Für uns beginnt nun das, was wir unter einer „Überwinterung im warmen Süden“ verstehen: weniger Kilometer machen, mehr entspannen. Gut, etwas Fahrspaß ist bei uns freilich auch mit dabei. Nicht umsonst haben wir das große Allradviech und das kleine Motorkamel hier runtergefahren. Wir freuen uns wirklich sehr auf den Sand.


Zwei Tage an den zehn Palmen

Zuletzt haben wir ja an ein paar Palmen eingeparkt. Ziva liebt diesen Platz. Sofort erinnert sie sich daran, dass da irgendwelche Viecher unter den Palmen leben. Und buddelt direkt los.

Max findet es hier auch ganz nett. Denn zwischen den Palmen steht ein Brunnen. Heißt, dass hier ab und an Herden vorbeikommen, zum Wasser fassen. Und die produzieren leckere, vegane Bonbons.

Mitten in der Entspannungsphase meldet Ziva einen Besucher. Oh schön, auch hierhin finden die Fossilienverkäufer. Dieser hier heißt Ali und kommt mit dem Radl. Er spricht sowas wie Englisch, und das auch gerne, also wird ein bisschen gequatscht.

Die Dromedarherde kommt hinzu, und säuft einmal kurz den Brunnen leer. Da wir nicht wissen, wie schnell sich dieser wieder füllen wird für die nächste Herde, waschen wir heute doch keine Wäsche. Wobei zwei Ladungen Wäsche von der Wassermenge her vermutlich kaum ins Gewicht fallen würden. 50 Liter säuft ein Dromedar ja in 20 Sekunden weg.

Ganz nebenbei wurden Smartphones aufgeladen und die Taschenlampe hat neue Batterien bekommen. Ali hat sein Geschäft gemacht, wir haben ihm bisschen was abgekauft. Aber keine Fossilien. Zumal ich meine zu wissen, dass man diese nicht aus Marokko ausführen darf.

Ali fragt sich übrigens, ob Sascha mit dem grünen Lkw mal wieder vorbei kommt. Wenn hier also ein Sascha mitliest, der vor Covid öfters mal hier gestanden ist …

Kaum sind die beiden weg, kommt die Miniziegenherde, geht aber bald wieder – der Brunnen ist ja recht leer.

Kaum sind die wieder weg, kommt ein Expeditionsmobil, fährt aber bald wieder, zum nahe gelegenen Tourihotspot.

Kaum sind die wieder weg, kommen Team Australia und Team Atego – und die bleiben erstmal.

Wir planen für den Abend ein Lagerfeuer. Feuerholz liegt hier aber eigentlich keines rum – bis auf eine Palme, die noch vor sich hinkokelt, die hat wohl jemand kürzlich angezündet. Und eine andere Palme, deren Palmwedel auf dem Boden liegen, auch die hat wohl jemand versucht anzuzünden. Keine Ahnung warum, aber wir nehmen das dann mal für das Lagerfeuer.

Ali kommt auch wieder angeradelt, und während wir Feuerholz zusammen suchen, Stockbrotteig und Guacamole machen, richtet er eine 1a Feuerstelle ein.

Das mit dem Stockbrot klappt mangels guten Stöcken nicht so ganz, und so zeigt uns Ali, wie man echtes Berberbrot macht, und das Brot unter der Glut bäckt. Das war wirklich lecker. Und dafür, dass es in Sand und Asche lag, auch erstaunlich unsandig.

Ein schöner und lustiger Abend am Lagerfeuer. Sicher nicht unser letzter hier in Marokko.

Souk Tag in Rissani

Das Städtchen Rissani soll einen der schönsten Souks (=Lebensmittelmärkte) in Marokko haben. Na, da gehen wir doch mal schauen. Brauchen wir doch ohnehin einige Vorräte, für die nächste Woche im Sandkasten. Sonntag ist großer Markttag, und nach zwei Nächten bei den 10 Palmen machen wir wieder los.

Also fahren wir einfach mittenrein, mit drei – teils großen – Fahrzeugen in die trubelige Stadt.

Wir parken direkt am Souk, und tatsächlich im Souk selbst viel los, aber das Touri- und Fahrzeugaufkommen ist recht überschaubar.

Dass es so wenige Touris hat ist eigentlich schade, denn so trifft es uns voll. Alle 10 Schritte will einer was, plus die bettelnden Kinder. Puh, also für den Markttag in Rissani braucht man echt einen guten Tag.

Aber, wir sind erfolgreich. Haben viel frisches Obst und Gemüse, ein paar Leckereien und Grundnahrungsmittel für die nächste Woche. Dass man die Touris hier sogar beim Wasser in Flaschen übers Ohr hauen möchte, das habe ich zur Kenntnis genommen. Ist aber nicht tragisch, Wasser kann man auch woanders kaufen.

Grundsätzlich finde ich den Souk super. Eine große Auswahl, und wenn man nicht suchend oder wartend wo rumsteht, dann wird man auch weniger angequatscht.

Am heutigen Sonntag ist „großer Markttag“, hier gibt es auch einen Viehmarkt.

Und einen großen Obst-Gemüse-Wochenmarkt, der meist regionalen Bauern.


Sandkasten, wir kommen!

Zugegeben, wir sind schon ganz heiß auf den Sandkasten. Wo so ein Allradviech wirklich Spaß macht, das ist halt im Weichsand. Aber, wir halten das schon noch ein paar Tage aus – denn wir sind mit den Teams Australia und Atego unterwegs, und deren Geländegängigkeit ist „eher so mittel“.

So überlegen wir, wie es am besten anzufahren ist, das altbekannte Plätzchen hinter und zwischen den Dünen des Erg Chebbi. Denn wenn die beiden allzu oft stecken bleiben, dann könnte die Nummer etwas anstrengend werden. Daher entscheidet sich Andre für die Südroute, und so geht es einmal um den großen Sandkasten namens Erg Chebbi drumherum.

Zu Beginn lassen wir bei allen drei Fahrzeugen etwas Luft aus den Reifen – beim Ducato etwas weniger, bei den Lastern etwas mehr. Und wir laden das Quad raus, denn ich will endlich mal wieder im Sand quaddeln. Und ich ahne schon, dass ich heute die Gelegenheit dazu bekommen könnte.

Aus den anfänglich geschätzten 15 Kilometern werden dann doch 35 Kilometer. Zwischen „leicht sandig“ und feinstem Waschbrett ist alles mit dabei. Also für die anderen, für mich weniger. Denn ich fahre mit dem Quad die Piste, die näher dran an den Dünen ist. Weniger ruppig, mehr sandig. Und wenn ich sehe, dass die anderen nicht gescheit voran kommen, dann trifte ich schonmal in die höheren Dünen ab.

Aber ja, wir sind echt aus die Übung – ich zumindest. Im Quad ist noch zu viel Luft in den Reifen, so rutsche ich die Dünen runter, als wären wir hier beim Schlitten fahren. Die Action-Cam hat nicht aufgenommen. Und wenn man zu viele Sternchen auf Google Maps hat, weiß man eventuell nicht, welches das Ziel markiert. Also verliere ich die anderen aus den Augen, und weiß dann noch nichtmal wohin ich fahren soll, eben wegen der Vielzahl an Sternchen. Aber schön, dass es zur Orientierung so viele Camps am Rande des Sandhaufens gibt, so finde ich sie dank Funkgerät wieder.

Das Dünencamp mag langjährigen Bloglesern bereits bekannt vorkommen – wir sind hier bereits das dritte Mal.

Im ersten Jahr noch mit dem Vario und den Campofanten, da waren wir die ohne Allrad. Im zweiten Jahr dann mit Team Mahrsmenschen, und jetzt mit den Teams Australia und Atego. Die im Übrigen recht gut durchkommen.

Team Atego hat die Notwendigkeit von Pushlocks in den Oberschränken erkannt, insbesondere auf / nach der Waschbrettpiste. Team Australia wusste bisher nicht, wie sehr das Interieur ihres Wohnmobils quietschen kann. Da kann Ziva noch was von lernen!

Wir stehen ein paar Tage im Dünencamp rum, und wir wissen die gute Nachbarschaft zu schätzen.

Ich, weil sich schonmal jemand anders findet, die die Actioncam hält:

Die Hunde, die hier immer jemanden finden, der sie anfässt, der Hundekekse oder trockenes Brot anreicht.

Vor allem Max legt ja hohen Wert auf qualifiziertes und motiviertes Anfasspersonal.

Die Sonnenuntergänge hier sind immer wieder nett anzusehen.

Ein paar Tage und Nächte lungern wir hier rum, fahren dann wieder zurück in die Zivilisation.

Team Atego ist die Strecke mit dem Moped abgefahren und meint, das wäre kein Problem. Sehr schön, wenn der Atego das packt, ist der Ducato auch kein Problem. So ein 3-Tonner merkt man ja auch kaum am Seil, da fällt der 12-Tonner schon mehr auf.

Tatsächlich haben sich die Weichsandpassagen von vor drei Jahren so sehr verschoben, dass es sie nicht mehr gibt. Gut, hinterher ist man immer schlauer.

Und weil das jetzt einfach zu langweilig war, müssen die Jungs noch etwas im Sand spielen gehen.

Andre macht es vor, parkt Eiwola auf der großen Düne.

Der Atego … Naja, immerhin rauf ist er gekommen. Okay, nicht auf die große Düne, aber immerhin …

Der Ducato … Naja, mit Sand haben die Ducatos es ja grundsätzlich nicht so …

Die Jungs haben Spaß, und die jungen Marokkaner, die mit ihren Mopeds auf der Nachbarsdüne sitzen, auch. Komische Sachen, die die deutschen Touris da machen.

Ziva will jetzt auch mal!

Wir lassen wieder Luft in die Reifen und fahren nach Merzouga rein, etwas frühstücken. Frühstück, mittags um Eins, genau unser Ding.


3 Tage auf dem Campingplatz

Wir checken auf dem Campingplatz ein, der allerorts empfohlen wird, La Gazelle Bleue.

Ich persönlich kann die Empfehlungen nicht ganz nachvollziehen. Ein rechteckiger Platz, umgeben von einer 3 Meter hohen Mauer.

Warum tut man sowas? Das Wlan Signal schafft es nicht zu uns, dafür haben wir eine Baustelle vor dem Womo.

Wer auch hierhin möchte: zwei Plätze weiter der Liberté Camping. Ebenso einfach und günstig, mit mehr Grün und weniger Mauer. Und, er steht wohl nicht in den Campingführern drin, und deshalb ist dort weniger los.

Ich wäre ja nach einer Nacht noch gerne umgezogen – wenn Camping, dann schon das Beste draus machen. Doch hatten die anderen keine Lust drauf, und so bleiben wir stehen. Kein Problem, für ein paar Nächte passt das schon. Immerhin schlafen wir im Laster so hoch, dass wir aus dem Bett über die Mauer drüber schauen können.

Wir machen, was wir sonst auch so machen: Stuhlkreis mit Rotwein, Kartenspiele im Nachbarslaster, bisschen quaddeln, mal in den Sand oder ins Dorf, mal zur Tankstelle. Doch der Hauptgrund, warum wir es drei Nächte auf dem Camping aushalten ist, dass wir eine Quadtour buchen wollen, so als Rudel-Event.

Doch ehe das passiert, kommt Team Australia auf die Idee, die Hausdüne besteigen zu wollen. Sie sind jung und fit, da hat man schonmal solche Ideen. Wir reden uns mit dem Alter raus, kommen dann aber nach – auf dem Quad und mit Ziva. Den einen Kilometer bis zum Fuße der Düne fahren wir also, dann erst beginnt der Aufstieg.

Nun zähle ich ja seit ein paar Wochen zu den Nichtrauchern (wieder einmal). Hätte ich mal etwas früher aufgehört … Die Düne ist elendig steil, und es fühlt sich an, als ob meine Lunge ausziehen möchte.

Tatsächlich schaffen es die anderen bis nach oben, ich nicht. So richtige Schmerzen in der Lunge, das hatte ich noch nie, also entscheide ich mich dafür, nach zwei Dritteln aufzugeben und einfach sitzen zu bleiben. Naja, mit der leichten Erkältung, die ich seit einer Woche mit mir rumschleppe, sollte man so ein Späßchen vielleicht auch nicht machen.

Gut, die Aussicht ist auch hier nicht übel.

Doch das eigentliche Highlight der Dünenbesteigung habe ich verpasst – es ist der obligatorische Berber, der oben auf der Düne sitzt und seinen Krimskrams verkauft.

Immerhin geht der Abstieg recht flott vonstatten.

Zurück geht es mit dem Quadling. Schön, dass das so groß ist, passen doch tatsächlich fünf Leute drauf.

Wer auch mit Allrad unterwegs war: Ziva. Es ist der Wahnsinn, wie sie ihre Extrarunden dreht, und zwischendurchmal die Düne an der steilsten Stelle bezwingt, als gäbe es keine Schwerkraft.

Aber, sie hat dann auch sehr gut geschlafen. Ein paar Kilometer im Weichsand, das macht müde.

Am nächsten Tag haben dann alle Fünfe ein Quad. Ich fahre mit unserem Quadling, die anderen vier mit den gemieteten. Das sind auch Yamahas, aber eben kleinere mit 350ccm. Die gibt es hier überall, und man kann diese mitsamt Guide buchen, für ein oder zwei Stunden Dünenquaddeln.

Wir haben das ja bereits vor vier Jahren gemacht. Unser heutige Guide hat einen Zacken mehr drauf, und gibt direkt richtig Gas. So sehr, dass ausgerechnet ich mit dem großen Quad kaum hinterherkomme. Meine Wohlfühlgeschwindigkeit zum Dünencruisen wird konstant um einige km/h überschritten, und so bin ich sehr damit beschäftigt, dranzubleiben. Super spaßig war es dennoch, zumal ich heute auch gelernt habe, dass einiges mehr geht, als ich es mir alleine getraut hätte. Braucht man vielleicht mal wieder zwischendurch, so eine Erweiterung der eigenen Grenzen.

Es gibt ein Filmchen zu dem Spaß:

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Durchquerung des Erg Chebbi

Wir verabschieden uns von Team Atego und Team Australia. Sie zieht es die Tage wieder auf die geteerte Straße, wir wollen unbedingt nochmal mit dem Laster in den weichen Weichsand. Da, wo nicht so viel los ist, wo es super ruhig ist, und ich diesen Blogartikel schreiben tu. Da, wo die Hunde frei laufen können, ohne auf ein Laib Brot oder eine Katze zu stoßen. Da, wo einen der Muezzin nicht um halb Sieben morgens aus dem Bett schmeißt. Sowas halt.

Es gibt eine sandige Sandpiste, einmal quer durch den Erg Chebbi. Sie beginnt direkt am Campingplatz und endet auf der Rückseite des Sandhaufens.


Wir lesen bei anderen Reisenden, dass sie mit dem Laster gut machbar ist. Außerdem hat Andre sie vorher schon weitestgehend mit dem Quad abgefahren. Denn so unendlich viel Erfahrung im Weichsand haben wir nicht, und wir wollen nichts riskieren. Wobei wir keine Angst vor dem Steckenbleiben haben, sondern vor dem Umkippen.

Die Piste ist aber Okay, wir kommen gut durch. Und die Sache mit dem Weichsand macht halt auch einfach Spaß, mit dem Quad wie auch mit dem Laster:

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Auf der Rückseite angelangt suchen wir das Plätzchen, dass ich vor 6 Tagen mit dem Quad schon ausgemacht habe.


Lastercamp hinter der Touridüne

Ja, das Plätzchen ist nett. Hier bleiben wir einfach mal stehen.

Erg Chebbi gilt ja als der touristische Sandkasten – zurecht, hier hat es jede Menge Dromedare, Quads und Jeeps, die darauf warten, die Touris in den Sand zu bringen. Die geteerte Straße führt quasi direkt an den Sand, die vielen Hotels und Campings liegen direkt an der Düne. Wer Sand mag, wird hier glücklich. Wir mögen Sand, wissen die Infrastruktur von touristisch erschlossenen Orten auch durchaus zu schätzen. Aber nach ein paar Tagen ist auch wieder gut, und wir wünschen uns mehr Ruhe. Und das finden wir hier.

Einmal am Tag kommt ein Berber vorbei. Er läuft hier rum, quatscht mit den Touristen, die sich hierhin verirren, schaut nach seinen fünf Dromedaren, die hier frei umher laufen, von Busch zu Busch.

Zwischendurch mal ein paar Dromedare mit Touris drauf, oder ein Jeep – ansonsten ist es hier angenehm ruhig.

Ab und an kommt ein anderes Allradviech hierher – aber meist sind es jene, die wir eingeladen haben, denen wir den Track hierher geschickt haben.

Das Actionmobil von Towards Endless ist ein schicker 15-Tonner. Konzipiert für das komfortable Reisen – weniger jedoch für das Weichsandfahren. So parken sie ein Stück weiter weg.

Sie sind Bekannte von Team Rossi, die als nächstes zu uns stoßen. Sie haben ihren Laster recht neu, und dementsprechend noch weniger Weichsanderfahrung als wir. Doch Andre hat den Track bis hierher aufgezeichnet, und dem können sie nachfahren.

Ein paar Tage später kommt unser Freund Philip. Keine 7 Tonnen, und mehr Erfahrung beim Sandfahren als wir alle zusammen, dementsprechend souverän kurvt er über die kleinen Dünen.

Wir haben hier also vier Allrad-Lkws, mit sehr unterschiedlichen Offroadtauglichkeiten, und das finde ich recht interessant. Der 15-Tonnen-Unikat MAN taugt weniger zum Dünenspielen, ist dafür ein sehr komfortables Reisefahrzeug. Der 6-Tonnen-Eigenbau MAN hingegen hat mit Dünen und Weichsand überhaupt kein Problem. Selbst die beiden Mercedes 12-Tonner (wobei wir gerade eher 11 Tonnen haben) sind unterschiedlich weichsandtauglich.

Hier wird deutlich, wie sehr Leistung, Gewicht und Reifen eine Rolle spielen. Ich denke, dass insbesondere das Verhältnis von Fahrzeuggewicht und Reifenauflagefläche entscheidend dafür sind, wie weit man im weichen Sand kommt. Geht es die Düne rauf, kommt die Leistung als entscheidender Faktor hinzu.

Deshalb ist das eine Auto freilich nicht schlechter als das andere. Jeder hier hat sein Fahrzeug selbst geplant, teilweise auch selbst gebaut. Jedem war dabei etwas anderes wichtig. Alle haben wir Kompromisse gemacht – die einen beim Komfort, die anderen bei der Offroad-Fähigkeit.

Zwischendurch gehen wir quaddeln.

Ziva kommt eher mal ein Stück mit. Ist aber längst nicht mehr so aktiv wie das letzte Mal in der Wüste. Sie wird tatsächlich älter und ruhiger. Was mich immer wieder erstaunt.

Max schafft es zwischendurch immer mal wieder bis vor die Tür.

Ansonsten machen wir in wechselnder Besatzung abendliche Sitzkreise am Lagerfeuer.

Omar, der hiesige Berber und fliegende Händler bestätigt, was Ali, der andere Berber und fliegende Händler auch schon gesagt hat: Weil es die letzten Jahre hier unten so wenig geregnet hat, haben die ganzen Familien keine Schafe und Ziegen mehr. Es gibt einfach kein Futter für die Tiere. Und für viele Familien war dieses kleine Zusatzeinkommen durchaus relevant, es schmerzt also. Seit 6 Jahren hat es hier wohl nicht mehr ordentlich geregnet. Das sehen wir auch an dem Grünzeugs. Im Vergleich zu unserer letzten Reise liegt hier auch kaum Feuerholz rum. Dafür ist der Grundwasserspiegel wohl niedriger, die Brunnen sind leer oder tief genug.

Die anderen sind schon wieder weiter, wir und Philip bleiben noch ein, zwei Tage länger. Die Männer wollen bisschen was an der Technik rumschrauben, und ich mach was am Computer. So kümmert sich Andre um das neu entdeckte Leck in der Heizung. Es wird dabei ziemlich viel geflucht, denn natürlich ist es diese eine Verbindung ganz hinten in der Ecke, wo man eigentlich gar nicht hinkommt. Also erstmal die Batterien ausbauen.

Draußen machen wir zeitweise nicht viel, denn es kommt immer wieder mal Wind auf, und der ist recht knusprig. Außerdem liegt der Sandhaufen hier auf einem Plateau, ca. 700m ü.d.M., der Wind ist also recht frisch. Aber schön, dass die vielen Fahrspuren im Sand mal wieder verschwinden. Der ganze Sandhaufen ist dermaßen durchpflügt, ich denke es hat schon länger keinen ordentlichen Wind mehr.


Weiter geht die Reise!

Nach 12 Tagen in, um und um den Sandhaufen herum, geht es weiter.


Diese herrliche Ruhe hier wird in der letzten Nacht unterbrochen, und zwar von Ziva. Vermutlich treibt sich ein Fennek, ein Wüstenfuchs, draußen rum. Denn Ziva macht Geräusche, die haben wir bisher auch noch nicht gekannt. Dass es hier Wüstenfüchse gibt wissen wir, Andre hat auch mal kurz einen gesehen. Ich natürlich nicht. Aber dafür habe ich Blümchen in der Wüste gefunden.

Wir machen uns fahrbereit, und ich drücke auf den Aufnahmeknopf der Actioncam. Wohl nicht feste genug, denn sie hat nichts aufgenommen.

Aber immerhin hat Philip noch ein paar Fotos von der Abfahrt gemacht.

Ziva ist übrigens nicht sehr glücklich, wenn ich mit dem Quad fahre. Noch unglücklicher ist sie, wenn ich aus ihrem Sichtfeld fahre. Es wird dann wohl recht quietschig im Laster.

Wir sagen also Adieu. Erg Chebbi, es war mal wieder schön mit dir. Und eigentlich wird es jedes Jahr ein bisschen schöner. Wir kommen wieder.



nächstes Mal …
Die Teams Australia und Atego sind bereits in Zagora, unserem nächsten Ziel. Ob wir sie noch einmal treffen? Vermutlich nicht, denn wir haben etwas zu lange rumgedüddelt. Anders gesagt: entweder sind wir zu langsam, oder alle anderen zu schnell. Aber, wie man so hört, es gibt in Zagora sehr viele Allradviecher. Wir sind vermutlich nicht die einzigen, die auch noch in den großen Sandkasten möchten.

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