Wochenende lieber am See sind.

Ach ja, woran erkennt man übrigens, dass man in Spanien und nicht mehr in Portugal ist? Im spanischen Supermarkt fährt die Trethupe im Kleidchen im Einkaufswagen durch den Supermarkt und wird an der Kasse genauso getutsitutsiet wie das Baby im Kinderwagen. Und der Supermarkt mag so groß sein wie er will, die Kassiererin am einen Ende unterhält sich munter mit der Kollegin von der Fleischtheke am anderen Ende. Für die Spanier vermutlich in normaler Lautstärke, der Portugiese würde zusammen zucken. Ich find’s ganz lustig, zeigt es doch, dass sie locker drauf sind.

Zurück zum See. Familie Numero Uno verschwindet wie alle anderen Familien auch Punkt 17 Uhr. Keine Ahnung, wohin die alle müssen, wahrscheinlich kommt Fußball im Fernsehen. Zwei Stunden später geht weiter entfernt am Seeufer die Musik an, ein paar junge Leute machen Party. Also ich kann ja viel verstehen, und die meisten Retro Sachen find ich lustig. Aber Freunde, der Musikstil der 90er, vor allem die Popmusik damals, das war doch nichts! Ich weiß das, ich war da Teenager, und musst voll auf Punkmusik setzen, denn die Popmusik war einfach zum Fürchten. Aber gut, scheinbar ist heute Retro-Abend, und immerhin haben sie sich auch den 70ern gewidmet, die waren ja schon wieder besser.

Sonntag, Familia Numero Dos. Zwei Familien, dem Motorboot und Auto Geschmack nach zwei Brüder mit Anhang. Dazu zwei Mütter, eine Handvoll Kinder, und der Familienhund. Finde ich übrigens schön, dass hier alle Familien einen Hund mit dabei haben. Denke, dass Hunde, die beim Sonntagsausflug mit dabei sein dürfen, den Rest der Woche nicht an der Kette leben. Und davon gibt es hier in Spanien ja einige … Heute weiß ich nicht, wie die Kinder heißen, und die Mütter werfen meine Theorie von gestern übern Haufen, dass es die Frauen sind, die plappern wie ein Maschinengewehr. Denn heute ist es der eine Familienvater. Der redet aber auch so viel und so laut, den würde ich mit dem Boot wieder auf den See schicken.

Sevilla, erster Akt: die Werkstatt mit dem teuren Stern

Noch am Sonntagnachmittag ziehen wir weiter. Das Internet ist schlecht, das spanische Geschnatter anhaltend, und so fällt uns ein, dass man doch den Sonntagabend nutzen könnte um entspannt durch Sevilla zufahren.

Wenn wir in die Stadt fahren, dann wird nicht gekocht, sondern außerhalb gegessen. Die Ansprüche sind dabei manchmal überschaubar, Hauptsache es macht satt und ich muss nicht kochen. So landen wir heute bei einem Burger King. Auf dem Weg dorthin sehen wir interessante Dinge: an einem Straßenrand stehen zwei Dutzend aufgebrochene und zerfledderte Autos. Ein paar Straßen weiter machen Dutzende Familien Picknick auf einer Wiese. Klar, schaut man sich die Wohnweise der Spanier an, macht das auch Sinn. Die Spanier bauen gerne kompakt. Irgendjemand baut mal ein paar Straßen im Rechteck, und dann wird der Platz zwischen den Straßen möglichst effektiv verbaut. So was wie luftige, grünere Vororte sehen wir kaum. Wenn ich mir jetzt überlege, wie die Spanier den ganzen Tag und vor allem abends am Schnattern sind, und dann auch noch so eng zusammen wohnen, also da würde ich am Wochenende auch raus ins Grüne wollen.

Zurück zum Burger King. Es war so enttäuschend wie immer, aber das Eis war gut. Fanta Lemon und Softeis mit Nutella kann ich empfehlen. Die Matschepommes sollten wir nächstes Mal unbedingt auslassen. Nach dem Essen fahren wir weiter, zu unserem werkstattnahen Übernachtungsplatz. Ein Industriegebiet, das erst noch eines werden möchte. Die Straßen sind gebaut, und wenn sich hier mal ein paar Firmen ansiedeln wollen braucht es nur ein paar neue Gullideckel, Straßenlaternen, Stromkästen und einmal mit dem Bulldozer den ganzen Müll wegräumen, das wäre vielleicht auch eine gute Idee. Der Platz ist also so richtig Scheiße, auch weil die benachbarte Firma lärmt. Und am Abend irgendso ein mysteriöses Auto mehrmals langsam an uns vorbei fährt, auch mal anhält und hupt. Entweder ist er neugierig oder er will uns illegale Sachen verkaufen. Heute schlafen wir definitiv bei abgeschlossener Türe.

Wir sprechen also bei der Lkw Werkstatt vor, die vornehmlich Mercedesse drinnen stehen hat. Sie sollen mal wegen dem komischen Geräusch gucken, ob das Radlager Spiel hat, irgend sowas. Ich habe davon ja weniger als wenig Ahnung und weiß nur, dass wir hier sind, weil man so ein Spezialwerkzeug braucht.

Andre turnt also ein bisschen mit dem Mechaniker und dem Werkstattchef um die Vorderachse rum. Zwei Drittel der Zeit jedoch sind sie verschwunden, vermutlich suchen sie Werkzeug oder machen gerade Mittagspause. Man weiß es nicht. Nach drei Stunden sind wir wieder draußen, und auch wenn sie nur eine Stunde gearbeitet haben, dürfen wir drei Stunden bezahlen. Um so eine verdammte Mutter anzuziehen.

Gut, der erste halbe Tag ist am Allerwertesten, schauen wir mal nach der zweiten Hälfte. Wir entscheiden uns für einen Wohnmobilstellplatz direkt am Fluss, denn in der spanischen Großstadt stehen wir gerne hinter einem Zaun. Naja, mehr oder weniger gerne.

Der Platz ist schon wirklich übel. Aus dem Zaun kommt man nicht raus, um die Hunde kurz mal ins Grüne zu lassen. An einem Ende des Platzes verladen sie Autos auf Autotransporter. Hinter dem anderen Ende des Platzes ist der Hafen, wo ein Kran stundenlang Metallschrott auf ein Schiff verlädt. Geile Sache.

Wir haben jetzt aber erstmal Hunger, lassen die Köters im Laster und gehen in die Stadt. Es ist ein längerer Weg, und wieder wir ersichtlich: Wo sich ein Busch findet, findet sich auch Plastikmüll. Und das quasi mitten in der Stadt.

Offenbar ist es selbst in Sevilla um sechs Uhr nachmittags schlichtweg unmöglich etwas zu futtern zu bekommen. Wir latschen von einem Restaurant zum nächsten. Alle haben sie zu, oder die Küche hat noch zu. Irgendwann ist es mir schnuppe, mein Magen tut schon weh vor Hunger, und wir landen bei Burger King. Ja, ich weiß. Und dann auch noch am Valentinstag. Wir gönnen uns Luxusburger und noch ein Eis für die Seele. Ich hatte zu wenig und zurück am Wohnmobil habe ich Hunger. Andre hatte zu viel und ihm ist übel. Ein rundum erfolgreicher Tag also.


Sevilla, Sightseeing: ganz alte Steine

Der Tag beginnt etwas unausgeschlafen, denn der Kran hinter uns hat nach drei Stunden Nachtruhe wieder angefangen den Metallschrott in den Container zu füllen. Wir finden den Platz hier noch mehr kacke als gestern schon, und beschließen auf einen anderen Parkplatz umzuziehen. Der ist näher an der Altstadt dran, und ein paar andere Wohnmobile stehen da ja auch schon. Gesagt getan, und los geht es, heute ist Sightseeing angesagt.

Die Altstadt von Sevilla ist groß, und voll gepackt mit Sehenswürdigkeiten. Wir müssen uns also für eine Ecke und ein paar Highlights entscheiden. Erst einmal entscheiden wir uns dafür, ein Frühstück zu suchen. Das Hardrock Café sieht einladend und offen aus, doch ist die Bedienung unsichtbar und es hat nicht den Anschein, dass man hier wirklich ein Frühstück bekommt. Also drehen wir eine Runde durch das Etablissement, bewundern die Gitarren und Drumsticks in den Vitrinen und ziehen weiter.

Und landen in einem normalen Kaffe. Hier gibt es Kaffee, O-Saft und Croissant für 6€ die Nase. Kein Schnäppchen und eine kleine Portion, aber es war lecker und hat seinen Zweck erfüllt, der Magen knurrt nicht mehr. Beginnen wir also mit dem Sightseeing.

Auf dem Weg zu unserem Ziel sehen wir schon, die Pferdekutschen, die Touris durch die Stadt bringen. Die Pflasterwege sind von den Pferdehufen aufgescheuert, und auf dem großen Platz vor unserem ersten Ziel stehen sie zu Dutzenden in Reih und Glied, auf Kundschaft wartend. Auch wenn die Pferde hier gut aussehen, nicht so wie ihre Kollegen in Marrakesch, ich kann mich damit einfach nicht anfreunden.

Also gehen wir zu Fuß weiter.

Der Königspalast: Reales Alcázares de Sevilla

Das „Reales Alcázares de Sevilla“ ist ein Königspalast. Er wird bis heute von der Königsfamilie genutzt, wenn diese in Sevilla ist. Und zig Königsfamilien zuvor haben den Palast ausgebaut, umgebaut und erweitert. Vor allem maurische und gotische Einflüsse sind unverkennbar.

Es gibt verschiedene Bereiche, und jede Menge Kunst. Die Wände, Decken und Böden selbst sind Kunst, und an den kunstvollen Wänden hängt dann noch mehr Kunst.

Ein schönes Beispiel für „klotzen statt kleckern“ sind diese riesigen Wandteppiche.

Geht man näher ran, wird ersichlich: die sind tatsächlich gestickt. Und angesichts ihres Alters vermutlich von Hand.

Das eigentlich Beeindruckende ist aber die Kunst der Architektur, sie macht den Palast aus.

Hier eine sehr goldene Decke.

Dort ein Zimmer mit filigranem Mosaik an den Wänden.

Und überall immer wieder Azulejos, in allen möglichen Formen und Farben.

Der Palast besteht aus königlichen Gemächern, Kappellen, Konferenzräumen usw. Man kann sich die Infos dazu per Audioguide verschaffen. Das sind dann die Leute, die mit einem großen Vibrator am Ohr durch den Palast laufen. Wir haben uns das gespart und lesen ab und an die Infotfafeln.

Dann gibt es noch den Garten.

Und wenn ich nochmals im Frühling in die Ecke komme, dann geh ich hier nochmal rein, nur wegen den Gärten. Denn jetzt ist Winter, und es blüht nicht viel, das muss in zwei Monaten ganz anders aussehen.

Eines, was ich auch noch auf unserer Quinta Prazera machen möchte, haben sie hier: Hybrid-Zitrusbäume. Also Zitronen und Mandarinen an einem Baum.

Es gibt viele Brunnen und Brünnchen, und dazu ein paar Fische und Vögel. Die Goldfische sind echt groß, das gibt mir zu denken, wenn ich an die Populationsexplosion auf unserer Quinta denke.

Ansonsten laufen hier noch Enten und Pfaue rum. Die Touris sind sie gewohnt, und lassen sich kaum aus der Ruhe bringen.

Wenn Du übrigens einen Besuch von Alcazar planst, plane 2 Stunden ein. Damit du reinkommst, braucht es ein Ticket. Das kann man offline kaufen, und zwar hinterm Haus. Wenn die Warteschlange dort zu lange ist, kaufst es einfach online und drehst noch eine Runde. Denn die Warteschlange zum Einlass ist vorne, und die geht dann auch recht schnell. Wir haben das Ticket vor Ort gekauft, für ungefähr 13€, und es ging recht fix. Ich denke, dass der Andrang ein anderer ist, ist nicht gerade Winter und werktags. Und sie lassen auch immer nur 750 Leute gleichzeitig rein.

Die Kathedrale von Sevilla: Santa María de la Sede

Gleich neben dem Palast, also auf der anderen Seite des „Plaza del Triunfo“, gibt es dann noch eine sehr, sehr große Kirche. Auch die wollen ein paar Euros Eintritt, und auch die lohnen sich. Die Kathedrale von Sevilla heißt „Santa María de la Sede“, ist eine gotische Bischofskirche, die größte Kirche in Spanien und eine der größten der Welt, und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Begrüßung ist recht „speziell“:

Gotisch heißt, sie haben richtig viel Plattgold verarbeitet, getreu dem katholischen Innenarchitektur-Prinzip „viel hilft viel“.

Groß heißt, dass da locker ein paar Flugzeuge drin im Kreis fahren könnten.

Genauer gesagt gibt es Kapellen in den Seitenschiffen, die sind teilweise so groß wie andernorts ganze Kirchen.

Herzstück ist die Orgel. Die hat bestimmt einen guten Wumms, das wäre mal interessant zu hören.

Hier ist auch der Seefahrer Magellan Christoph Kolumbus begraben. Warum ein Italiener in einer spanischen Kirche begraben liebt, keine Ahnung. Aber die Seefahrer damals sind ja gerne unter spanischer Flagge gefahren, Megallan wie auch Kolumbus.

Ganz rar, aber man findet sie, die schlichte Kunst ohne güldenen Anstrich.

Interessant auch der Kirchturm: Um ihn zu besteigen muss man 35 Ecken lang die Rampe hochgehen. Ja, es gibt keine Treppen, es gibt eine sehr, sehr lange Rampe. Die man zu Coronazeiten natürlich mit Nasenpulli hoch hecheln darf. Zum Glück ist Winter und kein Sommer.

Die Aussicht oben ist super, und die Größe von Sevilla eindrucksvoll. Was man übrigens weder auf Google Maps noch von hier oben sieht ist, dass die Innenstadt von Sevilla nicht ganz so baumlos ist wie sie auf den ersten Blick erscheint. Die Straßen sind durchaus enger, aber überall finden sich Plätze und Ecken mit Bäumen.

Nun haben wir zwei Stunden mit rumlaufen und vier Stunden mit nur zwei Sightseeing-Punkten verbracht, waren quasi nur an einem einzigen Platz in Sevilla. Vielmehr schaffen wir heute auch nicht, denn wir müssen jetzt unbedingt was essen, und dann freuen sich die Hunde auch wieder, wenn wir sie erlösen.

Also begeben wir uns wieder einmal auf Essenssuche. Inzwischen wissen wir ja, dass man in Spanien eher am frühen Nachmittag was essen geht, und so suchen wir ein gut bewertetes Tapas-Restaurant ein paar Seitenstraßen weiter auf. Kulinarisch ein Volltreffer. Tapas finde ich super, man kann in aller Ruhe und nach und nach verschiedene Sachen probieren und so was für die heimische Wohnmobilküche mitnehmen. Heute ist es karamellisierter Knoblauch.

Und dieser in Wein eingelegte Obstsalat, der ist auch schon recht lecker. Aber mit Weißwein besser.

Wie kommt man nach dem Essen zurück ins Wohnmobil? Genau, mit dem Elektroroller. Hier ein kleiner Tipp: wenn du das allererste Mal so einen Roller fährst, mach es besser als ich. Unternehme deine ersten Fahrversuche nicht mitten in der Altstadt von Sevilla. Wo die Gassen aus Pflastersteinen gebaut und mit Straßenbahn-Querrillen versehen sind. Wo die Autos dich aus Platzmangel nicht überholen können, wenn du mit dem Roller nicht vorankommst. Oder dein Smartphone aus der Halterung fliegt. Die ersten zehn Minuten auf dem Weg nach Hause waren also echt „suboptimal“, dann aber hatte ich es raus. War auch besser so, denn auf der dreispuren Straße sollte man schauen, dass man vom Fleck kommt.

Sevilla hat das mit den Rollern übrigens gut gelöst. Es gibt Rollerparkplätze, und nirgends stehen irgendwelche Roller in der Gegend rum. Keine Ahnung ob das wilde Abstellen bestraft wird, ich vermute es.

Zurück am Wohnmobil beschließen wir, dass wir für einen weiteren Tag Sightseeing gerade keine Energie mehr haben. Die letzten Nächte waren relativ unruhig, dazu die Tage lang. Also packen wir zusammen und fahren los. Nach Süden, ans Meer.


Nach Süden, ans Meer.

Also wenn es jemanden interessieren sollte, wo die Erdbeeren und Blaubeeren aus dem Supermarkt herkommen: Huelva. Plantagen unter Plastik, soweit das Auge sieht. Okay, ganz so schlimm wie in Almeria ist es nicht. Es ist auch deutlich weniger vermüllt. Doch wie wir vermuten, leben auch hier die zumeist marokkanischen Erntehelfer unter nicht ganz so tollen Umständen. Zumindest lassen uns die die Zeltdörfer in den Wäldern vermuten. Immerhin haben sie hier noch Wälder, die sind in Almeria ja aus.

Am Ende der Plastikplantagen beginnt das Meer. Da stellen wir uns auf den Klippen in die Büsche, in der Nähe noch ein paar andere Lasterbewohner, die wir bereits aus Marokko kennen.

Am Abend sitzt man am Lagerfeuer, am Tage geht man mit den Hunden Eidechsen gucken. Das Wetter schlägt etwas um, es ist etwas windiger und der Wind ist frostig. Also schaffen wir es noch nicht einmal runter ans Meer zu gehen. Okay, zugegeben, mir stecken die 35 Ecken des Glockenturms noch ein bisschen in den Beinen.

Für ein Sonnenuntergangsbild direkt aus dem Bett heraus reicht es aber.


Nach Norden, auf den Berg

Von 20m auf 600m – von der Küste rauf auf den Hügel. Wir verziehen uns wieder ins Inland und wollen schauen, ob wir doch noch etwas schöne, unberührte Natur finden. Wir fahren nach Norden, also entlang der portugiesischen Grenze.

Nach einem kurzen Stopp an einer VE geht es rauf auf den Hügel. Die Forstarbeiter, die gerade einen Mimosenwald wegsensen, schauen etwas verwirrt – ich glaube so ein Wohnlaster verirrt sich eher selten in diese Gegend.

Wir fahren die staubige Piste hoch, bis wir ganz oben sind – und suchen uns ein Plätzchen mit schöner Aussicht. Wir stehen jetzt auf 600 Metern, und im Windschatten ist es richtig schön warm. Und ruhig! Kein Verkehr, keine Straße weit und breit. *Hier bitte an einen Düsenjäger denken*

Auf der Infotafel steht, dass wir hier im Naturpark stehen. Was ja in Spanien eigentlich gar nicht geht, das mögen sie wohl nicht. Aber ich denke hier oben stört es keinen. Und warum das hier überhaupt Naturpark ist, ich kann es nicht ganz nachvollziehen. Wir stehen inmitten von Pinien, soweit das Auge reicht. Das hier ist keine unberührte Natur, das ist Forst. Und die Planierraupe, die hier letztens die Wege geschoben hat, die hat eine Spurbreite von bestimmt vier Metern. Naturpark, tststs …

Gut zu Vögeln …

Und wir beenden diesen Blogeintrag wie auch der letzte geendet hat: Verrückte Vögel. Heute eine Taube, die stundenlang bei uns auf dem Dach hin und her läuft. Trampelt da oben rum wie ein Vogelstrauß! Vermutlich versucht sie sich ein Nest zu bauen? Alles klopfen hilft nichts, und irgendwann fängt sie auch noch an zu gurren. Wahrscheinlich ruft sie Freunde und Familie an. Die kommen nicht, und das Täubchen fliegt irgendwann von dannen.

Als wir Eiwola, den Allradlaster gebaut und gelb lackiert haben sagten ja alle, Oh je, die Insekten werden denken dass der Bananenlaster eine große, gelbe Blume sei. Nun haben wir keine Probleme mit Insekten. Aber dass die Vögel voll auf den Laster abfahren, davor hat uns keiner gewarnt!

Darauf erstmal ein Gläschen eingelegter Obstsalat.

Nach zwei Nächten ist hier aber auch erstmal wieder gut. Wir stehen auf einem Bergkamm, und wunderten uns gestern noch, warum es hier Moos an den Bäumen hat. Jetzt wissen wir es: Hier fliegen die Wolken schonmal etwas tiefer. Wir stehen auf 600m Höhe, und die Kombination aus Wolken und Wind sind wie ein Nebelsturm. Der zieht plötzlich auf, klaut uns die Sonne, und so haben wir einen spontanen Temperatursturz von bestimmt 10 Grad. Plus einer schlaflosen Nacht, denn wir stehen falsch zum Wind, der nächtens nur noch stärker wird.

Also fahren wir erstmal wieder runter vom Berg.

Fortsetzung folgt.

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