Wer bei uns halbwegs auf dem Laufenden ist, der weiß, dass wir die nächsten Monate in Sachsen verbringen werden. Genauer gesagt im Erzgebirge, wo wir EIWOLA, unser künftiges Allrad Wohnmobil, ausbauen werden. Mal schauen, was mir da einfällt, für den monatlichen Blogpost. Ich denke, es wird eine Mischung aus Reiseblog, Ausbaublog und irgendwas werden.

Schneeberg: eine Woche an der Werkstatt

In Schneeberg stehen wir für ungefähr 10 Tage nahe der Werkstatt auf Privatgelände. Genauer gesagt auf einem Parkplatz, auf dem Fahrzeuge stehen, die für den Export gedacht sind. Immer wieder kommen Leute, schleichen um unsere Autos rum – sie denken wohl, dass auch Vario und Ducatolein zum Verkauf stehen. Ein bisschen mit den Töpfen klappern reicht dann schon, und sie bemerken, dass das Wohnmobil doch irgendwie bewohnt ist und ziehen wieder ab.

Andre hat hier einige Termine, Mitarbeiter der Werkstatt müssen geschult werden, damit sie selbständig die Sachen aus seinem Shop einbauen können. So werden dieser Tage einige Batterien, Ladebooster und Wechselrichter eingebaut und Solaranlagen installiert. Doch dann wird es Zeit weiter zu ziehen. Wir tun das nicht zufällig vor einem Wochenende, denn die vorbei rasenden Motorräder bei schönem Sonntagswetter sind echt nervig. Und vor ein paar Tagen war Vatertag. Bier saufen morgens um neun, sowas fällt auch nur Männern ein.

Annaberg-Buchholz: Hallöchen!

Erst überführen wir das Quad, dann folgt der Rest. Ulrike, eine Freundin, begleitet uns. Für die ersten Tage in Annaberg-Buchholz packen wir uns auf einen Wanderparkplatz in der Nähe unserer Ausbauhalle. Noch parkt das Wohnmobil von Markus und Dana dort, ihnen gehört das Gebäude. Sie müssen noch fertig ausräumen, was sie dann auch in einem erstaunlich schnellen Tempo schaffen. Sie selbst stehen in den Startlöchern um sich auf nach Skandinavien zu machen. Auf reisezaepfchen.de könnt ihr übrigens mitlesen.

Die Halle und die Gegend, sie gefallen uns gut. Die Halle ist perfekt für unsere Zwecke: sehr geräumig, mit Wasser, Abwasser, Licht und Strom. Und einem Tor, durch das unser EIWOLA gerade so durchpassen sollte. Zumindest, wenn wir die Luft aus den Reifen lassen. Das einzige, was nicht optimal ist: der Umstand, dass das Sträßchen doch gut befahren ist, denn wir wohnen an der einzigen Zufahrt einer Schrebergartenanlage. In der im Übrigen zweistöckige Häuser stehen. So müssen wir Ziva an der langen Leine halten, sonst geht sie rumstromern. Dass der Nachbarn sich Wachteln hält wurde bereits zur Kenntnis genommen. Rund um die Halle gibt es ein Mehrfamilienhaus mit netten Nachbarn, ein kleines Sägewerk, wo aber nicht täglich gearbeitet wird, und Wiesen hintenraus.

Jeden Tag mäht irgendjemand irgendeinen Rasen, die älteren Damen der Nachbarschaft sind immer für einen Plausch gut, irgendein anderer Nachbar hat uns schon das Ordnungsamt vorbei geschickt – Kleinstadtleben also.

Sehr gut für unser Ausbauvorhaben ist die Infrastruktur im Ort: Baumarkt, Supermärkte, Packstation, alles ist da. Und die Packstation, die werden wir noch sehr zu schätzen wissen, wie sich noch herausstellen wird.

Die Ausbauwerkstatt entsteht

Das erste Projekt ist das Einrichten der Ausbauwerkstatt. Einiges haben wir ja schon im Bestand, Akkuschrauber, Tauchsäge, usw. Alles Andere wird online oder im örtlichen Baumarkt eingekauft. Wie die OSB-Platten, aus denen erst einmal Arbeitstisch und Regal gezimmert werden. So können wir Werkzeug und Möbelverbinder schonmal antesten. Das Holz verwenden wir auch, um eine Testschublade zu bauen. Funktionieren die Auszüge und die Verschlüsse so, wie wir uns das denken? Ja, tun sie, und so wird fleißig bestellt.

Pakete ohne Ende

Kaum haben wir unser Plätzchen für die nächsten Monate bezogen, wird bestellt. Die letzten Wochen und Monate haben wir ausgeheckt, was wir brauchen und wo wir es bekommen. Die Paketdienste geben sich ein Stelldichein: Hermes, DPD, UPS, Spedition …

Und DHL? Tja, manchmal könnte man einfach nur kotzen. Erste DHL-Pakete gehen zurück zum Absender, im Tracking steht sowas wie „Sendung entspricht nicht unseren Versandbedingungen“. Was das heißt, wo das Problem ist? Ich habe keine Ahnung, und die DHL Hotline hat überhaupt keinen Plan. Nach einer Woche und 15 Paketen schaffe ich es, die Dame im gelben Postauto abzufangen. Da sagt sie mir, dass sie keine Pakete an uns zustellt, weil wir unter der Adresse nicht gemeldet sind. Sie ist also eine Woche lang an uns vorbei gefahren, ohne was zu sagen. Wie unhöflich. Ich bin recht selten so richtig sauer, aber da musste ich mich wirklich beherrschen.

Ich kann nicht umhin, das mit DHL in Portugal zu vergleichen: Kann da der DHL-Fahrer nicht zustellen, dann ruft er dich an. Und macht mit dir einen Treffpunkt aus. Supermarktparkplatz oder Strandparkplatz? Kein Problem. Aber gut, ich habe mich dann mal wieder abgeregt, und Lösungen gefunden. Packstation, Hermes Paketshop, eine nette Nachbarin und die Werkstatt in Schneeberg sind jetzt unsere Lieferadressen. Warum auch einfach, wenn es doch auch kompliziert geht.

Testläufe.

Die Waschmaschine ist zwischenzeitlich angekommen, und wir sind gespannt, ob sie sich bewähren wird. Eine 3kg-Waschmaschine zur Wandmontage. Da wir derzeit keine Wand zur Montage da haben, baut Andre eine Art Gestell. Schnell merken wir: beim Schleudern treten Kräfte auf, die sind heftig. Also kommen Betonsteine auf das Gestell, bestimmt 100 Kilo oder so. Nach ein paar Feinjustierungen klappt es, die Waschmaschine wandert nicht mehr in der Halle umher. Uns wird klar, sie muss im Wohnmobil wirklich verdammt feste angebracht werden.

Auch andere Komponenten werden getestet, wie der Kühlschrank. Ein normaler Haushaltskühlschrank von AEG, mit separatem Gefrierfach. Das läuft jetzt schon seit ein paar Wochen, und immer noch ist nichts vereist. Ein Träumchen, da macht unser jetziger 12V Kühlschrank im Wohnmobil ganz andere Sachen.

Nicht zu vergessen die Testläufe mit den neuen Backofen 😀

499. Annaberger KÄT

Die KÄT ist der größte Jahrmarkt im Erzgebirge. Der Rummel dauert ungefähr 10 Tage lang, und wir suchen uns einen Wochentag aus, für einen Besuch – in der Hoffnung, dass es dann nicht ganz so voll ist. Das kommt auch hin, genauer gesagt ist unerwartet wenig los. Tote Hose, gähnende Leere, gelangweilte Schausteller. Dennoch blinkt und hupt es an allen Ecken, The Show Must Go On. 150.000 Besucher waren dieses Jahr da, 50.000 weniger als im letzten Jahr. Angeblich wegen der Hitzewelle. Ich hätte da noch eine andere Idee: 5€ für ein Fahrgeschäft, 5€ für eine Tüte Mandeln usw.

Wir drehen ein paar gemütliche Runden mit dem Riesenrad, fotografieren und naschen ein bisschen, und ziehen wieder davon. Am Wochenende gibt es noch ein großes und langes Feuerwerk. Da wollten wir eigentlich mit den Kameras parat stehen, aber irgendwie waren wir so sehr in den Möbelbau vertieft, wir haben es einfach verpasst.

Möbelbau die Erste

Die ersten Wochen ist irgendwie nicht so viel passiert, denn Andre musste öfters nach Schneeberg, die Mitarbeiter der Einbauwerkstatt schulen und anleiten. Derweil vertreibe ich mir die Zeit mit arbeiten, und mache mich mit dem Werkzeug vertraut. Eine Kiste für den Kräutergarten, das sollte ich doch noch hinbekommen.

Erst Ende Juni beginnen mit dem Vorausbau. Als erstes Möbel entsteht der Küchenblock. Wir bauen ihn aber nicht fertig, denn sonst bekommen wir ihn später nicht durch die Türe ohne alles wieder aufzuschrauben. Die Küchenarbeitsplatte ist fast fertig, der Korpus ist fast fertig, die Schubladen sind fast fertig, der Hängeschrank ist fast fertig.

Bis jetzt haut die Planung in etwa hin, und es schaut richtig gut aus. Ein paar kleinere Anpassungen sind zwar nötig, um es passend zu machen, und es werden sicherlich nicht die letzten sein …

Als nächstes machen wir uns daran, die Komposttoilette zu bauen. Ja, Eiwola bekommt nicht nur so eine ordinäre Trockentrenntoilette, es wird ein Kompostklo. Und zwar ein DIY Kompostklo, denn die Naturehead, die um die 1000€ kostet, passt uns nicht in den Kram. Erstens der Preis – einen Tausender für ein Klo, das ist doch indiskutabel. Dann gefällt uns weder das Vollplastikambiente, noch der zu kleine Urintank, noch das umständliche Auseinanderbauen wenn der Feststoffbehälter entsorgt werden muss.

Es wird Sommer!

Über 30 Grad – nach dem durchwachsenen Wetter war das kaum zu erwarten. Mit knapp 70% Luftfeuchtigkeit ist das gerade noch so erträglich. Immerhin ist es warm genug, dass wir uns etwas Abkühlung verschaffen können – die italienische Eisdiele im Ort wird ausprobiert, und der neue Kühlschrank mit dem extra Gefrierfach kommt auch zum Einsatz.

Normalerweise würden wir das Wohnmobil bei diesen Temperaturen ja an einem See parken. Oder mit den Hunden an den nächstbesten See fahren. Irgendwie ist das hier nicht so gegeben, also besorge ich einen kleinen Pool für die Hunde. Die Begeisterung ist riesig. Ich hätte ja gerne Bilder von im Wasser herum tobenden Hunden geknipst, aber irgendwie kam es bisher nicht dazu. Naja, der Sommer ist ja noch lang. Ansonsten haben wir jetzt einen verdammt großen Hundenapf vor dem Wohnmobil stehen …

Während der Hitze lassen wir es etwas entspannt angehen. Andre geht in seiner Freizeit gern quaddeln, ich chille mit den Hunden am und im Womo – da passt es wunderbar, dass Netflix gerade neue, interessante Staffeln rausgebracht hat.

Ein Ausflug zu EIWOLA

Was bin ich froh, dass wir unseren Kabinenbauer einfach machen lassen können, dass wir nicht das Gefühl haben, bei ihm alle naselang auf der Matte stehen zu müssen damit was vorangeht. Die Absprache per Whatsapp und Telefon funktioniert super – so ersparen wir uns die Mühe runterfahren zu müssen, wir gehen ihm nicht auf die Nerven und er kann schaffen. So kommt es, dass wir trotz 5-wöchiger Lieferverzögerung von dem Plattenhersteller immer noch eine Woche VOR dem Zeitplan sind. Es läuft, und das freut uns doch sehr.

Trotzdem müssen wir jetzt ins Schwäbische fahren, denn einmal den theoretischen Plan an der Kabine visualisieren und die Gegenprobe machen, ob die Fenster auch alle gut sitzen wo sie angedacht sind. Das hat uns Benny, unser Kabinenbauer, empfohlen, und das macht Sinn. Wir fahren mit dem Vario runter, besprechen gleich noch ein paar andere Dinge, übernachten gleich nebenan, machen einen Abstecher nach Schwäbisch Gmünd (Andre hat jetzt wieder einen gültigen Lkw Führerschein) und fahren den ganzen Mist, über 400km, am selben Tag wieder zurück.

Was bin ich froh, dass Andre keinen Wert darauflegte, dass ich auch mal fahren soll. Denn ich habe noch vom gestrigen Fahrtag diese fiesen Kopfschmerzen. Dazu etwas ungesundes Essen unterwegs, und es kommt noch ein fieses Magengefühl dazu. Im Vario als Beifahrer mitzufahren, das läuft übrigens ganz nach dem Prinzip „Weggegangen, Platz gefangen“.

Kaum sind wir im Erzgebirge angekommen, gibt es auch schon wieder Updates, denn die Jungs haben fleißig gearbeitet, während wir durch die halbe Republik gondeln.

Bald geht’s so richtig los!

Wenn nichts mehr schief läuft, können wir Eiwola noch Ende Juli oder Anfang August abholen. Bis dahin haben wir noch gut zu tun. Es soll alles da sein, wenn es losgeht – denn wenn die Arbeit stockt, weil irgendein Kram fehlt, das ist doof. Das Meiste ist auch schon da: Fußboden, Wassertanks, Batterien, Schubladen, Scharniere, Verschlüsse, Wasserhähne, Schläuche, usw.

Und für alle, die es wissen wollen …

Ja, wir werden euch noch verraten, wer der Kabinenbauer ist – sobald er unsere fertig hat. Wir verraten auch was das für eine Waschmaschine ist, welche Schubladenauszüge und Verschlüsse wir benutzen, undsoweiter. Sobald sich Komponenten bewährt haben, und wir mehr dazu sagen können. Wir handhaben es wie sonst auch: erst, wenn wir etwas getestet und für wirklich gut befunden haben, empfehlen wir es auch. Momentan ist noch nichts fertig, daher halten wir uns etwas zurück.

Okay, eine Ausnahme gibt es: Heute sind die Flauschebetten für die Hundehöhlen gekommen.

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Wir bauen uns einen Laster aus, und noch hat es Zeit, ein paar verrückte Ideen zu verwirklichen. Dinge reinzubauen, die nicht zum Standard gehören. Wo der eine oder andere denken mag, das gehört doch nicht in ein Wohnmobil! Aber hey, warum nicht? Schließlich wollen WIR darin wohnen, und da ist es doch egal, was sich gehört und was man normalerweise so macht. Sich von Konventionen lossagen, und nichts darauf geben, was andere dazu sagen – so wird ein Schuh draus. Oder ein EIWOLA 😉


Die Sauna in der Quadgarage


Fangen wir doch mit dem Feature an, das ich wirklich sehr vermisse, vor allem dieser Tage: Wärme. Und zwar nicht nur irgendeine Wärme, sondern die, die auch gut für’s Immunsystem ist. 90 Grad sind super warm, und die wöchentliche Sauna war früher obligatorisch. Doch seit ich unterwegs bin, haut das irgendwie nicht mehr hin. Das beginnt schon mit dem Problem, dass die Saunen in Portugal kaum mehr als 60 Grad haben. Da kannst du dich im Sommer auch in die Sonne legen, das fühlt sich heißer an.

Nun haben wir ja eine Quadgarage – die ganz schön groß und leer ist, wenn gerade kein Quad drinsteht. Und wir haben einen Holzofen – mit dem man richtig gut einheizen kann. Die Quadgarage besteht rundum aus GFK, was ja wasserundurchlässig und hitzebeständig ist. Das perfekte Material also für eine Sauna. Es fehlen nur noch ein paar gemütliche Sitzgelegenheiten, und etwas, das einem Aufguss möglichst nahekommt. Da müssen wir uns aber noch etwas einfallen lassen, denn wir werden ganz gewiss keine Steine im Wohnmobil spazieren fahren.


Das Heimkino im Rollheim


Wir haben derzeit keinen Fernseher – Okay, eigentlich muss es heißen wir haben einen Fernseher, aber wir finden die Fernbedienung nicht mehr. Und im Kino waren wir seit Jahren nicht mehr. Was uns nicht daran hindern kann, uns ein anständiges Heimkino ins Eiwola zu zaubern.

Satter Sound, eine 16:9 Kinoleinwand, einen Beamer, Popkornmaschine und Netflix – et voilà. Oder was meintest Du, warum wir beim Grundriss von Eiwola auf Hängeschränke verzichtet haben? Was kümmert uns Stauraum, wir brauchen weiße Wände als Projektionsfläche!


Thermomix, sonst nix!


Ich bin keine gute Köchin. Ich koche dennoch oft, denn Andre ist noch schlechter darin. Er hat kein Bock darauf lange in der Küche zu stehen, und ich habe kein Bock auf Nudeln mit Tomatenmark. Nun ist es ja so, dass wir viel Solarstrom produzieren. Dies tun wir auch, um unsere neue Küchenmaschine bei Laune zu halten. Denn die Lösung für kochunwillige, gestresste Hausfrauen mit Job heißt: Thermomix!

Keine Töpfe, die niemand spülen möchte. Keine Fettspritzer mehr in der Küche. Und geplante Features wie Einbaugasherd oder Dunstabzugshaube können wir uns auch sparen. Als angenehmen Nebeneffekt brauchen wir noch weniger Stauraum, da wir uns auch die ganzen Töpfe und Pfannen sparen können. Ergänzend gibt es noch einen kleinen Backofen, natürlich nur um der Nichtkocherei weiter zu frönen: Aufbackbrötchen, Fertigpizza und Hundekekse backen sich ja nicht von alleine.


Köter’s Paradise


Apropos Hunde. Wir haben ja gerade eben viel Stauraum durch eine neue Küchenplanung eingespart. Wird also höchste Zeit, diesen Raum neu zu verplanen. Nun haben wir ja zwei Hunde, und die liegen naturgemäß ständig im Weg rum. Zehnmal täglich die Hunde von der Sitzbank schmeißen, dass soll mit dem Einzug ins Eiwola direkt aufhören. Damit das auch klappen kann, braucht es ein kuscheliges Plätzchen, eine Kuschelhöhle für die Kuschelhunde.

Also eigentlich braucht es zwei Kuschelhöhlen, denn beim Chillen brauchen die Hunde irgendwie ihren Freiraum. Frag mich nicht warum, aber seit Ziva hinten im Kinderbett chillt, ist das für Max eine Tabuzone. Also zwei Kuschelhöhlen, unter jeder Sitzbank jeweils eine. Gut gepolstert, mit einem Schafsfell drin, und ganz ganz wichtig: einem Luftauslass. Denn wenn die zwei sich einig sind, dann darin, dass der Luftauslass der Heizung das Geilste überhaupt ist. Umso heißer, desto besser. Ich weiß auch nicht, woher sie das haben. Da wir keine normale Gas- oder Dieselheizung in Eiwola eingeplant haben, muss was andres her – jeweils ein kleiner Heißluftfön, der auf kleiner Stufe warme Luft in die Kuschelhöhle pustet.


CrosLab, die rollende Dunkelkammer


Fotografieren ist unser Hobby, und eigentlich würden wir unsere besten Fotos gerne ausdrucken. Auf die Idee kam ich dank meines neuen Afrika-Bildbands, der schlappe 10 Kilo wiegt, siehe Foto – im Vergleich dazu ist mein Portugal-Reiseführer ein Leichtgewicht. Was soll’s, was sind schon 10 Kilo bei 11 Tonnen Gesamtgewicht? Auch wenn online Bildergalerien toll und flexibel sind – Bilder wirken gedruckt und im Großformat einfach besser. Es ist beispielsweise ein irre Unterschied, ob du meine besten Bilder aus Portugal auf dem Smartphone oder dem 4K Bildschirm betrachtest.

Aber: Fotodrucker sind qualitativ aber einfach total Banane, zumindest jene, die für den Heimgebrauch gedacht und auch bezahlbar sind. Also entwickeln wir unsere Fotos einfach selbst. Es gibt Negativdrucker, so kann man aus digitalen Fotos qualitativ hochwertige Negative herstellen.

Und ja, auch deshalb haben wir die teuren Fenster inklusive den superteuren Rollos von KCT gekauft: Sie machen einfach wirklich sehr dunkel. So dunkel, dass man aus dem Wohnmobil eine Dunkelkammer machen kann. Erst hatten wir ja überlegt nur das Bad als Dunkelkammer umzurüsten, aber dort ist es einfach zu eng. Und die flachen Behälter mit der Entwicklerflüssigkeit drin mag man ja nicht aus Versehen umstoßen. Daher machen wir es anders herum: wollen wir Fotos entwickeln, packen wir die Hunde ins Fahrerhaus, und können dann in aller Ruhe arbeiten. Danach gut durchlüften, und fertig. Das wird der Hammer.


Smarthome: Von Technikfreaks, für Technikfreaks


Die Einen haben ein Smartphone, wir haben bald ein Smarthome. Sorry, der Spruch war billig, musste aber irgendwie sein. Nein, ernsthaft: wie der Eine oder Andere vielleicht schon mitbekommen hat: ich wohne da mit so einem technikbegeisterten Typen zusammen. Da liegt der Verdacht nahe, dass unser neues Wohnmobil auch ein paar technische Finessen verpasst bekommt, oder? Amazons Alexa oder Google Home, wir wissen es noch nicht. Müssen erst noch herausfinden, was genau man mit den einzelnen Geräten machen, welche Komponenten man anschließen kann. Licht, Alarmanlage … und ich hätte da ein paar ganz besondere Ideen. „Alexa, mach bitte Warmwasser im Bad“. „Alexa, da ist kein Wasser mehr im Hundenapf“. „Alexa, einen Latte Macchiato bitte“. „Alexa, wir stehen schräg, fährst du bitte die Hubstützen raus?“.


Und nun kommt’s: Mindestens zwei dieser Ideen setzen wir tatsächlich um 😀 Nur welche?

Ich wünsche fröhliches Mitraten auf Facebook: https://www.facebook.com/croslide/posts/2350388568573435

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Wohooo, wir haben jetzt auch eine Trockentoilette im Wohnmobil. Was also liegt näher, sich in die Riege der zahlreichen Campingblogs einzureihen, und einen Ratgeberartikel zum Thema „Trockentrenntoilette im Wohnmobil selber bauen“ zu schreiben?

Aber nicht doch, gibt es ja schon. Außerdem habe nicht ich unsere Trockentoilette gebaut, Andre war das. Befasse ich mich also einfach lieber damit, welche Variationen von Campingklo es überhaupt gibt. Denn die Campingtoilette für Wohnmobil, Camper und Wohnwagen scheint ein Thema von höchster Brisanz zu sein. Jeder stellt sich die Frage: welches ist denn jetzt die beste Toilette für unterwegs?


Warum ist das Klo im Wohnmobil ein so beliebtes Thema?

Der Durchschnittswohnmobilist hat in seinem Wohnmobil ein Chemieklo verbaut, eine Kassettentoilette. Diese ist bei zwei Personen alle zwei bis drei Tage voll und möchte geleert werden. Und auch wenn man Unmengen von dieser Sanitärflüssigkeit reinschüttet, es stinkt. Ich hab‘s versucht, und dennoch musste ich beim Leeren meiner Kassettentoilette regelmäßig würgen. „Da gewöhnt man sich dran“, haben sie gesagt. Nein.

Und wer hat schon gerne alle paar Tage den massiven Geruch von Scheiße um sich. Also geht es bei der Frage nach der besten Campingtoilette primär um zwei Dinge:

Erstens weniger Gestank, und zweitens längere Leerungsintervalle.

Anders ausgedrückt:

Ich möchte meine Wohnmobil Toilette möglichst selten und geruchsneutral entleeren müssen.

Tatsächlich ist die immer wieder aufkommende Klofrage auch eine Frage der Lebensqualität: wenn ich als notorischer Freisteher alle paar Tage einen Wohnmobilstellplatz anfahren muss, nur weil das Klo im Camper schon wieder voll ist, dann ist das doof. Wenn ich mich als Mensch mit empfindlicher Nase und noch empfindlicherem Magen ständig mit unangenehmen Gerüchen beschäftigen muss, dann ist das ebenso doof. Aber keine Sorge, es gibt Lösungen.


Toilette im Wohnmobil – von Klappspaten bis Trockentoilette

Camping Toilette Outdoor

Schauen wir uns doch erstmal welche Lösungen es gibt – von teuer bis günstig, von komplex bis simpel.

  1. Kassettentoilette mit/ohne Chemie + SOG
  2. Trockentoilette mit/ohne Kompostierung
  3. Zerhackertoilette / Schiffstoilette mit Festtank
  4. Eimertoilette und Klappspaten

Kassettentoilette – das Plumpsklo aus Plastik

campingtoilette Trockentrenntoilette im Wohnmobil Camping

Beginnen wir doch mit dem Klassiker, der formschönen Kassettentoilette aus Plastik, wie sie wohl in so ziemlich jedem Wohnmobil standardmäßig verbaut ist. Der Aufbau ist simpel: von oben kommt Pipi, Kacke, Klopapier und Spülwasser rein, und wenn die Kassette nach ein paar Tagen voll ist, dann sollte man sie zu einer adäquaten Entsorgungsmöglichkeit tragen.

Freilich gibt es nicht diese eine Kassettentoilette, sondern gleich ganz viele Ausführungen. Die fest eingebaute Kassettentoilette ist beim Kaufwohnmobil der Standard, die tragbare / mobile Toilette kommt gerne bei Camper Selbstausbauten (wie meinem) zum Einsatz. Es gibt sie in verschiedenen Größen, und in unterschiedlichen Ausführungen was Qualität und Stabilität betrifft.

Soweit, so gut. Würde die Kassettentoilette nicht so erbärmlich stinken. Sie ist nunmal ein Plumpsklo aus Pastik, in dem alles zusammen kommt. Die wohl immer noch am weitesten verbreitete Lösung ist das hinzugeben einer Sanitärflüssigkeit. So wird aus der Kassettentoilette eine Chemietoilette. Der Vorteil ist, dass es nicht mehr ganz so erbärmlich stinkt. Außer, man hat eine Nase, die auf Chemie mindestens so empfindlich reagiert wie auf Fäkalien. Dann ist es deutlich effektiver, sich beim Entleeren der Kassette eine schnöde Wäscheklammer auf die Nase zu setzen.

Chemie muss aber nicht sein. Denn es gibt zwei bessere Alternativen. Die eine heißt Ammovit, und sie macht aus dem Inhalt deiner Campingtoilette quasi Dünger. Ich habe keine eigenen Erfahrungen damit gemacht, dafür aber gleich mehrere, erfahrene Wohnmobilisten danach gefragt, und sie sind sich alle einig: Ammovit ist super. Es ist günstig, biologisch, und die Brühe stinkt nicht mehr. Beim Hinzugeben von Ammovit sollte man darauf achten, dass es das Plastik der Kassettentoilette verfärben kann.

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Die zweite Alternative heißt SOG, und SOG ist eine Marke. Die für die Entlüftung der Toilette im Wohnmobil steht, es vermutlich erfunden hat. So einfach das Prinzip ist, so gut funktioniert es: an die Kassette wird ein Lüfter dran geklöppelt, und der zieht die miefige Luft aus dem Wohnmobilklo raus – bevorzugt über das Dach. Eine original SOG Anlage ist günstiger als dauerhaft Chemie in die Campingtoilette zu kippen.

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Pimp my Wohnmobilklo: die zweite Kassette fürs „Konfirmantenbläsle“

Notorische Freisteher und Wohnmobilhaushalte mit Menschen mit schwacher Blase (schwäbisch: Konfirmantenbläsle) wünschen sich längere Leerungsintervalle ihrer Wohnmobiltoilette. Je nach Nutzungsintensität (Anzahl der Bewohner, Liter an Bier, zu viel Sauerkraut etc.) hält eine normale Kassette 2-5 Tage. Zwei Kassetten halten also 4-10 Tage. Ist die eine voll, wird einfach getauscht. Und spätestens, wenn beide voll sind, muss entsorgt werden. Die eine volle Kassette müsste man also solange irgendwo gut platzieren und durch die Gegend fahren. Ein spezielles Fach in der Heckgarage, eine Box am Heck des Wohnmobils – da gibt es verschiedene Lösungen.

Fakten zur Kassettentoilette:

  • Investition: Eine einfache Kassettentoillette gibt es bereits ab 50€. Bei regelmäßiger Benutzung würde ich aber eher zu einem etwas höherwertigen Modell raten.
  • Einbau: Hinstellen, fertig. Die Toilette kann auch im Wohnmobil hübsch eingebaut und verkleidet werden, funktionieren tut sie aber auch so.
  • Benutzung: Die Wasserspülung funktioniert meist über eine Handpumpe. Höherwertige, im Wohnmobil fest eingebaute Toiletten, haben auch eine Spülung auf Knopfdruck.
  • Ressourcenverbrauch: Diese klassische Campingtoilette verbraucht relativ viel Wasser.
  • Leeren & Reinigen:Abhängig davon, was man rein gemacht hat (Ammovit, Chemie usw.) kann das Entleeren und Ausspülen super eklig ausfallen.
  • Wartung: Solange kein Plastikteil abbricht, muss man auch nichts warten.

Das Porta Potti, der bewährte Klassiker unter den Kassettentoiletten für Camping, Wohnmobil, Selbstausbau usw:

Meine Bewertung:

Nur einer von drei Daumen? Ja, denn die Kassettentoilette im Wohnmobil ist für mich der Inbegriff des Ekels. Das Hantieren mit Fäkalien gehört nicht zu den angenehmen Seiten des Campens.

Die Mär des teuren Klopapiers

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie man Campern das Geld aus der Tasche ziehen kann ist das schnellauflösende Toilettenpapier für die Campingtoilette. Da kostet die Rolle Klopapier schonmal einen Euro. Den Kilopreis rechnen wir jetzt lieber mal nicht aus. Nur so viel: es haben schon einige Wohnmobilisten den „Auflösungstest“ gemacht, und man ist sich einig: ganz normales Klopapier löst sich ebenso schnell auf.


Trockentoilette – Trennen, was ohnehin getrennt ist

Trockentoilette im Wohnmobil

Seit einiger Zeit haben wir eine Trockentoilette im Wohnmobil, selbst gebaut. Diese Campingtoilette liegt gerade sehr im Trend, obwohl es sie schon längst gibt – gerade in Skandinavien ist die Trockentrenntoilette weit verbreitet. Tatsächlich vereint die Trockentoilette im Wohnmobil die Vorteile verschiedener Kloarten. Denn sie ist 1. günstig, 2. geruchsneutral und 3. unproblematisch beim Entsorgen. Perfekt für maximale Autarkie.

Unsere Trockentoilette besteht aus folgenden Komponenten: Privi Trenneinsatz. Vorne geht das Pipi über einen Schlauch in den 200 Liter Urintank. Hinten steht ein 10 Liter Eimer drunter, in den eine 20 Liter Mülltüte eingespannt ist. Wie lange es dauert, bis unser 200 Liter Tank voll ist, man weiß es nicht – sehr lange. Denn bei der Trockentoilette im Wohnmobil wird nicht mit Wasser gespült – der größte Vorteil überhaupt. Die meisten Anderen haben einen Urinkanister von vielleicht 20 Liter.

Eine Trockentoilette kann man fertig kaufen, ist dann aber kein Schnäppchen – milde ausgedrückt. Du kannst dir aber auch einen Bausatz kaufen, oder ihn dir selbst zusammenstellen. Bei Amazon gibt es einen Trenneinsatz aus Plastik und einen PC-Lüfter für die DIY SOG-Anlage, den Rest gibt es im Baumarkt.

Frau und Trockentoilette – geht das?

Fast alle Frauen und viele Männer haben Bedenken, was die Toilettenbenutzung mit weiblichen Entsorgungsorganen anbelangt. Das ist kein Problem – und reine Gewohnheitssache. Nach einer Woche hat man das drauf, und alles geht in den gewünschten Behälter.

Das Angenehme an der Trockentoilette ist die Entsorgung. Denn diese ist deutlich angenehmer im Vergleich zur Chemietoilette. Der Müllsack mit den Feststoffen wird einfach in einer Mülltonne entsorgt. Der Urintank wird bei der nächsten VE abgelassen. Soweit, so gut. Abgesehen davon, dass der chronische Freisteher soeben stutzig geworden ist – denn in Deutschland einen adäquaten Mülleimer zu finden, das stelle ich mir doch recht schwierig vor. Außerhalb von Deutschland ist das freilich kein Problem, Müllcontainer finden sich fast überall.

Obacht bei hoher Luftfeuchtigkeit

Was bei der Trockentoilette im Wohnmobil noch diskussionswürdig ist: wie sieht es bei tropischen Verhältnissen aus? Also heißes und feuchtes Klima? Manche sagen, dass es recht unerträglich sein soll. Und die Fliegen dieses Aroma sehr anziehend finden. Aber, das ist in Europa wohl eher nicht relevant, und so sind wir mit unserer Trockentrenntoilette zufrieden.

Hitze alleine ist nicht das Problem – Sommer in Portugal oder weiter im Süden sind super, solange es nicht feucht ist. Solange der Lüfter läuft! Ohne Lüfter gehen sofort die Fliegen ran und legen Eier.

Das für uns ausschlaggebende Argument pro Trockentoilette im Wohnmobil ist die verbesserte Autarkie. Hier wird nicht gespült, und das spart nicht nur Wasser, es wird auch kein Abwasser produziert. Wir haben es getestet, indem wir bei unserer Vorgängertoilette, einer Schiffstoilette, von Hand gespült haben, also mit einem Messbecher: Am Tag gehen schonmal 5 Liter durch, nur für die Toilettenspülung. Das sind 150 Liter im Monat

Das Unangenehme an der Trockentoilette im Wohnmobil ist die Rache Montezumas. Wer öfters unter Durchfall leidet, der sollte sich das nochmal überlegen. Ansonsten gilt: einfach etwas Kleinstierstreu oder Katzenstreu aufs Lager legen.

Fakten:

  1. Investition: Im Eigenbau relativ günstig, Baumaterial, Lüfter und Trenneinsatz kosten zusammen vielleicht 150€. Fertige Trenntoiletten aus Plastik kosten deutlich mehr.
  2. Einbau: Etwas heimwerkliches Geschick, und die Trockentoilette ist leicht gebaut. Auch bei beengten Verhältnissen im Wohnmobilbad lässt sich die Trockentoilette realisieren.
  3. Benutzung: Ist halt ein Trennklo. Festes hinten ins Loch, Flüssiges vorne.
  4. Ressourcenverbrauch: Besser geht’s nicht – es wird absolut kein Wasser verbraucht. Ein Müllsack pro Woche, das war’s.
  5. Wartung: Den Schlauch zum Urinbehälter könnte man alle sechs Monate prophylaktisch wechseln.
  6. Leeren & Reinigen: Urinbehälter ganz normal entleeren, den Müllbeutel in die Tonne. Den Einsatz einfach mit etwas Reiniger und einem Tag mal abwischen.

Trockentoilette selber bauen

Es gibt mehrere Trenneinsätze, wir haben den Privi von Separett. Und zwar nur den Trenneinsatz, und nicht den Klodeckel. Es gibt viel hübschere und stabiliere Klogarnituren im Baumarkt, niemand muss auf Plastik sitzen. Im Prinzip ist es einfach: du baust eine Holzkiste, oben wir der Einsatz eingesetzt, darauf der Toilettensitz und Klodeckel. Die Kiste muss groß genug sein damit ein Eimer in der gewünschten Größe reinpasst. Und eventuell ein Kanister für Urin. Dann muss noch eine Ablüftung rein. Wichtig: die Entlüftung muss zwingend über das Dach erfolgen! Alles andere riecht man draußen!

Kompost-Toilette: DIY Dünger

Was wir uns auch angeschaut haben war die Variante mit der Kompostierung. Im Prinzip ist es ebenfalls eine Trocken-Trenn-Toilette. Mit dem Unterschied, dass das Feste eben zum Kompostieren angeregt wird. Dazu wird was Bioaktives beigemischt, und ab und an wird die Kurbel betätigt, damit die Bioaktivität auch in Fahrt kommt. Was dann eben bei rauskommt ist kein Kacka mehr, sonder Kompost. Kann man sich dann unterpflügen. Wenn man will. Und einen Garten hat.

Für Selbstbauer – der Trenneinsatz von Separett:

Die Komfortable Fertiglösung – die Trockentoilette von Separett:

Meine Bewertung:

Ganze drei von drei Daumen? Ja, denn die Trockentoilette überzeugt, alleine deshalb, weil sie ohne Wasser oder Chemie auskommt, weil sie bis zu zwei Wochen hält, ohne dass man sich um die Entsorgung kümmern muss.


Zerhackertoilette / Schiffstoilette im Wohnmobil, mit Festtank

Zerhackertoilette Wohnmobil

Wir selbst hatten jahrelang eine Jabsco Schiffstoilette im Wohnmobil verbaut, in Kombination mit einem 200 Liter Festtank. Waren mit dieser sehr komfortablen Campingtoilette eigentlich auch glücklich. Denn erstens ist es eine solide Wohnmobil Toilette, kein Plastikkram, zweitens ist sie wartungsarm, drittens chemiefrei und viertens hält sie viele Wochen, bis man zum Entsorgen muss. Zumindest, wenn der Schwarzwassertank groß genug dimensioniert ist. Der einzige Grund, warum wir letztendlich doch zur Trockentoilette gewechselt sind, war der Wasserverbrauch, 5 Liter sind täglich durchs Klo geflossen.

Fakten zur Schiffstoilette:

  1. Wie die Schifftstoilette funktioniert: Es ist eine Vakuumtoilette, was bedeutet dass durch Betätigung einer Pumpe (manuell oder elektrisch) alles was sich in der Kloschüssel befindet abgesaugt wird, in den Festtank. Dabei werden die festen Stoffe relativ gut klein gemacht.
  2. Einbau der marinen Toilette im Wohnmobil: Die manuelle Pumpe neben der Kloschüssel benötigt evtl. etwas mehr Raum, meines Erachtens aber minimal. Auch müssen die Schläuche zum (Unterflur) Festtank ihren Platz finden. Dank dem Siffon ist im Wohnmobilbad keine Geruchsbelästigung durch den Fäkalientank, der ja eine eigene Belüftung übers Dach haben sollte, vorhanden.
  3. Benutzung: Geschäft machen, mit Wasser nachspülen, alles wegpumpen. Es gibt die Möglichkeit elektronisch zu spülen, dann kommt das Wasser aus einem Wasserkanister / Frischwassertank / Regenwassertank etc. Man kann aber auch einfach einen Becher nehmen, sich etwas Wasser aus dem Waschbecken zapfen. Eine Sache von Sekunden.
  4. Wartung: 1-2x jährlich Schlauch wechseln, da sich Urinstein festgesetzt. Besser einmal mehr wechseln, denn wenn es wirklich mal dicht ist, wird es richtig böse!
  5. Investition: 150€-300€ für die Schilffstoilette selbst inkl. manueller Pumpe, plus Schläuche, plus Festtank inkl. Montage. Es gibt auch Modelle mit automatischer Wasserspülung (per Knopfdruck). Das zielgerichtete Spülen mit einem Wasserbecher ist ressourcenschonender.
  6. Zubehör: Beim Kauf am besten gleich einen Tauschschlauch mitkaufen und auf Lager legen. Denn wenn diese Campingtoilette mal zu sein sollte hat man besser was da …
  7. Entsorgung & Reinigung: Entsorgung über den Bodeneinlass der VE-Station – kurz und heftig, Intervalle sind von den Tankkapazitäten abhängig. Reinigung mit handelsüblichen Badreinigern.

Unsere ehemalige Jabsco Toilette, jahrelang im Wohnmobil erprobt:

TIPP: Wenn die Pumpe schwer geht hilft es, etwas Öl in die Schiffstoilette reinzukippen. Das Öl einer Thunfischdose reicht völlig aus, wie ich mal per Zufall entdeckt habe …
Meine Bewertung:

Zwei von drei Daumen – denn eigentlich ist so eine Zerhackertoilette bzw. Schiffstoilette eine feine Sache, in Zusammenhang mit größeren Tanks. Die Entsorgung funktioniert relativ schmerzfrei, und ist nur alle 2-3 Wochen von Nöten.


Verbrennungstoilette

Die Verbrennungstoilette möchte ich nur am Rande erwähnen. Denn ich habe weder eigene Erfahrungen mit dieser Wohnmobil Toilette gesammelt, noch kann mich deren Funktion überzeugen. Sie hat jedoch einen entscheidender Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist: Man muss nicht entsorgen, denn es wird alles rückstandslos verbrannt.

Jetzt kommt aber auch gleich das Manko: Die Verbrennung verbraucht recht viel Energie, in Form von Gas. 100 Gramm Gas pro Toilettengang – das geht nur mit einem recht großen Gastank. Diese Wohnmobiltoilette ist also recht ressourcenintensiv. Und man zahlt den Komfort, nicht entsorgen zu müssen, nicht nur bei der Investition in eine Verbrennungstoilette – sondern auch in Form von laufenden Gaskosten. Dafür aber ist die Verbrennungstoilette eine Trockentoilette – denn hier wird nicht mit Wasser gespült, was diese Ressource wiederum schont.

Die Hinterlassenschaften werden bei hohen Temperaturen verbrannt – Flüssiges verdampft, Festes verbrennt. Technik und Einbau sind recht kostenintensiv und aufwändig, so braucht es beispielsweise ein Abgasrohr. Bei 100 Gramm Gas pro Stuhlgang benötigt man 1kg für 10x kosten bzw. 10kg für 100 Klogänge. Die Toilette selbst wiegt einiges, je nach Modell auch gerne bis zu 20kg. Dafür jedoch wird kein Tank für Schwarzwasser benötigt, man fährt keine Fäkalien durch die Gegend.

Meine Bewertung:

Einer von drei Daumen – die Idee ist super, doch in der Praxis einfach zu teuer. Und damit meine ich nicht nur die vierstellige Investition, sondern vor allem die laufenden Kosten für Gas machen die Verbrennungstoilette im Wohnmobil unsinnig.


Der Klappspaten – die Campingtoilette für Freischei$$er

Gerade kleine Busse haben Platzprobleme, und verzichten daher auf ein Klo. Da gibt es ein Problem. Und zwar dann, wenn auf dem Strandparkplatz oder in der Stadt gecampt wird – und man dann einfach die benachbarten Büsche nutzt. Das wird schnell ekelig, und Anwohner wie andere Reisende finden das sehr unangebracht – zurecht.

Ich möchte deshalb sehr empfehlen, wenigstens eine Kassettentoilette im Wohnmobil oder Camper zu verbauen. Wenn schon nicht für den täglichen Gebrauch, dann doch wenigstens für die Orte, an denen man nicht mit dem Spaten in den Wald laufen kann. Einfach die Büsche zu nutzen, den Scheißhaufen inklusive Klopapier einfach dort liegen zu lassen, das ist total eklig. Immer wieder treffe ich auf Gassirunden auf solche Ecken, leicht zu erkennen an den Klopapierfahnen. Einfach widderlich. Also, wenn schon, dann bitte die Schei$$e verbuddeln und das Klopapier mitnehmen und in der Mülltüte entsorgen.

Ein kleiner Klappspaten oder eine Gartenschaufel vereinfacht die Sache.

Meine Bewertung:

Einer von drei Daumen – Es kostet nichts, wäre aber auch nicht mein Ding.


Übersicht der ernst zu nehmenden Lösungen für eine Wohnmobil Toilette:

  Kassette Trocken Zerhacker Verbrennung
Größter Vorteil Einfacher Einbau, platzsparend Hält lange, je nach Tankkapazität Hält lange, bei uns 2 Wochen Rückstandslos
Größter Nachteil Schnell voll, eklig beim Entleeren Problematisch bei hohen Temperaturen / Durchfall Regelmäßig warten, sonst wird’s eklig. Hoher Gasverbrauch – nur mit Gastank sinnvoll
Kostenfaktor günstig – 50-200€ günstig (im Selbstbau) bis teuer – 100-1000€ mittel – 200-500€ teuer – bis 4.000€ inkl. Einbau
Fazit Gute Lösung für den Selbstausbau, perfekt als Notfalltoilette im Camper, mit SOG auch chemiefrei nutzbar. Toilette für’s autarke Wohnmobil, braucht kein Wasser, einfache Entsorgung. Lange Leerungsintervalle, Entsorgung wie Grauwasser. Keine Chemie, keine Entlüftung. Unbrauchbar, schon alleine aufgrund des hohen Gasbedarfs (100 Gramm / Toilettengang).

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Ihr müsst auf Offroad-Messen und Allradviecher-Treffen, um euch Input zu holen! Das bekommen wir in letzter Zeit öfters gesagt. Es mag ja auch sinnvoll sein, doch irgendwie ist uns solch eine Veranstaltung weder in Portugal noch in Marokko über den Weg gelaufen. Und extra dafür nach Deutschland fahren? Och nö. Also beschränken wir uns darauf, in so manch ein Expeditionsmobil einfach reinzuschauen, um uns was abzugucken. Und so haben wir uns von einigen richtig guten Ausbauten inspirieren lassen, einige Details mitgenommen. Und auch einfach mal in Augenschein genommen, wie einzelne Elemente, die wir für unseren Ausbau geplant haben, denn bei anderen aussehen.

Und so präsentiere ich: der fertige Grundriss für EIWOLA* !

* EIWOLA = EIerlegenderWOllmilchsauLAster


Der ziemlich finale Grundriss und dazu einige Gedankengänge

Der Grundriss für unser Expeditionsmobil hat sich in den letzten Monaten immer wieder mal verändert. Andere tun sich da sicherlich leichter mit, aber wir haben ja auch ein, zwei kleine Schikanen mit drin. Und erst jetzt haben wir einen Grundriss hinbekommen, der sich auch wirklich gut anfühlt.

Die kleinen Schikanen

Wir haben uns dafür entschieden, ein Quad mitnehmen zu wollen. Und so eine Quadgarage ist schon bisschen sperrig, ohne sie wäre die Grundrissplanung deutlich leichter von der Hand gegangen.

Dann gibt es noch ein paar Dinge, auf die ich Wert lege, wie die kleine Waschmaschine oder ein anständiges Waschbecken im Bad.

Die Spülmaschine hingegen hat es nicht in den finalen Grundriss geschafft. Nicht aus Platzgründen, sondern einfach weil sie einschränkend werden kann – kurz mal losfahren, wenn die Maschine (halb) voll ist oder sogar läuft? Ich denke, das geht nicht.

Was außerdem etwas untypisch für einen Expeditionsmobil-Grundriss ist: Die Sitzgruppe hat kein Podest, der Wohnraum ist mit 210cm Stehhöhe relativ großzügig bemessen und Hängeschränkle gibt es nicht so viele. So ziemlich alle, die unseren Grundriss bisher begutachtet haben, nennen es Platzverschwendung. Ich nenne es ein großzügiges, luftiges Wohngefühl – und das ist uns wichtiger als Stauraum. Und wenn es doch nicht reichen sollte – Hängeschränkle kann man immer noch welche ranklöppeln.

Grundsätzlich ist der Grundriss auch so geplant, dass wir den Wohnmobilausbau selbst meistern können. Mit anderen Worten: Es gibt kaum Schrägen, Kurven oder andere Schikanen. Bereits beim Ausbau vom Ducato habe ich schnell festgestellt: der rechte Winkel ist mein Freund. Alles Andere macht es nur komplizierter.


Unser Grundriss

Hier die aktuelle 3D Grundrissplanung.

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Die Raumaufteilung im Detail

  1. A Cozinha
    Die Kaffeemaschine hat noch kein endgültiges Plätzchen gefunden, kommt vermutlich eine Etage höher in das Hängeschränkle. Hängeschränkle hat es bisher nur in der Küche – und weil wir vorhaben, hier eine kleine Dunstabzugshaube einzubauen, hat es hier eigentlich nicht mehr sooo viel Platz für Geschirr. Ansonsten ist die Küchenzeile ca. 150cm lang und 65cm tief. Es gibt eine 2flammige Gaskochplatte, und ein relativ sperriges Spülbecken mit Abtropfdingens. Die restliche Arbeitsfläche fällt nicht so üppig aus, aber der übergroße Tisch ist ja direkt nebenan, das passt dann schon. Der Stauraum hier müsste reichen, auch wenn hier Elektrobackofen, Kaffeeautomat, Tajine und ein größerer Mülleimer untergebracht werden sollen. Hier müssen keine Lebensmittel Platz finden, dafür gibt es die Speisekammer (Punkt 8) mit großzügiger Kühl-Gefrier-Kombination.
  2. Schaffen und Chillen
    Die meiste Zeit des Tages verbringen wir am Laptop. Wir arbeiten, surfen, lesen, entwickeln Bilder, schreiben Blog, schauen Netflix … alles geschieht auf der Sitzbank am Computer. Wir haben große Laptops, und meist liegen auch 1-2 Kameras, Festplatten, Handys, Kaffeetassen usw. auf dem Tisch rum. Daher wird unser neuer Tisch noch größer als der alte werden: 90cm breit, 110cm lang. Die Sitzbank wird sogar 140cm lang. Sie ist so geplant, damit man ergonomisch sinnvoll arbeiten, super entspannt rumstracken, und auch mal mit ein bis zwei Hunden kuscheln kann. Außerdem wird es Zeit für eine Sitzgruppe, auf der man auch zu viert oder sechst halbwegs gemütlich einen Abend verbringen kann. Die beiden Sitzbänke bieten Stauraum. Was genau da reinkommt werden wir erst noch austüfteln, Gewichtsverteilung und so … Die drei orangenen Schubladen sind mit 70x60x20cm ziemlich groß, und für allen möglichen persönlichen Kram gedacht.
  3. Chillout Lounge
    Das nächtliche Ruhelager ist 140cm breit. Das mag manch einem zu eng sein, für uns ist das mehr als genug Platz. Links vom Bett ist jede Menge Stauraum, der größtenteils als Kleiderschrank genutzt werden wird. Im Bett gibt es zwei große Fenster, die Licht auch in die Sitzgruppe bringen soll. Es gibt kein Dachfenster.
  4. Zen-Garten
    Damit der Grundriss luftig bleibt, haben wir hier eine offene Fläche geschaffen, den Schlafzimmerschrank nicht bis ganz an die Sitzgruppe hin vorgezogen. Was hierhin kommt, man weiß es nicht. Vielleicht wird sich die Kaffeemaschine hier wohl fühlen? Im Zweifel machen wir hier einfach einen Zen-Garten hin. Oder es wird eine Deko-Ecke, gefüllt mit dem kitschigsten Nippes aus aller Welt 😀
  5. Quad-Garage
    Ja, es wird ein Quad. So ein anständiges 2-Personen-Quad ist recht sperrig, und so haben die Ausmaße der Quadgarage Einfluss auf die gesamte restliche Planung. Ob sich das Quad bewähren wird, das können wir nur hoffen. Sollte es sich nicht bewähren, ist die Quadgarage ja immer noch groß genug für zwei Motorräder. Oder für ein Jetski.
  6. Der fünffach belegte Stauraum
    „Das kann ja in den Stauraum unters Bett“ – keine Ahnung, wie oft dieser Satz im Laufe der Planung gefallen ist, aber es war oft. Ebenso häufig haben wir Zeugs dann wieder aus diesem Stauraum herausgeplant. Momentan wohnen hier ca. 400 Liter Frischwassertanks und die komplette Stromversorgung. Der große Stauraum ist nur unterm Tisch zugänglich. Hier soll wirklich nur Zeugs rein, das man weder täglich noch wöchentlich benötigt. Darüber sind drei große Schubladen (die in Orange). Sie sind 60cm breit und tief, 20cm hoch. Hier passt der persönliche Kram von uns beiden rein.
  7. Heizungskeller
    Unsere Primärheizung wird auch in EIWOLA der kleine Holzofen sein. Er und sein kleines Holzlager finden zwischen Sitzbank und Eingangstüre Platz. Die Backup-Heizung wird gleich daneben installiert, dazu aber ein Andermal mehr.
  8. Speisekammer
    Es gibt einen großen 220V Kühlschrank mit anständigem, separatem Gefrierfach. Hier hat es so viel Platz, dass quasi ALLE Lebensmittel reinpassen. Darunter ein Schuhschrank, darüber nochmal ein Schrank für Irgendwas. Der Schrank ist tiefer als der Kühlschrank, und so hat es dahinter noch Platz – für den Badschrank, siehe Punkt 9. Links von der Speisekammer ist noch eine kleine Garderobe. Da passt nicht viel rein, zwei Jacken und zwei paar Schuhe sollten hier aber Platz finden.
  9. Hammam
    Das Badezimmer ist der Raum im Wohnmobil, der unverhältnis viel Platz einnimmt. Das Verhältnis Aufenthaltszeit : Platzbedarf ist unverhältnismäßig, weshalb gerne am Bad gespart wird. Die einen verlagern die Dusche in den Eingangsbereich, andere lassen das Waschbecken weg, oder machen es abklappbar. Wir nicht. Ich finde das mit der Doppelnutzung nicht gut. Ich erkenne den Sinn dahinter, aber ich habe wenig Bock auf wegklappen, umklappen usw. Links gibt es eine Trockentrenntoilette, selbst gebaut. In der Mitte, wo auch der Durchstieg zum Fahrerhaus ist, kommt die Dusche hin. Rechts dann das Waschbecken. Die Badtüre hat zwei Anschläge. Einmal verschließt sie das ganze Bad. Oder nur das Klo – und zwar dann, wenn der Durchstieg zum Fahrerhaus offen ist. Die Duschwanne ist 90cm mal 70cm, und wird vermutlich auf zwei Seiten (zum Klo und zum Waschbecken hin) einen Duschvorhang haben, einfach damit nicht alles nass wird. Das Badezimmer wird eine Wäschetrocknungsvorrichtung an der Decke haben, außerdem mit einem Lüfter ausgestattet sein. Die 3kg Waschmaschine sitzt unter dem Waschbecken.
Der Türentrick: Sind die Türen vom Durchstieg und vom Bad geschlossen, ergibt sich ein größeres Badezimmer. Öffne ich die Durchstiegstüre und verschließe ich mit der Badtüre ausschließlich das Klo, dann können Hunde und Menschen vor ins Fahrerhaus (siehe Bild). Die Grundstellung, wenn wir stehen. Nachts macht man dann die Durchstiegstüre zu, damit die Kälte im Fahrerhaus bleibt.

(K)ein Expeditionsmodell-Grundriss

Was es nicht ist: ein ultimativ geländegängiges Expeditionsmobil. Dafür sind unsere Wünsche bei der Grundrissplanung einfach zu speziell, und so ist der Koffer auch nicht der Kleinste. Aber, dafür haben wir ein Quad in der Garage stehen – und das wiederum eröffnet ja wieder ganz neue Möglichkeiten. Aktuell stehen wir in Marokko, in der Düne von Erg Chebbi. Auch ohne 4×4 kommen wir relativ weit. Aber was wäre das ein Spaß, mit einem richtigen Allradfahrzeug, plus einem Quad! Das wird eine geile Nummer, wir freuen uns sehr darauf 😀

Möchtest du dich zu unserem Grundriss äußern, dann geht das hier bei Facebook: https://web.facebook.com/croslide/posts/2263240797288213

Coming Next in EIWOLA: Ressourcen & Energie – das Heizen-Kochen-Wasser-Strom-Klo-Konzept.


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Ich geb’s ja zu: wir sind mit unserer EIWOLA-Planung etwas weiter, als wir es bisher kommuniziert haben. Das liegt daran, dass wir gerne erst konkrete Nägel mit Köpfen machen, bevor wir die Neuigkeiten ans Schwarze Brett pinnen. Tatsächlich ist es so: wir haben der Idee, dass wir ein EIWOLA (EIerlegende WOllmilchsau LAster.) haben wollen direkt Taten folgen lassen – und sind voll in die Planung eingestiegen.

Du fragst dich gerade, worum es hier geht? Dann lese zuerst EIWOLA Teil I

Was dabei rausgekommen ist: ein ziemlich fertig geplanter Wohnkoffer. Die Dimensionen dessen bildete die Entscheidungsgrundlage für ein Basisfahrzeug. Und auch für die Einholung von Angeboten von einem Wohnkofferbauer.

Fangen wir von vorne an: die Kofferplanung

Nachdem wir uns erst einmal frei gemacht haben von der Vorstellung, dass es sinnvoll wäre unter 7,5 Tonnen zu bleiben, kann die Planung in die Vollen gehen. Denn ehe man weiß, welches Basisfahrzeug mit welchem Radstand denn zu einem passt, sollte man wissen, wie groß in etwa denn der Wohnkoffer werden sollte. Und natürlich auch, was ich mit meiner rollenden Einzimmerwohnung alles anstellen möchte.

Soll es ein waschechtes Expeditionsmobil werden, möglichst geländegängig und mit extra viel Fahrspaß? Dann wäre ein kurzer Unimog das Ideale. Oder einfach nur ein pistentaugliches Fahrzeug mit Fahr- und Wohnkomfort? Dann wäre ja (fast) alles besser, als das, was wir jetzt haben. Die Ideallösung für uns wird irgendwo dazwischen liegen.

Wir haben uns in Frage kommende Basisfahrzeuge bei mobile.de angeschaut und durchdiskutiert, gleichzeitig den Wohnkoffer geplant. Der Koffer wurde mal größer, und schmäler, dann wieder breiter und niedriger … so ein Grundriss ändert sich mit dem tagesaktuellen Wissensstand, und das nicht nur einmal. Wir haben viel gelernt, viele erfahrene Ausbauer und Weltenbummler gefragt, Videos angeschaut. Herausgekommen ist Folgendes:

  • Der Koffer hat eine Länge von ca. 5,70m, eine Breite von 2,40m, eine Höhe von 2,20m.
  • Damit der Koffer auch dann heile bleibt, wenn wir offroad unterwegs sind, muss dieser adäquat auf dem Fahrzeug befestigt sein. Wir setzen dabei auf Erprobtes: Zwischenrahmen mit Vierpunktlagerung. Da geht das wohl ganz gut auch mit etwas heftiger Verschränkung, ohne dass sich allzu viele Kräfte auf die Wohnkabine übertragen. Diese hat verstärkte Kanten und nochmals verstärkte Ecken.
  • Logisch, dass wir ein paar speziellere Features haben, oder? Gesetzt sind Folgende:
    • Eine großzügige Heckgarage, mit Platz für ein Quad oder zwei Motorräder – denn Stauraum wird massiv überbewertet. Mobilität, Fahrspaß und ein praktisches Zweitfahrzeug ist uns wichtiger.
    • Eine Waschmaschine – denn Handwäsche macht einfach keinen Spaß. Eine 3kg-Maschine einmal die Woche anwerfen – das reicht für die kleine Wäsche zwischendurch.
    • Ein Holzofen – einfach weil es geil ist. Und wir einfach drauf stehen, wenn es in der Hütte kuschelige 27 Grad hat.
    • Der Kaffeevollautomat – weil wir ihn nicht mehr missen möchten

Andere Dinge werden noch heiß diskutiert: Wie dekadent und pragmatisch ist eine Spülmaschine, und wen juckt es schon, wie dekadent die ist? Braucht es wirklich einen Durchstieg zum Fahrerhaus, und wenn ja, nur für den Notfall oder für den täglichen Gebrauch? Einfache Hühnerleiter oder aufwändige Einstiegstreppe mit Podest? Dachluken oder Solarpanels? Was braucht man, was will man, und was nicht?

Und bevor die Minimalisten-Menschen wieder auf der Bühne erscheinen: Kaffeevollautomat ja, Fernseher nein. Spülmaschine vielleicht, Klimaanlage nein, Sektglasvitrine nein. Ihr werdet es nicht glauben, aber das Leben im Wohnmobil hat nicht immer was mit gnadenlosem Minimalismus zu tun. Das kann tatsächlich jeder handhaben wie er will. Und solange wir keinen Hänger hinter uns herziehen in dem die Putzfrau wohnt, werden wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die ungeliebte Hausarbeit optimieren können.

Mehr zum Grundriss und zur Ausstattung gibt es dann in der nächsten Folge von „EIWOLA“.

Werden wir konkret: wir haben mehrere Wohnkofferhersteller angefragt, auch mit Bekannten und Andres Kunden geredet, die so ein Fahrzeug, wie es uns in etwa vorschwebt, haben. Herausgekommen sind Empfehlungen und Kontakte zu entsprechenden Anbietern. Und der eine, der sich gut angehört und gut angefühlt hat, der selbst auch Langzeitreisen mit dem Expeditionsmobil unternommen hat, dieser eine, der hat uns nicht nur einen fairen Preis für eine Wohnkabine gemacht – er hat auch eine alte Feuerwehr auf dem Hof stehen. Eine, bei der alle technische Rahmenbedingungen passen – Radstand, Motorisierung, Zustand. Und so kommt es, dass wir zugeschlagen haben, schon vor einigen Wochen. Wir haben einen Laster gekauft und eine Wohnkabine bestellt, quasi per Whatsapp.

Und Andre hat das mit einer kurzen Stippvisite nach Deutschland übers Wochenende quasi nochmal konkretisiert, und auch schon Details besprochen. Das heißt: Wir haben jetzt ein Basisfahrzeug, einen halbwegs durchgeplanten Wohnkoffer, einen Kofferbauer, und einen Zeitplan. Olé!

Das Basisfahrzeug: allradig, groß und schwer.

Mercedes hat einen guten Ruf – als der Hersteller, von dem man weltweit am einfachsten Ersatzteile bekommt. Und so kommt nach einigen fantasiereichen Ausflügen zu anderen Herstellern (DAF, MAN, Tatra) eigentlich nur ein Mercedes in Frage. Und zwar ein älteres Modell. Eines, das jeder Mechaniker weltweit mit Hammer und Meißel (und Schweißgerät) reparieren kann. Eines, das für hohe Belastungen gebaut wurde – so, dass es unsere Ausflüge in die Botanik mühelos wegsteckt. Eines, dass genug Schmackes unter der Motorhaube hat, dass wir damit auch mal einen Berg hochkommen.

Wir gratulieren uns selbst recht herzlich zum MB 1225.

MB 1225, das sollte ein Mercedes mit 12 Tonnen max. zulassungsfähiges Gesamtgewicht und 250 PS sein. Okay, unserer ist mit knapp 14 Tonnen eingetragen, keine Ahnung wie das geht und was das soll. Wir werden am Ende wohl kaum auf mehr als 11 Tonnen reisefertig kommen, von daher ist es relativ schnuppe. Und er hat 260 PS, ungepimpt, wird noch etwas mehr bekommen 😉

In den letzten 30 Jahren hat er gerade mal 27.000 Kilometer auf den Tacho bekommen. So ist das bei den Feuerwehr-Autos: sie sind bestenfalls nicht so oft im Einsatz, und dazwischen werden sie gehegt und gepflegt. Was vorkommen kann sind Standschäden, weshalb man einige Dichtungen und Zeugs neu machen muss. Aber damit hab ich nichts am Hut. Es ist ein Allradviech, hat also Allrad, irgendwelche Sperren, ein kurzes Fahrerhaus, einen langen Radstand und ausreichend viele Pferdchen unter der Haube.

Und das Beste überhaupt: Unser Wohnkofferbauer hat diesen Mercedes aufm Hof stehen. Er verkauft ihn uns nicht nur, sondern er richtet uns das Fahrzeug her, baut den gewünschten Zwischenrahmen, den GfK-Wohnkoffer mit allen Fenstern, Türen, Klappen und auch ein paar Zwischenwänden. Und ein paar andere Kleinigkeiten rund ums Fahrzeug.

Der Zufall.

Das ist ja schon der Zufall überhaupt: wir stehen in Portugal, an einem hübschen Stausee. Mein Buch ist gerade eben erschienen, und ein eBook-Käufer hat Probleme damit, es auf dem iPad zum Laufen zu bringen. Wie andere übrigens auch. Diese Apfelgeräte sollen ja so leicht zu bedienen sein, aber ein PDF bekommen sie nicht anständig gespeichert. Tststs. Wir emailen hin und her, während an der Westküste der Orkan „Leslie“ aufzieht. Und er mir erzählt, dass er im Nachbarort auf einem Hügel steht. Ehe wir selbst an einen Ort mit Windschatten umparken, schicke ich ihm kurzerhand die Koordinaten. Bei Sturm aufm Berg stehen – weiß nicht, ob das so gut kommt. Auf jeden Fall kommt er her gefahren, und schau an – er hat ein Allradviech, das von „unserem“ auserkorenen Kofferbauer gebaut wurde. Einem Zweimann-Unternehmen, bei dem vermutlich keine drei Fahrzeuge im Jahr vom Hof rollen. Zufälle gibt es … Der Orkan hat sich woanders ausgetobt, und wir haben die Chance genutzt – und haben auch eine ausgiebige Roomtour bekommen. Und fühlen uns bestätigt, unsere Wahl ist richtig. Er hat da ein richtig gutes Allradviech, sowas wollen wir auch.

Und nu?

Nun heißt es warten. Wir haben uns für einen kleinen Expeditionsmobilbauer entschieden, für einen, der gut ist und deshalb gut gebucht ist. Frühestens im kommenden Sommer steht der Koffer auf dem Fahrzeug, sind Extratanks und Staukästen fertig, sodass unsere Arbeit, der Innenausbau, beginnen kann. Wir werden bis dahin extremst gut vorbereitet sein. Denn wir haben ein sehr ambitioniertes Ziel: vor Weihnachten raus aus Deutschland und ab in den Süden, für eine erste Testfahrt. Drei bis vier Monate, um ein großes Expeditionsmobil auszubauen? Puh. Andere bauen Jahre an sowas. Aber, es ist möglich. Es muss möglich sein, denn bei alldem, was wir noch zum Ausdiskutieren haben – ein Winter in Süddeutschland ist irgendwie total indiskutabel, da sind wir uns spontan einig.

Wir haben bis dahin aber auch gut zu tun. Das fängt schon mit dem Thema Führerschein an: Andre muss seinen einfach nur verlängern, ich jedoch muss einen neuen Führerschein machen.

Aber wo?

Wir bräuchten übrigens noch eine Halle. Irgendwo in Süddeutschland wäre schön. Wo Ducatolein, Vario und Eiwola, wir und zwei Hunde, es für vier Monate aushalten können. Eine Halle im Grünen, mit einem schönen See in der Nähe und einem gut sortierten Baumarkt in der Nachbarschaft wäre schön. Und ein guter Pizzalieferdienst, für die ganz harten Tage. Zu viel verlangt? Ach was, wer ein EIWOLA baut, der kann das doch auch standesgemäß in der Eierwollmilchsau-Halle tun. Gib mir oder Andre bitte Bescheid, wenn du so eine Halle hast oder kennst.

UPDATE: Hat sich schon erledigt, wir haben gefunden!

PREVIEW: EIWOLA TEIL III

Unser Grundriss steht, aber wir mögen ihn noch nicht herzeigen. Wir müssen erst noch ein paar Tage drüber schlafen, und im Geiste durch den virtuellen Wohnkoffer gehen. Schauen, an welchen Ecken man sich den Kopf anhauen kann, und was so eng geplant ist, dass ich meinen Hintern da im Leben nicht durchbekomme. Wir freuen uns jetzt aber erstmal darüber, dass es alles so zu klappen scheint wie erhofft – und in EIWOLA Teil III bekommst du dann den Grundriss zu sehen, natürlich in 3D.

Hier schonmal eine Fotomontage, die aber auch schon überholt ist:

Ach ja: wir erwähnen zum jetzigen Zeitpunkt absichtlich noch nicht wer unser Wohnkofferbauer ist. Lasst uns erst selbst eigene Erfahrungen mit ihm sammeln. Und ihn auch erst fragen, ob er denn überhaupt erwähnt werden möchte.

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