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Vor der Sommerpause geht es nochmal rund: weitere Besucher schaffen es zu uns in Arbeitslager ... ähm ... Bootcamp ... ähm ... zur Quinta Prazera, wir betreiben etwas Terraforming und rekultivieren Teile unserer Gelände.


Baggertanz

Wir stehen ja immer noch vor dem Problemchen, dass wir mit dem Laster so nicht mehr rauskommen. Ein weiteres Mal direkt am Brunnen vorbei, das muss wirklich nicht sein, das ist zu riskant, denn der Boden ist einfach zu weich. Also rufen wir Bagger-Sebastiao an. Er kommt dann auch ein paar Tage später, bringt auch gleich seinen Kollegen mit, und pünktlich um halb neun fangen sie mit rumrandalieren an.

Die Tagesaufgabe ist bereits nach drei Stunden erfüllt: Der alte, halb zusammengestürzte Brunnen ist zugeschüttet, es führt ein anständig breiter Weg von unserem Stellplatz bis zum Weg, und ein lauschiges Gästeplätzchen ist auch angelegt. Okay, lauschig muss es erst noch werden, momentan sieht es sehr nach Baustelle aus. Alles ist braun, wie es nach so einer Baggeraktion zu erwarten war. Und so schnell wird es auch nicht mehr grün, denn mit Regen ist den Sommer über eher nicht zu rechnen.

Von den Bagger-Jungs kann man durchaus begeistert sein: für drei Stunden Arbeit mit zwei Baggern nehmen sie nur fast so viel Geld, wie man in Deutschland vermutlich alleine für die Anfahrt gezahlt hätte. Sie dürfen nochmal kommen, vermutlich im Herbst. Wir haben durchaus Ideen, wohin man noch Wege bahnen könnte ...

Vorerst passt es, unser Plätzchen ist jetzt ein halbwegs ebenes Plateau. Fehlt nur noch der englische Rasen.


Motorsensengang und Feuerparty

Der Einladung ins Arbeitslager sind Gäste gefolgt, "Team Vario" steht seit ein paar Tagen auf dem neuen Gästeplätzchen. Sie haben die letzten Wochen an einem See verbracht, und wären jetzt fertig mit chillen, wollen was tun - perfekt! Sie packen also direkt kräftig mit an. Und zu viert geht was, beim Hang ausputzen, Büsche und Totholz verbrennen! Nach etwas Verzögerung kommt dann auch der zweite Dienstleister, der dabei helfen soll, dass wir vorankommen: Der Mann mit der Motorsense. Am Abend kündigt er sich für Arbeitsbeginn 7 Uhr morgens an. Um halb sieben kommt er dann auch schon die neue Hofeinfahrt der Quinta Prazera heruntergefahren. Wo denn ist nur die portugiesische Unpünktlichkeit hin ??? Zu unserer Überraschung hat er noch zwei Kollegen mit dabei. Drei Motorsensen wollen sich für die nächsten zehn Stunden die Terrassen runter bis zum Bach arbeiten. Wow, da geht heute was!

Drei Stunden später krümmt sich der Chef der Motorsensengang vor Schmerzen, er sieht aus wie ein Häufchen Elend. Es geht ihm immer schlechter, so dass sie abbrechen müssen, und sie fahren zusammen ins Krankenhaus. Oh je, hoffentlich ist das nichts Schlimmeres.

Nach zwei Tagen mit Wind und Feiertag machen wir uns daran, das nächste Feuer anzuheizen. In Portugal ist es üblich, gekillte Büsche und all das zu verbrennen. Noch darf man das in unserer Region. Wenn es aber zu trocken ist, dann darf man es nicht mehr. Also machen wir uns ran, ich melde für zwei Tage das Feuer an. Das ist wichtig, denn wenn wo Rauch unbekannter Herkunft zu sehen ist, rücken direkt mal die Bombeiros, also die Jungs von der Feuerwehr, an. Wir machen also Feuerchen, und obwohl wir zu Viert sind, werden wir nicht fertig – und machen am nächsten Tag gleich nochmal ein Feuerchen. Und weil wir alle irgendwie keine 20 mehr sind, sind wir allesamt ziemlich durch. Zeit für Pause. Oder für Urlaub.

Aber erstmal ist Zeit fürs Abendessen. Also rein mit den Kartoffeln in die Glut, und ein Stündchen später werden sie wieder rausgefischt.

Das Tagwerk ist dann durchaus zufriedenstellend.


Frühstücksgartenkomposition

Team Vario ist sehr pflanzenbewandert, und so machen wir Mädels einen Quadausflug in das nächste Städtchen Fundao. Denn hier gibt es montags einen Markt, auf dem auch Pflanzen verkauft werden. Und der Tipp der französischen Nachbarin erweist sich als Gold wert, ich kann mich kaum entscheiden, was denn als erstes mit soll. Es werden ein paar Kräuter, Blümchen und für den Anfang immerhin drei Obstbäume: Limette, Zwetschge und Maulbeere.

Okay, so speziellere Bäume wie Maulbeere gehen schon ein bisschen ins Budget, dafür kosten einfachere Obstsorten quasi nichts. Aber ich schätze, es werden dennoch ein paar mehr werden, von den spezielleren Sorten. Zu verlockend waren die Bäumchen von Kiwi, Avocado, Pistazie …

Während Team Vario beim Einkaufen ist, setzen Andre und ich die Bäumchen ein. Und wie das so ist, letzten Endes werkeln Ziva und ich wieder zwei Stunden im Frühstücksgarten um. Ziva kümmert sich um die neuen Maulwurfhügel in der Wiese, und macht eine Höhle draus. Ich pflanze derzeit hier und da ein bisschen Salat an. Einfach mal schauen, was draus wird. Und ob die Wildschweine Salat mögen.

Ja, wir haben Wildschweine. Es ist Mitternacht, ich bin gerade am Einschlafen, da höre ich sie kommen. Taschenlampe raus, da stehen sie vielleicht 10 Meter vom Wohnmobil entfernt zwischen den Bäumen. Ich sehe zwei, vielleicht drei Schweinchen, das Licht der Taschenlampe stört sie kaum. Erst als wir Laut geben, laufen sie erschrocken davon. Uiuiui, das waren mehr Schweine, die da davontrampeln, ich tippe auf 4-5 Tiere.

Das ist nun nicht wirklich optimal. Deshalb wird der Frühstücksgarten auch ein Obstgarten bleiben, und der Gemüsegarten kommt unten an die andere Quelle. Denn dort muss ich nur einen Zugang versuchen wildschweinsicher zu machen. Bis dahin wächst das Zeugs im provisorischen Beet am Wohnmobil. Denn bisher haben wir so viele Aufgaben, dass ich noch nicht zum Gemüsegarten vorgedrungen bin.

Aber immerhin, der Kakibaum macht sein Ding.


Eine neue Episode von „DHL, der saftigste aller Saftladen“

Es ist ja nicht so, als wäre sonst nichts los. Meine Mutter schickt uns ein Paket. Das liegt jetzt seit zwei Wochen in Coimbra, keiner weiß warum. DHL in Portugal ist nicht kontaktierbar. Weder sie noch DHL in Deutschland antworten auf meine schriftlichen Anfragen. Die Hotline ist auch für den Allerwertesten, ich komme zu keinem menschlichen Wesen durch. Jetzt muss ich meine Mutter echt durch deutschen Postfiliale schicken, sonst habe ich langsam keine Ideen mehr. Da war ein Haufen Zeugs im Paket. Und das nächste ist schon auf dem Weg. Es ist auch schon in Portugal angekommen, seit zwei Tagen in Coimbra. Mir schwant Böses.


Andre fährt shoppen …

Eine kleine Quadtour trägt bei Andre zur Entspannung bei. Keine Ahnung, wo er überall rumdüst, er erkundet einfach die Gegend. Heute kommt er aber nicht sehr weit, denn im Nachbarsdorf stehen zwei kleine Hänger am Straßenrand. So Hundehänger, mit Telefonnummer dran. Sie passen perfekt fürs Quad und so kauft Andre kurzentschlossen einen der Hänger. Wir machen ja schon länger an dem Thema rum, doch irgendwie ist das alles nicht eindeutig, mit Zulassungspflicht über/unter 300kg, Kennzeichen usw. Aber jetzt machen wir das einfach so wie die Portugiesen: Nummernschild vom Zugfahrzeug hinten an den Hänger dran, und fertig.

Wenn Andre meint, er müsste dringend zum Baumarkt, dann sieht das übrigens so aus:


Motorsensengang, die Fortsetzung

Oh, heute wird ein guter Tag. Erst können wir BEIDE Pakete abholen und auch die Motorsensengang hat sich wieder angekündigt. Der Chef macht nicht mit, er muss sein Magengeschwür auskurieren. Dafür schickt er uns gleich 4 (!!) Männer mit Motorsensen. Und das ist auch gut so. Denn die unteren Terrassen sind echt übel, Totholz ohne Ende. Ganze Bäume liegen hier rum, und dementsprechend anstrengend ist das Arbeiten. Was die vier Jungs an einem Tag weggeschafft haben, dafür hätten wir vermutlich Wochen gebraucht!

So sieht das dann aus, mit dem ganzen Totholz, das sich in den Büschen versteckt hat:

Faszinierend ist wieder einmal, dass sich neue Strukturen und neue lauschige Plätzchen ergeben haben, die man vorher einfach nicht gesehen hat. Unten an den großen Steinen, an der schönen alten Korkeiche, da lässt es sich auch gut aushalten. Ein lauschiges Plätzchen im Sommer, ein windstilles Plätzchen bei Wind. Inzwischen gibt es hier so viele nette Orte, an denen man Zeit verbringen oder auch mit dem Wohnmobil schön stehen könnte … So viel Zeit oder Wohnmobile haben wir ja gar nicht!


Feuerparty, vorerst letzter Akt

Wir brauchen dann auch zwei Tage, um das ganze Totholz wegzuheizen. Es ist wohl das vorerst letzte Feuer, denn die Temperaturen sind jetzt echt fies.

Holz ziehen und ganze Baumstämme in das sehr, sehr heiße Feuer zu werfen, und das bei 30 Grad, das ist einfach zu heftig. Und nach zwei Stunden ist man eigentlich durch. So sind wir auch nach zwei Tagen nicht wirklich fertig. Aber egal. Das Zeug ist die letzten Jahre rumgelegen, das kannn jetzt auch noch ein bisschen länger liegen bleiben.

Am zweiten Tag passiert dann auch noch ein kleines, großes Oops. Wir haben rund um das Feuer alles nass gemacht, es ist absolute Windstille, wir gehen in die Mittagspause. Wir haben die Fläche rundherum gezielt etwas abgebrannt, damit sich das Feuer nicht unerlaubt ausweiten kann. Und dann passiert es doch: innerhalb von wenigen unbeobachteten Minuten hat sich das Feuer selbständig gemacht. Es ist nicht weit gekommen, aber die Kettensäge stand wohl doch zu nah. Und sieht jetzt etwas mitgenommen aus.

Das passiert uns nicht noch einmal, das ist sowas von sicher. Denn wir hatten jetzt echt noch Glück. Nicht nur, dass die Kettensäge tatsächlich noch funktioniert. Hätten wir es nicht so schnell entdeckt, hätte die Nummer ganz anders ausgehen können. Und das, obwohl der Bereich ja bereits recht sauber war, das Feuer hätte sich in einigen Minuten mehr wirklich böse ausbreiten können. Wir machen noch ein bisschen, aber dann reicht es auch - es hat um die 30 Grad, und irgendwann ist dann auch mal gut. Sieht aber auch schon etwas aufgeräumter aus:


Spontane Poolrenovierung

Wir haben einen Fehler gemacht, und den Pool, in den das Wasser der Quelle reinläuft, einfach zu sauber gemacht. Das schattenspendende Brombeerdach ist weg, und die ganzen Wasserpflanzen haben wir rausgemacht – und leider nicht wieder eingesetzt. Nun haben wir den Salat: Algensalat.

Fadenalgen haben sich gebildet, und sich im wie auf dem Wasser munter ausgebreitet. So sehr, dass die Pumpe keine Chance mehr hat. Wir brauchen aber klares Wasser, für den Laster und für das nächste Feuer. Also mache ich mich daran, den Pool zu leeren und sauber zu machen.

Blöd nur, dass ich bei dem Versuch, den maroden Korken am Beckenboden rauszufummeln, direkt die bröselige Mauer ruiniere. Der Stopfen wollte nicht raus, dafür ist jetzt nebenan ein fettes Loch. Oops. Egal, das Wasser läuft erstmal raus. Aber: Wir hatten den 20 Zentimeter hohen Schlamm aus dem Pool ja einfach nur rausgeschippt – in den Graben davor, wo das Wasser vom Überlauf reinläuft. Und weil da jetzt 30cm hoch der Schlamm steht, bekomme ich den Pool so nicht leer. Also muss der Schlamm da wieder weg, bis der untere Auslauf auch wieder auslaufen kann. Stundenlang wird geschippt, bis der Pool endlich leer ist. Nun zahlt sich aus, dass beim letzten Einkauf ein Zack Zement im Einkaufswagen landete. Dieser wird angerührt, und formvollendet an die bröseligsten Stellen der Mauer rangeklatscht, und das Oops-Loch wird geflickt. Und vorerst sieht das auch wieder anständig aus. Es wird nicht lange algenfrei bleiben, da bin ich mrim sicher.

Am nächsten Morgen ist der Zement ausgehärtet, ich mach einen neuen Korkstopfen rein, und der Pool kann sich wieder füllen. Unsere Gäste haben sich übrigens die Mühe gemacht und es ausgerechnet: Es kommen 1,5 Liter pro 7 Sekunden aus der Quelle. Das macht 18.000 Liter am Tag. Das ist eine Menge.

Und damit das Wasser künftig auch schön klar bleibt, mache ich mich auf der Youtube-Schule kundig, wie man diese Algen verhindert. Die Erkenntnis: Schatten, Wasserpflanzen, Probiotische Bakterien. Oh je, das ist wohl eher ein Langzeitprojekt. Ich bin gespannt, wie oft der Pool noch veralgt, bis ein Teich draus wird. Übern Sommer wird das wohl nichts mehr mit klarem Wasser. Ich peile nächstes Jahr an. Finde bis dahin vielleicht einen Laden, der Wasserpflanzen verkauft.

Bewohner hat der Pool übrigens bereits einige: mindestens zwei Schlangen, drei Frösche und ein Molch wurden schon gesichtet. Und es gibt Wasserläufer, mit veränderlicher Population. Ist Ziva in der Nähe, sind es irgendwie immer ein paar weniger …

Max hingegen kann mit so kleinen Happen nichts anfangen. Er findet die Gassirunden zum Wasser nicht ganz so spannend, und wartet darauf, dass es wieder zurück geht.

Max ist halt auch nicht mehr der jüngste, und im Alter kann sich seine natürliche Faulheit frei entfalten.

So düddel ich vornehmlich mit Ziva am Pool und im Obstgarten rum, schaue nach dem Bach und den Pflanzen.

Und setze ein paar Testpflanzen an das Bachufer.

Während Ziva nach ihrem Mittagessen taucht.

Gleich oberhalb des Frühstückgartens steht übrigens dieser Stein.

Manche erkennen darin ein Gesicht. Manche eine Sockenpuppe. Ich warte ja noch auf den Stein, der wie Michael Jackson aussieht. Alle felsigen Touriattraktionen haben einen Michael-Jackson-Stein. Sowas brauchen wir also auch unbedingt.


Wachstum.

Man kann ja nicht immer nur rausreißen, wegschreddern, reparieren, putzen und verbrennen, man muss auch mal was Wertschöpfendes und Kreatives machen.

Wir fangen klein an.

Das Feuerholz für den Winter wächst bei uns quasi im Garten, man muss es nur noch ernten.

Selbst das Brot wächst über sich hinaus.

Brot

Und der Sportrasen wächst an. Zumindest die kläglichen Reste, die die Ameisen über gelassen haben. Da hat nämlich eine Hundertschaft die Grassamen weggetragen, Mistviecher!


Coming Next: Reisevorbereitungen

Okay, es gibt vielleicht noch einen weiteren „Quinta Prazera Ausbaublog“, ehe es mit dem Wohnmobil in den Norden geht. Denn irgendwie nimmt die Arbeit kein Ende, und irgendwie fallen einem immer wieder neue Aufgaben ein. Aber es bleibt dabei: im Juli wollen wir wieder los, und den Sommer genießen. Naja, und wir müssen uns auch wieder intensiver auf die Arbeit konzentrieren, die Geld einbringt. Momentan kommen wir aufgrund der Mehrfachbelastung kaum hinterher …

Eine Ausnahme ist es, wenn ich die tief stehende Abendsonne erwische, um ein paar nette Fotos zu knipsen.

Zu den Reisevorbereitungen gehört das Experiment Gemüsegarten anzugehen. Jetzt Zeugs pflanzen, und im Herbst ernten – das ist die Idee. Dazu eine stromlose Selbstbewässerung. Das Konzept ist in meinem Kopf, ob es in der Realität funktioniert, man wird es sehen. Auf jeden Fall muss das provisorisch angelegte Gemüsebeet am Wohnmobil umziehen, denn zwei Monate Sommer ohne jegliches Wasser, das wird nichts.

Aber erst einmal steht ein Wechsel auf dem Gästeparkplatz an. Team Vario haben sich heute Mittag verabschiedet. Team Yucca ist im Anmarsch. Sie sind auf der Durchreise, werden nur kurz bleiben. Dafür bringen sie mir was Feines mit 🙂

Ach ja, durch Team Vario liegt ist die Messlatte für das Mitwirken im Bootcamp schon recht hoch. Denn es hat sich nicht nur den eigenen Gästeparkplatz hübsche angelegt und hat auch sonst super angepackt, es war auch kreativ tätig. Wir nehmen übrigens noch Bewerbungen für das Bootcamp im Herbst entgegen.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!

Tanja Hier schreibt Tanja

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