Auch, wenn der Ausbau von Eiwola letzten Monat im Groben erledigt war, so gibt es natürlich auch im Oktober noch einiges zu tun. Und doch wird dieser Blogpost eine Mischung aus Ausbaublog und Reiseblog werden, denn wir machen uns endlich wieder auf die Socken! Zwar befinden wir uns nicht so wirklich im Reisemodus, denn unsere Tour durch Süddeutschland ist gespickt mit Terminen und Verabredungen.


Führerschein – die praktische Prüfung

Sobald wir in Annaberg fertig sind, haben wir einige Terminen im Schwäbischen. Doch ehe wir uns an die Reiseplanung machen können, muss ich einen Termin erfolgreich absolvieren: meine praktische Führerscheinprüfung. Wir wollen auf jeden Fall noch im Oktober loskommen, und bei der Dekra einen Prüfungstermin zu bekommen, ist gerade nicht leicht, denn einige Prüfer sind krank. Trotzdem schafft es Rainer, mein Fahrlehrer, einen Termin zu ergattern – und schwupps, nächste Woche ist Fahrprüfung. Und die sollte ich auch bestehen, denn der nächste mögliche Termin ist dann erst im November. Nur kein Druck!

Oh je, es fehlen aber noch alle Sonderfahrten, und Abfahrtskontrolle und Einparken und überhaupt … Es folgen so Aktionen wie die Autobahnfahrt am Samstagmorgen, gefolgt von einer Nachtfahrt am selben Samstagabend. Rainer macht es möglich, und so bekommen wir alle Stunden zusammen, und ich bin halbwegs sicher beim Fahren. Dann noch eine kleine Extrahürde: Die Dekra hat uns keinen Prüfungstermin für Annaberg gegeben, sondern für Marienberg, einem Städtchen eine Stunde weiter. Na ganz toll. Jetzt, wo ich in Annaberg jedes Stoppschild und so manch einen Randstein beim Vornamen kenne, soll ich die Prüfung in Marienberg machen. Aber hilft nichts, der nächste mögliche Prüfungstermin ist erst nächsten Monat. Also gibt es noch ein paar Fahrstunden extra, und ich erkunde mit dem Allrad Lkw die malerischen Gassen von Marienberg. Schlimmer noch ist die Fahrt dorthin: überall diese fürchterlich engen Straßen, wo die Bäume wirklich fünf Zentimeter vom Straßenrand entfernt stehen – und teilweise auch noch in die Straße reinhängen. Macht ja sowas von gar keinen Spaß. Und so bin ich auch schon im Vorfeld der Prüfung bedient.

Ich mache es kurz: Ich war super nervös, was recht untypisch für mich ist. Aber Prüfung war nett, er hat die engsten Straßen ausgelassen, und ich habe die Prüfung bestanden. Puh, ist mir da ein Stein vom Herzen gefallen. Noch ehe ich zurück in Annaberg bin, hat Andre die Werkstatttermine der nächsten 2-3 Wochen ausgemacht. Lkw fahre ich übrigens frühestens in Frankreich wieder. Bin damit jetzt erstmal durch.

Werkstatt No 1: ausräumen, auflösen, abschließen.

Nun heißt es, alles fertig zu haben, damit wir los können. Letzte Arbeiten abschließen, nicht mehr Benötigtes verkaufen, verschenken oder wegschmeißen, und damit auch alles in Eiwola passt, nochmal ausmisten. Irgendwie ist Eiwola voll, die Ausbauhalle auch, und sie wird einfach nicht leerer. Man packt Zeugs von A nach B und wieder zurück, sortiert und ist um jedes Stück froh, das einfach nur in den Müll landet – weg ist weg.

Die letzte Woche in Annaberg ist super stressig, steht aber auch im Zeichen der kulinarischen Vielfalt des Sommers: noch ein Dürüm vom Dönermann, eine Pizzalieferung vom Inder, noch einmal chinesisch Essen beim Vietnamesen, noch einmal Backfisch mit Graupenrisotto beim Tschechen. Und bevor sich unsere Vermieter wieder ans Rumtreiben machen (siehe Reiseblog www.reisezaepfchen.de) gehen wir auch nochmal zum Griechen. Abschiedsessen in Schneeberg hatten wir bereits letzte Woche diverse.

Nur selten nutze ich in diesen Tagen den Herd im Wohnmobil. Kommt aber durchaus mal vor – beispielsweise, um die letzten Kräuter im Kräutergarten sinnvoll zu verarbeiten. Das geht mit der Tajine einfach am besten.

Dann heißt es Tschüss sagen. Die Nachbarin bekommt noch ein Dankeschön als kleiner Ausgleich für die vielen Pakete, die sie für uns angenommen hat. Die Mädels müssen sich schweren Herzens von Ziva verabschieden. Irgendwann ist die Halle dann plötzlich leer, und wir machen los.

Schön war es hier in Annaberg – perfekt, um unser Eiwola auszubauen. Die Halle war super, die Nachbarschaft, die vielen Besucher, die Restaurantbesuche, und wo bitteschön hätte ich sonst eine Fahrschule mit Allrad-Wohnmobil als Fahrschulauto gefunden? Über das Wetter reden wir mal nicht.

Aber irgendwie hat auch das gepasst, und dazu geführt, dass wir ohne größere Pausen und Zwischenfälle bauen konnten.

So geht mein besonderer Dank an Dana, Markus, Barbara, Lena, Roberto, Martin, … Plus die vielen Anderen, die uns besucht und uns geholfen haben.

Nach 140 Tagen in Annaberg sagen wir also Tschüss. Wir nehmen aber noch ein bisschen was mit – etwas Annaberger Stollen und ein Teil der Maronen werden es wohl noch bis nach Marokko schaffen.

Werkstatt No 2: Schneeberg – Bremsen und so

Wir tun, was wir die letzten zwei Wochen öfters getan haben: wir fahren mal wieder nach Schneeberg. Gerade zu Zeiten des Führerscheins war die Pendelei schon etwas nervig. Denn man fäfhrt in diesem Erzgebirge ja nicht stumpf von einem Städtchen ins Andere. Zwischen dir und deinem nur 30km entfernten Ziel liegen diverse gesperrte Ortsdurchfahrten. Die Sperrungen und Umleitungen wechseln auch schonmal, der Berufsverkehr ist ganz fürchterlich, und so plant man für 30km irgendwie anderthalb Stunden ein, möchte man pünktlich kommen. Aber heute ist das letzte Mal, dass wir nach Schneeberg müssen, und das ist schon sehr befreiend.

Dort stellen wir uns rein, denn draußen regnet es und die Herren haben noch etwas zu tun. Bremszylinder und so, irgendwas hat da noch gefehlt. Auch unser Kompostkloeimer bekommt ein Upgrade. Es hat sich herausgestellt, dass man besser Edelstahl für das Rührwerk nimmt, denn Stahl rostet erstaunlicherweise …

Tschüssi Ducatolein

Irgendwie geht eine Ära zu Ende. Erst war der Vario weg, nun ist es Ducatolein, den wir in Schneeberg lassen. Den Ducato hatte ich damals ausgebaut, um mit Tizon durch die Gegend zu reisen. Jetzt ist Tizon weg, und Ducatolein auch. Aber dafür habe ich jetzt Andre, Max, Ziva, Eiwola und das Motorkamel. Und ich schreibe diese Zeilen hier gerade auf dem Beifahrersitz, durch Frankreich fahrend, neben mir pennen die Köters, und auf dem Armaturenbrett steht ein Latte Macchiato. Passt schon.

Ducatolein wird jetzt noch ein wenig gerichtet und geputzt, dann stellen sie ihn zum Verkauf ins Internet rein. Dazu hatten wir einfach weder Lust noch Zeit. Wer also einen Camper braucht: in Schneeberg steht gerade einer.

Ohje. Wir sind das Highlight auf dem Supermarktparkplatz

Zurück zu Schneeberg. Auch hier sagen wir Tschüss, denn wir haben noch weitere Werkstatt-Termine. Und da diese in Süddeutschland liegen, sollten wir langsam mal losfahren. Noch fühlt es sich nicht wirklich nach dem lang ersehnten Reisemodus an, dafür hat es einfach noch zu viele Punkte auf der Todo-Liste. Auch Arbeit ist in den letzten Wochen zu viel liegen geblieben.

Wir legen einen Zwischenstopp ein, ein netter Freistehplatz mit Aussicht, ich glaube das war im Vogtland oder so. So wirklich wichtig ist das nicht, denn das Wetter hat jetzt endgültig auf Herbst umgeschalten, es regnet, nebelt und windet. Da ist es eigentlich egal wo man steht. Hauptsache, keine Pfütze vor der Trittstufe …

Am nächsten Tag machen wir uns auf nach Bamberg. Wir wollen uns einen Lost Place anschauen, ein altes Stellwerk oder sowas von der Bahn. Doch das Gelände wurde dicht gemacht, mit Zäunen abgeriegelt. Wir steigen nicht über Zäune, also machen wir uns wieder davon. Und suchen den nahe gelegenen Fressnapf. Denn die Köters sind mit ihrem Köterpodest im Fahrerhaus nur mäßig glücklich. Es fehlt die Polsterung, und ständig will mir ein Hund auf den Schoß kletttern. Was mir beim Fahren dann doch etwas zu viel des Guten ist. Doch ehe wir es schaffen, den Fressnapf zu betreten, kommen schon die ersten Schaulustigen angelaufen. So ein Supermarktparkplatz ist wirklich prädistiniert dafür, angequatscht zu werden. Es sind meist Männer – ehemalige Kraftfahrer, Mercedes-Fans, Wohnmobilfahrer. Die Fragen wiederholen sich bereits jetzt: was wiegt er, was braucht er, wohin fährt man mit sowas … Ich bin mal gespannt, wie das weiter geht. Und wie lange es geht, bis ich eine Laufschrift mit den wichtigsten Eckdaten in die Windschutzscheibe lege …

Aber wir schaffen es noch in den Fressnapf, um ein teures Hundebett zu kaufen. Über die Preisgestaltung von sowas ärgere ich mich als Schwabe ja immer ein wenig. Aber was soll’s. Es passt und scheint gemütlich zu sein.

Freilichtmuseum Bad Windsheim

Das neue Hundebett vom Fressnapf ist wohl gut, ich habe von nun an deutlich mehr Privatsphäre, und die Köters kommen direkt in den Chillmodus. Doch weit fahren wir heute nicht mehr, denn in Bad Windsheim an der Aisch gibt es ein Freilichtmuseum, und da möchten wir uns die Beine vertreten. Den Gedanken, die Köters mitzunehmen, verwerfen wir, denn man den Pappnasen an der Leine kann man sich nur schlecht aufs Fotografieren konzentrieren. Angesichts der zahlreichen Hunden auf dem Gelände eine gute Entscheidung. Gerade mit dem Junghund sind Hundebegegnungen ja jedes Mal ein Happening.

Das Freilichtmuseum ist ein ganzes Dorf, in dem man sich anschauen kann, wie das wohl so im Mittelalter alles gelaufen ist.

Aktuell ist das Brotbackfest, man kann also frisches Brot essen und kaufen. Uns ist die Schlange zu lang. Bei Kaffee und Kuchen gibt es keine Schlange, super 🙂

Alte Häuser, in die man auch reingehen kann. Manche Häuser sind etwas enger, und die Besucher sind zahlreich, ergo ist es manchmal etwas zu voll.

Ich persönlich finde das hier nur so mittel spannend. Ich kenne aber aus meiner Kindheit noch Häuser, die waren ähnlich eingerichtet. Diese alten Schwarzwaldhäuser, mit so niedrigen Türstürzen und Räumen, dass sogar ich mich bücken muss. Mit schwarzen Wänden vom Herd, spartanisch eingerichtet, schlecht beleuchtet.

Die Häuser hier sind eingerichtet, mal ärmlicher, mal hochwertiger. Ein durchaus interessanter Mix.

Vier Werkstätten und ein Todesfall zwei Todesfälle

Es ist manchmal schon wie verhext. Kurz vor Abfahrt zickt die Elektronik rum. Erst Andres Noise Cancelling Kopfhörer, dann mein Laptop und schlussendlich auch noch mein Smartphone. Auf Kopfhörer und Laptop sind noch Garantie drauf, mein Smartphone möchte wohl ersetzt werden. Dass mein Laptop nicht rechtzeitig von der Reparatur zurückkommen wird und uns nach Spanien nachgeschickt werden muss, war ja klar, oder? Zum Glück habe ich baugleichen Ersatz, kann Andres Lenovo nutzen.

Werkstatt No 3: Pimp My Pumpe

Der nächste Werkstatt-Termin führt uns nach Schwäbisch Hall. Der hiesige Boschdienst ist bekannt dafür, dass er sich mit dem leistungssteigernden Einstellen von Einspritzpumpen gut versteht. Wir verbringen eine Nacht auf dem benachbarten Supermarktparkplatz, und eine Nacht in der Werkstatt. Was habe ich inzwischen keine Lust mehr auf das Nächtigen an Orten, die einfach nicht schön sind. Was freue ich mich auf den RICHTIGEN Reisemodus, den ohne Termine. Über das Wetter hier reden wir besser nicht.

Die Nummer mit der Einspritzpumpe dauert anderthalb Tage, dann haben wir statt 250PS jetzt 300PS. Andre freut sich, es ist genau die Leistung, die gefehlt hat, um Steigungen angenehm zu erfahren. Sehr schön, dann hat sich das ja gelohnt, und wir können weiter fahren. Zur nächsten Werkstatt.

Werkstatt No 4: Zurück auf Start

Eiwola ist wieder da, wo er geboren wurde, im Schwäbischen in der Nähe von Ulm. Hier haben wir einen letzten Werkstatt-Termin bei unserem Kabinenbauer. Es fehlen noch ein paar Teile, um das Fahrzeug zu komplettieren. So hat Eiwola jetzt eine Sonnenblende, verdammt große und laute Hupen, einen Tank-Unterfahrschutz, Radläufe, einen Satz Sandbleche und eine Instagram-Terrasse. Also ein Dachgepäckträger, auf dem kein Gepäck drauf ist, sondern nur zwei Quadreifen. Und wenn man schön wo steht, dann klettert man mit einem Bierchen auf das Dach, und macht ein paar hübsche Fotos für Instagram, am besten mit Sonnenuntergang und so. Dann klettert man am besten gleich wieder runter, solange man noch nüchtern ist, und trinkt dann das Bier. Aber eigentlich trinke ich ja kein Bier, also lassen wir das vermutlich einfach bleiben.

Zwei Nächte pennen wir in der Ausbauhalle von Benni. Alles ist gut, bis der Nachbar morgens um sechs sein Rolltor öffnet. Durch den Schall, der wirklich böse ist, hört sich das für uns an, als ob das Rolltor in unserer Halle gerade von der Decke geflogen ist.

Also gut, wir sind wach. Da kann ich mich gleich mal um die nächste DHL-Schikane kümmern: ich habe vor unserer Losfahrt vier Pakete mit DHL losgeschickt – und alle vier sind verschwunden. Während ich mich mit so schönen Dingen befasse, nebenher Emails lese, Buchhaltung mache und die Hunde bespaße, werkeln sie draußen zu viert an Eiwola herum.

Nach rund zwei Tagen sind die Arbeiten erledigt, und wir fahren erst einmal auf die benachtbarte Wiese, zum Fotos machen.

Auch das Motorkamel darf mal raus:

Es sucht übrigens noch einen netten Namen. „Das Motorkamel“, wie unpersönlich. Ich dachte so an MINIWOLA. Oder QUANDOLA.

Heimatbesuch No 1: Schwäbisch Gmünd

Und weiter geht’s! Zum ersten Heimatbesuch ist es nicht weit. Und ein erstes Pizza-Essen in Aalen hatten wir schon „abgevespert“. Nun lassen wir es etwas gemütlicher angehen, fahren zu Andres Ex-Frau und Ex-Schwiegermutter und Ex-Schwägerin und so weiter 😉 Kaffeetrinken, Grillen und Frühstück, dazwischen ein bisschen quatschen, ein paar Eiwola-Führungen, die Post erledigen … Max freut sich wie ein Schnitzel, ist teilweise super aufgeregt, man bekommt ihn kaum noch beruhigt. Ziva macht ihr Ding, patrouilliert im Garten, schleckt alles ab und schaut ungeführ 100x nach, ob der Hase noch in seinem Stall hockt.

Nach zwei Tagen geht es weiter, wir haben noch eine Verabredung in Backnang. Ein Blogleser hat etwas Zubehör von seinem Quad über, Danke dafür! Wir übernachten hier nur. Der verkaufsoffene Sonntag in Backnang war dann doch etwas zu überlaufen, und der nächtliche Zugverkehr hat für eine kurze Nachtruhe gesorgt. Mal wieder. Was freue ich mich jetzt schon darauf, irgendwo im Süden stehen, mit schöner Aussicht, und von den Sonnenstrahlen geweckt werden … Wir sind echt urlaubsreif.

Heimatbesuch No 2: Schwarzwald

Eigentlich hätten wir ja bereits am Sonntag die A81 fahren sollen, das wäre rein verkehrstechnisch echt schlau gewesen. Doch hatten wir keine Lust mehr, und so machen wir uns erst nach der morgendlichen Rush-Hour auf die Autobahn. Naja, was soll ich sagen, ist halt die A81. Das einzig Schöne daran ist: es ist für eine hoffentlich lange Zeit das letzte Mal. Deutsche, verstopfte Autobahnen, gestresste Verkehrsteilnehmer, ewig dauernde Baustellen … wir werden sie nicht vermissen.

Wir kommen im Schwarzwald an, wo wir ein paar Tage bleiben werden. Meine Mutter näht uns die Vorhänge fürs Bett. Und noch ein paar andere Sache, wie das Sonnensegel, hier und da ein paar Haken. Ich besiegen meinen Neffen in Schach, Stadt-Land-Fluss, Azul und Mastermind, dann hat er irgendwie keinen Bock mehr auf Spielereien mit der Lieblingstante. Wir gehen essen, es gibt Schnitzel. Eines der letzten Schnitzel für lange Zeit.

Abschiedsessen No 5 oder so: Emmendingen

Wann habe ich eigentlich zuletzt im Wohnmobil richtig gekocht? Weiß ich jetzt auch nicht mehr so genau … Heute fange ich damit auf jeden Fall nicht an, denn es gibt ein Abschieds-Schnitzelessen. Kann man ja mal machen. Manche können das auch mehrere Tage hintereinander. Wir treffen in Emmendingen also auf Freunde und Bekannte, und manche kommen spontan daher, um uns zu besuchen. Ich quatsche mit den Nachbarn, während Andre so ungefähr die fünfte Hausführung des Tages gibt.

Emmendingen ist ein Platz, der einfach nur geographisch geschickt liegt – und den wir eigentlich nur wegen dem traditionellen Schnitzelessen anfahren. Dieses Jahr ist er noch kostenlos, nächstes Jahr wollen sie 7€ pro Nacht kassieren. Für einen Platz, auf dem du morgens um halb Sechs von einer Schar Krähen unsanft geweckt wirst. Für einen Platz, um den der Bauer gestern rundherum und großzügig Gülle auf sein Feld gefahren hat. Sollen sie doch, von mir aus. Ich empfehle dann das traditionelle Schnitzelessen woanders zu machen. Tennenbronn hätte da ein ganz ausgezeichnetes Lokal für Schnitzel …

Ab nach Frankreich!

In Emmendingen halten wir es nicht lange aus. Zweimal lassen wir uns von den Krähen unsanft wecken, dann flüchten wir aus Krähenhausen. Okay, auch deshalb, weil nach einer Woche Regen und Nebel der Strom einfach alle ist. Also morgens um halb Acht. Vor dem ersten Kaffee. Okay, es hätte ja theoretisch länger gereicht – wenn wir etwas mehr ans Stromsparen gedacht hätten. Warmwasser in der Küche braucht ja eigentlich kein Mensch, vor allem nicht, wenn wir gerade ständig nur essen gehen oder uns von Mutti bekochen lassen. Und an die Abwasserschlauch-Begleitheizung, die bei 5 Grad anspringt, und die im Schwarzwald tagelang gelaufen ist, hat irgendwie auch keiner gedacht. Und überhaupt, für so ein Mistwetter haben wir die Stromversorgung echt nicht konzipiert! Aber es ist ja Land in Sicht. Ausland.

Also machen wir uns morgens um Acht auf, um uns von den Nachbarn zu verabschieden. Soll heißen, vier von fünfen schmeißen wir erstmal aus dem Bett J Der Rest ist wahrscheinlich auch wach als wir losfahren, denn der Knopf für Flüstermodus im dicken alten Mercedes ist gerade kaputt.

Erster Stopp: Besancon. Irgendwo in dem Wort gehört ein Haken oder Accentegüll oder sowas ran. Gewöhnt euch für die nächsten Wochen schonmal dran, diese Haken kommen bei mir eher selten vor. Bin ja schon froh, wenn ich die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge eintippe.

In Besancon gehen wir shoppen. Hier sind die Läden groß, und ich bin für den Anfang direkt mal überfordert. So ein „Geant Casino“ ist toll, für einen Halbtagesausflug. Ich wollte aber nur mal meine liebsten französischen Leckereien kaufen. Das heißt dann in so einem Riesenladen: 50 Meter Käseregal abklappern, für einen „Saint Felicien“. Durch drei Gänge Kühlregal streifen, für eine „Crème Brûlée“ (seht ihr das mit dem Haken? Drei Stück für einen Nachtisch! Ne, das zieh ich nicht durch). Und warum zum Kuckuck finde ich in einem so großen französischen Supermarkt keine Croissants? Gut, fürs Wochenende wird es reichen, und nächste Woche suchen wir uns was kleines, feines. Ein Wochenmarkt wäre fein. Dann koche ich vielleicht auch mal wieder was.

Eiwola – Kleinprojekte nebenher – Wäscheleine, Quadgarage, Wandtattoos, Köterpodest

Eiwola ist ja soweit fertig. Vorhänge hängen, Bilder hängen, was fehlt wurde besorgt, montiert …  Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu tun. So haben wir die Kanten der Möbel nur mal bisschen geölt, aber auch nur teilweise. Da muss man noch ein bisschen schleifen-ölen-schleifen-ölen. Aber das machen wir bei gutem Wetter, wenn man schön durchlüften kann. Ist also erstmal verschoben …

Zwischendurch wurden einfach viele kleinere Sachen fertig gestellt: die Ablage im Fahrerhaus, hier und da etwas Deko an die Wand, die Wäscheleine für draußen, das Bestücken der Staukästen, sowas halt. Davon braucht es an dieser Stelle nicht für jeden Kram ein Bild, zumal ich diese Bilder auch erst noch machen muss 😉

Dann gibt es die Tage auch eine Roomtour. Sobald ich weiß in welchem Format, fange ich damit an … Hier mal ein paar Eindrücke vorab:

Ach ja, das grüne Dingens …

Wenn Du mal in Frankreich bist, und Dir im Süßkram-Gebäckregal im Supermarkt eine Feige / Figue übern Weg läuft – dann nimm sie mit. Aber nur, wenn Du Zucker gerne pur magst. Diese Feige ist frei von Feigen. Das Grüne ist eine Hülle aus Marzipan, drin ist ein Windbeutel mit Vanillepudding. Es ist wirklich sehr, sehr süß.

Mit den traditionellen Hundebildern verabschiede ich mich. Aber nicht für lange – es gibt jetzt wieder regelmäßiger was zu lesen. Denn wir sind nun wirklich im Reisemodus. Schauen als erstes mal, wie sich Eiwola im französischen Jura so schlägt. Es wird bergig werden, es wird eng werden, soviel ist sicher. Je nach Wetterlage bleiben wir nur kurz oder auch etwas länger in Frankreich. Ich habe schon einige Ideen, fahren muss Andre – es könnte also lustig werden 😀

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Der dritte richtige Ausbaumonat ist zugleich auch der letzte – denn im Großen und Ganzen haben wir fertig. Natürlich läuft nicht alles rund, und zwischendurch sind wir auch ziemlich gestresst und genervt. Aber, das Ergebnis zählt:

Das letzte große Möbel: die Sitzbank mit integrierter Dackelgarage

Ja, unser Eiwola ist groß geworden – und da wollen Sitzbank und Tisch keine Ausnahme machen. Denn hier verbringen wir einen Großteil des Tages. Die Sitzbank im alten Wohnmobil war uns etwas zu klein – ein Meter Länge, das ist für zwei Personen Okay. Doch sobald Besuch kommt, wird es eng, und so manch ein kuschelbedürftiger Hund kann auch ganz schön sperrig werden. Deshalb werden die Sitzbänke im Eiwola größer, und zwar 1,40m lang.

Erst wollte ich kein Podest, sondern eine Ebene im Wohnraum haben. Das ist aber nicht aufgegangen, denn man würde zu niedrig sitzen, die Wand vom Bett direkt vor der Nase. Also gibt es doch ein kleines Podest. Eines, das natürlich sinnvoll gefüllt wird. Stauraum, der perfekt für Vorräte ist. In Ländern wie Marokko nimmt man ja schon mal so einiges mit, was man dort nicht bekommt (Bier etc.) – und bringt auch einiges mit zurück, einfach weil es da so gut ist (Olivenöl, etc.).

In die Sitzbänke integriert sind zwei Hundehöhlen, a.k.a. Dackelgaragen. Wobei hier nur die für Ziva wirklich relevant ist, damit sie sich zurück ziehen kann. Max hat dieses Bedürfnis eher nicht, bekommt aber dennoch erst einmal seine eigene Hundehöhle. Die bei andauernder Nichtbenutzung einfach zu Stauraum umfunktioniert werden kann. Aber, erstaunlicherweise, sie kommt bei beiden Hunden sehr gut an!

Besuch kommt, Besuch geht.

Andres rechte Hand Roberto verlässt uns Anfang September. Nach einem Monat in der Ausbauhalle will und muss er weiter. Ein paar Tage später erreichen uns sonnige Bilder aus Österreich – nachvollziehbar, wir könnten langsam auch auf Kur gehen. In der Halle bekommt man kaum mit, welches Wetter gerade ist, außer an der Geräuschkulisse: kommt die Sonne raus, dann knackt das Dach der Halle. Wenn es regnet, dann macht auch das einen riesigen Lärm.

Nun steht ein anderes Wohnmobil neben der Halle: Henning (leben-unterwegs.com) kommt zu Besuch, und er bleibt für 1-2 Wochen. So kommt es, dass alle Hunde in Sachen Gassigehen bestens versorgt sind: Henning geht mit Max Gassi, und die Nachbarmädels holen Ziva ab, um mit ihr über die Wiesen zu tollen.

Der Bermudadreiecksschrank und das Badezimmer

Das Badezimmer im Wohnmobil ist der Raum, in dem man am wenigsten Zeit verbringt – und der dennoch groß genug sein sollte, damit man nicht ständig wo aneckt oder immer was umbauen muss, um alle Einrichtungen adäquat benutzen zu können. Wir wollen also nicht zu viel Platz für das Bad verschwenden, und so ist das bereits in der Grundrissplanung ein ewiges Projekt, bis es endlich passt. Das Badezimmer besteht aus drei Segmenten: Klo, Dusche, Waschtisch.

Der Komposttoilettenedelstahleimer wurde nochmal angepasst, ein separater Klopapiermülleimer ist auch eingepasst, der Klolüfter sitzt, die beiden Urinkanister auch. Unsere DIY Komposttoilette, ein Projekt in 10 Akten, wird langsam fertig. Noch aber können wir sie nicht in Betrieb nehmen – denn eine Kloentlüftung in geschlossenen Räumen könnte eventuell etwas kontraproduktiv sein.

Die supermassive Edelstahlduschwanne ist wirklich super massiv geworden. Da kann wirklich ein Elefant drin duschen. Okay, eher ein Babyelefant, denn ganz so groß ist die Dusche dann doch nicht. Auf der Duschwanne liegt jetzt ein sehr schicker Holzrost. Aus Cumaru, einem super harten Hartolz. Mit ähnlichen Eigenschaften wie Teak, aber etwas hübscher, wie ich finde. Also während wir beim Möbelbauholz sehr leicht unterwegs sind (450 g/m³), haben wir hier nicht am Gewicht gespart, denn das Cumaru wartet mit ca. 1200 kg/m³ auf.

Der Waschtisch, der Part bei der Grundrissplanung, den ich gefühlt 100x umgeplant habe – weil es irgendwie immer wo klemmte. So auch nochmals kurz vor Schluss: das Waschbecken, das ich nach langem Suchen im Internet bestellt hatte, war nicht lieferbar. Also nochmal suchen. Das gestaltete sich wirklich nicht leicht, denn bei einer Tiefe von ca. 30cm ist die Auswahl doch recht begrenzt – zumindest, wenn man das Waschbecken so groß haben möchte, dass auch mal der Kopf zum Haarewaschen oder Füße reinpassen sollen. Unter dem Waschtisch sitzt die Waschmaschine, befestigt an einem Konstrukt, das mit bestimmt 100 Schrauben und einer Tube Sikaflex zusammengezimmert wurde. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat – denn beim Schleudern merkt man kaum eine Vibration im Wohnraum. Nur bei großer Unwucht, also wenn die Maschine sehr ungleichmäßig beladen ist, spürt man das. Das war ein Punkt, bei dem wir uns nicht ganz sicher waren, ob das so funktioniert. Was für Kräfte der Schleudergang entfalten kann, das hat man ja in den letzten Wochen gemerkt: Bisher hatten wir die Waschmaschine auf einer Palette montiert, und diese mit bestimmt 100kg Backsteine beschwert – und trotzdem ist die Palette einmal durch die halbe Halle gewandert, bis es den Stromstecker gezogen hat.

In dem sogenannten Bermudadreiecksschrank befinden sich Waschtisch mit Waschmaschine, eine Garderobe, der Kühlschrank, Warmwasserboiler, ein kleines und ein großes Staufach. Und das irgendwie auch einem Quadratmeter. Was sind wir froh, dass das gepasst hat!

Der Strommann war da!

Für ein halbwegs autarkes Wohnmobil braucht es vor allem eines: Strom! Wir betreiben damit so einiges, was andere mit Gas (oder Diesel) machen: Warmwasserboiler, Backofen, Kühlschrank, und natürlich unsere heilige Kaffeemaschine im Wohnmobil. Und wenn Strom im Überschuss vorhanden ist, dann kommt auch mal die Induktionskochplatte oder der Heizlüfter zum Einsatz. Mit anderen Worten: wir brauchen viel Strom. Für Interessierte, hier ein kurzer Abriss: 4 x 200Ah Lithiumbatterie, 2 x Batterieladegeräte, 2 x 150/35 MPPT Solarladeregler, 2 x 2000 Watt Wechselrichter, 1 x Venus (das ultimative Männer-Strom-Spielzeug).

Das ganze Stromzeugs ist so konzipiert, dass wir auch dann noch Strom haben, wenn doch mal ein Gerät aussteigen sollte. Anzeigegeräte sucht man bei uns im Wohnraum vergebens – kein einziges Display ist verbaut. Erstens haben wir unser Stromkonzept so konzipiert, dass wir da nicht immer drauf schauen möchten oder müssen. Zweitens haben heutzutage alle Geräte Bluetooth, sind mit der App steuerbar.

Schubladen basteln

Wir haben große Schubladen. So groß, dass man sie unterteilen muss, um sie sinnvoll beladen zu können. Also mache ich mich daran, die Schubladen so herzurichten, dass sie auch befüllt werden können. Hier und da gibt es was Gekauftes, dann wieder bastele ich Unterteilungen aus Pappelsperrholz. Und lege sie dann mit einer speziellen Matte aus, damit auch beim Fahren alles an seinem Ort bleibt. Das Ziel, gerade in der Küche: Alles muss so gut sitzen – wir wickeln nichts um die Gläser oder Kaffeetassen, wir legen nichts zwischen die Teller. Das ist auch bisher alles so gegangen, künftig wird das noch besser klappen.

Vielleicht mache ich zur Küche mal noch ein extra Video – denn da haben wir uns einiges dabei gedacht. Wie der Dunstabzug, der echt eine gute Idee war.

Der Kaffeeautomat steht auf einem Vollauszug im Schrank, dank zwei großen Ikea Mülleimern können wir künftig anständig Müll trennen, usw.

Endlich wieder ein richtiges Bett!!!

Ab und an gibt es bei uns ja immer wieder so kleine schwelende Diskussionen: wenn einer unbedingt was will, der andere aber eigentlich nicht. So wollte Andre eigentlich nicht die Latex-Matratze vom Vario in Eiwola übernehmen. Und er hat ja auch nicht Unrecht: Sie ist elendig schwer, man kann sie auch zu Zweit kaum von A nach B bewegen. Aber, man schläft wirklich verdammt gut drauf, und sie ist noch wie neu, hatten sie wir ja erst vorletztes Jahr in Portugal gekauft.

Also machen wir uns daran, die Matratze von 1,60m auf 1,40m zu kürzen. Bei Amazon bestelle ich einen neuen Matratzenbezug, und ein elektrisches Brotmesser. Als wir die Matratze aus ihrem bisherigen Bezug schälen, wird klar: nicht alleine das Latex ist so elendig schwer, es ist auch der Bezug. Bestimmt 7 Kilo, die wir einsparen. Und dann wird die Matratze nochmal 7 Kilo leichter, nachdem sie gekürzt ist.

Und, ich hatte recht: Eine gute Latexmatratze in Verbindung mit dem Frolisystem, da liegt es sich sehr, sehr angenehm drauf. Und nach ein, zwei Wochen in der Ausbauhalle, mit Matratzen auf Europaletten, freuen wir uns wirklich sehr auf ein richtiges Bett.

Langsam wird’s gemütlich

Wir sind eingezogen! Naja, so halb 😉 Die ersten Nächte in Eiwola verbringen wir in der Ausbauhalle. Das Bad können wir so halb benutzen, die Küche noch gar nicht, aber immerhin schlafen wir wieder gut.

Doch lange währt das nicht, denn nach ein paar Nächten verlassen wir die Halle, und wir ziehen wieder in den Ducato um. Nicht, nur, weil Eiwola zum Lackierer muss, auch der Fußboden kommt rein. Weil sich Kork bewährt hat, und auch schön ist, bleiben wir dabei. Auch hier ist etwas Improvisation gefragt, denn natürlich haben wir keinen Gummihammer.

Es geht zum Lackieren!

Es geht von Annaberg nach Schneeberg, denn wir haben einen Termin zum Lackieren. Die Werkstatt unseres Vertrauens, die ja auch die Einbauwerkstatt von AMUMOT ist, versteht sich auf die Lackiererei. Während das Fahrzeug abgeklebt wird, suchen wir uns die endgültige Farbe raus. Das Entsetzen der Werkstatt-Mannschaft über unsere Farbwahl ist groß – gelb statt grau, um Himmels willen, wollt ihr euch das nicht nochmal überlegen! Doch wenn wir uns in etwas seit Monaten einig waren, dann ist es die Farbe:

Ein so großes Fahrzeug in Tarnfarben anzumalen, das kommt nicht gut. Das ist brachial, das kommt abweisend rüber. Wir wollen aber freundlich rüber kommen. Außerdem empfinde ich die Diskussion um eine unauffällige Lackierung zum besseren Freistehen recht überzogen. Wir sind bisher mit zwei weißen Wohnmobilen problemlos überall frei gestanden. Und außerdem: wir sind weder im Krieg noch auf der Flucht, also brauchen wir auch keine Tarnfarben.

Und während wir vor uns hinwerkeln, Andre sich in der Werkstatt rumtreibt und ich am Computer bin, hat der Junghund ganz andere Interessen: die Mäusejagd. Die erste Maus liegt morgens vor dem Werkstatt-Tor. Die hat da wohl jemand in der Nacht fallen lassen – ich habe da schon so einen Verdacht. Die zweite Maus ist auch schon erlegt, und wird gerade verspeist. Als ich mit der Ziva schimpfe, wird sie hektisch, und schluckt die Maus einfach am Stück. Bäh. Die dritte Maus konnte ich nochmal retten, die war nur angeleckt, aber nicht angekaut.

Das Lustige daran ist ja: über dem frisch gemähten Feld schwebt stundenlang ein Turmfalke, auf der Suche nach Mäusen. Ab und an mal ein Sturzflug, aber er erwischt wohl nichts. Da könnte er von der Ziva noch so einiges lernen.

We proudly present: Banana!

Unsere favorisierte Farbe war „Grape Yellow“. Das haben wir letzten Winter in Marrakesch mal auf einem Campingplatz gesehen, und es ist die erste Farbe, die wir beide gut fanden. Ein Gelb mit Grünstich. Oder ein Grün mit Gelbstich. Das hat der Lackierer auch angemischt, aber nur als Pkw-Lack. Da wir jedoch einen Lkw-Lack haben wollen, haben wir uns aus dem Farbekatalog was Ähnliches ausgesucht, und so wurde Eiwola „Banana Yellow“. Etwas mehr Gelb als Grün, aber auch schön 😊 Fahrerhaus und die Aluleisten sind jetzt also Banana, und der Koffer ist Lichtgrau. Diese Farbe ist längst gesetzt, denn dunkler sollte die GFK-Kabine nicht werden, wegen der Hitzeentwicklung und möglichen Rissen im GFK. Also letztes Designelement dann noch die Streifen am Fahrerhaus, die die alten Mercedes-Lkw wohl so hatten.

Das provisorische Leben geht uns auf die Nerven

Eine Woche lang ist Eiwola beim Lackierer – und wir wohnen im Ducato. Weil das Wetter draußen so übel ist, steht er die meiste Zeit in einer leeren Werkstatt. Soweit, so unangenehm. Zu Zweit mit zwei Hunden im Ducato, dafür ist der eigentlich nicht gemacht. Zum Urlauben ist das Okay, aber bei Schlechtwetter eher suboptimal.

Das eigentliche Problem aber ist, dass unser Kram überall ist. Was man aber gerade braucht, ist also entweder nicht da, oder nicht auffindbar. Ein Teil liegt in der Ausbauhalle, ein Teil ist schon im Eiwola eingeräumt, ein Teil ist irgendwo im Ducato. Man findet also nichts.

Ein Bett, das einfach etwas zu kurz für Andre ist. Die Induktionskochplatte steht auf dem Werkstattboden. Warmes Wasser gibt es, aber nur mit dem Wasserkocher. Das Wetter ist nicht so toll, die Hunde bekommen einen Lagerkoller. Und während Eiwola lackiert wird, können wir nicht viel daran weiter arbeiten. Die Stimmung war schonmal besser 😉

Nebenschauplätze: Schafe retten und Führerschein machen

Es ist ja nicht so, dass sich wirklich alles nur um den Ausbau dreht – es gibt noch ein paar andere Tätigkeiten.

Die Mädels, die immer vorbei kommen um die Hunde zu bespaßen, stehen völlig aufgelöst in der Türe: Die Schafe sind ausgebüchst! Das kommt ab und zu vor, denen wird wohl immer wieder mal langweilig. Eigentlich kein Problem, und eigentlich gibt es hier keinen Handlungsbedarf, aber die Mädels waren so aufgeregt, die wollte ich dann doch nicht im Regen stehen lassen. Also runter zur Schafweide. Zwei sind ausgebüchst, und versuchen nun wieder zurück auf die Weide zu kommen. Dabei haben sie wohl den Zaun niedergerissen. Eines hängt hoffnungslos verheddert im Zaun, kurz darauf das Andere auch. Drumherum drei leicht hysterische Mädels, die es in dem Moment nicht besser machen. Also Ruhe reinbringen – das eine Mädel schicke ich eine Kneifzange holen, und nachdem wir das eine Schaf befreit und den Zaun etwas zerschnitten haben, hat sich das zweite Schaf auch schon mit Anlauf und einem Salto mit dreifachem Überschlag selbst aus seiner Misere befreit. Und dabei den Zaun in ein totales Chaos verwandelt. Wir stellen ihn soweit auf, dass er funktioniert, klemmen die Batterie wieder dran, alles Andere soll der Besitzer machen.

Fertigmachen für die erste Ausfahrt

Wir bekommen langsam einen richtigen Hallen-Lager-Koller. Wir sind jetzt seit vier Monaten im Erzgebirge, und die Ausflüge halten sich in Grenzen. Wir müssen raus, und da kommt uns das Rumtreiber-Treffen „Die lange Nacht der Zugvögel“ im zwei Stunden entfernten Alt-Jeßnitz gerade recht. Nun aber heißt es: Sonderschichten machen, um Eiwola reisefertig zu bekommen.

Holzofen: schöner saunieren mit Eiwola

Endlich haben wir alle Komponenten für den Holzofen da, auch um das Ofenrohr zu installieren. Wir haben ja nicht das original Ofenrohr mitbestellt, sondern uns eines vom Schweißer machen lassen. Der Trick ist, dass es einziehbar ist – und während der Fahrt in der Höhe nicht aufträgt.

Der Ofen Selbst hat ein Schränkchen bekommen, und sitzt nochmal auf einem Mosaik, das wir am späten Abend noch drankleben und verfugen. Es soll nicht nur schön aussehen, sondern auch die Hitze ein wenig vom Holz fern halten. Erste Tests sind erfolgreich, ob der Fugenmörtel langfristig keine Risse bekommt, wir werden es herausfinden.

Der Cubic hat die gleiche Heizleistung wie unser alter Holzofen von Dickinson. Aber er heizt anders – zu Beginn braucht er etwas länger (oder mehr Grillanzünder), um in die Gänge zu kommen. Dafür hält die Wärme länger an. Und wenn man ein bisschen zu viel rein tut, dann wird es im Eiwola wirklich verdammt warm. Schön 😀

Kackophonie des Morgens

Natürlich läuft noch nicht alles, wie es soll. Wenn Andre morgens um Sechs die Heizung anwirft, dann werde ich davon wach – denn die Pumpe der Heizung ist wirklich elendig laut. Sie ist nicht richtig von der Kabine entkoppelt, und so dröhnt es. Wenn dann noch die Wasserpumpe und die Kaffeemaschine laufen, dann beginnt mein Morgen viel zu früh, ziemlich laut und ich stehe schon entnervt auf. Das muss definitiv noch überarbeitet werden.

Ein paar andere Dinge möchten ebenfalls noch ein wenig optimiert werden – der Kühlschrank, der während wegen einem Schlagloch auf geht beispielsweise. Oder der Umstand, dass wir kaum Platz für Aufhänghaken zum Klamotten aufhängen im Badezimmer haben. Bis jetzt sind das aber alles lösbare Probleme, noch ist alles im grünen Bereich.

Die teuerste Badezimmertüre überhaupt

Wir machen ja auf Leichtbau, denn schwerer wird es ganz von selbst. Die Badezimmertüre ist so ein Beispiel: sie solle ja eigentlich nur auf oder zu sein – hier eine Tür mit 10 Kilo Eigengewicht einzubauen, das ist ja eigentlich völlig unnötig. Also machen wir es etwas komplizierter: Die Türe selbst ist aus Plastik-Hohlkammern. Weil die ja von Haus aus doof aussehen, kommt eine Möbelfolie drauf. Aber nicht irgendeine, sondern eine hochwertige – soll ja ein Weilchen halten. Damit die Türe dann auch anständig schließt – es ist ja schließlich auch eine Duschwand – braucht es natürlich Spezialscharniere. In der Summe macht das die vermutlich teuerste Badtüre überhaupt:

Plexiglas-Steplatte aus dem Baumarkt: 70€. Eine sehr gute Klebefolie: 40€. Spezielle Spezialscharniere: 20€. Abdeckleiste: 5€.

Der Schwebetisch und die Polster

Unser Freund Philipp hat ja bereits letzten Winter statische Berechnungen angestellt: wie müssen Träger ausgelegt sein, um einen Tisch sicher und stabil zu halten? Denn wir wollen einen Tisch ohne Tischbein haben. Und seine Berechnungen haben wir dann auch daher genommen und uns Stahlträger entsprechend zurecht geschnitzt und auch montiert. Endlich kann die Tischplatte ihrer Bestimmung zugeführt werden – wie auch vieles andere auch im Eiwola wird sie einfach mit Sikaflex auf die Träger geklebt. Das Ergebnis: hält bombig und sieht gut aus!

Das Köterpodest: Kino mit extra großer Leinwand

Auch die Köters wollen ja residieren, während wir fahren. Dass zwischen den beiden Sitzen der Motortunnel ist, passt da wunderbar. Was noch fehlt ist eine Brettkonstruktion, damit das Ganze auch eine Ebene ist. Das Brett wird dann noch mit einem Teppich bezogen – billige Meterware aus dem Roller. Gut aussehen tut es schon einmal. Mal schauen, wie die Köters die kommende Fahrt finden werden.

Kaffeemaschine – das Herzstück der Küche

Damit wir uns wirklich heimisch fühlen können, brauchen wir eines: unsere geliebte Kaffeemaschine. Die muss also unbedingt mit, und so wird auch diese noch fertig eingebaut. Sie wohnt im Schrank unter dem Spülbecken, und sitzt auf einem Vollauszug. Um einfach nur einen Kaffee rauszulassen, braucht es diesen nicht. Sondern vielmehr, um Wasser und Kaffeebohnen nachzufüllen. Denn dies wird von oben gemacht, und auch deshalb ist es ganz praktisch, dass die Maschine etwas tiefer sitzt und herausziehbar ist.

Lange Nacht der Zugvögel: auf einen Kurzurlaub zum Rumtreibertreffen

Der Kaffee ist gesichert, also machen wir uns auf – und nach gut zwei Stunden sind wir auch angekommen. Mit einem Einkaufsstopp bei Kaufland, und der Erkenntnis: mit so einer großen Kiste muss man nicht wirklich auf einen vollen Supermarktparkplatz fahren, besser ein paar Meter laufen. Und das Köterpodest, das ist nicht schlecht, aber auch noch nicht gut. Es fehlt an Polsterung, und vor allem die ostdeutsche Autobahn mit ihren Betonplatten, fanden die Hunde nur so mittelmäßig angenehm. Hier werden wir also noch nacharbeiten müssen.

Das freie Wochenende ist im Wesentlichen ein freier Samstag, und irgendwie haben wir gut zu tun: Tagsüber gibt es viele Gespräche und Roomtouren, zwischendurch gibt es Vorträge. In Sachen Roomtouren sind wir gut ausgebucht. Sind wir doch die Ex-Feuerwehr, die hier frisch lackiert wie ein Neuwagen auf der Wiese steht. Feuerwehren gibt es auf dem Treffen auch einige andere, in jedem erdenklichen Ausbaustatus.

Ich habe ein Auge auf Ziva, die frei umherstreunert. Das klappt auch meistens, sie kennt nach einem halben Samstag alle Hunde und Mäuse in der Nachbarschaft.  Ziva ist also gut beschäftigt – denn wie auf solchen Treffen üblich, wohnt in mindestens jedem zweiten Wohnmobil ein Hund. Das ist gut für das Hundekind, da gibt es Hundebegegnungen ohne Ende. Max hat andere Interessen: die Nachbarn sind wunderbare Kraulmaschinen. So wandert er von einem Campingstuhl zum nächsten, und kann so einen Tag ohne viel Bewegung absolvieren.

Sonntagmittag geht es wieder zurück, denn wir haben ja noch was zu tun!

Dekoqueen!

Momentan sieht es noch recht edel aus, so schlicht und undekoriert. Also für unseren Geschmack ist es drinnen noch bisschen zu kahl, aber das wird sich noch ändern. Ein bisschen Deko haben wir aus dem Vario gerettet, neue Vorhänge wird es geben, hier und da etwas Wandschmuck.

Auch praktische Komponenten dürfen ihren Beitrag zur Wohnlichkeit leisten, wie das mühevoll und mehrfach geklöppelte Gewürzregal. Und der Holzofen ist ja sowieso ein ganz Hübscher.

Der deutsche Einzelhandel macht es der Dekoqueen aber nicht leicht. Wir machen los, um uns zwei Teppiche für Eiwola kaufen zu wollen. Die Hübschen waren uns zu teuer. Ich kaufe keine Teppiche für 300€, nur damit die Köters die nach wenigen Monaten einsauen können. Also besorgen wir uns zwei Interimsteppiche: recht hässliche Dinger, aber sie kosten nur 10€ und passen fast rein. Das Preisetikett meint, wir haben da ein totales Schnäppchen gemacht: einer kostete mal 150€. Der Laden hat wohl eingesehen, dass die Teile ziemlich hässlich sind, und sie extremst reduziert. Wir lassen sie erst einmal drin, können sie ja Besuchern jetzt als sauteure Designerteppiche verkaufen.

Solaranlage und Werkstattsachen

In der zweiten Septemberhälfte pendeln wir zwischen Annaberg und Schneeberg. Das ist etwas nervig, denn eine Stunde kostet jede Fahrt, und das mit den Baustellen haben sie hier irgendwie nicht im Griff.

Erst einmal geht es von Annaberg nach Schneeberg, denn es wird Zeit für solar. Unser Hauslieferant hat letzte Woche die Module für uns produziert, und die sind jetzt da. 1.600 Wp klöppelt Andre kurz mal aufs Dach – die Solarnupsies, welche die Solarmodule auf ihrem Platz halten sollen, sind ja bereits drauf, und so geht das ganz fix.

Auch am Fahrgestell von Eiwola gibt es noch einiges zu tun – Bremse und Stoßdämpfer kommen (teilweise) neu, hier und da gibt es noch kleinere Arbeiten.

Projekt Lkw Führerschein

„So ganz nebenbei“ mache ich den Führerschein Klasse C. Damit ich unser Allradviech auch mal fahren kann, wenn ich möchte – oder muss. Wir beginnen klassisch mit Theoriestunden. Einige Mittwochabende und einen Samstag höre ich mir an, was der Fahrlehrer so zu sagen hat. Und damit das mit der theoretischen Prüfung auch klappt, darf ich nebenher noch Stoff pauken. Die Prüfung selbst besteht zwar nur aus 38 Fragen, aber der gesamte Fragenkatalog ist 1000 Fragen dick. Darunter viel so Lkwtechnikkram, von dem ich ja mal sowas von keinen Schimmer habe.

Nebenbei bekomme ich auch die ersten Fahrstunden, und der Grund, warum ich es nun doch hier in Annaberg mache, ist – nebst dem netten Fahrlehrer natürlich – das Fahrschulauto:

Ganz genau, es ist ein Allradviech mit Shelter. Was bedeutet, dass ich das Fahren mit Schaltung lerne. Normale Fahrschul-Lkws haben Automatik. So mache ich ein paar Fahrstunden mehr, bis ich mit der Schalterei zurecht komme, aber dafür sollte ich mich mit Eiwola später leichter tun.

Die Paukerei hat sich übrigens gelohnt, Die Theorieprüfung ist Ende September mit 0 Fehlerpunkten bestanden 😊 Spannend wird es aber erst im Oktober, da haben wir die Praxisprüfung anvisiert – und da reicht bekanntlich eine Unachtsamkeit um durchzufallen, und man ist direkt mal 350€ ärmer. Aber das wird ohnehin noch eine spannende Sache: die Dekra hat gerade wohl etwas Probleme mit Überlastung, und einen Prüfungstermin zum Wunschtermin zu bekommen, das ist derzeit gar nicht so leicht.

Bis dahin werkeln wir einfach weiter: den Innenausbau komplettieren, (nochmal) ausmisten und alles einräumen, was vom Ausbau übrig ist bei Ebay verkaufen, die Halle leer räumen, den Ducato verkaufsfertig machen … die nächsten Wochen bleiben stressig.

Der September im Video:

https://youtu.be/K6JSI36MTf8

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Wir haben unsere(n) Eiwola abgeholt – doch bevor es mit dem Innenausbau los geht, muss er noch zum TÜV und zugelassen werden. Dann geht es zurück ins Erzgebirge, und wir geben Gas. Okay, manchmal Standgas, manchmal Vollgas, aber Hauptsache es geht was!


Schneller TÜV und die hyperbürokratische Zulassungsstelle

Andre und Benny fahren gleich am Montagmorgen mit Eiwola zum TÜV. Das läuft auch gut, bis auf eine Bremse, die tut nicht recht, muss noch gerichtet werden. Weiter kommen wir heute nicht, denn es gibt noch ein paar Sachen zu besprechen. Wenn wir im Herbst nochmal herkommen, bekommt Eiwola seine letzten Anbauteile, wie die Radkästen oder der Tankschutz.

Eiwola fährt sich super, zieht die Wurst vom Teller. Hubraum ist einfach durch nichts zu ersetzen, und so ist Andre schon ziemlich angetan, von seinem neuen fahrbaren Untersatz. Nur etwas laut ist das Ganze noch. Erstens, weil die Türe im Fahrerhaus noch fehlt, und der Motorenlärm allzu gut durchkommt. Zweitens sind die Reifen recht laut. Weil es was helfen, könnte, fährt Andre noch zum Reifenmenschen, ehe wir weiter nach Schwäbisch Gmünd fahren. Nach einer Nacht am dortigen Freibad geht es am nächsten Morgen zeitig los, zur Zulassungsstelle. Der Plan ist, heute noch die ganze Strecke zurück ins Erzgebirge zu fahren.

Ich sag es mal so: man kann zu zweit mit zwei Hunden durchaus im Ducato reisen. Aber der ist ja quasi leer, wir haben nur das Nötigste reingeschmissen. Und irgendwie ist das Bett einfach auch kürzer als Andre lang ist, das ist mittelfristig etwas suboptimal.

Die Zulassungsstelle macht aber Zicken. Die Erstbesitzer haben das Fahrzeug irgendwie nicht anständig abgemeldet, es fehlt der Abmeldestempel. Und weil der nicht da ist, will die Zulassungsstelle alle Kaufverträge von den Besitzern bisher. Was folgt ist Rumtelefoniererei, und auch etwas Rumdiskutiererei. Ein paar Stunden später haben wir die Unterlagen halbwegs zusammen, gut genug für die Sachbearbeiterin, und wir können endlich los.

Man hat es ja schon beim Runterfahren gesehen: die Autobahn nach Sachsen ist gespickt von Baustellen – was am Sonntag noch harmlos ist, erweist sich mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen am Werktag als etwas ungünstig. Es dauert nicht lang, und ich stehe mit Ducatolein im Stau. Und im nächsten. Und so weiter. Wir kommen bis Schneeberg, es ist schon Abend, und ich bin durch. Ich glaube so lange bin ich noch nie am Stück gefahren, zumindest nicht die letzten paar Jahre. In Schneeberg wird das Allradviech auch erstmal begutachtet, von technisch versierten Männeraugen. Und da Andre am nächsten Morgen noch was in der Werkstatt zu tun hat, bleiben wir hier einfach über Nacht.

Erstmal einparken.

Der Tüv-Mensch hat das Auto vermessen, und gemäß meiner mathematischen Analyse sind 3,70m (Sturzhöhe der Halle) minus 3,68m (Fahrzeughöhe) genau ein Fingerbreit. Zumindest wenn ich meine Finger als Maßstab nehme. Das ist jetzt nicht sooo viel.

Ausbau Allrad Wohnmobil startet

Gegen Mittag also sind wir wieder zurück in Annaberg-Buchholz, und wir parken erstmal ein. Das gestaltet sich etwas schwierig, weil man den Sturz oben erst freilegen muss – wie gesagt, auf 3,70m, und die Leiter macht so voll ausgezogen doch einen etwas wackeligen Eindruck, wie ich finde. Aber letztendlich passt es, und wir atmen durch. Aber fangen heute noch nicht so wirklich an, denn wir haben Besuch, und es muss erst noch ein wenig fachgesimpelt werden.

Obwohl, spät am Abend fangen wir dann doch noch ein wenig an. Ich damit, die Maße aller Schubladen und Schränke und Wände an die Wand zu bringen, mit Klebeband.

Innenausbau erste Schritte

Ja, das könnte hinhauen. Nur das kritische Eck zwischen Durchstiegstür und Eingangstür, das wird mit ganz heißer Nadel gestrickt. Wir nennen es den Bermudadreiecksschrank, a.k.a. Kühlschrankschrank.

Die Tücken des Möbelvorbereitungsbau

Auf Los geht’s Los! Als allererste Aktion kommen die großen Schubladen bei der Sitzgruppe rein. Eine für Andres Kram, Eine für meinen Kram, und eine Dritte für unser aller Kram. Die machen wir als erstes, einfach weil man hier am GfK sägen muss, und das ist so feines, fieses Zeug. Vorbereitet sind wir, es geht mit Stoffanzügen und Atemmaske ans Werk. Jetzt weiß ich übrigens auch, wer diese Stofftüten in Marokko herstellt – diese Schutzanzüge sind nämlich exakt aus diesem Material, und die sind von 3M.

Selbstausbau Wohnmobil Schubladen

Die Schubladen sitzen halbwegs, und schon geht es mit dem Angstprojekt weiter, dem Bermudadreiecksschrank. Wir bauen uns von der Eingangstüre über die Stirnwand, das Bad, dann die Küche, dann die Sitzgruppe von vorne nach hinten – bis wir wieder an der Eingangstüre rauskommen.

Möbelbau Wohnmobil Selbstausbau

Hier greift die neue Arbeitsteilung: Andre konstruiert und baut. Roberto, auch so ein Rumtreiber und derzeit unser Gast, geht ihm dabei zur Hand und ist auch der Sparringspartner für Andres Ideen und konstruktionellen Gedankengänge. Ich höre es zwischendurch immer mal wieder etwas schimpfen, denn es mag nicht so recht passen. Hier ist die Wand etwas bauchig, da der Boden etwas wellig, und das ausgerechnet im Bermudadreiecksschrank. Die Millimetergenau vorgesägten Platten wollen einfach nicht so ganz genau passen. Also wird hier nachgemessen, nachgesägt, und auch ein bisschen improvisiert.

Ich habe derweil einen anderen Job. Der Vario ist verkauft, und er ist voll. Alle Schränke ausräumen, alles durchputzen, und dann auch noch alles ausmisten. Nach Tag 1, einem Tag voller Geräume und Geschleppe, weiß ich es wieder: ich hasse Umziehen. Nach Tag 2, ich weiß auch wieder warum: ich hasse Putzen noch mehr. Nach Tag 3 weiß ich auch wieder: den Frühlingsputz ausfallen zu lassen, das lohnt einfach nicht. Und, man sollte wenigstens einmal im Jahr alles durchsehen und ausmisten.

Die neuen Besitzer holen den Vario eine Woche später ab als geplant, so können wir doch noch eine Woche länger drin wohnen – da bin ich nicht böse drum, denn so ein richtiges Bad zu haben, das hat schon was. Ist der Vario erst weg, dann hausen wir endgültig in der Halle.

Ausbauhalle im Chaos

Also eigentlich sind wir so schon fast eingezogen – denn der Vario ist schon verdammt leer. Die Matratze liegt noch im Alkoven, und das Bad ist noch in Benutzung. Sonst sieht das da schon sehr karg aus. Und Max ist ohnehin schon in die Halle umgezogen:

Ausbauhalle Schlafzimmer

Derweil gibt es neue Erkenntnisse beim Bermudadreiecksschrank: die Duschwanne ist 15mm zu lang. 15mm, das ist eine Brettstärke. Also nicht vermessen, sondern irgendwo falsch gerechnet. Es hilft nichts, uns fällt keine gute Improvisationslösung ein, die Wanne muss kürzer. Also am nächsten Tag nach Schneeberg fahren, dem Schweißgerät-Mann nochmal etwas Arbeit geben.

Auch sonst gibt es ein paar Details, die man auch als Planungsfehler bezeichnen könnte – aber die dann doch nicht ganz so tragisch sind: so lässt sich das Klo nicht wie geplant hochklappen um den Eimer rauszuheben, denn das Fenster ist im Weg. Nun gut, man kann es ja noch auf die andere Seite hochklappen. Nein, auch nicht, Fenster immer noch im Weg. Also gut, dann lassen wir das mit dem Klappen, wir heben es einfach im Gesamten an. Ach ja, und dass das Urinrohr, das ja Klo mit den beiden Kanistern verbindet, ausgerechnet am Zwischenrahmen ideal platziert wäre, das war doch klar, oder? Aber auch dafür findet Andre eine Lösung, und so macht Eiwola einfach etwas Yoga. Erkenntnis des Tages: Einen Laster in der Halle laufen zu lassen sorgt nachhaltig für schlechte Luft.

Allrad Wohnmobil Verschränkung

Nebenbei fröhne ich dem Onlineshopping. Da kommen so nette Sachen bei raus wie der Hängesessel, der hinten am Ersatzrad hängt. Den behalten wir, der ist super gemütlich.

Hängesessel Ersatzrad

Kleiner Betriebsausflug nach Estland

Tallinn

Und wenn man gerade so richtig viel zu tun hat, dann kann man ja einfach mal für drei Tage abhauen. Dachte ich mir wohl irgendwann mal so, und so fliege ich Mitte August, nur eine Woche nachdem der Ausbau endlich an Fahrt aufgenommen hat, nach Tallinn. Da habe ich nämlich meinen Firmensitz, und hier muss ich persönlich erscheinen um ein estnisches Bankkonto zu eröffnen. 10 Minuten Papierkram, und das kostet mich 3 Tage und 300 Euro. Dafür habe ich anderthalb Tage Freizeit, um mich ein bisschen in der Stadt umzusehen.

Ich gehe die Sache pragmatisch an, buche ein billiges Zugticket, einen billigen Flug und dazu ein billiges Hostel. Das aber echt gut liegt, direkt in der Altstadt von Tallinn.

Los geht die Reise um 4 Uhr morgens: nach nur drei Stunden Schlaf sitzen wir im Ducato, und Andre fährt mit nach Chemnitz zum Bahnhof. Von dort aus mit der Regionalbahn in irgendein Kaff, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, dann weiter nach Berlin, mit der S-Bahn zum Flughafen, mit Ryanair nach Tallinn. Eigentlich ist es unfassbar, keinerlei Verspätungen. Der Flieger kommt trotz leichter Turbulenzen eher in Tallinn an als der Flugplan es sagt – keine Ahnung, wie das zu schaffen ist.

Der Unterschied zwischen Tallinn und Berlin ist einfach nur krass. Das beginnt bereits am Flughafen: Berlin ist laut, überfüllt, zweckmäßige Gebäude und Einrichtungen, überall Polizei und Zoll. Tallinn ist sauber, es hat Lounges mit Sesseln, nette Cafés, es ist recht charmant. Der Eindruck bleibt in der S-Bahn und auch die Innenstadt. Es liegt kein Müll herum, keine Zigarettenkippe.

Tallinn ist eine richtig nette Stadt. Das denken sich auch die Heerscharen von Touristen, die mit ihrem fähnchenwinkenden Guide durch die Altstadt ziehen. Es liegt mindestens ein Kreuzfahrtschiff im Hafen, und am Rande der Altstadt stehen die Reisebusse, spucken vornehmlich ältere Reisende aus. Erst am späteren Nachmittag wird es ruhiger, man sieht nur noch vereinzelt Touris, die ihren Trolley mühsam über das grobe Kopfsteinpflaster zerren. Ich habe mir den Spaß ein bisschen angeschaut, um zum Entschluss zu kommen: So ein Trolley ist super am Flughafen. Aber das hilft dir nichts, wenn du ihn am nächsten Tag in der Altstadt schrottest.

Während einem Städtebesuch im Hostel zu wohnen, das hat schon was. Ich stromere 1-2 Stunden in der Stadt rum, mache ein paar Fotos, schau mir ein paar Sachen an, höre hier und da den unzähligen Tourguides etwas zu. Wenn genügend Tourigruppen durch die Stadt tigern, brauchst du keinen eigenen Guide. Wenn dich etwas interessiert, einfach mal stehen bleiben und dem nächsten Guide ein paar Minuten zuhören. Englisch, Französisch, Deutsch – hier sind wirklich alle Nationalitäten vertreten.

Die Altstadt von Tallinn besteht aus gepflasterten Wegen und Straßen, imposanten Gebäuden, ist von einer alten Stadtmauer mit Türmen umfasst, hat einige hübsche Kirchen. Wie die Kathedrale mit den hübschen bunten Türmchen. Wenn aber eine 50 Kopf starke Tourigruppe die innen erstaunlich kleine Kirche stürmt, dann ist die mehr als voll. Bin fast nicht mehr rausgekommen.

So beschließe ich, mich tagsüber eher in kleinen Cafés und in Nebengassen rumzutreiben, und abends nochmal in die Stadt zu gehen. Denn die Kreuzfahrtleute sind nur am Tage unterwegs, das Publikum ist abends deutlich jünger. Und die Innenstadt ist nicht minder fotogen.


Derweil an der Heimatfront

Zwischendurch bekomme ich Updates aus dem Erzgebirge. Ziva hat gelernt, wie der Deckel von der großen Futterbox aufgeht. Also die, in der bestimmt 10kg Trockenfutter drin waren, als ich losgefahren bin. Ich bin gespannt, was davon noch übrig ist wenn ich nach Hause komme. Andre kommt mit dem Ausbau nur mittelmäßig voran, er hat zu viele Nebenbaustellen.

Ein Besucher, der erst uns besuchen kommt und am nächsten Tag weiter nach Schneeberg zur Stromeinbauwerkstatt will, kommt nicht vom Fleck, die Kupplung geht spontan kaputt als er los will. Also packt der Stromeinbaumann aus dem 30kg entfernten Schneeberg das ganze Werkzeug und Kabel ins Auto, und fährt nach Annaberg um das Stromzeugs dort einzubauen. Die Heizungsteile sind immer noch nicht da, erst hat der Hersteller Urlaub, dann der Shop in dem wir bestellt haben. Es könnte also einen Ticken flüssiger laufen. Ich wäre jetzt auch lieber vor Ort, aber hilft ja nichts.

Der Innenausbau: Möbelbau und mehr.

Ehrlich gesagt bin ich beim Ausbau selbst nur eine Randfigur. Andre hat den Plan und baut, unser Besucher Roberto, der fast den ganzen August unser Gast ist, geht ihm zur Hand. Es ist schon was Anderes, als mein Ducato-Ausbau vor vier Jahren, der ist ja deutlich einfacher gestrickt – so ganz ohne Warmwasser, Gas oder Heizung. Da kam es beim Möbelbau nicht auf Millimeter an.

So mache ich nebenher tausend Sachen: hier ein paar Holzteile ölen, da gemeinsam nach Lösungen suchen, ab und an mal die Hütte aufräumen, den Müll zum Wertstoffhof bringen, die Hunde bespaßen, kochen, waschen, spülen, Emails hier, Anfragen da, Einkaufen hier und dort, mit den Nachbarn schnacken. Und wenn ich aufhöre, es vor mir her zu schieben, dann werde ich demnächst wohl auch mal den Rasen mähen.

Wohnmobil Innenausbau Küche

Und dann bekommen wir ja auch noch hin und wieder Besuch. Stellplatzähnliche Zustände, und wir gehen mal wieder im benachbarten Tschechien essen. Noch ein paarmal, und ich hab die Speisekarte durch.

privater Wohnmobilstellplatz

Es gibt einige Dinge, von denen habe ich absolut null Ahnung. Wie das Thema mit den Fahrersitzen und deren Konsolen. Ich weiß nur, was ich will: Beim Fahren sitzen, ohne hinterher Rückenschmerzen zu haben. Längere und holprige Strecken sind im Ducato ja eher mühsam, und manchmal auch nachhaltig schmerzhaft. Deshalb freue ich mich sehr auf die nicht ganz billigen, aber sehr gemütlichen Sitze – mit luftdruckunterstützter Federung und Sitzheizung.

Lkw Sitze mit Luftfederung Sitzheizung

Mercedes Lkw Seitenspiegel

Auch ein paar neue Spiegel gibt es, ganz nach dem Motto „viel hilft viel“. Wobei auf dem Bild noch ein Spiegel zu viel dran ist. Dafür kommt noch einer an die Windschutzscheibe, damit man den gefährlichen toten Winkel direkt vor dem Auto rechts im Blick hat.

Außen hat Andre hier und da noch was gemacht, wie die Urinkanister für unsere DIY Komposttoilette. Darüber sitzen zwei neue, kleine leichte Starterbatterien im Batteriekasten.

Gewichtsoptimierung beim 12-Tonner?

Ja, wir betreiben Gewichtsoptimierung, wo immer es Sinn macht. Denn wenn wir schon einen Allrad Lkw zum Wohnmobil ausbauen, dann wollen wir das Beste draus machen. Nebengetriebe rausgemacht: 80kg. Starterbatterien ausgetauscht: 40kg. Leichtes Möbelholz und holzsparende Möbelbauweise: 50-100kg. Dafür habe ich mich in anderen Punkten durchgesetzt. So möchte ich unsere sehr schwere, aber auch sehr gute Latexmatratze nicht mehr missen. Aber warum den Aufwand für Gewichtsoptimierung, bei einem Fahrzeug, das wir erst von 14t auf 12t abgelastet haben?

Wegen den Fahreigenschaften abseits der Straße. Die Gewichtsverteilung Vorderachse zu Hinterachse sowie linke zu rechter Seite sollte ausgewogen sein. Die schweren Sachen sollten auch eher unten sitzen, und nicht an der Decke der Kabine hängen. Und grundsätzlich gilt: umso leichter das Fahrzeug, desto weniger schnell sinkt es im Sand ein. Ist eine Achse zu schwer, sinkt diese schneller sein. Also ich weiß natürlich nicht aus eigener Erfahrung, ob das alles so stimmt. Aber es macht Sinn, und so sparen wir uns einfach die Gewichte, die wir nicht brauchen. Und verteilen die Übrigen sinnvoll.

Der Vario ist weg!

Der Erste, der den Vario angeschaut hat, der hat ihn auch gleich gekauft. Und so müssen wie eher ausziehen als gedacht. Es ist im Übrigen unfassbar, wie viel in so ein Wohnmobil reinpasst. Tagelang schleppe ich große Kisten in die Halle, es nimmt einfach kein Ende. Wo man hinschaut, findet man noch was. Dem folgt die Putzerei. Hier habe ich gelernt: den Frühjahrsputz auszulassen, das lohnt nicht. Insbesondere, wenn man im Winter zuvor in der Wüste war. Erstaunlich, in welchen Ritzen man den feinen Sand noch so findet.

So um den 20. August herum hat der Vario dann endgültig den Besitzer gewechselt, und wir sind in die Ausbauhalle gezogen.

Die erste Nacht: die Matratze aus dem Ducato liegt auf ein paar Paletten. 1,20m x 1,80m sind nicht wirklich groß. Und wenn dann gleich zwei Hunde wie Presswurst im Gräble liegen, das macht die Sache irgendwie auch nicht komfortabler.

Die zweite Nacht: wir schmeißen die größere Matratze vom Vario mit drauf, haben jetzt also wieder 1,60m x 2,00m. Viel besser. Heute aber haben wir einen weinerlichen Max im Bett: er hat sich irgendwas gezerrt. Er hatte das vorletztes Jahr bereits einmal. Keiner weiß, wie weh es ihm wirklich tut, denn Max gehört eher zur Kategorie Weichei. Morgens um vier bekommt er eine Schmerztablette. Am nächsten Tag ist es schon besser.

Die dritte Nacht: kaum liegen wir im Bett, die Presswürste sind auch schon da, da hört man es: Raschelraschelraschel. Ja super, ich glaube, wir haben eine Maus in der Halle. Egal, da kümmern wir uns morgen drum, heute sind wir einfach viel zu müde.

Das Motorkamel ist wieder da!

Fast den kompletten August war das Quad in der Werkstatt. Benzineinspritzung, Steuergerät, ominöse Fehlermeldungen – selbst der Ingenieur von Yamaha hat wohl nicht herausgefunden, wo das Problem liegt. Super, ein Montagsquad. Aber gut, dass wir diese Wehwehchen noch in Deutschland feststellen, mit einer Yamaha-Werkstatt in erreichbarer Nähe. Ende August bekommen wir das Quad wieder, und das Erste, was sein muss: bekommen wir es wie geplant in die Quadgarage eingeparkt? Taugen die Rampen, die fest montierte Seilwinde und unsere Planungen was?

Reinbekommen haben wir es, offensichtlich. Wie genau, da wird es bei Andre ein Video geben.

Ziva und Max

Das Hundekind hat hier mittlerweile einen eigenen Fanclub. Ein paar Mädels aus der Nachbarschaft kommen alle paar Tage vorbei, zum Hunde bespaßen und Gassi gehen. Ziva freut sich immer wie ein Schnitzel, sobald sie ums Eck kommen – dabei sind sie ihr eigentlich ein bisschen zu schnatterisch und stürmisch. Aber das passt, und für sie ist es gut, dass sie auch mit Kindern lernt umzugehen. Max mag die Mädels auch, zumindest meistens. Er ist nicht ganz so grün mit Kindern, je nach Tagesform, und so habe ich die Aufsicht.

Max hatte ja mal für zwei Tage ganz großes Aua. Ist es Zufall, dass das genau an dem Tag beginnt, an dem wir den Vario abgegeben haben? Ist das irgendwie psychosomatisch? Irgendwie schon komisch. Und als es nach zwei Tagen eigentlich schon fast komplett abgeklungen ist, fängt er einfach zwischendrin an mit Quietschen – wenn man zu nahe an ihm vorbeiläuft. Aber kann ein Hund dermaßen simulieren?

Wasser, Bad, Heizung, Küche

Gefühlte Ewigkeiten haben wir auf die Heizungsteile von Alde gewartet. Erst hatte Alde Sommerurlaub, dann der Shop wo wir es gekauft haben. Dann aber geht’s rund:

Andre verlegt Heizung, Wasser und Strom in einem Aufwasch. Was er da im Detail gebastelt hat, da wird es nach dem erfolgten Ausbau ganz sicher noch einen detaillierten Artikel geben. Im Groben: wir haben vier Wassertanks à 105 Liter. Zwischen Wassertank und Wasserhahn sitzen zwei Filter, Aktivkohle und Keramik. Die Druckwasserpumpe macht ungefähr 5bar – was einiges ist. Aber auch notwendig, damit genug Wasser aus dem Wasserhahnen raus kommt.

Die Dieselwasserheizung sitzt außen an der Kabine, hinter dem Fahrerhaus. Für das warme Wasser gibt es gleich zwei Boiler: einen größeren für das Bad, einen kleineren für die Küche. Gerade der Badboiler soll hoffentlich so gut isoliert sein, dass ihn nur einmal am Tag aufheizen müssen – und bevorzugt tun wir dies mit Strom. Die Warmwasserheizung ist auch schon verlegt, sie reicht in alle Ecken, hat bei den Sitzbänken und im Bett Konvektoren. Unsere Primärheizung soll aber nach wie vor der kleine Holzofen sein.

Möbelbau im Bad

Ja, wir brauchen ein extra Waschbecken im Bad. Viele meinen, das bräuchte man doch nicht – zwei Becken auf so kleinem Wohnraum. Da muss ich sagen: ich habe keine Lust, erst noch das dreckige Geschirr aus der Spüle zu räumen um mir morgens die Zähne zu putzen. Und nein, ich habe auch keine Lust, zweimal am Tag das Geschirr zu spülen. Eher alle zwei Tage.

Deshalb gibt es im Bad ein extra Waschbecken. Und einen Wasserhahn braucht es dort ja sowieso, für die Dusche. Genauer gesagt schließen wir die Duschbrause einfach bei Bedarf an den Wasserhahn an.

Und nachdem der Bedarf gestillt ist, kommt sie einfach wieder in den Schrank.

Dann gibt es da ja noch das Klo. Keine normale Trockentrenntoilette, sondern eine Komposttoilette. Weil die Natures Head, der Marktführer in Sachen Kompostklo, uns aber aus ein paar Gründen nicht wirklich zusagt, bauen wir das Dingens einfach selbst. Es ist im Prinzip eine normale Trenntoilette, mit einem entscheidenden Unterschied: anstatt einer Tüte gibt es ein Rührwerk. Damit muss man die Kacke immer wieder mal umdrehen, damit sie sich ordentlich kompostieren kann. Dabei sollen auch so Kokosfaserziegel helfen. Und eine anständige Entlüftung.

Also wenn das klappt, dann muss den Eimer wohl nur alle 4-6 Wochen leeren. Was dann auch nicht mehr wirklich eklig sein soll, weil es halt zu Kompost geworden und keine Kacke mehr ist.

Was uns bei der Natures Head (nebst dem Preis) nicht so wirklich gepasst hat, ist die Größe des Urinbehälters. Wir kennen einige mit so einer Toilette, und sie alle müssen den Behälter mit gut 8 Litern nach einigen Tagen leeren. Wir haben jetzt 2×20 Liter Kanister verbaut. Da sollte man 2-3 Wochen Intervalle erreichen können. Und wenn das mit der Kompostierung doch nicht funktionieren sollte: Rührwerk raus und Tüte rein, schon hat man wieder eine gewöhnliche Trockentrenntoilette im Wohnmobil.

Aber, das Bad hat ja noch mehr zu bieten. Und zwar unter dem Waschbecken, da sitzt neuerdings die Waschmaschine. Haben sie auch schon getestet, und zwar mit dem Härtetest: ein paar Klamotten, und ein paar Sportschuhe. Wenn sie da schleudert, dann wird sie richtig heftig unwuchtig. Da war ich mir unsicher, ob das funktionieren kann. Funktioniert.

Küche und Bett

Nachdem die Kabel in der Ecke liegen, kann der Küchenblock endlich fertig gemacht werden. Ranschrauben, Schubladen rein, und schon sieht das Ganze wieder etwas wohnlicher aus. Auch der Hängeschrank hängt schon, hat Strom und die Dunstabzugshaube sitzt auch schon drin.

Innenausbau Küche Wohnmobil

Als Nächstes noch der Bettschrank: wir haben ja ein Längsbett, was sich ergeben hat, damit das Quad in die Quadgarage passt. Neben dem Bett gibt es einen Bettschrank, für Klamotten, Bettwäsche, aber auch anderes Zeugs wie Ersatzteile, Kameraequipment, Spielesammlung usw.

Zwischendurch geht es an die Details: die Schubladen, welche ja schon in den ersten Tagen des Ausbaus entstanden sind, habe ich geölt und mit einem Neoprenstoff ausgelegt. So Plastikkörbe

Auf der Krönung ist immer was los!

Schlechtwetter kann dieses Erzgebirge gut, aber so richtig regnen tut es dennoch nicht. Alle paar Tage blitzt und donnert es, als ginge gleich die Welt unter. 15 Minuten später ist wieder strahlender Sonnenschein, und alles ist trocken geblieben. Dennoch sind alle zu ihren Wohnmobilen geeilt, um die Fenster zu schließen. Denn die Erfahrung hat gezeigt: wenn es hier mal regnet, dann gleich sintflutartig.

Hier geht auch öfters mal ein Feueralarm los. Grundsätzlich nach fast jedem Gewitter. Denn wir wohnen ja auf der Höhe, und nach nur wenigen Minuten Starkregen fließt ein Bach vor unserer Halle die Straße hinunter. Also unten im Tal möchte ich nicht wohnen. Aber auch sonst muss die Feuerwehr hier öfters mal ausrücken, dann immer wieder zündet ein Feuerteufel nachts Autos an. Mal ein Auto, mal einen ganzen Autotransport. Oder sie macht bei uns auf der Krönung eine ausgiebige Übung.

Dass auf der Krönung immer was los ist, dazu leisten wir natürlich gerne unseren Beitrag 😀 Ziva freut sich geräuschvoll über jeden Besucher – in einer Tonlage, dass auch den Nachbarn noch die Ohren klingeln dürften. Aber es sind ja auch die Nachbarn selbst, über die sie sich freut, so sollte das passen. Auch haben wir immer wieder wechselnde Wohnmobile hinterm Haus stehen. Momentan sind es zwei.

Dann gibt es da noch Carlo, den Rottweiler. Er wohnt einen Kilometer entfernt, und büchst immer wieder aus – und streunert dann bei uns auf der Krönung herum, auf der Suche nach ein bisschen Liebe. Man kann es ihm nicht verdenken, dass er zu Hause nicht allzu gut behandelt wird, das weiß hier im Ort jeder. Ein 60-Kilo-Rottweiler ist eine mächtige Erscheinung, da haben die Nachbarinnen etwas Bammel vor. Ich finde Rottweiler dufte, und so spiele ich als den Hundebetreuer, bis sein Besitzer kommt um ihn wieder nach Hause zu bringen.

Über Zeitpläne, Ideen und neue Rudelmitglieder

Trotz aller Besuche und Ausflüge liegen wir richtig gut im Zeitplan. Es gibt noch ein großes Möbel zu bauen: Die Sitzbank mit dem Podest. Und natürlich mit den integrierten Hundehöhlen. Gerade Ziva ist schon ganz heiß darauf einzuziehen, sie rennt bereits jetzt 10x am Tag die Treppe rauf und runter.

Im September heißt es nochmal Gas geben, gerade beim Innenausbau: wir wollen soweit sein, dass wir den Fußboden verlegen und mit dem Fahrzeug zum Lackierer fahren können. Ach ja, und beim Projekt Lkw-Führerschein gibt es auch neue Optionen. Spätestens im September-Blog werde ich davon berichten.

PS: Ach ja, unser neues Rudelmitglied hast Du schon gesehen? Darf ich vorstellen: Eivoodoola!

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Wir erinnern uns an den Lkw Ausbaublog No1 – zuletzt hatten wir unsere Halle im Erzgebirge bezogen, mit dem Vormöbelbau angefangen, und der Kabinenbauer hat die die Kabine schon zusammengebaut. Über ein Monat ist seitdem vergangen, und wir haben die Wartezeit auf Eiwola natürlich sinnvoll genutzt. Meistens.


Eiwola wird langsam!

Während wir im Erzgebirge vor uns hinwerkeln, tut sich bei Ulm einiges: die Kabine bekommt Fenster und Türen, der Durchstieg wird gemacht, der Ersatzreifenhalter konstruiert, die Einstiegsleiter ist auch schon fertig … jede Woche bekommen wir neue Fotos von Eiwola – und können es kaum erwarten, ihn/sie endlich abzuholen! Und schwupps, schon klemmt es: der Hersteller für die Aluleisten ist im Lieferverzug, keiner weiß, wann die Teile kommen. Hoffentlich bald …

Möbelvorbereitungsbau

Derweil bauen wir an unseren Möbeln. Also wir bauen halbe Möbel. Hier eine halbfertige Küche, da halbfertige Schubladen, und der Kühlschrankschrank besteht eigentlich nur aus einigen vorgesägten Brettern. So richtig viele Möbel haben wir jetzt doch nicht vorgebaut – wir brauchen einfach die Kabine um alles fertig zu machen.

So geht es primär um Details: hier ein Gewürzregal, dort wird noch an den genauen Maßen getüftelt. Denn ausgerechnet da, wo es ohnehin schon recht knapp ist, die Ecke zwischen Durchstieg und Eingangstür, da habe ich mich um ein paar Zentimeter vertan. Jetzt muss wirklich alles auf den Zentimeter genau passen, sonst passt es nicht. Das wird spannend.

Sehr dankbar sind wir Martin, einem Blogleser und Schreiner, mit Werkstatt im Erzgebirge. Wir hatten eigentlich vor, die Kanten von Arbeitsplatte und Tischplatte zu ölen. Das sah aber sehr blöd aus, denn die Platten sind einfach nicht dafür gedacht, die möchten gerne Umleimer haben. Und so haben wir sein Angebot wahrgenommen, dass er sie professionell umleimt. Jetzt sieht es aus, wie ich mir das vorgestellt habe: richtig gut.

Technik-Preview für Eiwola

Was wir alles an Technikzeugs in Eiwola verbauen werden, das kommt noch im Detail. Wenn es erst einmal verbaut und nachhaltig für gut befunden ist. Aber ein paar Features, die wir auch schon hier haben gibt es jetzt schon:

Oft wurden wir gefragt, ob wir wieder einen kleinen Holzofen verbauen. Ja natürlich. Aber nicht den Dickinson, den wir jetzt verbaut haben, sondern ein kleiner Ofen aus Kanada, den Cubic Mini Wood Stove. Den hierher zu bekommen, das entpuppt sich als nicht ganz so einfach. Denn sie liefern in alle Länder, aber nicht nach Deutschland, wegen gesetzlichen Bestimmungen. Na super. Aber egal, sie liefern nach Österreich, also lasse ich ihn dorthin liefern. Der erste Versuch schlägt erstmal fehl, warum auch immer, und sie schicken ihn nochmals raus. Wochen später ist er dann endlich da, und er ist ja so knuffig!

Das erste Anheizen verläuft so mittel, es qualmt wie sonstwas. Aber Andre hat es schnell raus, und findet den Cubic besser als den Dickinson, denn er brennt langsamer und länger. Super, den behalten wir. Nun muss das Teil nur noch eingebaut werden. Dafür bekommt er ein spezielles Spezialofenrohr, das bereits ausgetüftelt und beim Schweißer in Auftrag gegeben ist. Es soll nämlich so konstruiert sein, dass es sich beim Fahren nicht auf die Gesamthöhe des Fahrzeugs auswirkt. Also ein einfahrbares Teleskop-Ofenrohr.

Der Holzofen wird auch unsere Primärheizung werden. Abends oder morgens kurz anheizen, das hat sich bewährt. Wenn wir uns in frostigeren klimatischen Regionen aufhalten sollten, dafür gibt es dann aber noch eine Dieselwarmwasserheizung. Andre hat sich hier tagelang mit beschäftigt. Und zwar mit der Wassergeschichte generell. Heizung und Boiler haben wir auch schon, Wassertanks und Wasserfilter sind auch schon da, jetzt muss das Ganze nur noch funktionieren wie gedacht …

Der Großteil der Stromgeschichte ist auch bereits da, die neueste Generation von Lithiumbatterien läuft seit einigen Wochen im Dauertest. Wir sind echt happy, dass Victron hier jetzt Batterien auf den Markt gebracht hat, die einfach perfekt für uns sind – kompakt und super leicht. Nur die Solarmodule, die sind noch nicht da. Hier warten wir noch auf die erste Serie unseres Hausherstellers Solarswiss – große Module mit etwas mehr Leistung als bisher, und damit werden wir uns das Dach zupflastern …

Während andere sich eine Trockentrenntoilette bauen, gehen wir bei unserer künftigen Toilette im Wohnmobil einen Schritt weiter: es wird eine DIY Komposttoilette. Wir haben jetzt mit einigen gesprochen, die eine Natures Head drin haben – und davon grundsätzlich angetan sind. Dass das Prinzip funktioniert, da sind wir uns sicher. Aber auch dabei, dass wir keine 1000€ für ein Klo hinblättern möchten. Das für meinen Geschmack zu sehr aus Vollplastik ist und einen zu kleinen Urintank hat. Also machen wir es selbst. Kloeimer und Rührwerk hat der Schweißer nach Andres Vorgaben schon fast fertig geklöppelt. Wir sind nun gespannt, ob das mit der Kompostiererei so funktioniert wie gedacht. Wenn nicht, dann kommt das Rührwerk einfach wieder raus, und wir haben eine ganz normale Trockentrenntoilette im Wohnmobil.

Was wir übrigens auch bereits haben, ist die für uns geschweißte Duschwanne. Ist doch gut geworden, oder?

Auch die Auffahrrampen für das Motorkamel sind gekommen. Ein Testlauf zeigt: Ja, ist schon ein bisschen steil. Könnte funktionieren, aber Genaues weiß man erst, wenn wir es in Eiwola ren- und rausfahren. Dort ist auch bereits die leistungsstarke Seilwinde verbaut. Die Winde am Quad hat bei unserem Versuchsaufbau gut zu tun, ist am Limit. Gut, dass wir von Anfang an eine andere Lösung angedacht haben.


Derweil in Schwaben …

Die letzten Wochen hat sich auch fahrzeugtechnisch Einiges getan: die Federn waren hinüber, wurden neu gemacht, ebenso gab es einen Kundenservice. Das Nebengetriebe, ein Stahlklumpen von ungefähr 80kg kam raus. Die restlichen Staukästen werden montiert, und die Aluleisten sind endlich da!

Leider verpassen wir die „Hochzeit“, das endgültige Draufsetzen der Wohnkabine auf das Fahrgestell. Aber egal, wir freuen uns auch aus der Ferne. Und schon klemmt es weiter: der TÜV-Prüfer ist einfach nicht erreichbar. Eine Woche zieht ins Land, und nichts tut sich, wir überlegen uns bereits alternative Lösungswege, denn diese Warterei, die ist gerade doch etwas blöde …


Man hat ja sonst nichts zu tun …

Irgendwo zwischen Alltag, Arbeit und Ausbau kommen dann manchmal noch Extrawürste, die mal nett, mal nervig sind.

Besucher kommen zu Besuch

Wir bekommen Besuch: von Freunden, von Bekannten, von Bloglesern. Gerade geht das Besuch empfangen noch, wir sind nur so mittel im Stress. Andre hat etwas mehr zu tun als ich, denn er muss nebenher immer wieder noch nach Schneeberg in die Einbauwerkstatt, zumindest wenn ein etwas komplizierteres Einbauprojekt ansteht, möchte er da wenigstens noch vor Ort sein – und da ist dann automatisch immer ein ganzer Tag rum.

Wir haben also Besuch. Mit den einen fahren wir in unser Stammlokal nach Tschechien zum Essen, mit den anderen grillen wir hinter dem Haus, wieder die nächsten kommen nur auf eine Kurzvisite vorbei, weil sie gerade in der Nähe sind. Die Idee, das hiesige Besucherbergwerk zu besuchen, hatten wir eigentlich schon mehrmals. Es haperte aber immer so ein bisschen an der Motivation. Und da unsere Besucher da auch Interesse dran hätten, tun wir es einfach gemeinsam.

Hier also ein paar Bilder von der Führung im „Markus Röhling Stolln“, wo sie bereits vor zig Jahren verdammt große Löcher in den Berg gebuddelt haben. Der größte Teil der 300km Tunnel steht heute unter Wasser, ein kleiner Teil jedoch wurde für Touris hergerichtet.

Das Motorkamel macht Zicken

Es ist eigentlich erstaunlich – da kauft man einmal einen Neuwagen, und schon hat der mehr Probleme als alle Gebrauchten zusammen. Nun ist es (vermutlich) die Benzinpumpe oder der Tankgeber, mal schauen. Das Quad geht aus und eine zeitlang nicht mehr an, einfach so, mitten in der Pampa. Also muss das Motorkamel zum Service, und wir bringen es – inzwischen zum zweiten Mal – zur Yamaha-Werkstatt, die eine Stunde entfernt in Pockau wohnt.

Ducatolein: wie schaffe ich das immer nur?

Andre fährt das Quad, ich den Ducato – und beim Yamaha-Händler angekommen sieht es Andre sofort, was ich nicht gemerkt habe: vorne Links ist der Reifen vom Ducato ziemlich platt. Zack, schnell zur Tanke vorne an der Straße, Luft rein. Und tatsächlich, da klemmt ein Stein im Reifen. Und der ist offensichtlich durch, denn es kommt Luft raus. So ein Mist. Dass das extra für solche Zwecke gekaufte Reifenflickzeug im Vario liegt, das ist ja klar, oder? Wir also Luft rein, und schnell zur nächsten Werkstatt im Ort gefahren. Und wir haben Glück, der Senior-Chef mäht dort gerade den Rasen. Eigentlich wäre die Werkstatt ja zu, wegen Urlaub. So aber flickt er uns den Reifen, damit wir wieder nach Hause kommen. Länger muss es nicht halten, denn der Reifen ist hinüber. Das dauert ein wenig, und schwupps ist ein halber Tag rum. Nach zwei Schrauben nun also ein Stein. Wer kann, der kann.

Immerhin hatte er ein paar interessante „Fahr“zeuge auf dem Hof stehen:

Ausmisten in Etappen

Wir ziehen in absehbarer Zeit um – und so ein Umzug ist ja immer ein guter Anlass, um mal wieder die Schränke durchzusehen, um auszumisten. Da kommen wunderliche Dinge zu Tage. Wie die drei Rollen Alufolie, die sich in den letzten drei Jahren angesammelt haben – in einem Schrank. Dabei benutze ich kaum Alufolie, keine Ahnung warum ich hier immer wieder eine Rolle gekauft habe. Wenn wir noch ein Laptop-Netzteil finden, ich glaub dann haben wir die Zehn voll.

Vario steht zum Verkauf!

Es war immer die Frage, wann wir den Vario verkaufen. Wir wohnen ja schließlich drin, und es dauert noch ein paar Monate, bis Eiwola fertig ist. Aber egal, wir setzen ihn mal bei mobile.de rein. Und schau da, gleich zum ersten Besichtigungstermin ist er verkauft. Manchmal passt es einfach, und wir sind darüber sehr froh, dass gleich die richtigen Leute da waren – auf langwierige Verkaufsprozesse haben wir ja sowas von keinen Bock. So wird der Vario noch im August endgültig den Besitzer wechseln.

Und wir werden vorläufig wohl zu Max in Ducatolein einziehen. Den Ducato behalten wir auf jeden Fall, bis wir hier in Annaberg fertig sind mit dem Ausbauen. Denn mit dem Motorkamel im Regen zum Baumarkt fahren, das ist schon etwas ungünstig …

Ziva macht Zicken

Ziva ist jetzt fast anderthalb Jahre alt, und bisher ging es ja mit der Jagerei. Mir war aber schon klar, dass sich dies ändern könnte. Und dann ist es passiert: bei der nachmittäglichen Gassirunde ist sie etwas weiter weg von mir, und ehe ich meinen Gedankengang „oh, ich sollte sie jetzt mal herrufen“ zuende gedacht habe, geht sie ab. Sie hat einen Feldhasen aufgescheucht, und dem rennt sie nun mit Jagdgeheul hinterher. Jagdgeheul, das ist dieses sehr hohe, aufgeregte Quietschen. Und wenn Ziva quietscht, warum auch immer, dann ist Max nicht mehr ansprechbar, und so ist er Ziva hinterher. Ziva verfolgt den Hasen, Max verfolgt die Ziva. Arschkrampen. Ich spare mir die Herumschreierei, laufe zurück zur Halle und schnappe mir das Quad. Normalerweise hätte ich einfach nur gewartet, bis sie wieder zurück sind, aber Zivas helles Gebelle entfernt sich immer mehr. Also fahre ich ihnen hinterher. Und fünf Minuten später, ich stehe mit dem Quad an der Stelle, an der ich sie verloren hab, alle sind wieder da: erst der Hase, dann Ziva und Max. Arschkrampen.

Seither werden andere Saiten aufgezogen. Wir haben es die letzten Wochen etwas schludern lassen, und die Ziva im Unterholz rumstöbern lassen. Die Zeiten sind vorbei, zumal sie seit der Nummer echt ständig am Hasen schnüffeln ist. Jetzt wird nicht mehr rumgestöbert. Wir sind hier ja schließlich beim Gassigehen, das ist kein Jagdausflug!

Die Sache mit dem Führerschein …

Ich muss für Eiwola ja den Lkw Führerschein machen. Dieses Vorhaben im Sommer und hier im Erzgebirge durchzuziehen, das hat sich als recht unmöglich entpuppt. Fahrschule 1: Preis Okay, aber dieses Jahr noch? Geht nicht, wir haben keine Fahrlehrer! Fahrschule 2: Hätte Zeit, aber über 4.000€ für den Führerschein hinblättern? Ne, das sehe ich nicht ein. Also kommen wir zu Option 3: ein bezahlbarer Intensivkurs im Schwäbischen. Termine für die ärztliche Untersuchung und den Erste-Hilfe-Kurs sind gebucht, und wenn nichts mehr schiefgeht, dann mache ich also im Herbst, sobald Eiwola fertig ist, den Führerschein – in nur 8 Tagen. Wir werden sehen.

Die Sache mit dem Griechen …

Es scheint, als gäbe es in der City von Annaberg ein gutes Restaurant, den Griechen. Zumindest bekommen wir keinen Platz, und so machen wir noch ein paar Fotos vom Dorfplatz und ziehen wieder ab. Gibt’s halt Döner statt Gyros.

Ich frage mich ja immer, wie „normale“ Autos solche Parkplätze nutzen können? Ducatolein hat ja schon etwas mehr Luft unterm Auto als so manch ein Pkw.


Wir wären dann soweit!

Wir warten immer noch auf Eiwola! Der Laster wäre soweit fertig, es fehlen hier und da noch ein paar Details. Aber vor allem hat es noch keinen TÜV! Der TÜVer hat irgendwie keine Zeit, ist im Urlaub, oder sonstwas – und wir sind in der Zwickmühle: warten oder einfach hinfahren und mit einer roten Nummer abholen? Eigentlich wäre es schon gut, wenn Eiwola TÜV hätte und wir ihn direkt anmelden können. Auch deshalb, weil so ein Umbau von der Feuerwehr zum Allrad Wohnmobil ja durchaus mit einigen nennenswerten Änderungen verbunden ist – und nicht jeder TÜV-Prüfer damit zurande kommt.

Dann kommt die erlösende Antwort: Montag, 9 Uhr ist TÜV-Termin!

Ein Ausflug in den sonnigen Süden

Wir packen also Ducatolein, und fahren am Sonntagmorgen über 400 Kilometer Autobahn, immer nach Süden. Kaum raus aus Annaberg, scheint auch die Sonne. Mehr sage ich heute mal nicht zu dem Mikroklima, in dem wir gerade wohnen. Fünf Stunden sind wir unterwegs, und zwischendurch gibt es kleinere Diskussionen um die besten Plätze an der Rampe, ähm, ich meine auf der Sitzbank. Da passen durchaus zwei Hunde neben mir drauf, aber ein bisschen eng wird es dann schon. Aber wer jetzt seinen Platz verlässt, der hat verloren.

Für Sonntagvormittag ist eigentlich recht viel Verkehr, einen Baustellenstau müssen wir umfahren. Ich ahne Schlimmes, was die Rückfahrt morgen oder übermorgen angeht, wenn die Lkws mitmischen. Nach Mittag kommen wir an, und packen uns beim Ausbauer an die Wiese. Die Hunde sind von ihrem Interims-Vorgarten sehr begeistert – denn in der Wiese wimmelt es nur so von Mäuselöchern. Da werden sogar in Max die Jagd-Gizmos wach.

Eiwola ist da!

Dort angekommen, schauen wir erst einmal in die Halle. Sonntagmittag, keiner da, außer Eiwola! Mein erster Gedanke: Schei$$e ist das Viech hoch! Ansonsten sind wir schwer begeistert. Alles sieht super wertig und massiv aus, vom Durchstieg über die Staukästen bis hin zum erst gestern geschweißten Sandblechhalter. Alles sieht stimmig aus, teilweise auch stimmiger als auf den Fotos. Vor allem das Verhältnis von Radstand und Überstand, also auch die Gesamtfahrzeuglänge, ist super geworden.

Hach, das ist ja schon aufregend. Über ein Jahr lang hat man nur geplant und gewartet, nun steht Eiwola endlich vor uns 😀 Und da muss man auch mal loben: vor 13 Monaten hat Benny, der Chef von FRM Technik, uns einen Liefertermin genannt: Ende Juli oder Anfang August. Punktlandung, trotz einiger Verzögerungen durch Hersteller, wofür er nichts konnte. Die Kommunikation war immer top, und für Andres Fragen hatte er immer ein offenes Ohr, und einen guten Rat parat. Man merkt, dass hier ein Individual-Ausbauer am Werke ist, der wirklich Ahnung hat und dem auch daran gelegen ist, dass nur richtig gute Allrad Lkws von seinem Hof rollen.

Andre macht mit Benny direkt ein paar Testfahrten. Die erste führt zur Tankstelle – und ungefähr 800 Liter Diesel gehen in den Tank. Aua. Immerhin, einen Gratiskaffee für’s Tanken habe ich mit Ducato noch nie bekommen.

Die zweite Fahrt geht zum Abendessen in ein nahe gelegenes Etablissement. Und da offenbart sich ein ganz anderes Problem: mit der großen Kiste kann man einfach nicht bei McDonalds parken 😉

Dann noch ein bisschen in den Dreck fahren, einfach um zu gucken, ob es irgendwo aneckt, wenn sich der Laster verschränkt. Scheint aber zu passen.

Sonst fährt sich das neue Auto aber gut, wie mir mein Testfahrer berichtet. Die Leistung stimmt, man tritt auf das Gaspedal, und da geht was. Geräuschmäßig geht auch einiges, denn der Durchstieg ist noch offen – und der Motor liegt ja direkt darunter. Da muss noch eine Türe hin. Auch sind die Reifen lauter als gedacht. Weshalb wir unsere Entscheidung, diese erst einmal drauf zu lassen, in Frage stellen.

Montagmorgen geht es zum TÜV, und bis auf eine Bremse, die noch gerichtet werden muss, ist alles super. So ganz genau wussten wir ja nicht, was er wiegt, jetzt wissen wir: Das Leergewicht ist mit 9,1 Tonnen etwas leichter als angenommen. Micha, stell schonmal den Champus kalt! 😉

So schaffen wir es heute nicht mehr zur Zulassungsstelle nach Aalen, die natürlich nur vormittags geöffnet hat. Also bleiben wir einen Tag länger in Schwaben. Max freut es, denn wir wohnen im Ducato. Und da Ducatolein seinem Vernehmen ja ihm gehört, steht ja wohl nicht zur Diskussion, wo er nachts pennt, oder? Genau, im Gräble.

Morgen also nach Aalen, zur Zulassungsstelle. Und dann zurück ins Erzgebirge, wo wir uns für die nächsten zweieinhalb Monate in der Halle verschanzen werden. Aber dann heißt es:

Im Herbst geht es noch einmal hierher, denn es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, wie die Radläufe hinten und der Unterfahrschutz für die Dieseltanks. Und mal schauen, was uns bis dahin sonst noch so einfällt. Jetzt geht es erst einmal an den Innenausbau, direkt im Anschluss danach geht es zum Lackieren. So ein bisschen graust es mich ja schon vor den nächsten 2-3 Monaten. Auf der anderen Seite: lieber kurz und heftig als eine ewige Baustelle zu haben. Dann können wir uns wieder auf die Reise machen, und an die Orte fahren, wo die tägliche Schafherde vor dem Wohnmobil nicht den Eindruck erweckt, als sei man im falschen Film.

PS: Und Ziva? Die hat gestern ihre erste Maus erlegt. Und hoffentlich auch ihre letzte.

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Wer bei uns halbwegs auf dem Laufenden ist, der weiß, dass wir die nächsten Monate in Sachsen verbringen werden. Genauer gesagt im Erzgebirge, wo wir EIWOLA, unser künftiges Allrad Wohnmobil, ausbauen werden. Mal schauen, was mir da einfällt, für den monatlichen Blogpost. Ich denke, es wird eine Mischung aus Reiseblog, Ausbaublog und irgendwas werden.

Schneeberg: eine Woche an der Werkstatt

In Schneeberg stehen wir für ungefähr 10 Tage nahe der Werkstatt auf Privatgelände. Genauer gesagt auf einem Parkplatz, auf dem Fahrzeuge stehen, die für den Export gedacht sind. Immer wieder kommen Leute, schleichen um unsere Autos rum – sie denken wohl, dass auch Vario und Ducatolein zum Verkauf stehen. Ein bisschen mit den Töpfen klappern reicht dann schon, und sie bemerken, dass das Wohnmobil doch irgendwie bewohnt ist und ziehen wieder ab.

Andre hat hier einige Termine, Mitarbeiter der Werkstatt müssen geschult werden, damit sie selbständig die Sachen aus seinem Shop einbauen können. So werden dieser Tage einige Batterien, Ladebooster und Wechselrichter eingebaut und Solaranlagen installiert. Doch dann wird es Zeit weiter zu ziehen. Wir tun das nicht zufällig vor einem Wochenende, denn die vorbei rasenden Motorräder bei schönem Sonntagswetter sind echt nervig. Und vor ein paar Tagen war Vatertag. Bier saufen morgens um neun, sowas fällt auch nur Männern ein.

Annaberg-Buchholz: Hallöchen!

Erst überführen wir das Quad, dann folgt der Rest. Ulrike, eine Freundin, begleitet uns. Für die ersten Tage in Annaberg-Buchholz packen wir uns auf einen Wanderparkplatz in der Nähe unserer Ausbauhalle. Noch parkt das Wohnmobil von Markus und Dana dort, ihnen gehört das Gebäude. Sie müssen noch fertig ausräumen, was sie dann auch in einem erstaunlich schnellen Tempo schaffen. Sie selbst stehen in den Startlöchern um sich auf nach Skandinavien zu machen. Auf reisezaepfchen.de könnt ihr übrigens mitlesen.

Die Halle und die Gegend, sie gefallen uns gut. Die Halle ist perfekt für unsere Zwecke: sehr geräumig, mit Wasser, Abwasser, Licht und Strom. Und einem Tor, durch das unser EIWOLA gerade so durchpassen sollte. Zumindest, wenn wir die Luft aus den Reifen lassen. Das einzige, was nicht optimal ist: der Umstand, dass das Sträßchen doch gut befahren ist, denn wir wohnen an der einzigen Zufahrt einer Schrebergartenanlage. In der im Übrigen zweistöckige Häuser stehen. So müssen wir Ziva an der langen Leine halten, sonst geht sie rumstromern. Dass der Nachbarn sich Wachteln hält wurde bereits zur Kenntnis genommen. Rund um die Halle gibt es ein Mehrfamilienhaus mit netten Nachbarn, ein kleines Sägewerk, wo aber nicht täglich gearbeitet wird, und Wiesen hintenraus.

Jeden Tag mäht irgendjemand irgendeinen Rasen, die älteren Damen der Nachbarschaft sind immer für einen Plausch gut, irgendein anderer Nachbar hat uns schon das Ordnungsamt vorbei geschickt – Kleinstadtleben also.

Sehr gut für unser Ausbauvorhaben ist die Infrastruktur im Ort: Baumarkt, Supermärkte, Packstation, alles ist da. Und die Packstation, die werden wir noch sehr zu schätzen wissen, wie sich noch herausstellen wird.

Die Ausbauwerkstatt entsteht

Das erste Projekt ist das Einrichten der Ausbauwerkstatt. Einiges haben wir ja schon im Bestand, Akkuschrauber, Tauchsäge, usw. Alles Andere wird online oder im örtlichen Baumarkt eingekauft. Wie die OSB-Platten, aus denen erst einmal Arbeitstisch und Regal gezimmert werden. So können wir Werkzeug und Möbelverbinder schonmal antesten. Das Holz verwenden wir auch, um eine Testschublade zu bauen. Funktionieren die Auszüge und die Verschlüsse so, wie wir uns das denken? Ja, tun sie, und so wird fleißig bestellt.

Pakete ohne Ende

Kaum haben wir unser Plätzchen für die nächsten Monate bezogen, wird bestellt. Die letzten Wochen und Monate haben wir ausgeheckt, was wir brauchen und wo wir es bekommen. Die Paketdienste geben sich ein Stelldichein: Hermes, DPD, UPS, Spedition …

Und DHL? Tja, manchmal könnte man einfach nur kotzen. Erste DHL-Pakete gehen zurück zum Absender, im Tracking steht sowas wie „Sendung entspricht nicht unseren Versandbedingungen“. Was das heißt, wo das Problem ist? Ich habe keine Ahnung, und die DHL Hotline hat überhaupt keinen Plan. Nach einer Woche und 15 Paketen schaffe ich es, die Dame im gelben Postauto abzufangen. Da sagt sie mir, dass sie keine Pakete an uns zustellt, weil wir unter der Adresse nicht gemeldet sind. Sie ist also eine Woche lang an uns vorbei gefahren, ohne was zu sagen. Wie unhöflich. Ich bin recht selten so richtig sauer, aber da musste ich mich wirklich beherrschen.

Ich kann nicht umhin, das mit DHL in Portugal zu vergleichen: Kann da der DHL-Fahrer nicht zustellen, dann ruft er dich an. Und macht mit dir einen Treffpunkt aus. Supermarktparkplatz oder Strandparkplatz? Kein Problem. Aber gut, ich habe mich dann mal wieder abgeregt, und Lösungen gefunden. Packstation, Hermes Paketshop, eine nette Nachbarin und die Werkstatt in Schneeberg sind jetzt unsere Lieferadressen. Warum auch einfach, wenn es doch auch kompliziert geht.

Testläufe.

Die Waschmaschine ist zwischenzeitlich angekommen, und wir sind gespannt, ob sie sich bewähren wird. Eine 3kg-Waschmaschine zur Wandmontage. Da wir derzeit keine Wand zur Montage da haben, baut Andre eine Art Gestell. Schnell merken wir: beim Schleudern treten Kräfte auf, die sind heftig. Also kommen Betonsteine auf das Gestell, bestimmt 100 Kilo oder so. Nach ein paar Feinjustierungen klappt es, die Waschmaschine wandert nicht mehr in der Halle umher. Uns wird klar, sie muss im Wohnmobil wirklich verdammt feste angebracht werden.

Auch andere Komponenten werden getestet, wie der Kühlschrank. Ein normaler Haushaltskühlschrank von AEG, mit separatem Gefrierfach. Das läuft jetzt schon seit ein paar Wochen, und immer noch ist nichts vereist. Ein Träumchen, da macht unser jetziger 12V Kühlschrank im Wohnmobil ganz andere Sachen.

Nicht zu vergessen die Testläufe mit den neuen Backofen 😀

499. Annaberger KÄT

Die KÄT ist der größte Jahrmarkt im Erzgebirge. Der Rummel dauert ungefähr 10 Tage lang, und wir suchen uns einen Wochentag aus, für einen Besuch – in der Hoffnung, dass es dann nicht ganz so voll ist. Das kommt auch hin, genauer gesagt ist unerwartet wenig los. Tote Hose, gähnende Leere, gelangweilte Schausteller. Dennoch blinkt und hupt es an allen Ecken, The Show Must Go On. 150.000 Besucher waren dieses Jahr da, 50.000 weniger als im letzten Jahr. Angeblich wegen der Hitzewelle. Ich hätte da noch eine andere Idee: 5€ für ein Fahrgeschäft, 5€ für eine Tüte Mandeln usw.

Wir drehen ein paar gemütliche Runden mit dem Riesenrad, fotografieren und naschen ein bisschen, und ziehen wieder davon. Am Wochenende gibt es noch ein großes und langes Feuerwerk. Da wollten wir eigentlich mit den Kameras parat stehen, aber irgendwie waren wir so sehr in den Möbelbau vertieft, wir haben es einfach verpasst.

Möbelbau die Erste

Die ersten Wochen ist irgendwie nicht so viel passiert, denn Andre musste öfters nach Schneeberg, die Mitarbeiter der Einbauwerkstatt schulen und anleiten. Derweil vertreibe ich mir die Zeit mit arbeiten, und mache mich mit dem Werkzeug vertraut. Eine Kiste für den Kräutergarten, das sollte ich doch noch hinbekommen.

Erst Ende Juni beginnen mit dem Vorausbau. Als erstes Möbel entsteht der Küchenblock. Wir bauen ihn aber nicht fertig, denn sonst bekommen wir ihn später nicht durch die Türe ohne alles wieder aufzuschrauben. Die Küchenarbeitsplatte ist fast fertig, der Korpus ist fast fertig, die Schubladen sind fast fertig, der Hängeschrank ist fast fertig.

Bis jetzt haut die Planung in etwa hin, und es schaut richtig gut aus. Ein paar kleinere Anpassungen sind zwar nötig, um es passend zu machen, und es werden sicherlich nicht die letzten sein …

Als nächstes machen wir uns daran, die Komposttoilette zu bauen. Ja, Eiwola bekommt nicht nur so eine ordinäre Trockentrenntoilette, es wird ein Kompostklo. Und zwar ein DIY Kompostklo, denn die Naturehead, die um die 1000€ kostet, passt uns nicht in den Kram. Erstens der Preis – einen Tausender für ein Klo, das ist doch indiskutabel. Dann gefällt uns weder das Vollplastikambiente, noch der zu kleine Urintank, noch das umständliche Auseinanderbauen wenn der Feststoffbehälter entsorgt werden muss.

Es wird Sommer!

Über 30 Grad – nach dem durchwachsenen Wetter war das kaum zu erwarten. Mit knapp 70% Luftfeuchtigkeit ist das gerade noch so erträglich. Immerhin ist es warm genug, dass wir uns etwas Abkühlung verschaffen können – die italienische Eisdiele im Ort wird ausprobiert, und der neue Kühlschrank mit dem extra Gefrierfach kommt auch zum Einsatz.

Normalerweise würden wir das Wohnmobil bei diesen Temperaturen ja an einem See parken. Oder mit den Hunden an den nächstbesten See fahren. Irgendwie ist das hier nicht so gegeben, also besorge ich einen kleinen Pool für die Hunde. Die Begeisterung ist riesig. Ich hätte ja gerne Bilder von im Wasser herum tobenden Hunden geknipst, aber irgendwie kam es bisher nicht dazu. Naja, der Sommer ist ja noch lang. Ansonsten haben wir jetzt einen verdammt großen Hundenapf vor dem Wohnmobil stehen …

Während der Hitze lassen wir es etwas entspannt angehen. Andre geht in seiner Freizeit gern quaddeln, ich chille mit den Hunden am und im Womo – da passt es wunderbar, dass Netflix gerade neue, interessante Staffeln rausgebracht hat.

Ein Ausflug zu EIWOLA

Was bin ich froh, dass wir unseren Kabinenbauer einfach machen lassen können, dass wir nicht das Gefühl haben, bei ihm alle naselang auf der Matte stehen zu müssen damit was vorangeht. Die Absprache per Whatsapp und Telefon funktioniert super – so ersparen wir uns die Mühe runterfahren zu müssen, wir gehen ihm nicht auf die Nerven und er kann schaffen. So kommt es, dass wir trotz 5-wöchiger Lieferverzögerung von dem Plattenhersteller immer noch eine Woche VOR dem Zeitplan sind. Es läuft, und das freut uns doch sehr.

Trotzdem müssen wir jetzt ins Schwäbische fahren, denn einmal den theoretischen Plan an der Kabine visualisieren und die Gegenprobe machen, ob die Fenster auch alle gut sitzen wo sie angedacht sind. Das hat uns Benny, unser Kabinenbauer, empfohlen, und das macht Sinn. Wir fahren mit dem Vario runter, besprechen gleich noch ein paar andere Dinge, übernachten gleich nebenan, machen einen Abstecher nach Schwäbisch Gmünd (Andre hat jetzt wieder einen gültigen Lkw Führerschein) und fahren den ganzen Mist, über 400km, am selben Tag wieder zurück.

Was bin ich froh, dass Andre keinen Wert darauflegte, dass ich auch mal fahren soll. Denn ich habe noch vom gestrigen Fahrtag diese fiesen Kopfschmerzen. Dazu etwas ungesundes Essen unterwegs, und es kommt noch ein fieses Magengefühl dazu. Im Vario als Beifahrer mitzufahren, das läuft übrigens ganz nach dem Prinzip „Weggegangen, Platz gefangen“.

Kaum sind wir im Erzgebirge angekommen, gibt es auch schon wieder Updates, denn die Jungs haben fleißig gearbeitet, während wir durch die halbe Republik gondeln.

Bald geht’s so richtig los!

Wenn nichts mehr schief läuft, können wir Eiwola noch Ende Juli oder Anfang August abholen. Bis dahin haben wir noch gut zu tun. Es soll alles da sein, wenn es losgeht – denn wenn die Arbeit stockt, weil irgendein Kram fehlt, das ist doof. Das Meiste ist auch schon da: Fußboden, Wassertanks, Batterien, Schubladen, Scharniere, Verschlüsse, Wasserhähne, Schläuche, usw.

Und für alle, die es wissen wollen …

Ja, wir werden euch noch verraten, wer der Kabinenbauer ist – sobald er unsere fertig hat. Wir verraten auch was das für eine Waschmaschine ist, welche Schubladenauszüge und Verschlüsse wir benutzen, undsoweiter. Sobald sich Komponenten bewährt haben, und wir mehr dazu sagen können. Wir handhaben es wie sonst auch: erst, wenn wir etwas getestet und für wirklich gut befunden haben, empfehlen wir es auch. Momentan ist noch nichts fertig, daher halten wir uns etwas zurück.

Okay, eine Ausnahme gibt es: Heute sind die Flauschebetten für die Hundehöhlen gekommen.

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