Wir bauen uns einen Laster aus, und noch hat es Zeit, ein paar verrückte Ideen zu verwirklichen. Dinge reinzubauen, die nicht zum Standard gehören. Wo der eine oder andere denken mag, das gehört doch nicht in ein Wohnmobil! Aber hey, warum nicht? Schließlich wollen WIR darin wohnen, und da ist es doch egal, was sich gehört und was man normalerweise so macht. Sich von Konventionen lossagen, und nichts darauf geben, was andere dazu sagen – so wird ein Schuh draus. Oder ein EIWOLA 😉


Die Sauna in der Quadgarage


Fangen wir doch mit dem Feature an, das ich wirklich sehr vermisse, vor allem dieser Tage: Wärme. Und zwar nicht nur irgendeine Wärme, sondern die, die auch gut für’s Immunsystem ist. 90 Grad sind super warm, und die wöchentliche Sauna war früher obligatorisch. Doch seit ich unterwegs bin, haut das irgendwie nicht mehr hin. Das beginnt schon mit dem Problem, dass die Saunen in Portugal kaum mehr als 60 Grad haben. Da kannst du dich im Sommer auch in die Sonne legen, das fühlt sich heißer an.

Nun haben wir ja eine Quadgarage – die ganz schön groß und leer ist, wenn gerade kein Quad drinsteht. Und wir haben einen Holzofen – mit dem man richtig gut einheizen kann. Die Quadgarage besteht rundum aus GFK, was ja wasserundurchlässig und hitzebeständig ist. Das perfekte Material also für eine Sauna. Es fehlen nur noch ein paar gemütliche Sitzgelegenheiten, und etwas, das einem Aufguss möglichst nahekommt. Da müssen wir uns aber noch etwas einfallen lassen, denn wir werden ganz gewiss keine Steine im Wohnmobil spazieren fahren.


Das Heimkino im Rollheim


Wir haben derzeit keinen Fernseher – Okay, eigentlich muss es heißen wir haben einen Fernseher, aber wir finden die Fernbedienung nicht mehr. Und im Kino waren wir seit Jahren nicht mehr. Was uns nicht daran hindern kann, uns ein anständiges Heimkino ins Eiwola zu zaubern.

Satter Sound, eine 16:9 Kinoleinwand, einen Beamer, Popkornmaschine und Netflix – et voilà. Oder was meintest Du, warum wir beim Grundriss von Eiwola auf Hängeschränke verzichtet haben? Was kümmert uns Stauraum, wir brauchen weiße Wände als Projektionsfläche!


Thermomix, sonst nix!


Ich bin keine gute Köchin. Ich koche dennoch oft, denn Andre ist noch schlechter darin. Er hat kein Bock darauf lange in der Küche zu stehen, und ich habe kein Bock auf Nudeln mit Tomatenmark. Nun ist es ja so, dass wir viel Solarstrom produzieren. Dies tun wir auch, um unsere neue Küchenmaschine bei Laune zu halten. Denn die Lösung für kochunwillige, gestresste Hausfrauen mit Job heißt: Thermomix!

Keine Töpfe, die niemand spülen möchte. Keine Fettspritzer mehr in der Küche. Und geplante Features wie Einbaugasherd oder Dunstabzugshaube können wir uns auch sparen. Als angenehmen Nebeneffekt brauchen wir noch weniger Stauraum, da wir uns auch die ganzen Töpfe und Pfannen sparen können. Ergänzend gibt es noch einen kleinen Backofen, natürlich nur um der Nichtkocherei weiter zu frönen: Aufbackbrötchen, Fertigpizza und Hundekekse backen sich ja nicht von alleine.


Köter’s Paradise


Apropos Hunde. Wir haben ja gerade eben viel Stauraum durch eine neue Küchenplanung eingespart. Wird also höchste Zeit, diesen Raum neu zu verplanen. Nun haben wir ja zwei Hunde, und die liegen naturgemäß ständig im Weg rum. Zehnmal täglich die Hunde von der Sitzbank schmeißen, dass soll mit dem Einzug ins Eiwola direkt aufhören. Damit das auch klappen kann, braucht es ein kuscheliges Plätzchen, eine Kuschelhöhle für die Kuschelhunde.

Also eigentlich braucht es zwei Kuschelhöhlen, denn beim Chillen brauchen die Hunde irgendwie ihren Freiraum. Frag mich nicht warum, aber seit Ziva hinten im Kinderbett chillt, ist das für Max eine Tabuzone. Also zwei Kuschelhöhlen, unter jeder Sitzbank jeweils eine. Gut gepolstert, mit einem Schafsfell drin, und ganz ganz wichtig: einem Luftauslass. Denn wenn die zwei sich einig sind, dann darin, dass der Luftauslass der Heizung das Geilste überhaupt ist. Umso heißer, desto besser. Ich weiß auch nicht, woher sie das haben. Da wir keine normale Gas- oder Dieselheizung in Eiwola eingeplant haben, muss was andres her – jeweils ein kleiner Heißluftfön, der auf kleiner Stufe warme Luft in die Kuschelhöhle pustet.


CrosLab, die rollende Dunkelkammer


Fotografieren ist unser Hobby, und eigentlich würden wir unsere besten Fotos gerne ausdrucken. Auf die Idee kam ich dank meines neuen Afrika-Bildbands, der schlappe 10 Kilo wiegt, siehe Foto – im Vergleich dazu ist mein Portugal-Reiseführer ein Leichtgewicht. Was soll’s, was sind schon 10 Kilo bei 11 Tonnen Gesamtgewicht? Auch wenn online Bildergalerien toll und flexibel sind – Bilder wirken gedruckt und im Großformat einfach besser. Es ist beispielsweise ein irre Unterschied, ob du meine besten Bilder aus Portugal auf dem Smartphone oder dem 4K Bildschirm betrachtest.

Aber: Fotodrucker sind qualitativ aber einfach total Banane, zumindest jene, die für den Heimgebrauch gedacht und auch bezahlbar sind. Also entwickeln wir unsere Fotos einfach selbst. Es gibt Negativdrucker, so kann man aus digitalen Fotos qualitativ hochwertige Negative herstellen.

Und ja, auch deshalb haben wir die teuren Fenster inklusive den superteuren Rollos von KCT gekauft: Sie machen einfach wirklich sehr dunkel. So dunkel, dass man aus dem Wohnmobil eine Dunkelkammer machen kann. Erst hatten wir ja überlegt nur das Bad als Dunkelkammer umzurüsten, aber dort ist es einfach zu eng. Und die flachen Behälter mit der Entwicklerflüssigkeit drin mag man ja nicht aus Versehen umstoßen. Daher machen wir es anders herum: wollen wir Fotos entwickeln, packen wir die Hunde ins Fahrerhaus, und können dann in aller Ruhe arbeiten. Danach gut durchlüften, und fertig. Das wird der Hammer.


Smarthome: Von Technikfreaks, für Technikfreaks


Die Einen haben ein Smartphone, wir haben bald ein Smarthome. Sorry, der Spruch war billig, musste aber irgendwie sein. Nein, ernsthaft: wie der Eine oder Andere vielleicht schon mitbekommen hat: ich wohne da mit so einem technikbegeisterten Typen zusammen. Da liegt der Verdacht nahe, dass unser neues Wohnmobil auch ein paar technische Finessen verpasst bekommt, oder? Amazons Alexa oder Google Home, wir wissen es noch nicht. Müssen erst noch herausfinden, was genau man mit den einzelnen Geräten machen, welche Komponenten man anschließen kann. Licht, Alarmanlage … und ich hätte da ein paar ganz besondere Ideen. „Alexa, mach bitte Warmwasser im Bad“. „Alexa, da ist kein Wasser mehr im Hundenapf“. „Alexa, einen Latte Macchiato bitte“. „Alexa, wir stehen schräg, fährst du bitte die Hubstützen raus?“.


Und nun kommt’s: Mindestens zwei dieser Ideen setzen wir tatsächlich um 😀 Nur welche?

Ich wünsche fröhliches Mitraten auf Facebook: https://www.facebook.com/croslide/posts/2350388568573435

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Ihr müsst auf Offroad-Messen und Allradviecher-Treffen, um euch Input zu holen! Das bekommen wir in letzter Zeit öfters gesagt. Es mag ja auch sinnvoll sein, doch irgendwie ist uns solch eine Veranstaltung weder in Portugal noch in Marokko über den Weg gelaufen. Und extra dafür nach Deutschland fahren? Och nö. Also beschränken wir uns darauf, in so manch ein Expeditionsmobil einfach reinzuschauen, um uns was abzugucken. Und so haben wir uns von einigen richtig guten Ausbauten inspirieren lassen, einige Details mitgenommen. Und auch einfach mal in Augenschein genommen, wie einzelne Elemente, die wir für unseren Ausbau geplant haben, denn bei anderen aussehen.

Und so präsentiere ich: der fertige Grundriss für EIWOLA* !

* EIWOLA = EIerlegenderWOllmilchsauLAster


Der ziemlich finale Grundriss und dazu einige Gedankengänge

Der Grundriss für unser Expeditionsmobil hat sich in den letzten Monaten immer wieder mal verändert. Andere tun sich da sicherlich leichter mit, aber wir haben ja auch ein, zwei kleine Schikanen mit drin. Und erst jetzt haben wir einen Grundriss hinbekommen, der sich auch wirklich gut anfühlt.

Die kleinen Schikanen

Wir haben uns dafür entschieden, ein Quad mitnehmen zu wollen. Und so eine Quadgarage ist schon bisschen sperrig, ohne sie wäre die Grundrissplanung deutlich leichter von der Hand gegangen.

Dann gibt es noch ein paar Dinge, auf die ich Wert lege, wie die kleine Waschmaschine oder ein anständiges Waschbecken im Bad.

Die Spülmaschine hingegen hat es nicht in den finalen Grundriss geschafft. Nicht aus Platzgründen, sondern einfach weil sie einschränkend werden kann – kurz mal losfahren, wenn die Maschine (halb) voll ist oder sogar läuft? Ich denke, das geht nicht.

Was außerdem etwas untypisch für einen Expeditionsmobil-Grundriss ist: Die Sitzgruppe hat kein Podest, der Wohnraum ist mit 210cm Stehhöhe relativ großzügig bemessen und Hängeschränkle gibt es nicht so viele. So ziemlich alle, die unseren Grundriss bisher begutachtet haben, nennen es Platzverschwendung. Ich nenne es ein großzügiges, luftiges Wohngefühl – und das ist uns wichtiger als Stauraum. Und wenn es doch nicht reichen sollte – Hängeschränkle kann man immer noch welche ranklöppeln.

Grundsätzlich ist der Grundriss auch so geplant, dass wir den Wohnmobilausbau selbst meistern können. Mit anderen Worten: Es gibt kaum Schrägen, Kurven oder andere Schikanen. Bereits beim Ausbau vom Ducato habe ich schnell festgestellt: der rechte Winkel ist mein Freund. Alles Andere macht es nur komplizierter.


Unser Grundriss

Hier die aktuelle 3D Grundrissplanung.

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Die Raumaufteilung im Detail

  1. A Cozinha
    Die Kaffeemaschine hat noch kein endgültiges Plätzchen gefunden, kommt vermutlich eine Etage höher in das Hängeschränkle. Hängeschränkle hat es bisher nur in der Küche – und weil wir vorhaben, hier eine kleine Dunstabzugshaube einzubauen, hat es hier eigentlich nicht mehr sooo viel Platz für Geschirr. Ansonsten ist die Küchenzeile ca. 150cm lang und 65cm tief. Es gibt eine 2flammige Gaskochplatte, und ein relativ sperriges Spülbecken mit Abtropfdingens. Die restliche Arbeitsfläche fällt nicht so üppig aus, aber der übergroße Tisch ist ja direkt nebenan, das passt dann schon. Der Stauraum hier müsste reichen, auch wenn hier Elektrobackofen, Kaffeeautomat, Tajine und ein größerer Mülleimer untergebracht werden sollen. Hier müssen keine Lebensmittel Platz finden, dafür gibt es die Speisekammer (Punkt 8) mit großzügiger Kühl-Gefrier-Kombination.
  2. Schaffen und Chillen
    Die meiste Zeit des Tages verbringen wir am Laptop. Wir arbeiten, surfen, lesen, entwickeln Bilder, schreiben Blog, schauen Netflix … alles geschieht auf der Sitzbank am Computer. Wir haben große Laptops, und meist liegen auch 1-2 Kameras, Festplatten, Handys, Kaffeetassen usw. auf dem Tisch rum. Daher wird unser neuer Tisch noch größer als der alte werden: 90cm breit, 110cm lang. Die Sitzbank wird sogar 140cm lang. Sie ist so geplant, damit man ergonomisch sinnvoll arbeiten, super entspannt rumstracken, und auch mal mit ein bis zwei Hunden kuscheln kann. Außerdem wird es Zeit für eine Sitzgruppe, auf der man auch zu viert oder sechst halbwegs gemütlich einen Abend verbringen kann. Die beiden Sitzbänke bieten Stauraum. Was genau da reinkommt werden wir erst noch austüfteln, Gewichtsverteilung und so … Die drei orangenen Schubladen sind mit 70x60x20cm ziemlich groß, und für allen möglichen persönlichen Kram gedacht.
  3. Chillout Lounge
    Das nächtliche Ruhelager ist 140cm breit. Das mag manch einem zu eng sein, für uns ist das mehr als genug Platz. Links vom Bett ist jede Menge Stauraum, der größtenteils als Kleiderschrank genutzt werden wird. Im Bett gibt es zwei große Fenster, die Licht auch in die Sitzgruppe bringen soll. Es gibt kein Dachfenster.
  4. Zen-Garten
    Damit der Grundriss luftig bleibt, haben wir hier eine offene Fläche geschaffen, den Schlafzimmerschrank nicht bis ganz an die Sitzgruppe hin vorgezogen. Was hierhin kommt, man weiß es nicht. Vielleicht wird sich die Kaffeemaschine hier wohl fühlen? Im Zweifel machen wir hier einfach einen Zen-Garten hin. Oder es wird eine Deko-Ecke, gefüllt mit dem kitschigsten Nippes aus aller Welt 😀
  5. Quad-Garage
    Ja, es wird ein Quad. So ein anständiges 2-Personen-Quad ist recht sperrig, und so haben die Ausmaße der Quadgarage Einfluss auf die gesamte restliche Planung. Ob sich das Quad bewähren wird, das können wir nur hoffen. Sollte es sich nicht bewähren, ist die Quadgarage ja immer noch groß genug für zwei Motorräder. Oder für ein Jetski.
  6. Der fünffach belegte Stauraum
    „Das kann ja in den Stauraum unters Bett“ – keine Ahnung, wie oft dieser Satz im Laufe der Planung gefallen ist, aber es war oft. Ebenso häufig haben wir Zeugs dann wieder aus diesem Stauraum herausgeplant. Momentan wohnen hier ca. 400 Liter Frischwassertanks und die komplette Stromversorgung. Der große Stauraum ist nur unterm Tisch zugänglich. Hier soll wirklich nur Zeugs rein, das man weder täglich noch wöchentlich benötigt. Darüber sind drei große Schubladen (die in Orange). Sie sind 60cm breit und tief, 20cm hoch. Hier passt der persönliche Kram von uns beiden rein.
  7. Heizungskeller
    Unsere Primärheizung wird auch in EIWOLA der kleine Holzofen sein. Er und sein kleines Holzlager finden zwischen Sitzbank und Eingangstüre Platz. Die Backup-Heizung wird gleich daneben installiert, dazu aber ein Andermal mehr.
  8. Speisekammer
    Es gibt einen großen 220V Kühlschrank mit anständigem, separatem Gefrierfach. Hier hat es so viel Platz, dass quasi ALLE Lebensmittel reinpassen. Darunter ein Schuhschrank, darüber nochmal ein Schrank für Irgendwas. Der Schrank ist tiefer als der Kühlschrank, und so hat es dahinter noch Platz – für den Badschrank, siehe Punkt 9. Links von der Speisekammer ist noch eine kleine Garderobe. Da passt nicht viel rein, zwei Jacken und zwei paar Schuhe sollten hier aber Platz finden.
  9. Hammam
    Das Badezimmer ist der Raum im Wohnmobil, der unverhältnis viel Platz einnimmt. Das Verhältnis Aufenthaltszeit : Platzbedarf ist unverhältnismäßig, weshalb gerne am Bad gespart wird. Die einen verlagern die Dusche in den Eingangsbereich, andere lassen das Waschbecken weg, oder machen es abklappbar. Wir nicht. Ich finde das mit der Doppelnutzung nicht gut. Ich erkenne den Sinn dahinter, aber ich habe wenig Bock auf wegklappen, umklappen usw. Links gibt es eine Trockentrenntoilette, selbst gebaut. In der Mitte, wo auch der Durchstieg zum Fahrerhaus ist, kommt die Dusche hin. Rechts dann das Waschbecken. Die Badtüre hat zwei Anschläge. Einmal verschließt sie das ganze Bad. Oder nur das Klo – und zwar dann, wenn der Durchstieg zum Fahrerhaus offen ist. Die Duschwanne ist 90cm mal 70cm, und wird vermutlich auf zwei Seiten (zum Klo und zum Waschbecken hin) einen Duschvorhang haben, einfach damit nicht alles nass wird. Das Badezimmer wird eine Wäschetrocknungsvorrichtung an der Decke haben, außerdem mit einem Lüfter ausgestattet sein. Die 3kg Waschmaschine sitzt unter dem Waschbecken.
Der Türentrick: Sind die Türen vom Durchstieg und vom Bad geschlossen, ergibt sich ein größeres Badezimmer. Öffne ich die Durchstiegstüre und verschließe ich mit der Badtüre ausschließlich das Klo, dann können Hunde und Menschen vor ins Fahrerhaus (siehe Bild). Die Grundstellung, wenn wir stehen. Nachts macht man dann die Durchstiegstüre zu, damit die Kälte im Fahrerhaus bleibt.

(K)ein Expeditionsmodell-Grundriss

Was es nicht ist: ein ultimativ geländegängiges Expeditionsmobil. Dafür sind unsere Wünsche bei der Grundrissplanung einfach zu speziell, und so ist der Koffer auch nicht der Kleinste. Aber, dafür haben wir ein Quad in der Garage stehen – und das wiederum eröffnet ja wieder ganz neue Möglichkeiten. Aktuell stehen wir in Marokko, in der Düne von Erg Chebbi. Auch ohne 4×4 kommen wir relativ weit. Aber was wäre das ein Spaß, mit einem richtigen Allradfahrzeug, plus einem Quad! Das wird eine geile Nummer, wir freuen uns sehr darauf 😀

Möchtest du dich zu unserem Grundriss äußern, dann geht das hier bei Facebook: https://web.facebook.com/croslide/posts/2263240797288213

Coming Next in EIWOLA: Ressourcen & Energie – das Heizen-Kochen-Wasser-Strom-Klo-Konzept.


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Ich geb’s ja zu: wir sind mit unserer EIWOLA-Planung etwas weiter, als wir es bisher kommuniziert haben. Das liegt daran, dass wir gerne erst konkrete Nägel mit Köpfen machen, bevor wir die Neuigkeiten ans Schwarze Brett pinnen. Tatsächlich ist es so: wir haben der Idee, dass wir ein EIWOLA (EIerlegende WOllmilchsau LAster.) haben wollen direkt Taten folgen lassen – und sind voll in die Planung eingestiegen.

Du fragst dich gerade, worum es hier geht? Dann lese zuerst EIWOLA Teil I

Was dabei rausgekommen ist: ein ziemlich fertig geplanter Wohnkoffer. Die Dimensionen dessen bildete die Entscheidungsgrundlage für ein Basisfahrzeug. Und auch für die Einholung von Angeboten von einem Wohnkofferbauer.

Fangen wir von vorne an: die Kofferplanung

Nachdem wir uns erst einmal frei gemacht haben von der Vorstellung, dass es sinnvoll wäre unter 7,5 Tonnen zu bleiben, kann die Planung in die Vollen gehen. Denn ehe man weiß, welches Basisfahrzeug mit welchem Radstand denn zu einem passt, sollte man wissen, wie groß in etwa denn der Wohnkoffer werden sollte. Und natürlich auch, was ich mit meiner rollenden Einzimmerwohnung alles anstellen möchte.

Soll es ein waschechtes Expeditionsmobil werden, möglichst geländegängig und mit extra viel Fahrspaß? Dann wäre ein kurzer Unimog das Ideale. Oder einfach nur ein pistentaugliches Fahrzeug mit Fahr- und Wohnkomfort? Dann wäre ja (fast) alles besser, als das, was wir jetzt haben. Die Ideallösung für uns wird irgendwo dazwischen liegen.

Wir haben uns in Frage kommende Basisfahrzeuge bei mobile.de angeschaut und durchdiskutiert, gleichzeitig den Wohnkoffer geplant. Der Koffer wurde mal größer, und schmäler, dann wieder breiter und niedriger … so ein Grundriss ändert sich mit dem tagesaktuellen Wissensstand, und das nicht nur einmal. Wir haben viel gelernt, viele erfahrene Ausbauer und Weltenbummler gefragt, Videos angeschaut. Herausgekommen ist Folgendes:

  • Der Koffer hat eine Länge von ca. 5,70m, eine Breite von 2,40m, eine Höhe von 2,20m.
  • Damit der Koffer auch dann heile bleibt, wenn wir offroad unterwegs sind, muss dieser adäquat auf dem Fahrzeug befestigt sein. Wir setzen dabei auf Erprobtes: Zwischenrahmen mit Vierpunktlagerung. Da geht das wohl ganz gut auch mit etwas heftiger Verschränkung, ohne dass sich allzu viele Kräfte auf die Wohnkabine übertragen. Diese hat verstärkte Kanten und nochmals verstärkte Ecken.
  • Logisch, dass wir ein paar speziellere Features haben, oder? Gesetzt sind Folgende:
    • Eine großzügige Heckgarage, mit Platz für ein Quad oder zwei Motorräder – denn Stauraum wird massiv überbewertet. Mobilität, Fahrspaß und ein praktisches Zweitfahrzeug ist uns wichtiger.
    • Eine Waschmaschine – denn Handwäsche macht einfach keinen Spaß. Eine 3kg-Maschine einmal die Woche anwerfen – das reicht für die kleine Wäsche zwischendurch.
    • Ein Holzofen – einfach weil es geil ist. Und wir einfach drauf stehen, wenn es in der Hütte kuschelige 27 Grad hat.
    • Der Kaffeevollautomat – weil wir ihn nicht mehr missen möchten

Andere Dinge werden noch heiß diskutiert: Wie dekadent und pragmatisch ist eine Spülmaschine, und wen juckt es schon, wie dekadent die ist? Braucht es wirklich einen Durchstieg zum Fahrerhaus, und wenn ja, nur für den Notfall oder für den täglichen Gebrauch? Einfache Hühnerleiter oder aufwändige Einstiegstreppe mit Podest? Dachluken oder Solarpanels? Was braucht man, was will man, und was nicht?

Und bevor die Minimalisten-Menschen wieder auf der Bühne erscheinen: Kaffeevollautomat ja, Fernseher nein. Spülmaschine vielleicht, Klimaanlage nein, Sektglasvitrine nein. Ihr werdet es nicht glauben, aber das Leben im Wohnmobil hat nicht immer was mit gnadenlosem Minimalismus zu tun. Das kann tatsächlich jeder handhaben wie er will. Und solange wir keinen Hänger hinter uns herziehen in dem die Putzfrau wohnt, werden wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die ungeliebte Hausarbeit optimieren können.

Mehr zum Grundriss und zur Ausstattung gibt es dann in der nächsten Folge von „EIWOLA“.

Werden wir konkret: wir haben mehrere Wohnkofferhersteller angefragt, auch mit Bekannten und Andres Kunden geredet, die so ein Fahrzeug, wie es uns in etwa vorschwebt, haben. Herausgekommen sind Empfehlungen und Kontakte zu entsprechenden Anbietern. Und der eine, der sich gut angehört und gut angefühlt hat, der selbst auch Langzeitreisen mit dem Expeditionsmobil unternommen hat, dieser eine, der hat uns nicht nur einen fairen Preis für eine Wohnkabine gemacht – er hat auch eine alte Feuerwehr auf dem Hof stehen. Eine, bei der alle technische Rahmenbedingungen passen – Radstand, Motorisierung, Zustand. Und so kommt es, dass wir zugeschlagen haben, schon vor einigen Wochen. Wir haben einen Laster gekauft und eine Wohnkabine bestellt, quasi per Whatsapp.

Und Andre hat das mit einer kurzen Stippvisite nach Deutschland übers Wochenende quasi nochmal konkretisiert, und auch schon Details besprochen. Das heißt: Wir haben jetzt ein Basisfahrzeug, einen halbwegs durchgeplanten Wohnkoffer, einen Kofferbauer, und einen Zeitplan. Olé!

Das Basisfahrzeug: allradig, groß und schwer.

Mercedes hat einen guten Ruf – als der Hersteller, von dem man weltweit am einfachsten Ersatzteile bekommt. Und so kommt nach einigen fantasiereichen Ausflügen zu anderen Herstellern (DAF, MAN, Tatra) eigentlich nur ein Mercedes in Frage. Und zwar ein älteres Modell. Eines, das jeder Mechaniker weltweit mit Hammer und Meißel (und Schweißgerät) reparieren kann. Eines, das für hohe Belastungen gebaut wurde – so, dass es unsere Ausflüge in die Botanik mühelos wegsteckt. Eines, dass genug Schmackes unter der Motorhaube hat, dass wir damit auch mal einen Berg hochkommen.

Wir gratulieren uns selbst recht herzlich zum MB 1225.

MB 1225, das sollte ein Mercedes mit 12 Tonnen max. zulassungsfähiges Gesamtgewicht und 250 PS sein. Okay, unserer ist mit knapp 14 Tonnen eingetragen, keine Ahnung wie das geht und was das soll. Wir werden am Ende wohl kaum auf mehr als 11 Tonnen reisefertig kommen, von daher ist es relativ schnuppe. Und er hat 260 PS, ungepimpt, wird noch etwas mehr bekommen 😉

In den letzten 30 Jahren hat er gerade mal 27.000 Kilometer auf den Tacho bekommen. So ist das bei den Feuerwehr-Autos: sie sind bestenfalls nicht so oft im Einsatz, und dazwischen werden sie gehegt und gepflegt. Was vorkommen kann sind Standschäden, weshalb man einige Dichtungen und Zeugs neu machen muss. Aber damit hab ich nichts am Hut. Es ist ein Allradviech, hat also Allrad, irgendwelche Sperren, ein kurzes Fahrerhaus, einen langen Radstand und ausreichend viele Pferdchen unter der Haube.

Und das Beste überhaupt: Unser Wohnkofferbauer hat diesen Mercedes aufm Hof stehen. Er verkauft ihn uns nicht nur, sondern er richtet uns das Fahrzeug her, baut den gewünschten Zwischenrahmen, den GfK-Wohnkoffer mit allen Fenstern, Türen, Klappen und auch ein paar Zwischenwänden. Und ein paar andere Kleinigkeiten rund ums Fahrzeug.

Der Zufall.

Das ist ja schon der Zufall überhaupt: wir stehen in Portugal, an einem hübschen Stausee. Mein Buch ist gerade eben erschienen, und ein eBook-Käufer hat Probleme damit, es auf dem iPad zum Laufen zu bringen. Wie andere übrigens auch. Diese Apfelgeräte sollen ja so leicht zu bedienen sein, aber ein PDF bekommen sie nicht anständig gespeichert. Tststs. Wir emailen hin und her, während an der Westküste der Orkan „Leslie“ aufzieht. Und er mir erzählt, dass er im Nachbarort auf einem Hügel steht. Ehe wir selbst an einen Ort mit Windschatten umparken, schicke ich ihm kurzerhand die Koordinaten. Bei Sturm aufm Berg stehen – weiß nicht, ob das so gut kommt. Auf jeden Fall kommt er her gefahren, und schau an – er hat ein Allradviech, das von „unserem“ auserkorenen Kofferbauer gebaut wurde. Einem Zweimann-Unternehmen, bei dem vermutlich keine drei Fahrzeuge im Jahr vom Hof rollen. Zufälle gibt es … Der Orkan hat sich woanders ausgetobt, und wir haben die Chance genutzt – und haben auch eine ausgiebige Roomtour bekommen. Und fühlen uns bestätigt, unsere Wahl ist richtig. Er hat da ein richtig gutes Allradviech, sowas wollen wir auch.

Und nu?

Nun heißt es warten. Wir haben uns für einen kleinen Expeditionsmobilbauer entschieden, für einen, der gut ist und deshalb gut gebucht ist. Frühestens im kommenden Sommer steht der Koffer auf dem Fahrzeug, sind Extratanks und Staukästen fertig, sodass unsere Arbeit, der Innenausbau, beginnen kann. Wir werden bis dahin extremst gut vorbereitet sein. Denn wir haben ein sehr ambitioniertes Ziel: vor Weihnachten raus aus Deutschland und ab in den Süden, für eine erste Testfahrt. Drei bis vier Monate, um ein großes Expeditionsmobil auszubauen? Puh. Andere bauen Jahre an sowas. Aber, es ist möglich. Es muss möglich sein, denn bei alldem, was wir noch zum Ausdiskutieren haben – ein Winter in Süddeutschland ist irgendwie total indiskutabel, da sind wir uns spontan einig.

Wir haben bis dahin aber auch gut zu tun. Das fängt schon mit dem Thema Führerschein an: Andre muss seinen einfach nur verlängern, ich jedoch muss einen neuen Führerschein machen.

Aber wo?

Wir bräuchten übrigens noch eine Halle. Irgendwo in Süddeutschland wäre schön. Wo Ducatolein, Vario und Eiwola, wir und zwei Hunde, es für vier Monate aushalten können. Eine Halle im Grünen, mit einem schönen See in der Nähe und einem gut sortierten Baumarkt in der Nachbarschaft wäre schön. Und ein guter Pizzalieferdienst, für die ganz harten Tage. Zu viel verlangt? Ach was, wer ein EIWOLA baut, der kann das doch auch standesgemäß in der Eierwollmilchsau-Halle tun. Gib mir oder Andre bitte Bescheid, wenn du so eine Halle hast oder kennst.

UPDATE: Hat sich schon erledigt, wir haben gefunden!

PREVIEW: EIWOLA TEIL III

Unser Grundriss steht, aber wir mögen ihn noch nicht herzeigen. Wir müssen erst noch ein paar Tage drüber schlafen, und im Geiste durch den virtuellen Wohnkoffer gehen. Schauen, an welchen Ecken man sich den Kopf anhauen kann, und was so eng geplant ist, dass ich meinen Hintern da im Leben nicht durchbekomme. Wir freuen uns jetzt aber erstmal darüber, dass es alles so zu klappen scheint wie erhofft – und in EIWOLA Teil III bekommst du dann den Grundriss zu sehen, natürlich in 3D.

Hier schonmal eine Fotomontage, die aber auch schon überholt ist:

Ach ja: wir erwähnen zum jetzigen Zeitpunkt absichtlich noch nicht wer unser Wohnkofferbauer ist. Lasst uns erst selbst eigene Erfahrungen mit ihm sammeln. Und ihn auch erst fragen, ob er denn überhaupt erwähnt werden möchte.

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Für den einen oder anderen Blogleser dürfte dieser Artikel keine allzu große Überraschung darstellen. Für uns zumindest gibt es nach den letzten Monaten nur eine mögliche Schlussfolgerung: Wir brauchen Allrad!

Bisher waren wir der Meinung, dass man kein Allrad braucht, solange man sich in Europa aufhält. Und ja, „brauchen“ ist vielleicht das falsche Wort. Wirklich brauchen tut man sowas nicht, daher muss es auch  „Wir wollen Allrad“ heißen. Und da HABEN immer besser ist als WOLLEN, wird unser nächstes Wohnmobil das sein, was ich liebevoll als „Allradviech“ bezeichne.

Und wie das so ist, wenn die Denkmurmel erst einmal angesprungen ist: die Brauchen-Und-Wollen-Liste wird ganz schnell ziemlich lang.


Wie kommt’s?

Der erwachte Wunsch nach Offroad.

Das Reisen mit zwei Fahrzeugen ist schon ziemlich gut – der Ducato wie auch der Vario haben jeweils ihre eigenen Vorzüge (lese auch: Warum jeder ein Zweitwomo haben sollte). Und solange wir keine großen Strecken fahren geht das ja auch nicht so sehr ins Geld. Der Vario bietet Wohnkomfort und Autarkie, Ducatolein verschafft uns Mobilität und eine extra Chillout Area.

Ein Team kommt aber immer nur so weit wie sein schwächstes Mitglied. Jetzt möchte ich den Vario nicht als schwach bezeichnen, aber er ist sperrig. Etwas behäbig. Und recht schnell beleidigt, parkt man ihn auf etwas Sand oder einer leicht feuchten Wiese. Seine Offroadfähigkeiten lassen zu wünschen übrig – entweder ist er zu hoch oder der Weg zu schräg, er steckt im Sand fest oder wir brechen die Anfahrt ab, einfach weil es uns zu heikel ist … Er ist einfach kein Offroader, auch wenn wir ihn manchmal dazu missbrauchen. Und jedes Mal, wenn wir in so eine Situation kommen, ist dieser Gedanke wieder da:

Brauchen wir Allrad?

Ducatolein ist kleiner und wendiger als der Vario. So manche Pisten fahren wir daher erst einmal mit dem Ducato ab um herauszufinden, ob der Vario es auch dort hinschaffen könnte. Du kannst dir das so vorstellen: ich fahre, und Andre sitzt auf dem Beifahrersitz, die Vegetation und „Straßenverhältnisse“ kommentierend: „Oh je, das ist aber schräg da vorne“ und „ob der Baum auch mit einem Ast weniger leben kann?“ und „wie schön, ein Sandkasten“ und „wer bitteschön hat den Felsen in den Weg gelegt?“.

Tatsächlich fahren wir zunehmend solche Wege. Und weil auch wir unsere Fahrzeuge nicht kaputt machen möchten, kommen wir nicht immer an unser Ziel, brechen die Anfahrt ab. Da, wo die Portugiesen mit ihren Pickups locker durchkommen, und sie auch ihre alten Opel Corsas durchbrettern. Da wollen wir auch hinkommen, und dafür brauchen wir etwas mehr Geländegängigkeit.


WTF ist EIWOLA?

EIWOLA ist der Arbeitstitel für ein Projekt, das momentan noch in der Planungsphase ist:

EIWOLA, der Eierlegende Wollmilchsau Laster.

Es ist mir schon klar, dass es EIWOLA nicht gibt (lese auch: das perfekte Wohnmobil). Manche sagen, dass es das perfekte Wohnmobil nicht gibt. Hier muss ich widersprechen. Natürlich gibt es das, und das geht so: Du baust dir ein EIWOLA, ein für dich perfektes Wohnmobil. Und wenn es fertig gebaut ist, dann ist es perfekt. Perfekt genug für dich. Dann bist du damit super happy, schaust dir auch nicht die vermeintlichen EIWOLAs von anderen Leuten an, sondern bist einfach glücklich und zufrieden mit dem, was du hast.

Ich habe mir Ducatolein selber ausgebaut (lese auch: Wohnmobilausbau), um ein Jahr lang damit durch Europa zu fahren. Weil der Gebrauchtwohnmobilmarkt nichts hergegeben hat, habe ich mir meinen perfekten Camper ausgebaut – perfekt für meine Zwecke. Dabei ist er alles andere als perfekt, er hat einige Ecken und Macken. Aber das macht ihn ja auch irgendwie liebenswert. Man muss es nur positiv sehen, dann wird das schon!

Zurück zu EIWOLA. Kurz gesagt ist EIWOLA ein autarkes, geländegängiges Reisemobil mit Wohnkomfort. Ein Expeditionsmobil zum drin Leben. Ein Wohnmobil, in dem wir uns wohl fühlen, und mit dem wir an die schönen Orte dieser Welt hinkommen. Ja, richtig gehört, WELT. Wer weiß, wohin es uns die nächsten Jahre ziehen wird? Es gibt hübsche Länder auf hübschen Kontinenten, und einige davon reizen uns schon sehr. Und wenn wir uns heute Gedanken über EIWOLA machen, dann überlegen wir uns natürlich als erstes, was wir damit machen möchten.


EIWOLA – der Laster, der weiterkommen soll

Wohin soll die Reise gehen?

Da sind wir uns einig: wir wollen mehr. Mehr schöne Plätze und Länder erkunden, in Europa und außerhalb davon. Wir wollen Wege fahren können, ohne ständig überlegen zu müssen, ob das so schlau ist, ob wir aus dieser Nummer wieder rauskommen. Weder der Vario noch Ducatolein sind wirklich pistentauglich. Deren Reifen und Federung sind einfach für hübsch geteerte Straßen gemacht, nicht für Pisten.

Ob man Allrad braucht oder nicht ist sicherlich diskussionsfähig. Größere Reifen, mehr Bodenfreiheit, und so technische Begriffe wie Untersetzung, Differenzial, Achsverschränkung werfe ich hier einfach mal in den Raum. Ich habe von Fahrzeugtechnik soviel Ahnung wie ein Hund vom Stricken, also lass ich es einfach mal so stehen.

Was ich weiß: momentan fahren wir nicht überall hin, einfach weil wir nicht überall hinkommen. Mit dem Vario sind sandige Wege kritisch, steile Wege machen keinen Spaß, Waschbrettpisten sind nervig, schräge Wege lösen spontanes Unwohlsein aus. Der Vario macht richtig viel mit, und wahrscheinlich kann er auch mehr, als wir ihm zumuten. Aber trotzdem, beide Wohnmobile sind Fahrzeuge, gemacht für richtige Straßen. Wir aber fahren mehr lausige Pisten, denn sie führen uns an die schönsten Plätze.


EIWOLA – schöner Wohnen im Laster

Das Beste aus allen.

Wenn es um das Wohnen geht, ergänzen sich Ducatolein und Vario ganz gut. Der Vario hat Stauraum ohne Ende, kann bei mir aber nicht sehr punkten, wenn es ums Wohlfühlen geht. Das Wohnraumdesign entspricht mir einfach nicht. Vergleicht man das Interior mit Ducatolein, von mir selbst ausgebaut, wird der Unterschied deutlich. Aber ich denke es macht auch einen Unterschied, ob man irgendwo mit einzieht, oder ob man sein Fahrzeug nach seinen eigenen Vorstellungen selbst plant und ausbaut.

Ducatolein ist eine schöne Bereicherung – gerade im Sommer. Wenn es draußen allzu warm ist, kann man es im Ducato noch am besten aushalten – und wohl auch deshalb lieben Hunde Ducatolein. Es ist kühler, jeder hat sein Lieblingsplätzchen, kann sich langstrecken und in Ruhe pennen. Und wenn ich auch mal chillen mag, finde ich meist sogar noch ein Plätzchen.

Hier steht also im Fokus: EIWOLA soll Wohnraum bieten, in dem man sich wohl fühlt – gemütlich, wohnlich, praktisch. Wir brauchen keine 1000 Staukästen, dafür haben wir einfach nicht so viel Zeugs. Der Wohlfühlfaktor ist wichtiger, eben weil wir dauerhaft darin wohnen.

Und genau hier hapert es bei vielen Expeditionsmobilen: Von außen sind sie riesig, und hat man sie erst einmal erklommen, steht man in einem sehr, sehr kleinen Wohnraum. Der Koffer ist von Haus aus relativ niedrig, um die Fahrzeuggesamthöhe nicht zu hoch werden zu lassen. Hinzu kommt der Wunsch nach Stauraum, so viel wie geht. Da habe ich dann doch andere Prioritäten.


EIWOLA – das Autarkiemobil

Ressourcen sparen und vorrätig haben.

Es dürfte wohl klar sein, dass unser EIWOLA komplett stromautark sein wird, oder? Unsere Überlegungen zur Autarkie gehen aber noch weiter. Wenn wir ganz auf Strom setzen, braucht es denn dann noch Gas? Und macht es überhaupt Sinn, auf Gas zu verzichten und auf Diesel als Backup zu setzen, wenn der Strom mal knapp wird? Und wie viel an Batteriekapazität und Solarpanels kostet der Verzicht auf Gas überhaupt? Fragen über Fragen über Fragen.

Klar ist, dass gerade das Energiekonzept sehr gut durchdacht sein möchte. Denn wir gehören nunmal zu den Menschen, die auch mal zwei Wochen am Stück irgendwo rumstehen. Die vier Tage Superhitze oder Regenwetter eher aussitzen, als dass sie in eine andere Klimazone flüchten.

Zur Autarkie gehört auch das Wasser und Abwasser – und das eigentlich sogar in erster Linie. Denn nebst Lebensmitteln ist das Ver- und Entsorgen der Hauptgrund, warum man irgendwann weiterfahren MUSS. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass wir seit einigen Monaten ein neues Klo im Wohnmobil testen, die Trockentrenntoilette. Bereits diese hat unseren täglichen Wasserverbrauch um einige Liter reduziert – und schont somit auch unsere Schwarzwasserkapazitäten.


Die BRAUCHEN-UND-WOLLEN-LISTE

Ideen gibt es viele – doch wie praktikabel sind diese? Manche Gedankengänge sind noch recht unausgereift, andere dafür sehr konkret.

Wasser und Klo

Das Ziel: so wenig Ver- und Entsorgung wie möglich.

Momentan fahren wir 350 Liter Frischwasser und 600 Liter Abwasser / Grauwasser durch die Gegend. Damit sind wir durchaus vier Wochen wasserautark, zumindest wenn wir im Sommer an einem See stehen. Gerade diesen Sommer wurde uns bewusst, dass dieses Konzept nicht ganz optimal ist. Für die Klospülung geht jeden Tag fünf Liter Wasser drauf. 5 Liter x 7 Tage = 35 Liter x 4 Wochen = 140 Liter. Ohne Wasserspülung würde sich unsere Autarkie immens verlängern! So kommt es nicht von ungefähr, dass wir jetzt eine Trocken-Trenntoilette im Wohnmobil haben. Wir möchten austesten, ob das System was taugt. Bis jetzt geht es sich gut an. Der zweite Optimierungsansatz beim Wasserkonzept stellt ein Wasserfiltersystem dar. Sedimentfilter, Keramikfilter, Aktivkohlefilter, Pumpe – wir möchten noch die Sommer an den Stauseen nutzen um zu testen, ob wir eine praktikable Lösung finden um auch mittelmäßiges Seewasser in Trinkwasserqualität zu bringen. Das Ziel ist es ein System zu haben, das möglichst lange läuft, ohne dass Filter getauscht werden müssen. Vor allem aber sollen preiswerte Standardfilter benutzt werden können.

Strom und Wärme

Mit Strom Wärme erzeugen?

Stromautarkie haben wir ja bereits heute. Aber, da ist noch Luft nach oben. Die Idee ist ein energieautarkes, nachhaltiges Wohnen: Die Strömlinge sollen zu 100% über die Solaranlage in die (überdimensionierte) Aufbaubatterie gelangen. Dafür wird das Dach zugepflastert. Dachluken sind überbewertet, die werden früher oder später sowieso undicht. Nutzen wir das Dach doch lieber für mehr solar.

Könnte es möglich sein, nur mit Solarstrom autark zu leben? Kühlen und gefrieren mit Strom, Kochen mit Induktion und Backofen, der Heizlüfter als Backup und Ergänzung zum Holzofen, Kaffee mit dem Vollautomaten usw.

Warmwasser machen und kochen sind kritische Punkte – denn gerade im Winter, wenn die Sonne tief steht und das Wasser warm sein soll, bräuchte es eine alternative Energiequelle um auch ohne Strom warm duschen und kochen zu können.

Küche und Haushalt

Gut getrunken ist halb gekocht. Oder so.

Unsere momentane Küche mag dem Standard entsprechen, mir entspricht sie jedoch nicht. Der 3-Flammen-Gasherd hat zwei Flammen mehr als ich benutze, ist dadurch eine Platzverschwendung. Die Hängeschränkle hängen so hoch, dass ich Dinge ins obere Fach nur reinwerfe. Das im Kühlschrank integrierte Gefrierfach vereist alle paar Wochen. Und der Müllsack hat keinen richtigen Platz. Es gibt also Potential zur Optimierung. Vor allem aber stehen einige Gerätschaften auf der Haben-Wollen-Liste: den Kaffeevollautomaten möchten wir nicht mehr missen, ebenso wenig wie den mobilen Backofen.

Leidige Punkte im Wohnmobilhaushalt sind Hausarbeiten wie Geschirr spülen, Bad putzen und Wäsche waschen.

Und gleich mal ein Wort an die Minimalisten unter den Bloglesern: Ja, ich hatte in meiner alten Wohnung Kaffeevollautomaten, Spülmaschine, Wäschetrockner und eine Putzfrau – und das war auch gut so. Denn wenn ich auf irgendwas absolut keinen Bock habe, dann ist es Hausarbeit.

Jetzt könnte es sich als recht schwierig gestalten eine Putzfrau mitzuführen, weshalb Spülmaschine und Waschmaschine eine ernsthafte Option darstellen.

Wohnraum versus Stauraum

Soll es gemütlich sein, oder soll viel reinpassen?

Viele Wohnmobile, gerade aber auch Expeditionsmobile, haben oftmals mehr Stauraum als Wohnraum. Kisten und Boxen und Schubladen und Oberschränke, soweit das Auge sieht. Wir brauchen keinen großen Kleiderschrank, auch keinen extra Schuhschrank, und ich denke, dass wir auch auf die beleuchtete Sektglasvitrine verzichten können. Momentan haben wir viel Stauraum, doch fahren wir vor allem deshalb so viele Dinge durch die Gegend, weil einfach keine Notwendigkeit besteht mal richtig auszumisten.

Mögen wir bei manchen Dingen auf neue Technik und den extra Tick Luxus im Wohnmobil setzen, darf es bei anderen Dingen gerne etwas minimalistisch zugehen. Und nur so kann es auch gehen: Wer sich den Platz für eine Spülmaschine schaffen möchte, der muss woanders Platz einsparen. Ansonsten wird das Wohnmobil ja riesig. Aber manche Dinge, die bei anderen ja obligatorisch ist, fallen bei uns weg: Fahrrad, Fernseher, Radio, Satschüssel, Klimaanlage, Schuhschrank, Bügeleisen, Vorzeltteppich, Grill, Stauraum für 100 deutsche Wurstkonserven. Haben wir nicht, brauchen wir auch künftig nicht.

Mobilität

Rumkommen und Rumgurken.

Wenn Ducatolein als Beiwagen wegfällt, womit sollen wir dann rumfahren, wenn wir mal wieder wochenlang wo rumstehen? Es stehen drei motorisierte Fahrzeugarten zur Wahl: Offroad-E-Bike, Quad und Motorrad. Reichweite, Fahrkomfort, Offroadtauglichkeit und Platzbedarf sind Aspekte, die noch einigen Diskussionen und Abwägungen bedürfen. Was auch immer es werden wird: ganz ohne ein motorisiertes Zweitfahrzeug wollen wir eigentlich nicht mehr sein.

Geländegängigkeit und Leistung

Die letzten 300 Meter.

Kommen wir zum eigentlichen Anlass der ganzen Gedankenspielerei. EIWOLA ist ein geländegängiger Offroader, der massig Raum zum drin Leben bietet. Anständig große Reifen, ein gescheiter Zwischenrahmen, genug Leistung, Motorbremse, Untersetzung, Allrad, Differenzialsperre. Das ganze bei möglichst kleinem Radstand. Nein, EIWOLA muss keine Bergziege sein. Würden wir eine Bergziege wollen, würde es ein kompakter Unimog werden. Das wird es definitiv nicht. EIWOLA soll uns einfach über die Sandwege und Pisten an die schönen Plätze bringen. Wie sagt man so schön: Allrad brauchst du für die letzten 300 Meter. Wie ich uns kenne, werden es bei uns eher 3km sein.

Das Verhältnis von Leistung und Gewicht muss etwas besser sein, als es beim Vario momentan ist. Auch, damit das Fahren angenehmer ist und nicht jeder kleine Hügel zur Herausforderung wird. Besonders krass ist der Unterschied zwischen Ducato und Vario – mit meinem Ducatolein macht das Kurvenfahren richtig Spaß, der Vario ist hier naturgemäß etwas langsamer. Was aber wohl bei jedem Laster der Fall ist – Ducatolein kann da so schnell keiner das Wasser reichen. Obwohl …

Haltbarkeit

Aus den Problemen Anderer lernen.

Wir sehen, was funktioniert, und was irgendwie Bullshit ist. Verkratzte Plastikfenster, kaputte Fliegenrollos, undichte Dachfenster – es ist ein ewiges Dilemma, das sich durch die Standardwohnmobile aller Marken zieht. Beim Innenausbau muss die Prämisse gelten, dass die Hunde ihn nicht gleich wieder ruinieren können. Superleichtes Pappelsperrholz mit hauchdünner Beschichtung? Kannste voll vergessen. So weiches Holz seine ersten 10 Macken, noch bevor wir mit dem Ausbau fertig sind. Die nächsten zehn kommen dann sicher auch noch, meine Tollpatschigkeit wird’s schon richten.

Wir haben sicherlich den Vorteil, dass Andre bereits sehr viele Wohnmobile aller Preisklassen von Innen gesehen hat. Und auch so manche Macken und Probleme kennt. Seine Kunden berichten ihn von Fehlern, die sie selbst beim Ausbau gemacht haben – und die wir sicherlich nicht noch einmal machen müssen.

Wohnkomfort

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Ja, wir brauchen ein Wohnmobil, in dem wir gut und gerne drin leben möchten. Ich finde es immer lustig, wenn Andere einem was von Minimalismus auf Reisen erzählen wollen, und dass dieses und jenes einfach kein „echtes“ Camping mehr sei. Holladriho. Ich sehe das ganz entspannt: Wenn jemand einen Thermomix in seinem Gigaliner betreiben möchte, dann darf er dies gerne tun. Wenn das Gerät aber mehr Strom braucht als da ist, dann möge der Moppel bitte nicht in meiner Nähe laufen. Nicht deswegen.

Auf unserer Haben-Wollen-Liste stehen ein paar Gerätschaften, die sicherlich nicht zur Standardausstattung des 0815-Wohnmobils gehören. Aber wir leben auch in der Kiste, und da ist eine kleine Waschmaschine ja nicht verkehrt, oder?


EIWOLA von der Stange

Das Rad nicht neu erfinden, aber selber bauen.

Es wird noch etwas dauern, bis aus dem Gedankenspiel auch Realität werden kann. Denn EIWOLA gibt es nicht von der Stange. Und vor allem wäre EIWOLA nicht bezahlbar, lässt man ihn/sie von einem Profi nach den eigenen Vorstellungen ausbauen.

Wir haben uns durch Angebote verschiedener Profiausbauer gewühlt. Diese Firmen mögen gute Reisemobile bauen, arbeiten aber einfach nicht in unserem Preissegment, das muss man ganz klar sagen. Hier fangen die interessanten Fahrzeuge ab 250.000 € an – in der Basisversion. Da sind dann keine Sonderwünsche und nur eingeschränkte Autarkie mit drin. Stolze Preise, und doch sind sie ausgebucht – die Wartezeiten sind ewig.

Und ehrlich gesagt kann ich viele Innenausbauten nicht nachvollziehen. Ich weiß, Vieles ist einfach nur Geschmackssache, aber ich finde sehr viele Reisemobile einfach nicht sehr ansprechend. Oder vom Grundriss her schlichtweg nicht geeignet, um darin zu leben. Aber, es gibt Ausnahmen – und von denen gucken wir uns einfach was ab.

EIWOLA selbst ausbauen, darauf wird es hinauslaufen. Ein Basisfahrzeug, einen Zwischenrahmen, darauf eine Wohnkabine, die wir selbst ausbauen. Doch auch dann scheint EIWOLA schnell zum Drei-Jahres-Projekt zu werden. Denn auch hier haben die Kabinenbauer eine Warteliste von ein bis zwei Jahren. Es scheint, dass die Branche derzeit ganz schön am boomen ist. Die Frage ist nur – wird das in ein paar Jahren wieder besser?

Fortsetzung folgt.

Erfahrungswerte gesucht!

  • Du lebst im Wohnmobil und hast eine richtige Spülmaschine mit an Board? Teile uns bitte deine Erfahrungswerte mit!
  • Du meinst, zum perfekten EIWOLA fehlt noch ein Detail? Lasse uns teilhaben!

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