Das Projekt Wohnmobilausbau startete, ohne dass das Basisfahrzeug auf dem Hof steht – oder gar schon feststand. Die erste Phase beim Wohnmobil ausbauen stellt das ausführliche Planen dar. Mit sehr viel Liebe zum Detail werden Grundrisse erstellt, umgeplant, nach passenden Modellen gesucht. Der Wohnmobil Selbstausbau, ein großes Projekt. Welches richtig angegangen werden muss. Damit am Ende alles stimmt: Zeitplanung, Einhalten des Budget, Optik und Funktion.

Für viele jedoch scheint der eigene Wohnmobilausbau nur ein Traum zu bleiben. Manchen fehlen die finanziellen Mittel, andere verlieren sich in der Zeit. Es werden Wochen und Monate im Internet verbracht, gerne auf Blogs oder in Foren. Und schon ist ein Jahr rum – ohne, dass ein wirklich Fortschritt zu vermelde wäre. Mich erreichen viele Mails von Menschen, die ihr Wohnmobil selbst ausbauen möchten. Wenn ich in meinen Emails krame und beim einen oder anderen nachfrage, hat sich da zumeist nicht viel getan. Einige haben es immer noch vor, andere antworten erst gar nicht …

Während ich diese Seite aktualisiere, wir haben Mitte Januar 2016, sind es anderthalb Jahre her dass ich den Beschluss fasste selbst mein kleines Wohnmobil auszubauen. Inzwischen lebe ich seit über 6 Monaten in meinem „Friedel“. Mein Budget war klein, ich habe alles quasi nebenher gemacht. Ohne anständige Werkstatt, nur mit etwas Familienhilfe beim Ausbau, bei laufender Selbständigkeit. Was ich damit sagen möchte: du musst es einfach nur machen. Nur darüber nachdenken und rumzuträumen, das führt zu keinem Ergebnis. So, das war ein Vorwort, jetzt geht’s los 😉


Wohnmobil selbst bauen: gute Planung entscheidet

Mein erster Wohnmobilausbau, wo fange ich nur an? Bleistift, Lineal und Papier können für erste grobe Skizzen hilfreich sein. Sind jedoch nicht wirklich meine erste Wahl. Ein einfach zu bedienendes Grafikprogramm hat seine Vorzüge bei der Ausbauplanung. Kann diese doch immer wieder über den Haufen geworfen werden. Der Planungsprozess beim Wohnmobilausbau kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn hier geht es zum einen darum, was alles rein soll. Welchen Komfort ich mir wünsche. Wie viel Stauraum notwendig ist. Der Wohnmobil Selbstausbau hat ja den Vorteil, dass du dir dein künftiges Reisemobil auf den Leib schneidern kannst. Dieser Vorzug sollte voll zum Tragen kommen. Dafür musst du natürlich erst einmal wissen und entscheiden, was rein muss – und worauf du verzichten kannst.

Das Instrument meiner Wahl in dieser Planungsphase heißt Corel Draw. Im Gegensatz zu anderen Grafikprogrammen (wie Adobe Illustrator) ist Corel recht intuitiv, leicht erlernbar. Der Start, denkbar einfach: Lade dir einen Grundriss eines in Frage kommenden Modells herunter und hinterlege es maßstabsgetreu in ein neues Dokument. Darauf kannst du jetzt Inneneinrichtung, Platzeinteilung etc. platzieren. Schon hat deine Planungsphase vom Wohnmobilausbau begonnen! Aber Vorsicht: Hast du dich erst einmal gedanklich darin vertieft ist die erste durchwachte Nacht schnell vorbei. Du kannst CorelDraw X7bei Amazon kaufen. Diese Version läuft übrigens „normalerweise“ unter Windows 10.

Wohnmobilausbau planen mit Corel Draw

CorelDraw Home&Student X7
EUR 87,44

Fahrzeughersteller stellen online PDFs mit Grundrissen sowie Fahrzeugmaßen zur Verfügung. Oftmals hilft auch die Google-Bildersuche. Diesen Grundriss einfach hernehmen, in der richtigen Größe in ein leeres Corel-Dokument einfügen. Ich nehme einfach ein Rechteck daher, welches den Laderaum-Maßen entspricht (Länge x Breite), lege dieses über den Fahrzeuggrundriss, passe dessen Größe so lange an bis es übereinanderpasst. Nun einfach mit rechter Maustaste auf „Objekt sperren“, damit sich dieser nicht aus Versehen verschiebt. Schon ist die Basis für deine Ausbauplanung am PC gesetzt.

Wohnmobilausbau planen Grundriss

Am einfachsten ist es nun, mit simplen geometrischen Formen zu arbeiten: Rechtecke + Kreise. So habe ich es gemacht. Denn: Fünfecke, kunstvoll geschwungenes und Co. würde ich ohnehin nicht umsetzen können. Aber auch solche Formen kannst du in deine Planung natürlich einfügen. Auch das Abrunden von Ecken, einfärben von Flächen oder Rahmen ist mit diesem Programm wirklich leicht möglich. Ansonsten findest du Hilfe bei deinen ersten Schritten im Internet, insbesondere auf Youtube. Der erste Schritt für die Planung von deinem Wohnmobilausbau ist geschafft. Mach eine Machbarkeitsprüfung deiner Vorstellungen – so manch eine Idee musste ich schnell wieder verwerfen, dafür haben andere Einzug in mein Projekt Womoausbau gefunden!

Beim Ausbau von Wohnmobilen stellt sich natürlich auch die Frage nach den Kosten.

Was ist mir mein selbst ausgebautes Wohnmobil wert? Wir haben einmal das Basisfahrzeug, welches natürlich kein verrosteter Schrotthaufen sein sollte – schließlich möchtest du einige Jahre lang Freude an deinem Wohnmobilausbau haben. Zu viel Arbeit steckt hier drin. Dann haben wir die Ausbaukosten selbst. Damit ein Kastenwagen / Transporter / Postwagen oder was auch immer am Ende zum waschechten Reisemobil mutiert.

Was muss ich hier an Materialkosten ansetzen? Benötige ich professionelle handwerkliche Hilfe, beispielsweise bei der Elektrik oder dem Fenstereinbau? Umso detaillierter geplant wird, desto besser werden Kosten einschätzbar. Erfahrungswerte anderer beim Wohnmobilausbau helfen außerdem. Doch wird es wirklich billiger, sein Wohnmobil selbst ausbauen zu wollen, anstatt ein (gebrauchtes) Reisemobil zu kaufen? Vermutlich nicht. Wird die investierte Zeit berücksichtigt: auf keinen Fall. Den Wohnmobilausbau als Hobby ansehen, als Passion, wohl die bessere Betrachtungsweise.

Vor allem aber geht es mir darum, dass ich in meiner Preisklasse kein wirklich überzeugendes fertiges Wohnmobil gefunden habe. Größe, Optik, Funktion und Ausstattung haben für mich einfach nicht zusammen gepasst. Mein Budget lag um die 17.000 Euro, inklusive anständiger Solaranlage. Da gibt es auf dem Markt einfach nicht viel, erst recht nicht mit einer Raumaufteilung nach meinem Geschmack. So ist mein Beschluss recht schnell gefallen mir mein Wohnmobil selber ausbauen zu wollen.

Womo Selbstausbau: am Basisfahrzeug hängt alles

Drei entscheidende Faktoren sind ausschlaggebend dafür, welches Basisfahrzeug für den Wohnmobilausbau in Frage kommt:

  1. Anschaffungspreis: gebraucht oder neu, Fiat Ducato, Ford Transit oder doch Mercedes Sprinter? Jeder hat seine eigene Vorstellung von Budget, Zustand und Alter des Kastenwagens. Sicherlich ist es machbar einen alten Postwagen zum Wohnmobil selber umbauen zu wollen. Hier muss allerdings erst einmal Zeit und Geld investiert werden: in alternde Technik, Rostprobleme … Ich bin Kfz-technisch eher weniger versiert, habe mich bei meinen Kriterien für einen angemessen jungen Gebrauchten entschieden: 3-5 Jahre alt, unter 100.000 km, bis 12.000 €. So wurde es ein Fiat Ducato, gut erhalten, für 10.000 Euro. Inklusive neuem TÜV, 8 Reifen etc.
  2. Benötigte Innenraummaße: Das Bett zum Ausklappen, tagsüber als Sitzbank nutzen oder doch lieber fest einbauen? Brauchen wir ein Badezimmer mit Dusche, WC und Warmwasser? Soll das Wohnmobil Stehhöhe haben, und wenn Ja, immer oder durch ein Aufstelldach? Den realen Platzbedarf für den Wohnmobilausbau einschätzen, dafür sollte obig erwähnter Planungsprozess möglichst detailreich ausfallen. Wäre doch ungünstig, wenn der Platz während dem Wohnmobilausbau ausgeht. In diesem Planungsprozess fallen dann so nebensächliche Dinge auf die extra viel Platz brauchen und Gewicht mitbringen: übergroße Versorgungsbatterie, Frischwasser, Abwasser, Gaskasten, …
  3. Außenmaße / Fahreigenschaften: Ganz klar, umso größer das Basisfahrzeug, desto mehr passt rein, ist die Gestaltungsfreiheit beim Womo Selbstbau besser. Größer ist jedoch nicht immer besser, insbesondere auf mautpflichtigen Autobahnen, beim Rangieren, in kleinen Dörfer Südeuropas oder einfach nur beim rückwärts Einparken. Viele Parkplätze an Strand oder von Supermärkten weisen eine Höhenbeschränkung auf, ganz zu schweigen von den schönen kleinen Tunneln im Nirgendwo. Schon doof, sollte das Reisemobil doch eigentlich für maximale Flexibilität beim Reisen stehen. Diese dürfte sich bei allzu großen Fahrzeugen jedoch als eingeschränkt erweisen, so mancher Zutritt bleibt einem verwehrt – zumindest auf meiner Reiseroute wäre dem so. Es kommt natürlich darauf an, was du mit deinem Wohnmobilausbau bereisen möchtest. Von der Autobahn direkt auf den Campingplatz, eingekauft wird mit dem Motorroller? Es hat seinen Grund, warum gerade große Wohnmobile kleine Zweitfahrzeuge beherbergen, erst sie ermöglichen die notwendige Mobilität am Urlaubsort. Daher fiel meine Wahl auf einen Kastenwagen „L2H2“ oder auch „L3H2“. Diese Angaben für Länge und Höhe gibt es bei verschiedenen Modellen, die tatsächlichen Ausmaße können je nach Hersteller variieren. L2 fällt nur etwas länger aus, H2 garantiert Stehhöhe. Es gibt Fahrzeuge von L1 bis L4, von H1 bis H3 (z.B. beim Fiat Ducato / Citroen Jumper). L4H3 wäre also wunderbar groß. Ich könnte mit sowas aber allenfalls geradeaus fahren. Möchte vielleicht aber auch mal parken, und dafür nicht gleich vier Parkplätze benötigen …

Wohnmobil selber bauen, auch mit zwei linken Händen?

Der Nicht-Handwerker fragt sich vielleicht, ob er einen Wohnmobilausbau überhaupt selbst bewerkstelligen kann, ohne jegliche (oder allzu häufige) fremde Hilfe. Sicherlich ist es von Vorteil, bereits Erfahrung mitzubringen, gerade beim Möbelbau. Heimwerker und erfahrene Handwerker haben natürlich Vorteile, angefangen von vorhandenem Werkzeug sowie strukturierter Arbeitsweise. Ich sehe sowas einfach positiv: So ein Wohnmobilausbau kann eine wunderbare Gelegenheit sein, sich neue Fähigkeiten anzueignen. Sicherlich wird der erste Selbstausbau nicht perfekt, aber er ist selbst gemacht – und darauf kommt es uns ja an, oder? Hilfe in Anspruch zu nehmen ist außerdem keine Schande: bei der Elektroinstallation einen Elektriker fragen sogar sehr empfehlenswert. Insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen darf Unterstützung vom Profi angenommen werden. Wichtig ist vor allem rechtliche und sicherheitstechnische Aspekte im Blick zu behalten. Maximale Zuladung, eine Elektroinstallation die nicht zusammenschmort, Möbel, die bei einer Vollbremsung nicht durch die Windschutzscheibe fliegen – das wäre schon ganz gut.

Außerdem findest du im Internet rege Unterstützung: Foren zum Thema Wohnmobil Selbstausbau, Erfahrungsberichte erfolgreicher Ausbauer. Einige haben ihre Ausbauerfahrung sogar in einem Buch zusammengeschrieben. Sehr empfehlenswert: Wohnmobile selbst ausbauen und optimierenvon Ulrich Dode. Sehr detailliert, eine wunderbare Inspiration. Zwar hat er seinen Wohnmobilausbau in größerer Dimension durchgeführt, so dass nicht alles anwendbar ist. Dennoch eignet sich diese Anleitung zum Wohnmobil selbst ausbauen wunderbar, hat sie sich auch in meiner Planungsphase als wichtiger Helfer und Inspirator erwiesen – vor allem bei den Kleinigkeiten. In Foren hingegen ist Vorsicht geboten. Hier tummeln sich einige Menschen, die grundsätzlich haben – weil sie EINMAL irgendeine Erfahrung gemacht haben.

Wohnmobilausbau dokumentiert: Erstplanung, elementare Fragen, entscheidende Feinheiten

Es gibt einige Seiten, die das Thema Wohnmobilausbau behandeln. So manch erfolgreicher Wohnmobil Selbstbau sieht auch super aus. Bei vielen anderen fehlt mir die Liebe zum Detail. Es liegt vielleicht auch an der Frage, in welchem Umfang ein selbst ausgebautes Reisemobil genutzt wird. Für wenige Wochen Urlaub im Jahr ist es vielleicht zu viel des Guten, sich beim Wohnmobil ausbauen allzu sehr mit Details zu beschäftigen. Ich jedoch möchte ein ganzes Jahr (oder so) im fertigen Wohnmobilausbau verbringen. Habe dementsprechend andere Ansprüche.
Selbst bessere Seiten konnten all meine Fragen nicht hinreichend beantworten. Speziellere Themen wie komplette Energieversorgung über Photovoltaik, Internet im Wohnmobil über Satellit oder „geeignete UND hübsche Materialien für den Wohnmobilausbau“ werden entweder überhaupt nicht behandelt, oder es gibt 1000 verschiedene Meinungen. Grund genug für mich, meine Rechercheergebnisse selbst in einem Blog dokumentieren zu wollen. Sicherlich wurde beispielsweise das Thema Solaranlage fürs Wohnmobil schon mehrfach auf anderen Seiten behandelt. Doch eben nicht in der Form, wie meine eigene Energieversorgung bei dem Wohnmobil Selbstausbau realisiert wurde. Außerdem sollen Ideen und Impulse andere Interessierte, welche ihr nächstes Wohnmobil selber bauen möchten, inspirieren. Kann ich bei meiner Energieversorgung auf Gas verzichten? Wie bekomme ich High Speed Internet, damit ein effektives Arbeiten im Wohnmobil möglich wird? Und was mache ich bei drei Tagen Regenwetter mit diesem nassen, stinkenden, großen schwarzen Hund? Sicherlich kommen bei mir etwas andere Fragen auf als beim durchschnittlichen Wohnmobilausbau.

Mein Wohnmobilausbau und die Geldfrage: großzügig kalkulieren, finanzieren, dann Wohnmobil ausbauen

Am Ende der Ausbauplanung steht eine Zahl: die für den Wohnmobilausbau benötigte Gesamtsumme. Sicherheitshalber nochmals 10% draufschlagen, und schon wird klar ob du den Ausbau deines zukünftigen Wohnmobils sofort angehen kannst oder noch etwas sparen solltest. Stecke ich alle meine Ersparnisse in meinen Camperausbau, möchte ich mir fehlendes Geld leihen oder spare ich lieber nochmal etwas? Vor dieser Frage stand ich, habe mich für Letzteres entschieden. So wichtig mir mein Wohnmobilausbau und dem damit verbundenen Sabbatjahr auch ist, meine Altersvorsorge sollte nicht dran glauben müssen. So betrug der Zeitraum zwischen meiner ersten Entscheidung selbst auszubauen und dem tatsächlichen Wohnmobilausbau über acht Monate. Wobei zwei Monate einem missglückten Autokauf bei einem unseriösen Händler geschuldet ist. Egal, all das ist vergessen wenn es endlich losgehen kann – und dank entsprechender Vorbereitung auch gleich mit Vollgas.


Du möchtest wissen wie es mir bei meinen Wohnmobilausbau ergangen ist: Lies doch meinen Ausbaublog.

Oder schau doch direkt nach wie mein fertiger Ausbau aussieht: Roomtour – mein Wohnmobilausbau in Bildern