Oh je, der letzte Quintablog ist ja schon über zwei Monate her! Am besten, Du holst Dir erstmal ein Käffchen.

Also, es war einmal … Anfang April im Jahre 2021, und wir sind, man mag es kaum glauben, in Portugal und auf unserer Quinta Prazera. Der Lockdown ist gelockert, die Zahlen sind super – aber noch läuft Portugal auf Halbmast, und so bleiben wir auch diesen Monat auf unserer Quinta Prazera.


Osterumzug

Es ist eine Schnapsidee von Andre am Abend, dass man ja mal wieder umziehen könnte. Unser Plätzchen oben an der Ruine hat eine schöne Weitsicht, ist strategisch günstig gelegen. Doch der Wind nervt, er pfeift immer wieder ganz schön ums Wohnmobil. Im Sommer super, das bringt bei der Hitze sicherlich eine frische Brise ins Haus, und es hat weniger Fliegen. Aber eigentlich hat sich der Wind ja nun gelegt. Aber da ist dann ja noch der Nachbar auf der anderen Bachseite, der seinen Acker erst zwei Tage lang mit dem Traktor bearbeitet, und die kommenden zwei Tage mit der Motorsense.

Also gut, für den Laster muss ein neues Plätzchen her. Das ist nach einer Begehung schnell gefunden: auf der Terrasse über dem „Lago da Pequenita“. Mit Blick auf die Ruine, die Pfütze, die Kullersteine. Okay, die Terrasse ist voller Brombeeren, und die Anfahrt zu ihr ist allenfalls mit dem Quad befahrbar. Es soll ja nicht zu einfach sein.

Also machen Team Amumot und Mausebein den Weg gangbar, wuchten Steine, füllen Löcher mit Dreck auf. Ich grabe derweil nach Brombeeren und wir stören einen Feuersalamander beim Winterschlaf.

Die Terrasse haben wir im frühen Sommer letzten Jahres gemacht, aber einfach nur gesenst. Die Brombeeren haben das freilich alle überlebt und erfreuen sich bester Gesundheit. Naja, bis auf die 100 Stück, die ich heute ausgebuddelt habe …

Es ist Ostern, also gibt es erst ein gepflegtes Kaffeekränzchen, ehe wir uns an den Umzug machen. Der Bäcker im Dorf hat aber auch feinen Süßkram! Einmal kurz fahrfertig machen, und los geht’s. Wenn das Allradviech schonmal fährt, dann filmen wir das auch:

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Das neue Plätzchen hat weniger Weitsicht, dafür von allem anderen mehr: Blick auf die Kullersteine, den Lago und die Ruine, mehr Grün, weniger Wind, mehr Sonne am Morgen. Man hört diesen verdammten Kuckuck nicht mehr, der früh morgens immer einen Anfall von Kuckuckuckuckuckuck hat. Nun können wir uns auch daran erfreuen, dass Team Mausebein so fleißig die Ginsterbüsche ausgerupft hat. Das sieht jetzt richtig gut aus hier.

Und so sieht das von Weitem aus:

Also ja, das passt erstmal. Noch ein paar Brombeeren raushacken, vielleicht mal wieder etwas Wiese einsäen, dann wird das hier noch etwas netter. Und einen Platz für den kleinen DIY Pizzaofen habe ich jetzt auch endlich gefunden …


Team Mausebein zieht weiter

Nach Ostern wird der strenge Lockdown etwas gelockert. Man kann wieder etwas freier umherfahren, und man darf wieder angeln. Also packt Team Mausebein seine Sachen zusammen – nach gerade mal drei Monaten im Arbeitslager! Was ihm hier wohl nicht gefallen hat, dass er die Flucht ergreifen musste? War es der Mangel an Döner? Oder Ziva, die ihm mit Vorliebe durch den Bart geschleckt hat? Wir werden es nie erfahren …

Aber ich weiß schon, wie ich ihm seinen nächsten Aufenthalt auf der Quinta Prazera schmackhaft machen kann. Erstens muss der alte Kaki-Baum gefällt werden – was kein einfacher Job ist, denn er steht inmitten neu gepflanzter Bäume. Außerdem könnte man ja ein paar für den Angler interessante Fische in den Lago einsetzen, für das Anglerglück.

Spaß beiseite, ich denke wir haben diese 3 Monate Lockdown gut genutzt, wir haben viel geschafft und viel Rotwein getrunken. Also ich weniger, aber auch der Bestand an Beirao ist nun leicht reduziert. In diesem Sinne ein großes Danke an Team Mausebein.


Graben ziehen und Deiche bauen

Bisher haben wir die Wassermassen, die bei Regen über unser Land fließen, in Bahnen geleitet. Bäche entwickeln sich recht schnell, sobald es stärker regnet – überall, wo der Boden befestigt ist, hat es bereits Ausspülungen. Und gerade in unserem Tal, in dem wir jetzt ja auch mit dem Laster stehen, fließt das Wasser von der einen Terrasse zur nächsttieferen, Wasserfälle bilden sich.

Wir wollen das Wasser aber gar nicht von unserem Land ausleiten – wir wollen, dass so viel wie möglich auf unserem Grundstück versickert. Also beginnen wir mit dem Deichbau, um das Wasser etwas aufzustauen. Aber natürlich nur da, wo es sinnvoll ist. Also weder die Terrasse vom Gemüsegarten noch unser neuer Stellplatz möchte bitte überflutet werden, das wäre ungeschickt.

Nur irgendwie regnet es, noch bevor wir die Idee mit dem Deichbau realisieren … Dabei war doch gar kein Regen angesagt! Nur deshalb haben wir den Graben am Wohnmobil ja zugemacht, und uns eine kleine Terrasse aus Rindenmulch gebaut. Na, was soll ich sagen … Eine Stunde Regen, und zwei der vier Säcke Rindenmulch hat es weggespült. Und unterm Laster geht ein Wildbach durch.

Also los geht’s: die Terrasse oberhalb bekommt links einen kleinen Wall, rechts einen kleinen Graben. Damit das Wasser schön in der Wiese steht, ehe es an anderer Stelle auf unsere Terrasse überlaufen kann. Ich bin mir sicher, Wasserwaage und Maurerschnur sind sinnvolle Werkzeuge beim Deichbau. Ich mach das trotzdem mal nach Augenmaß.

Die Quittung kommt beim nächsten Regen. Es ist Abend, und plötzlich fängt es an zu plätschern. Deichbruch! Also rein in die Regenklamotten, und mit Spaten und Taschenlampe ausgestattet schippen wir im Dunkeln Dreck von A nach B. Ist jetzt nicht so ätzend wie es sich anhört, denn immerhin sind die Temperaturen inzwischen so, dass man sich dabei keine Erkältung holt.

So werkeln wir in den Regenpausen am nächsten Tag vor uns hin, richten den einen oder anderen Weg, ziehen die eine oder andere Brombeere. Denn das geht bei nassem Boden einfach leichter.

Zwischendurch die Flucht ins Wohnmobil, denn irgendwie regnet es alle viertel Stunde, dann wieder nicht.

Und dann wieder regnet es so lokal, dass man die Regentropfen sieht, aber nicht abbekommt. Sieht man das auf dem Bild? Der Lago bekommt kräftigen Regen ab, wir im Womo nicht.

Der nächste richtig dolle Regen lässt dann aber doch noch auf sich warten, dann werden wir ja sehen, ob der Deich hält. Dann schaun wir mal – Ideen für zwei weitere Deiche habe ich.


Da die Rindenmulchlösung vor dem Wohnmobil eine offensichtlich nur suboptimale Lösung ist, kommt das Zeugs jetzt unter die Erdbeeren, und wir besorgen im Baumarkt eine neue, bessere Lösung. Wir finden quadratische Holzplatten-Paneele, mit einem Quadratmeter. Davon kaufen wir die Restbestände auf, und packen sie vors Wohnmobil. Viel besser!

Auch wenn diese Lösung nicht ewig halten wird, denn die Qualität ist … durchschnittlich. Höchstens. Aber, man kann barfuß darauf laufen, sie werden nicht heiß und der Dreck fliegt super zwischen die Ritze. Was auch gut so ist, wenn der Alte wieder einen Rappel bekommt. Und trotzig eine Kuhle gräbt, obwohl auf der neuen Terrasse ungefähr drei Hundebetten und Teppiche rumliegen.

Aber darauf liegen sie nur, wenn es Sonne hat und sie sich aufwärmen. Wird es dann zu heiß, ist die selbst gebuddelte Kuhle wohl besser.


Ziva und Max

Bei dieser Gelegenheit ein paar Hundebilder für Zwischendurch, denn Hundebilder gehen bekanntlich immer:



Keine Bilder von Max? Ja, davon gibt es derzeit nicht sooo viele. Das liegt primär an seiner unfassbaren Faulheit, die mit zunehmendem Alter und ansteigenden Temperaturen unfassbare Ausmaße annimmt. Sobald ich mich mehr als zehn Meter vom Wohnmobil entferne, dreht er um und schleicht wieder nach Hause. Ist halt auch nicht mehr der Jüngste.


#KKMC – Krasser Kochen Mit Crosli

Es ist Ende April, und wir haben Aprilwetter. Trotzdem: Lotte, die Eismaschine wird heute eingeweiht. Irgendwann muss man ja die Eissaison starten. Und sie soll die nächsten Wochen noch ein paarmal benutzt werden. Mein Favorit bisher: Vanilleeis mit Rumrosinen (ja, ich hab die Rosinen im teuren El Dorado Rum eingelegt, ich Banause), Schokosplitter (diese Schokotrinkbecher hätte doch eh keiner benutzt), heißen Himbeeren und Sahne.

Richtig geil ist es übrigens, im Kirschenanbaugebiet zu wohnen. Also wir wohnen eher an dessen Rande, ein paar Kilometer entfernt ist die Serra da Gardunha – und da ist einen Monat im Jahr lang Kirschernte. Ich habe einen Kontakt aufgetan, ein Engländer, der seine Kirschen zum Großhandelspreis an alle verkauft, die zu ihm auf den Hof kommen. Und die Kirschen sind so verdammt gut, Andre hat einmal in wenigen Stunden eine 2-Kilo-Kiste alleine weggefuttert. Ist halt so passiert. Da gönnt man sich doch gerne ein paar Kilo, alle zwei Wochen 😉

So gibt es nicht nur kiloweise Kirschen zum Naschen, sondern auch ein oder zwei Schoko-Kirsch-Mandel-Kuchen.

Und dafür, dass ich erstmals in meinem Leben Marmelade gemacht habe, ist das Kirschgsälz echt gut geworden. Naja, mit etwa 80% Fruchtanteil ist es vermutlich kein „richtiges“ Gsälz. Egal.

Das Projekt Pizzaofen ist übrigens immer noch nicht abgeschlossen. Es fehlte etwas die Motivation. Auch deshalb, weil irgendwann die Hitze kommt, und damit das Verbot, offenes Feuer zu machen. Wahrscheinlich wäre so ein gemauerter Ofen vielleicht sogar noch Okay. Aber ich möchte nicht, dass die Nachbarn bei uns Rauch sehen und die Bombeiros anrufen. Sie sind da durchaus sensibel, und das nicht ohne Grund – ist das große Feuer in 2017 doch auch über ihr Grundstück gerauscht.

Zwischendurch lassen wir uns auch bekochen. Haben ein paar Dörfer weiter ein Restaurant gefunden, das gut sein soll – doch noch haben wir das wegen Corona noch nicht ausprobiert. Jetzt sind Freunde von uns da, und ehe sie ihre Überwinterung beenden und zurück nach Deutschland fahren, gehen wir nochmal zusammen essen. Das war sehr lecker. Und, womit wird mein perfekt gegrilltes Rind serviert? Richtig, mit einer Kirschsauce.


Es wächst, es wächst nicht, es wächst …

Ich habe mal durchgezählt: Insgesamt habe ich 30 Obstbäume, 10 Beerensträucher, 5 Nussbäume und 10 Blühbäume -/büsche gekauft und eingepflanzt. Plus ein paar geschenkte und gefundene Pflanzen. Zwei Bäumchen sind mir eingetrocknet, ich habe sie einfach vergessen ordentlich zu gießen. Aber ansonsten …

Weinreben. Die Dinger sind ja wirklich unzerstörbar. Was in diesem Fall ja mal gut ist. Selbst die bis zum Boden abgesensten Reben treiben wieder aus – und haben Weintrauben an ihren Ästchen. Aber nur für ein paar Wochen, dann sind die meisten leider vertrocknet. Ich vermute, dass die Pflanze zu viel Energie für die neuen Triebe brauchte. Die wachsen aber auch wie irre.

Arschlochpflanzen. Brombeeren und Farn ohne Ende – ich bekämpfe das Unkraut, gehe die Terrassen durch, buddele Brombeeren aus. Wo es zu viele sind, geht Andre mit der Sense durch. Auch der Farn muss stellenweise dran glauben, zumindest da, wo er zu viel wird. Denn wo ein Farnfeld wächst, wächst sonst nichts mehr, weil kein Licht auf den Boden kommt. Also versuche ich die beste Methode zu finden: ausrupfen oder absensen – was schwächt die Wurzel mehr, bei welcher Taktik kommt weniger Farn nach? Ausbuddeln ist keine Option, es sind Tausende. Letztes Jahr hatten wir kein Farnproblem. Doch mit dem Ausreißen der Ginsterbüsche hat sich nun wohl eine neue Sorte von Arschlochpflanze aufgetan … Mimosen, Ginster, Lackzistrosen, Brombeeren, Farn. Ein bisschen von allen wäre ja nett, aber warum muss es immer gleich so aufufern, dass Arbeit für die nächsten Jahre draus wird?

Und es ist ja nicht so, als ob es lineare Arbeit ist. Wenn man beispielsweise mit der Rebschere den Weg zur Quelle frei schneidet, echt nur schwer durch das dichte Gras durchkommt, und dann ein paar Stunden später feststellt, dass die Wasserpumpe nicht mehr läuft. Dann kann es sein, dass jemand anderes mit dem Werkzeugkasten zur Quelle gehen muss um das Stromkabel wieder zu flicken. Die gute Nachricht: die neue Rebschere ist ordentlich scharf.

Ansonsten dürfte sich unsere Obsternte diesen Sommer noch sehr in Grenzen halten. Die gepflanzten Obstbäume sind noch sehr jung, haben allenfalls eine Handvoll Früchte dran. Erdbeeren habe ich so viel gepflanzt, dass diese Ernte besser ausfällt – bereits jetzt ernte ich jeden Tag ein Früchtchen oder zwei. Die Vögel ernsten auch jeden Tag ein oder zwei. Wir brauchen mehr Erdbeeren!

Dafür gibt es ein paar Mispeln direkt vom Baum – geschmacklich sind diese Japanischen Wollmispeln übrigens viel besser als die Gekauften aus dem Supermarkt.

Nur der Gemüsegarten will auch nicht so wirklich. Den Aushub vom See zum Gemüseanbau zu verwenden war glaube ich nicht die beste Idee. Eigentlich haben wir hier guten Boden, aber der Aushub ist richtig schlecht. Das Grünzeug wächst zwar, aber nicht so richtig geil. Packt man etwas kompostierte Pferdekacke dazu, ist das schon besser. Naja, man lernt ja dazu.

Auf jeden Fall habe ich mal von allem etwas angepflanzt. Einfach um zu lernen, was geht einfach, was nicht. Was kann ich leicht aus Samen ziehen, und wo kaufe ich mir besser Setzlinge auf dem Markt.


Quinta Prazera, der Froschzuchtbetrieb

Man merkt, es wird Frühling. Einer der Kuckucke hat jetzt endlich eine Freundin, und fliegt mit ihr nochmal kuckuckend übers Grundstück, dann haben sie hoffentlich viel Spaß miteinander – und wir unsere Ruhe. Es ist ja eigentlich ein super Zeichen, dass es Kuckucke gibt, aber gleich drei? Warum uns das stört? Also mich selbst stört es ja wenige – wenn so ein Kuckuck morgens um sechs loslegt, da wache ich Langschläfer nicht von auf. Andre hingegen schon.

Im Lago da Pequenita ist ein Rudel Frösche eingezogen, vielleicht sind es auch Kröten – mindestens eine davon brüllt nächtens ziemlich laut rum. Dann nicht mehr, und ein paar Tage später finde ich die Ursache für die so plötzlich auftretende Stille: wir haben eine Wasserleiche im Lago. Wie es zu erwarten war, hält die Stille nicht lange an – zwei Wochen später wohnen ungefähr fünf Frösche am und im Lago. Und machen nachts einen mordsmäßigen Krach.

Nebst den Fröschen haben wir noch unzählige Libellen und die Goldfische im „Lago da Pequenita“. Ziva hat ja erstmal ein paar Wochen gebraucht, bis sie geschnallt hat, dass es überhaupt Fische hat. Ich habe ihr dann verboten, diese wegzusnacken, und ich glaube, sie hört da tatsächlich auf mich.

Na, vielleicht ist auch einfach das Ufer zu steil und sie hat Angst, sich nasse Pfoten zu holen. Auf jeden Fall haben wir den Goldfischbestand etwas aufgestockt, es sind jetzt gute 20 Stück. Sie sollen dabei helfen das Wasser algenfrei zu halten. Wir füttern sie nicht zu, sie ernähren sich rein aus den Nährstoffen, die das Wasser so bietet. Und das schmeckt wohl, denn die ersten Fische sind schon gut gewachsen.


Ansonsten wird es rund um den Teich langsam grüner. Die Pflanzen, die ich ebenfalls zur Wasserreinigung eingesetzt habe, wachsen langsam.

Auch die Seerosen kommen.

Ach ja, andere Tierlein haben wir auch noch. Nachdem irgendein Wildschwein (ich denke, es hört auf den Namen Ziva) den Kompost ruiniert hat, durfte ich das wieder richten. Diesmal stabiler als vorher, mal schauen wie lange es hält. Und ich habe eine Wühlmaus im Gemüsegarten. Praktischerweise gibt es beim Lidl gerade solche nervige Anti-Wühlmaus-Pieps-Solar-Teile. Die nerven wohl nicht nur mich, sondern auch die Maus.

Kaum ist der Frühling da, gibt es schon die Tierchen, die sich keiner wirklich wünscht: Schnaken, Zecken und Fliegen. Andre wird beim ins Bett gehen von einer Biene gestochen, die es sich da schon gemütlich gemacht hatte. An manchen Tagen ist schon arg viel Natur unterwegs …


Holzhüttenbau.

Ist es eine Gästehütte, eine Gartenhütte, ein Lagerschuppen oder was?

Na irgendwie was von allem. Noch hat das Holzhaus keinen Namen, aber der kommt schon noch. Das längste an dessen Erstellung war übrigens die Lieferzeit, es dauert sechs Wochen, ehe die im Onlineshop des portugiesischen Baumarktes Hütte in Belgien gefertigt und zu uns geschickt wurde. Naja, nicht ganz zu uns, sondern zum örtlichen Baumittel-Lieferanten. Der uns die Palette zum Fertigpuzzeln dann auch geliefert hat.

Und wir haben die Palette auseinander gefummelt und nochmal umgeladen, weil der Baumittel-Lieferant hat keinen Allrad an seinem Laster, also müssen wir uns um die letzten Meter des Transportweges selbst kümmern.

Zwei Tage ein Fundament klöppeln.

Ein Tag bis zum Richtfest, ein weiterer Tag für das Dach.

Drei Tage anstreichen und den Boden reinmachen. Der Anstrich, mit dem ich nicht so ganz glücklich bin, zieht sich sehr, was wohl auch an der nicht ganz so optimalen Farbe liegt. Zwei bis drei Anstriche hat die Hütte außen, und es sieht immer noch fleckig aus. Innen ist es besser, ist aber auch eine andere Farbe. Andre bastelt ein schöneres Dach als die mitgelieferten Bitumen-Rollbahn, und auch ein ordentlicher Boden kommt rein, mit Isolierung und OSB-Platten. So läppert es sich, wir lassen einige Euros extra im Baumarkt liegen, und brauchen in der Summe dann doch zwei Wochen, ehe die Hütte bezugsfertig ist. Notiz an mich: die nächste Hütte bauen wir da auf, wo der Boden schon halbwegs eben ist.

Aber der Standort ist schon ganz nett, es ist fast der schönste Platz – mit Blick auf die Ruine, den See, und die Hügelkette.


Projekt Außendusche

Man merkt, wir sind jetzt mehr am Gestalten. Einen Großteil des letzten Jahres und vor allem auch des letzten Winters haben wir noch mit Landreinigung verbracht. Aber nach der Pflicht kommt ja bekanntlich die Kür, man will es ja nett haben. Dazu gehört eine Außendusche, für die kurze Abkühlung zwischendurch, oder auch die gründliche Reinigung nach einem heißen, arbeitsreichen Tag und schwarzen Füßen, bis zum Kopf.

Ich gehe das Projekt einfach mal an, indem ich im Internet eine hübsche Duscharmatur bestelle. Irgendwo muss man ja anfangen. Kaum ist sie da, wird ein Plätzchen gesucht.

Ein paar mitteldicke Mimosenstämme bekommen einen Betonanker.

Als Duschwanne fungiert ein quadratischer Holzrost.

Und für etwas Sichtschutz gibt es Weidenmatten, die erstmal rangeschafft werden wollen.

Und von denen wir nochmal nachgekauft haben, weil so ein löchriger Sichtschutz ja kaum Schutz vor Sicht bietet. Also nehmen wir ihn doppelt, passt.

Angeschlossen wird die Dusche direkt an den Schlauch, der von der Quelle kommt. Man kann ohne Pumpe duschen, aber die Regendusche ist mit Pumpe besser. Man kann warm bis heiß duschen, tagsüber mit dem Wasser aus den 100 Metern schwarzem Schlauch. Und wenn man zu lange duscht, oder zu spät, dann wird es recht frisch, spätestens wenn das Quellwasser hier unten ankommt.


Die Blümchenshow







Besuchszeiten.

Ja, die Anfahrt zu unserem Grundstück ist immer noch mies, und Besuchern mit Standardwohnmobil können wir den Weg zu uns nicht wirklich empfehlen. Also besuchen uns unsere Besucher zu Fuß. Anderthalb Kilometer sind es ab der Straße, zumindest wenn man sich nicht verläuft. Ein netter Spaziergang, außer es ist allzu warm. Na immerhin gibt es dann zur Belohnung ein kaltes Getränk, oder Kirschkuchen. Der eine Besucherhund hat endlich mal ordentlich angebadet, mehrmals, im Lago da Pequenita.

Ein andermal gehen wir besuchen, das geht ja gerade wieder besser. Wir lernen ein paar Nachbarn kennen und gehen auch mal die Campofanten besuchen. Und kommen irgendwie dazu, beim Zeltaufbau mitzuhelfen. Also ob wir nicht genug Arbeit hätten !!11!!!!

So schön, dass es wieder Temperaturen hat, bei denen man auf Ausflügen mit dem Quad keine drei Jacken braucht! Bei so einem Ausflug hoch auf die Serra da Gardunha habe ich das Motorkamel etwas zu sehr strapaziert – allerdings, ohne es mitzubekommen. Glücklicherweise. Denn erst als Andre am gleichen Nachmittag nochmal mit dem Quad los ist, ist ihm der Keilriemen vollends gerissen.

Ich bin also gerade dabei es mir gemütlich zu machen, werfe noch ein paar Eiswürfel in mein Getränk und möchte gerade mit dem Chillen beginnen, da ruft Andre an. Er ist liegen geblieben, auf der anderen Seite des Berges, und braucht den Ersatzkeilriemen und Werkzeug. Na super. Es hat ungefähr 30 Grad, und alleine um ins Dorf zu laufen um dort eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren, bis dahin bin ich doch durch! Glücklicherweise ist gerade eine Nachbarin nach Hause gekommen, und sie kann mich samt Werkzeug fahren. Doch dafür muss ich erstmal zur Nachbarin. Mit Ratschenkasten, Schlagschrauber und anderem Werkzeug im Rucksack kämpfe ich mich den Hügel hoch zu ihrem Grundstück, denn mit ihrem Auto will sie den miesen Weg zu uns nicht fahren, zurecht. Man soll nicht glauben, wie beschwerlich 600 Meter sein können.

Aber alles geht gut, Andre wechselt den Riemen, und nach einer Stunde sind wir alle wieder daheim und können endlich mit dem Chillen anfangen.

Ach ja, apropos Besuch: Endlich war mal jemand vom Fach da um sich unsere Ruine anzuschauen! Gleich zwei sogar! Ein nur fast optimales Timing, denn wir stecken gerade mitten in den Reisevorbereitungen.


Reisevorbereitungen.

Fünf Monate. Unser bisheriger Rekord waren 6 Wochen, die wir es an einem Stausee etwas südlich von hier im Alentejo ausgehalten haben. Dann war aber auch gut. Der Unterschied hier ist, dass man gut zu tun hat. Und das Quad nette Ausflüge ermöglicht. Aber irgendwann wird es mal wieder Zeit loszuziehen. Und wir haben einen konkreten Anlass. Also los geht’s.

Nein, wir reden hier nicht von „kurz mal“ zusammenpacken und ab an den nächsten See. Schön wär’s. Wir stehen jetzt seit Mitte Januar hier auf der Quinta, und der Kram, der sich hier angesammelt hat, ist beachtlich. Gut, dass wir jetzt eine Holzhütte haben.

Während ich das Grundstück fit für den Sommer mache, nimmt Andre Optimierungen am Laster vor. Genauer gesagt geht es an die Geräuschdämmung im Fahrerhaus. Ihm gefällt der satte Sound des V8 Motors, und die Reifengeräusche werden einfach mit Musik aus den Kopfhörern überschallt. Ich bin da nicht so unkompliziert, mir macht der Dauerlärm zu schaffen. Soll heißen, ich habe an Fahrtagen gute Chancen auf richtig fiese Kopfschmerzen, die auch mal zu einem ordentlichen Migräneanfall mutieren können. Das ist kein Dauerzustand, und so muss der Laster leiser werden. Gut ist, dass so gut wie nichts isoliert ist, das Fahrerhaus ist wie eine Blechdose mit etwas Verkleidung dran. Es gibt also Optimierungsansätze, mit Bitumenmatten und Armaflexplatten. Ich bin gespannt, ob das was bringt.

In diesem Zuge gibt es auch gleich noch neue Kabel, für diverse Kameras – Rückwärtsfahren, Toter Winkel, sowas.

Ich sense derweil die Terrassen, auch die Wege bekommen eine Verbreiterung. In der Hoffnung, dass ein mögliches Feuer sich davon aufhalten lässt, wenn es Brandschneisen ohne Brennmaterial vorfindet. Wahrscheinlich nicht – es muss schon jemand daher kommen und das Feuer löschen, aber vielleicht lässt es sich ja mit meinen Maßnahmen zumindest etwas verlangsamen.

Wir „erledigen“ auch lange aufgeschobene Dinge. So ist es jetzt irgendwie schon wieder über ein Jahr her, dass wir die Quinta Prazera gekauft haben. Und doch waren wir noch kein einziges Mal im nahe gelegenen Fundao essen. Gut, Döner hatten wir mehrere, aber das zählt ja nicht wirklich … Na auf jeden Fall landen wir gleich einen Volltreffer. Richtig leckere portugiesische Küche. Ein schöner Abschluss, ehe wir wieder losziehen.

Als letzte Aktion wird noch alles, was letztes und dieses Jahr angepflanzt wurde, ordentlich gegossen. Zwei Tage lang stehe ich mehrere Stunden am Gartenschlauch und schleppe Gießkannen durch die Gegend, wo der Schlauch nicht reicht. Und das bei 35 Grad, ich bin fix und fertig, mein Kreislauf ist am Allerwertesten, meine Konzentrationsfähigkeit auf dem Nullpunkt. Ich erledige Dinge nicht mehr, ich suche sie nur noch. Und was ist? Richtig, es zieht am Ende dieser zwei Tage ein ordentliches Gewitter auf, und es pisst wie aus Eimern. Irgendjemand will mich hier doch verarschen.

Trotzdem, einige Bäumchen werden den Sommer nicht überstehen – denn wir wollen wenigstens zwei Monate unterwegs sein. Und die junge Feige sieht nach zwei Wochen Nichtgießen ja schon etwas traurig aus.

Der Gemüsegarten hat nur theoretisch eine automatische Tröpfchenbewässerung. Sie ist sehr labil, ständig geht was nicht, und nach ein paar Wochen wird das System eh verstopft sein. Na, vielleicht gibt es dann wenigstens ein paar luftgetrocknete Tomaten zu ernten.

Ziva wird ihren Lago sehr vermissen. Und auch ihre Freiheit, das Leben ganz ohne Leine. Oh, wo sind eigentlich unsere Hundeleinen? Und Max sein Halsband, hat das jemand gesehen?

Für zwei Nächte ziehen wir eine Terrasse tiefer, den Andre muss noch irgendwas unterm Auto richten, und hat so mehr Platz dafür. Wir stehen also zwischen Lago und Gemüsegarten. Im Lago wohnen mindestens sieben Frösche, im Wasserloch des Gemüsegartens nochmal zwei oder drei. Und die geben sich ein abendliches Konzert, dass dir die Ohren klingeln. Die Fenster zumachen ist auch keine Option, denn es ist warm. Aber gut, ich bin so fertig vom Bäumchen gießen, da schlaf ich wie ein Stein.

Na dann Tschüss, liebe Quinta Prazera. Wir kommen wieder.

tanja

Wer hier schreibt?

Ich bin Tanja, und seit 2015 lebe und arbeite ich im Wohnmobil. Erst im selbst ausgebauten Ducato, jetzt im Allradlaster. Hier steht mehr dazu. Auf crosli schreibe ich darüber - möchte unterhalten, aber auch Wissen und Erfahrungen weiter geben.

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