Wohooo, wir haben jetzt auch eine Trockentoilette im Wohnmobil. Was also liegt näher, sich in die Riege der zahlreichen Campingblogs einzureihen, und einen Ratgeberartikel zum Thema „Trockentrenntoilette im Wohnmobil selber bauen“ zu schreiben?

Aber nicht doch, gibt es ja schon. Außerdem habe nicht ich unsere Trockentoilette gebaut, Andre war das. Befasse ich mich also einfach lieber damit, welche Variationen von Campingklo es überhaupt gibt. Denn die Campingtoilette für Wohnmobil, Camper und Wohnwagen scheint ein Thema von höchster Brisanz zu sein. Jeder stellt sich die Frage: welches ist denn jetzt die beste Toilette für unterwegs?


Warum ist das Klo im Wohnmobil ein so beliebtes Thema?

Der Durchschnittswohnmobilist hat in seinem Wohnmobil ein Chemieklo verbaut, eine Kassettentoilette. Diese ist bei zwei Personen alle zwei bis drei Tage voll und möchte geleert werden. Und auch wenn man Unmengen von dieser Sanitärflüssigkeit reinschüttet, es stinkt. Ich hab‘s versucht, und dennoch musste ich beim Leeren meiner Kassettentoilette regelmäßig würgen. „Da gewöhnt man sich dran“, haben sie gesagt. Nein.

Und wer hat schon gerne alle paar Tage den massiven Geruch von Scheiße um sich. Also geht es bei der Frage nach der besten Campingtoilette primär um zwei Dinge:

Erstens weniger Gestank, und zweitens längere Leerungsintervalle.

Anders ausgedrückt:

Ich möchte meine Wohnmobil Toilette möglichst selten und geruchsneutral entleeren müssen.

Tatsächlich ist die immer wieder aufkommende Klofrage auch eine Frage der Lebensqualität: wenn ich als notorischer Freisteher alle paar Tage einen Wohnmobilstellplatz anfahren muss, nur weil das Klo im Camper schon wieder voll ist, dann ist das doof. Wenn ich mich als Mensch mit empfindlicher Nase und noch empfindlicherem Magen ständig mit unangenehmen Gerüchen beschäftigen muss, dann ist das ebenso doof. Aber keine Sorge, es gibt Lösungen.


Toilette im Wohnmobil – von Klappspaten bis Trockentoilette

Camping Toilette Outdoor

Schauen wir uns doch erstmal welche Lösungen es gibt – von teuer bis günstig, von komplex bis simpel.

  1. Kassettentoilette mit/ohne Chemie + SOG
  2. Trockentoilette mit/ohne Kompostierung
  3. Zerhackertoilette / Schiffstoilette mit Festtank
  4. Eimertoilette und Klappspaten

Kassettentoilette – das Plumpsklo aus Plastik

campingtoilette Trockentrenntoilette im Wohnmobil Camping

Beginnen wir doch mit dem Klassiker, der formschönen Kassettentoilette aus Plastik, wie sie wohl in so ziemlich jedem Wohnmobil standardmäßig verbaut ist. Der Aufbau ist simpel: von oben kommt Pipi, Kacke, Klopapier und Spülwasser rein, und wenn die Kassette nach ein paar Tagen voll ist, dann sollte man sie zu einer adäquaten Entsorgungsmöglichkeit tragen.

Freilich gibt es nicht diese eine Kassettentoilette, sondern gleich ganz viele Ausführungen. Die fest eingebaute Kassettentoilette ist beim Kaufwohnmobil der Standard, die tragbare / mobile Toilette kommt gerne bei Camper Selbstausbauten (wie meinem) zum Einsatz. Es gibt sie in verschiedenen Größen, und in unterschiedlichen Ausführungen was Qualität und Stabilität betrifft.

Soweit, so gut. Würde die Kassettentoilette nicht so erbärmlich stinken. Sie ist nunmal ein Plumpsklo aus Pastik, in dem alles zusammen kommt. Die wohl immer noch am weitesten verbreitete Lösung ist das hinzugeben einer Sanitärflüssigkeit. So wird aus der Kassettentoilette eine Chemietoilette. Der Vorteil ist, dass es nicht mehr ganz so erbärmlich stinkt. Außer, man hat eine Nase, die auf Chemie mindestens so empfindlich reagiert wie auf Fäkalien. Dann ist es deutlich effektiver, sich beim Entleeren der Kassette eine schnöde Wäscheklammer auf die Nase zu setzen.

Chemie muss aber nicht sein. Denn es gibt zwei bessere Alternativen. Die eine heißt Ammovit, und sie macht aus dem Inhalt deiner Campingtoilette quasi Dünger. Ich habe keine eigenen Erfahrungen damit gemacht, dafür aber gleich mehrere, erfahrene Wohnmobilisten danach gefragt, und sie sind sich alle einig: Ammovit ist super. Es ist günstig, biologisch, und die Brühe stinkt nicht mehr. Beim Hinzugeben von Ammovit sollte man darauf achten, dass es das Plastik der Kassettentoilette verfärben kann.

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Die zweite Alternative heißt SOG, und SOG ist eine Marke. Die für die Entlüftung der Toilette im Wohnmobil steht, es vermutlich erfunden hat. So einfach das Prinzip ist, so gut funktioniert es: an die Kassette wird ein Lüfter dran geklöppelt, und der zieht die miefige Luft aus dem Wohnmobilklo raus – bevorzugt über das Dach. Eine original SOG Anlage ist günstiger als dauerhaft Chemie in die Campingtoilette zu kippen.

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Pimp my Wohnmobilklo: die zweite Kassette fürs „Konfirmantenbläsle“

Notorische Freisteher und Wohnmobilhaushalte mit Menschen mit schwacher Blase (schwäbisch: Konfirmantenbläsle) wünschen sich längere Leerungsintervalle ihrer Wohnmobiltoilette. Je nach Nutzungsintensität (Anzahl der Bewohner, Liter an Bier, zu viel Sauerkraut etc.) hält eine normale Kassette 2-5 Tage. Zwei Kassetten halten also 4-10 Tage. Ist die eine voll, wird einfach getauscht. Und spätestens, wenn beide voll sind, muss entsorgt werden. Die eine volle Kassette müsste man also solange irgendwo gut platzieren und durch die Gegend fahren. Ein spezielles Fach in der Heckgarage, eine Box am Heck des Wohnmobils – da gibt es verschiedene Lösungen.

Fakten zur Kassettentoilette:

  • Investition: Eine einfache Kassettentoillette gibt es bereits ab 50€. Bei regelmäßiger Benutzung würde ich aber eher zu einem etwas höherwertigen Modell raten.
  • Einbau: Hinstellen, fertig. Die Toilette kann auch im Wohnmobil hübsch eingebaut und verkleidet werden, funktionieren tut sie aber auch so.
  • Benutzung: Die Wasserspülung funktioniert meist über eine Handpumpe. Höherwertige, im Wohnmobil fest eingebaute Toiletten, haben auch eine Spülung auf Knopfdruck.
  • Ressourcenverbrauch: Diese klassische Campingtoilette verbraucht relativ viel Wasser.
  • Leeren & Reinigen:Abhängig davon, was man rein gemacht hat (Ammovit, Chemie usw.) kann das Entleeren und Ausspülen super eklig ausfallen.
  • Wartung: Solange kein Plastikteil abbricht, muss man auch nichts warten.

Das Porta Potti, der bewährte Klassiker unter den Kassettentoiletten für Camping, Wohnmobil, Selbstausbau usw:

Meine Bewertung:

Nur einer von drei Daumen? Ja, denn die Kassettentoilette im Wohnmobil ist für mich der Inbegriff des Ekels. Das Hantieren mit Fäkalien gehört nicht zu den angenehmen Seiten des Campens.

Die Mär des teuren Klopapiers

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie man Campern das Geld aus der Tasche ziehen kann ist das schnellauflösende Toilettenpapier für die Campingtoilette. Da kostet die Rolle Klopapier schonmal einen Euro. Den Kilopreis rechnen wir jetzt lieber mal nicht aus. Nur so viel: es haben schon einige Wohnmobilisten den „Auflösungstest“ gemacht, und man ist sich einig: ganz normales Klopapier löst sich ebenso schnell auf.


Trockentoilette – Trennen, was ohnehin getrennt ist

Trockentoilette im Wohnmobil

Seit einiger Zeit haben wir eine Trockentoilette im Wohnmobil, selbst gebaut. Diese Campingtoilette liegt gerade sehr im Trend, obwohl es sie schon längst gibt – gerade in Skandinavien ist die Trockentrenntoilette weit verbreitet. Tatsächlich vereint die Trockentoilette im Wohnmobil die Vorteile verschiedener Kloarten. Denn sie ist 1. günstig, 2. geruchsneutral und 3. unproblematisch beim Entsorgen. Perfekt für maximale Autarkie.

Unsere Trockentoilette besteht aus folgenden Komponenten: Privi Trenneinsatz. Vorne geht das Pipi über einen Schlauch in den 200 Liter Urintank. Hinten steht ein 10 Liter Eimer drunter, in den eine 20 Liter Mülltüte eingespannt ist. Wie lange es dauert, bis unser 200 Liter Tank voll ist, man weiß es nicht – sehr lange. Denn bei der Trockentoilette im Wohnmobil wird nicht mit Wasser gespült – der größte Vorteil überhaupt. Die meisten Anderen haben einen Urinkanister von vielleicht 20 Liter.

Eine Trockentoilette kann man fertig kaufen, ist dann aber kein Schnäppchen – milde ausgedrückt. Du kannst dir aber auch einen Bausatz kaufen, oder ihn dir selbst zusammenstellen. Bei Amazon gibt es einen Trenneinsatz aus Plastik und einen PC-Lüfter für die DIY SOG-Anlage, den Rest gibt es im Baumarkt.

Frau und Trockentoilette – geht das?

Fast alle Frauen und viele Männer haben Bedenken, was die Toilettenbenutzung mit weiblichen Entsorgungsorganen anbelangt. Das ist kein Problem – und reine Gewohnheitssache. Nach einer Woche hat man das drauf, und alles geht in den gewünschten Behälter.

Das Angenehme an der Trockentoilette ist die Entsorgung. Denn diese ist deutlich angenehmer im Vergleich zur Chemietoilette. Der Müllsack mit den Feststoffen wird einfach in einer Mülltonne entsorgt. Der Urintank wird bei der nächsten VE abgelassen. Soweit, so gut. Abgesehen davon, dass der chronische Freisteher soeben stutzig geworden ist – denn in Deutschland einen adäquaten Mülleimer zu finden, das stelle ich mir doch recht schwierig vor. Außerhalb von Deutschland ist das freilich kein Problem, Müllcontainer finden sich fast überall.

Obacht bei hoher Luftfeuchtigkeit

Was bei der Trockentoilette im Wohnmobil noch diskussionswürdig ist: wie sieht es bei tropischen Verhältnissen aus? Also heißes und feuchtes Klima? Manche sagen, dass es recht unerträglich sein soll. Und die Fliegen dieses Aroma sehr anziehend finden. Aber, das ist in Europa wohl eher nicht relevant, und so sind wir mit unserer Trockentrenntoilette zufrieden.

Hitze alleine ist nicht das Problem – Sommer in Portugal oder weiter im Süden sind super, solange es nicht feucht ist. Solange der Lüfter läuft! Ohne Lüfter gehen sofort die Fliegen ran und legen Eier.

Das für uns ausschlaggebende Argument pro Trockentoilette im Wohnmobil ist die verbesserte Autarkie. Hier wird nicht gespült, und das spart nicht nur Wasser, es wird auch kein Abwasser produziert. Wir haben es getestet, indem wir bei unserer Vorgängertoilette, einer Schiffstoilette, von Hand gespült haben, also mit einem Messbecher: Am Tag gehen schonmal 5 Liter durch, nur für die Toilettenspülung. Das sind 150 Liter im Monat

Das Unangenehme an der Trockentoilette im Wohnmobil ist die Rache Montezumas. Wer öfters unter Durchfall leidet, der sollte sich das nochmal überlegen. Ansonsten gilt: einfach etwas Kleinstierstreu oder Katzenstreu aufs Lager legen.

Fakten:

  1. Investition: Im Eigenbau relativ günstig, Baumaterial, Lüfter und Trenneinsatz kosten zusammen vielleicht 150€. Fertige Trenntoiletten aus Plastik kosten deutlich mehr.
  2. Einbau: Etwas heimwerkliches Geschick, und die Trockentoilette ist leicht gebaut. Auch bei beengten Verhältnissen im Wohnmobilbad lässt sich die Trockentoilette realisieren.
  3. Benutzung: Ist halt ein Trennklo. Festes hinten ins Loch, Flüssiges vorne.
  4. Ressourcenverbrauch: Besser geht’s nicht – es wird absolut kein Wasser verbraucht. Ein Müllsack pro Woche, das war’s.
  5. Wartung: Den Schlauch zum Urinbehälter könnte man alle sechs Monate prophylaktisch wechseln.
  6. Leeren & Reinigen: Urinbehälter ganz normal entleeren, den Müllbeutel in die Tonne. Den Einsatz einfach mit etwas Reiniger und einem Tag mal abwischen.

Trockentoilette selber bauen

Es gibt mehrere Trenneinsätze, wir haben den Privi von Separett. Und zwar nur den Trenneinsatz, und nicht den Klodeckel. Es gibt viel hübschere und stabiliere Klogarnituren im Baumarkt, niemand muss auf Plastik sitzen. Im Prinzip ist es einfach: du baust eine Holzkiste, oben wir der Einsatz eingesetzt, darauf der Toilettensitz und Klodeckel. Die Kiste muss groß genug sein damit ein Eimer in der gewünschten Größe reinpasst. Und eventuell ein Kanister für Urin. Dann muss noch eine Ablüftung rein. Wichtig: die Entlüftung muss zwingend über das Dach erfolgen! Alles Andere riecht man draußen!

Eine sehr hilfreiche Bauanleitung findest du hier.

Kompost-Toilette: DIY Dünger

Was wir uns auch angeschaut haben war die Variante mit der Kompostierung. Im Prinzip ist es ebenfalls eine Trocken-Trenn-Toilette. Mit dem Unterschied, dass das Feste eben zum Kompostieren angeregt wird. Dazu wird was Bioaktives beigemischt, und ab und an wird die Kurbel betätigt, damit die Bioaktivität auch in Fahrt kommt. Was dann eben bei rauskommt ist kein Kacka mehr, sonder Kompost. Kann man sich dann unterpflügen. Wenn man will. Und einen Garten hat.

Für Selbstbauer – der Trenneinsatz von Separett:

Die Komfortable Fertiglösung – die Trockentoilette von Separett:

Meine Bewertung:

Ganze drei von drei Daumen? Ja, denn die Trockentoilette überzeugt, alleine deshalb, weil sie ohne Wasser oder Chemie auskommt, weil sie bis zu zwei Wochen hält, ohne dass man sich um die Entsorgung kümmern muss.


Zerhackertoilette / Schiffstoilette im Wohnmobil, mit Festtank

Zerhackertoilette Wohnmobil

Wir selbst hatten jahrelang eine Jabsco Schiffstoilette im Wohnmobil verbaut, in Kombination mit einem 200 Liter Festtank. Waren mit dieser sehr komfortablen Campingtoilette eigentlich auch glücklich. Denn erstens ist es eine solide Wohnmobil Toilette, kein Plastikkram, zweitens ist sie wartungsarm, drittens chemiefrei und viertens hält sie viele Wochen, bis man zum Entsorgen muss. Zumindest, wenn der Schwarzwassertank groß genug dimensioniert ist. Der einzige Grund, warum wir letztendlich doch zur Trockentoilette gewechselt sind, war der Wasserverbrauch, 5 Liter sind täglich durchs Klo geflossen.

Fakten zur Schiffstoilette:

  1. Wie die Schifftstoilette funktioniert: Es ist eine Vakuumtoilette, was bedeutet dass durch Betätigung einer Pumpe (manuell oder elektrisch) alles was sich in der Kloschüssel befindet abgesaugt wird, in den Festtank. Dabei werden die festen Stoffe relativ gut klein gemacht.
  2. Einbau der marinen Toilette im Wohnmobil: Die manuelle Pumpe neben der Kloschüssel benötigt evtl. etwas mehr Raum, meines Erachtens aber minimal. Auch müssen die Schläuche zum (Unterflur) Festtank ihren Platz finden. Dank dem Siffon ist im Wohnmobilbad keine Geruchsbelästigung durch den Fäkalientank, der ja eine eigene Belüftung übers Dach haben sollte, vorhanden.
  3. Benutzung: Geschäft machen, mit Wasser nachspülen, alles wegpumpen. Es gibt die Möglichkeit elektronisch zu spülen, dann kommt das Wasser aus einem Wasserkanister / Frischwassertank / Regenwassertank etc. Man kann aber auch einfach einen Becher nehmen, sich etwas Wasser aus dem Waschbecken zapfen. Eine Sache von Sekunden.
  4. Wartung: 1-2x jährlich Schlauch wechseln, da sich Urinstein festgesetzt. Besser einmal mehr wechseln, denn wenn es wirklich mal dicht ist, wird es richtig böse!
  5. Investition: 150€-300€ für die Schilffstoilette selbst inkl. manueller Pumpe, plus Schläuche, plus Festtank inkl. Montage. Es gibt auch Modelle mit automatischer Wasserspülung (per Knopfdruck). Das zielgerichtete Spülen mit einem Wasserbecher ist ressourcenschonender.
  6. Zubehör: Beim Kauf am besten gleich einen Tauschschlauch mitkaufen und auf Lager legen. Denn wenn diese Campingtoilette mal zu sein sollte hat man besser was da …
  7. Entsorgung & Reinigung: Entsorgung über den Bodeneinlass der VE-Station – kurz und heftig, Intervalle sind von den Tankkapazitäten abhängig. Reinigung mit handelsüblichen Badreinigern.

Unsere ehemalige Jabsco Toilette, jahrelang im Wohnmobil erprobt:

TIPP: Wenn die Pumpe schwer geht hilft es, etwas Öl in die Schiffstoilette reinzukippen. Das Öl einer Thunfischdose reicht völlig aus, wie ich mal per Zufall entdeckt habe …
Meine Bewertung:

Zwei von drei Daumen – denn eigentlich ist so eine Zerhackertoilette bzw. Schiffstoilette eine feine Sache, in Zusammenhang mit größeren Tanks. Die Entsorgung funktioniert relativ schmerzfrei, und ist nur alle 2-3 Wochen von Nöten.


Verbrennungstoilette

Die Verbrennungstoilette möchte ich nur am Rande erwähnen. Denn ich habe weder eigene Erfahrungen mit dieser Wohnmobil Toilette gesammelt, noch kann mich deren Funktion überzeugen. Sie hat jedoch einen entscheidender Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist: Man muss nicht entsorgen, denn es wird alles rückstandslos verbrannt.

Jetzt kommt aber auch gleich das Manko: Die Verbrennung verbraucht recht viel Energie, in Form von Gas. 100 Gramm Gas pro Toilettengang – das geht nur mit einem recht großen Gastank. Diese Wohnmobiltoilette ist also recht ressourcenintensiv. Und man zahlt den Komfort, nicht entsorgen zu müssen, nicht nur bei der Investition in eine Verbrennungstoilette – sondern auch in Form von laufenden Gaskosten. Dafür aber ist die Verbrennungstoilette eine Trockentoilette – denn hier wird nicht mit Wasser gespült, was diese Ressource wiederum schont.

Die Hinterlassenschaften werden bei hohen Temperaturen verbrannt – Flüssiges verdampft, Festes verbrennt. Technik und Einbau sind recht kostenintensiv und aufwändig, so braucht es beispielsweise ein Abgasrohr. Bei 100 Gramm Gas pro Stuhlgang benötigt man 1kg für 10x kosten bzw. 10kg für 100 Klogänge. Die Toilette selbst wiegt einiges, je nach Modell auch gerne bis zu 20kg. Dafür jedoch wird kein Tank für Schwarzwasser benötigt, man fährt keine Fäkalien durch die Gegend.

Meine Bewertung:

Einer von drei Daumen – die Idee ist super, doch in der Praxis einfach zu teuer. Und damit meine ich nicht nur die vierstellige Investition, sondern vor allem die laufenden Kosten für Gas machen die Verbrennungstoilette im Wohnmobil unsinnig.


Der Klappspaten – die Campingtoilette für Freischei$$er

Gerade kleine Busse haben Platzprobleme, und verzichten daher auf ein Klo. Da gibt es ein Problem. Und zwar dann, wenn auf dem Strandparkplatz oder in der Stadt gecampt wird – und man dann einfach die benachbarten Büsche nutzt. Das wird schnell ekelig, und Anwohner wie andere Reisende finden das sehr unangebracht – zurecht.

Ich möchte deshalb sehr empfehlen, wenigstens eine Kassettentoilette im Wohnmobil oder Camper zu verbauen. Wenn schon nicht für den täglichen Gebrauch, dann doch wenigstens für die Orte, an denen man nicht mit dem Spaten in den Wald laufen kann. Einfach die Büsche zu nutzen, den Scheißhaufen inklusive Klopapier einfach dort liegen zu lassen, das ist total eklig. Immer wieder treffe ich auf Gassirunden auf solche Ecken, leicht zu erkennen an den Klopapierfahnen. Einfach widderlich. Also, wenn schon, dann bitte die Schei$$e verbuddeln und das Klopapier mitnehmen und in der Mülltüte entsorgen.

Ein kleiner Klappspaten oder eine Gartenschaufel vereinfacht die Sache.

Meine Bewertung:

Einer von drei Daumen – Es kostet nichts, wäre aber auch nicht mein Ding.


Übersicht der ernst zu nehmenden Lösungen für eine Wohnmobil Toilette:

 KassetteTrockenZerhackerVerbrennung
Größter VorteilEinfacher Einbau, platzsparendHält lange, je nach TankkapazitätHält lange, bei uns 2 WochenRückstandslos
Größter NachteilSchnell voll, eklig beim EntleerenProblematisch bei hohen Temperaturen / DurchfallRegelmäßig warten, sonst wird’s eklig.Hoher Gasverbrauch – nur mit Gastank sinnvoll
Kostenfaktorgünstig – 50-200€günstig (im Selbstbau) bis teuer – 100-1000€mittel – 200-500€teuer – bis 4.000€ inkl. Einbau
FazitGute Lösung für den Selbstausbau, perfekt als Notfalltoilette im Camper, mit SOG auch chemiefrei nutzbar.Toilette für’s autarke Wohnmobil, braucht kein Wasser, einfache Entsorgung.Lange Leerungsintervalle, Entsorgung wie Grauwasser. Keine Chemie, keine Entlüftung.Unbrauchbar, schon alleine aufgrund des hohen Gasbedarfs (100 Gramm / Toilettengang).

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Tanja Hier schreibt Tanja

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