Nach arbeitsreichen Wochen im hauseigenen Bootcamp starten wir kurz vor Weihnachten zur Wintertour. Gen Süden soll es gehen, denn hier oben ist es wettertechnisch sehr ungemütlich. Was den Fitnessfaktor bei der Gartenarbeit etwas beeinträchtigt, denn man holt sich bei dem nieseligen, kühlen Wetter schnell eine Erkältung, und so eine kleine Muskelzerrung beim Bäumeschupsen ist auch doof. Zeit für Urlaub. Und da die Corona-Situation es gerade zulässt, in allen Concelhos auf unserer geplanten Tour ist die Infiziertenzahl recht überschaubar, entfliehen wir dem kalten Grau hier oben und freuen uns auf ein paar sonnige Wochen im Süden.


Gulasch-Date im alten Quarantänelager

Unser erster Stopp liegt hundert Kilometer im Westen. Wir sind zum Essen eingeladen, bei unserer Gastgeberin vom Frühjahr. Bei ihr haben wir wochenlang auf der Wiese gestanden, ehe wir uns unsere eigene Wiese gekauft haben. Die Zufahrt ist nicht besser geworden, dafür hat sich anderes geändert. Nicht nur ihr Haus ist inzwischen gebaut, auch ist ein Junghund direkt mit eingezogen. So wuseln jetzt insgesamt vier braune Hunde über die Wiese und durch das Haus.

Es dauert auch nicht lange, und Ziva hat das Hundebett erfolgreich akquiriert. Das macht sie gerne. Meist dauert es keine Viertelstunde, ehe der eigentliche Hundebetteigentümer das Feld räumt und sie den besten Chillplatz für sich erobert hat.

Wir bleiben nur eine Nacht, denn wir haben Termine, beruflich wie privat, im Süden Portugals. Und bis dahin ist es noch ein Stück.


Sandbank ist für den Sommer

Na, wer erinnert sich noch, als wir uns vor drei Jahren mit dem Vario auf der Sandbank festgefahren haben? Und unser Bergeequipment aus einem Plastik-Schäufelchen bestand? Da war Sommer, und der Platz wunderschön. Man konnte ewig lange durch das kühle Wasser durch den Sand waten, da war der große, alte Hund noch dabei. Da war es Sommer, aber heute ist Winter – und der Tejo ist proppevoll, es ist grau und kühl. Ne, Sommer ist besser.

Gut, immerhin haben wir mit dem aktuellen Wohnmobil immerhin das Problem mit dem Festfahren nicht mehr und wir kommen schon nach einer Nacht problemlos wieder raus.


Der Pego ist voll

Auch wenn die Coronazahlen derzeit sehr niedrig sind, ist bei dieser Wintertour klar: Städte und Menschenansammlungen vermeiden wir. Unbeschwertes und freies Reisen ist derzeit einfach nicht drin, und zu viele Menschen in allzu geschlossenen Räumen sind ja bei unserer Art des Reisens gut zu vermeiden.

Aber wir mögen es ja ohnehin recht naturnah und einsam. Heute mal wieder ein Stausee, hatten wir ja schon lange nicht mehr. Am Pego do Altar stehen nicht viele, weder hinten raus noch an der Staumauer. Gut, das ist für diese Jahreszeit nicht allzu ungewöhnlich, ist es für Viele doch nur ein Zwischenstopp nach Süden, im Herbst ist hier deshalb mehr los als im Dezember. Wir treffen auf Bekannte, ansonsten steht nur noch ein portugiesisches Wohnmobil mit einem Rudel verrückter Terrier am Ufer. Der See ist ziemlich voll, und das steht ihm gut.

Im Dezember gibt es in ganz Portugal, also zumindest in der nördlicheren Hälfte, Winterfeuer. Meist richten Sie auf dem Dorfplatz einen Feuerplatz ein, und es werden alte, kaputte Bäume verbrannt – meist Olivenbäume oder Korkeichen. Geht es auf dem Dorfplatz enger zu, werden schonmal die Fenster der benachbarten Kirche mit Platten gesichert. Hier im Dorf hat es etwas mehr Platz. Und das eigentliche Ereignis ist wohl auch hier Corona zum Opfer gefallen. Wie anderorts auch ist die Party abgesagt, und das Feuer brennt einsam vor sich hin. Aber immerhin, es brennt, und so eine alte Olive macht schön warm.

Allzu lange bleiben wir auch hier nicht, denn wir nochmal ans Meer.


Am Meer isses halt schon schön

Es gibt in Portugal einige Plätze, die haben wir auf der Liste. Die haben wir teilweise bereits vor ein paar Jahren entdeckt, aber ohne Allrad keine Chance. Mit dem Vario hatte man nicht einmal die Idee, diese sandige Piste zu befahren, wäre ja auch total doof. Nun haben wir Allrad, und das Hinkommen ist Kinderfasching. So stehen wir an einem schönen kleinen Sandplatz.

Früher wollte das wohl mal eine Strandbar werden, ein paar restliche Holzpflöcke markieren wohl den Parkplatz, und ein paar Steine vom Gebäude sind auch noch über. Sollte die Strandbar jemals gute Zeiten gesehen haben, die sind jetzt vorbei, und der Sand hat wieder übernommen.

Wie das immer so ist, mit diesen schönen Plätzen, irgendwas ist ja immer. Also verzweifle ich daran, Internet ranzubekommen. Andre hat auf seinem Laptop Internet, versteht das Problem nicht. Krabbelt wieder ausm Bett, um sich dem Problem anzunehmen. Und schwupps, geht’s wieder. Also wieder rein ins Bett, Zeit für Siesta. Und schwupps, ist das Internet weg. Nun ja, anscheinend steht der Sendemasten so, dass der Router nur Kontakt bekommt, wenn keiner im Bett liegt.

Wir stehen ein paar Tage am Meer. Ganz so einsam ist der Platz nicht, ein paar Wanderer kommen daher, und ein paar Offroader. Die Sandpiste ist gut befahren, vor allem am Wochenende düsen hier die Mopeds und Allradautos durch.

Für Ziva ist das hier natürlich ein Paradies. Hier hat es Büsche ohne Ende, Eidechsen gucken kann sie den ganzen Tag lang. Bis ich auf unserer Gassirunde feststelle, dass hier überall Nester von Pinienprozessionsspinnern in den Pinien hängen. Und die fliegen tief, sind mehr Büsche. Von nun an hat die Ziva Leinenpflicht. Prozessionsspinner sind gefährlich für Hunde, sie haben giftige Sporen oder so.

Und da das Wetter ohnehin umschlägt, machen wir einfach weiter. Fahren noch am Abend los, um in der nächsten Stadt etwas einkaufen zu gehen.

Losfahren ist einfach, rausfahren nicht immer. Und mit Straßendruck in den Reifen eine sandige Sandpiste hochfahren zu wollen, sowas kann sich als unmögliches Vorhaben entpuppen. Gut, so kriegt man seine Zeit auch rum. Nach ein paar weniger erfolgreichen Anläufen lassen wir dann doch mal Luft aus den Reifen. Und sind dann doch relativ schnell rausgefahren. Was dann aber länger dauert ist, die Luft wieder in die Reifen zu bekommen. So dauert es mindestens eine halbe Stunde extra, ehe wir uns wirklich auf den Weg nach Sines machen können.

Nach dem Einkaufen stellen wir uns für eine Nacht auf einen Standparkplatz mit Restaurant. Schade, die haben zu, das wäre jetzt ein feines Abendessen gewesen. Aber irgendwie kommen wir dieses Jahr kaum dazu, die portugiesische Küche zu genießen. Irgendwie ist immer gerade Lockdown, oder sie haben einfach so zu.

In der Nacht fängt der Wind an zu winden, und wir bekommen Nachbarn. Ein Wohnmobil kuschelt sich mit einem Meter Abstand an uns ran. Ich denke das sind keine normalen Kuschelcamper, das sind Windschattenparker. Wir ulken schon, dass wir morgen früh um sechs losfahren, und erstmal schön den Motor warmlaufen lassen. Selber schuld, wenn man direkt neben einem Lkw-Auspuff parkt. In der Nacht wird der Wind stärker und böiger, und irgendwann merkt das kleine Wohnmobil nebenan, dass das mit dem Windschattenparken nicht sonderlich gut funktioniert, kommt der Wind aus der falschen Richtung. Also fahren sie nachts um 3 Uhr weg. Ich werde davon wach. Und kann nicht mehr einschlafen. Bäh.

Die Gassirunde am optisch sehr schönen Strand war dann auch ein bisschen Bäh. Plastikmüll und Anglermüll ohne Ende. Die Hunde sind voll im Staubsaugermodus, nur mit der Nase am Boden. Und ich bin nur am Gucken und Anschnautzen, damit sie bloß nichts Falsches futtern. War eine kurze Gassirunde.

In Sines sind wir hauptsächlich gelandet, weil wir zur Gastanke müssen. Die Gastankflasche ist relativ leer, es kann also nicht schaden. Ohne Gas ist es doof, das hatten wir ja erst … Bei nicht ganz so dollem Wetter im Winter reicht der Strom einfach nicht zum Kochen.


Sao Teotonio

Im südlicheren Alentejo bietet sich mir an der Küste ein bislang unbekanntes Bild. Erstens entdecken wir Plastikplantagen. Nicht so viele und hässliche wie in Südspanien, aber dennoch … Große Felder voller Folientunnel. Mir ist schon klar, dass unser Obst und Gemüse von irgendwo herkommen muss, und doch macht mich dieser Anblick immer wieder ein bisschen traurig. Man kann es sich auch nicht schönreden, denn die Portugiesen setzen vermutlich eher nicht auf ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft. Einen positiven Aspekt gibt es wohl: Man kann in dieser Gegend wohl sehr gut Pakistanisch essen und einkaufen gehen. Denn viele Arbeiter hier sind Pakistani.

Der zweite negative Eindruck entsteht durch die Flut an neuen Wohnmobil-Verbotsschildern. Also nicht nur so Übernachtungsschilder, sondern Halteverbot und Durchfahrtsverbot. Ich soll hier mit dem Wohnmobil wohl nicht auf den leeren Parkplatz fahren, sondern mitten auf der Straße parken.

Wir sind hier, damit Andre sich den Stromproblemen eines Kunden und Bekannten annehmen kann. Ich schnapp mir zwischendurch die Hunde, für eine kleine Runde am Strand. Hundeverbotsschilder gibt es immerhin keine. Schade eigentlich, mir fehlt noch ein Bild, wie Max an so ein Schild pullert. Das kann er nämlich gut … Der Strand ist schön, klein, sauber und mit mächtigen Felsplatten eingefasst.

Ein zweiter Termin führt uns auf das Grundstück von deutschen Aussteigern. Sie haben sich vor vielen Jahren ein Stück Land gekauft, und Andre gefragt, ob er nicht mal ein paar Drohnenbilder von machen könnte. Können wir. Die Anfahrt ist noch bescheidener als unsere, diese typisch rote Lehmerde haben wir nicht wirklich vermisst, und an einer Engstelle haben wir fast einen Mimosenbaum gefällt.

Bei dieser Gelegenheit haben wir auch herausgefunden, dass Ziva tatsächlich Hühner ignoriert. Wo sie doch so gerne den Vögeln am Strand hinterherjagt. Wahrscheinlich waren es zu viele, sie hat die noch nicht einmal angeschaut. Dafür hat sie mal wieder erfolgreich das Hundebettchen gekapert.

Auch hier bleiben wir nicht lang, denn wenn es hier richtig regnen sollte, dann haben wir mit der roten Lehmerde auf den Wegen echt verloren. Außerdem sind für die nächsten Tage Reiseeinschränkungen angekündigt, da wollen wir die Füße stillhalten.

Was mir auffällt, ist der krasse Unterschied zu unserer Quinta. Jetzt nicht auf das Grundstück selbst bezogen, sondern das Drumherum. Im Supermarkt von Sao Teotonio sieht man mehr Ausländer als Portugiesen, und die Landschaft ist aufgrund des kargen Lehmbodens deutlich weniger grün. Da gefällt es mir bei uns da oben irgendwie besser. Auch, wenn das Klima etwas frischer ist.


Silvester am See

Zum Jahreswechsel hin gibt es viertägige Einschränkungen, mit einher gehend ein Reiseverbot. Die portugiesische Regierung hat Weihnachten gelockert, und sie ahnen wohl schön Böses, also haben sie Silvester abgesagt.

Also stehen wir mit zwei anderen Wohnmobilbewohnern am See, und weiter hinten am See stehen noch ein paar weitere Wohnmobile und Wohnwagen. Team Mausebein ist auch schon da, und weil Allrad nicht schaden kann, um die besseren Plätze zu erreichen, aber nur wir Allrad haben, bleiben wir einfach bei der Staumauer stehen. Viel Verkehr hat es ja nicht dank Reiseverbot, passt schon.

Besonders schön ist der See nicht, auch das Schönsaufen hat nichts geholfen. Es gibt Glühgin und Glühwein, Kirschlikör und Beirao, Bier und Willi. Zum Glück stehen wir hier nur ein paar Tage zusammen, hier wird man ja zum Alki! Gut, ich nicht so, denn ich bin etwas erkältet, und bis auf Glühgin und Beirao mag ich die meisten Alkoholsorten ja ohnehin nicht.


Porco Preto im Alentejo

Nach einer knappen Woche darf man wieder fahren, und wir machen uns auch gleich vom Acker, steuern den nächsten Stausee an. Wohlwissend, dass es einer der hässlichsten Stauseen im Alentejo ist. Im Sommer wie im Winter, er wird einfach nicht voll und gleicht daher einer kargen Kraterlandschaft. Aber wir sind ja auch nicht wegen der guten Aussicht hier, sondern wegen dem guten Essen mit Freunden.

Die Fahrt ist abenteuerlich, selbst mit dem Laster. Die mit Schlaglöchern übersäte Straße hat man kürzlich erst wohl abgefräst. Dennoch kann man sie durchaus als sehr „ruppig“ bezeichnen Mit einem Joghurtbecher würde ich hier nicht lang fahren wollen, da zerlegt es doch alles.

Und weil jemand – nein, ich nenne keine Namen – noch unbedingt über die Dreckpiste fahren musste, ist Eiwola nicht gerade sauberer geworden.

Eigentlich sind wir ja auch wegen dem Wetter in den Süden gefahren. Diese Kalkulation ist bisher übrigens kaum aufgegangen. Zwar hat es hier ein paar Grade mehr als im Centro, aber es ist bitterkalt. Bin mal gespannt, ob das noch als der kälteste Winter aller Zeiten in Portugal deklariert wird. Es fühlt sich auf jeden Fall so an.

Das Essen war sehr lecker, die Gesprächsrunden im kleinen Stuhlkreis kurzweilig, und eine neue Runde Glühgin von Team Mausebein hat das Wetter erträglich gemacht. Ach ja, und die Glühweste. Also die beheizbare Weste, die ich unter der Winterjacke anhatte. Super Teil.


Hundeäktschn im Garten

Noch ein Abstecher, ehe wir uns bis auf Weiteres in der Pampa verkrümeln. Wir besuchen Freunde an der Algarve. Sie haben ein Wohnmobil, wohnen aber seit einiger Zeit in einem Haus. Noch Welche, die in Portugal hängen geblieben sind. Kommt echt öfters zu.

Die Zufahrt ist ausnahmsweise mal sehr angenehm. Ein frisch geteertes Sträßchen führt durch das Hinterland der Algarve, links und rechts schicke Häuser, nicht schlecht. Aber, wie das so ist: An der letzten scharfen Rechtskurve vor ihrem Grundstück steht ein Feigenbaum an der Straße. Und der hat uns die bisher fettesten Kratzer in der Wohnkabine eingebracht. Irgendwas ist ja immer.

Ziva findet das hier klasse: Ein großer Garten mit mehreren Hunden drin. Gut, der Garten ist gut eingezäunt, da kommt man irgendwie nicht an die Hasen auf der Wiese nebenan dran! Was soll das denn! Sie sucht, findet aber einfach kein Loch im Zaun. Tja. Also wird mit den beiden Hunden gespielt, die hier in Pflege sind. Eine junge Mutter, die gleich beim ersten Wurf sieben Welpen auf die Welt gebracht hat, seitdem hier in der Pflegefamilie wohnt. Und ihr Teenagersohn, beide sehr verspielt.

Die beiden suchen übrigens noch ein Zuhause, und zwar zusammen. Die Mutter zeigt ihrem Sohn, wie das mit anderen Hunden geht. Und der unbedarfte Sohn zeigt der ängstlichen Mutter, dass Menschen gar nicht so böse sind. Auch die Pflegeeltern haben schon gute Arbeit geleistet, denn ich durfte sie sogar streicheln. Wer also etwas Hundeerfahrung hat, der möge sich melden. Die Zwei sind super süß und haben sich definitiv ein schönes Zuhause verdient!

So, fertig mit Terminen und Besuchen. Wir machen noch einen Abstecher zur Shoppingmall von Loulé. Denn da gibt es lecker Burger für Andre, und lecker Sushi für mich. Ah, und noch einen Abstecher zu Aldi. Wenn man nur zweimal im Jahr einen Aldi findet, ist das ein Kleinesbisschen wie Weihnachten. So ein paar deutsche Leckereien, ab und zu, ist ja schon mal wieder ganz nett. Wobei sie unsere liebsten Leckereien aus dem Sortiment genommen haben. Auf jeden Fall decken wir uns hier mit Lebensmitteln für die nächsten 1-2 Wochen ein.

Denn was ich für mich festgestellt habe: Klar, die Infektionszahlen sind derzeit sehr gering in Portugal. Und wir verzichten auf allzu enges Aufeinanderhocken, vor allem mit allzu kontaktfreudigen Maskenmuffeln. Ich habe kein Interesse daran, mich mit Irgendwas anzustecken. Die Erkältung der letzten Wochen hat gereicht, ich brauche da keine Steigerung. Trotzdem … Die Rumreiserei bringt unweigerlich mehr Kontakte als nötig mit sich.


Déjà-Vue am Bambusbach

Also verziehen wir uns wieder an den Bambusbach, das eigentliche Ziel dieser Wintertour. Vorher aber noch zum traditionellen Sushi-Essen.

Zuletzt waren wir ja im März letzten Jahres da, die treusten Stalker … ähm … Blogleser erinnern sich vielleicht. Der Bach ist wieder mal trocken, und es scheint, als sei er das auch schon länger, in der Bachdurchfahrt wächst gut Gras. Die Orangen auf der Wiese sind immer noch ungenießbar, und über den Sommer sind einige Feuerstellen entstanden. Und Spuren, die intensive Offroad-Aktivitäten vermuten lassen. Oh je. Wir sind doch schon im März von hier geflüchtet, weil die Einheimischen sich hier mit beginnendem Lockdown ausgetobt haben. Dann schaun wir mal, wie das jetzt wird.

Soweit alles gut und alles ruhig. Das Wetter wird langsam angenehm, die täglichen Gassirunden gehen jedes Mal in eine andere Richtung, nur wenige Offroader verirren sich hierher, und bleiben auch auf der anderen Bachseite. Zwischendurch kommt abends mal ein Bagger vorbei. Häh? Am nächsten Tag sehen wir, was er gemacht hat: Eine Rampe, damit die Damen und Herren mit ihren Jeeps aus dem Bach rausfahren können. Das Grundstück, auf das sie dann fahren, war bisher noch ganz hübsch. Aber wohl nicht mehr lange.

Nun bin ich ja sicherlich kein Offroad-Gegner. Fahre mit dem Quad ja gerne auch auf Motocross-Parcours, und umso sandiger die Piste, desto geiler. Aber, ich bleibe auf der Piste, und ich finde es doof, wenn man durchs Gemüse fährt, ohne Rücksicht auf Verluste. Das wird hier jetzt wohl praktiziert. Die letzten Jahre kamen hier immer wieder Offroader vorbei, teilweise auch im Rudel. Sie fahren durchs steinige Bachbett, versuchen sich an der steilen Ausfahrt. Aber wie sie letzten Sommer hier gewütet haben müssen, das sind schon neue Dimensionen. Finde ich nicht gut.

Aktuelle Fotos gibt es von mir leider keine, denn ehe ich dazu komme die Kamera aus der Schublade zu kramen, ändert sich die Situation.

Und nun kommt das Déjà-Vue: Kaum stehen wir am Bambusbach, wird ein Lockdown angekündigt. GENAU SO WIE IM FRÜHJAHR. Mit fast den gleichen Maßnahmen. Man möge zu Hause bleiben, und nur wenn es wichtig ist, wo hinfahren. Gut, die Maßnahmen gelten in Portugal immer für 15 Tage, dann wird neu entschieden. Die Regierung hat aber jetzt schon angekündigt, dass 30 Tage sehr wahrscheinlich sind. Und unter vorgehaltener Hand hört man, dass 45 Tage im Raum stehen. Zwei Wochen am Bambusbach festsitzen, kein Problem. Aber vier Wochen oder länger? Ohne zwischendurch mal einen Ausflug in die Stadt oder in unser Lieblingsrestaurant machen zu können? Puh. Tatsächlich kommen jetzt täglich höhere Infektionszahlen. Die Familienfeiern an Weihnachten haben wohl ihre Konsequenzen. Auch, wenn ich mir das bereits gedacht habe – dass die Zahlen gleich so in die Höhe schießen, das hätte ich doch nicht erwartet.

Also dauert sie nicht lange, die Entscheidung, dass wir zurück auf die Quinta Prazera fahren. Da haben wir wenigstens Beschäftigung. Die Arbeit wird uns da nicht so schnell ausgehen, egal wie lange dieser Lockdown dauern mag. Noch während wir einen Zeitplan machen für die 500km Fahrt inklusive Einkaufsstopps, kommt Besuch.

Wir sind nämlich nicht die Einzigen, die angesichts des drohenden Lockdowns einen sicheren Hafen ansteuern wollen. Diese hier wollten eigentlich auf einen Stellplatz, aber der war voll, so sind sie hier gelandet. Für drei Fahrzeuge hätte es hier ein wenig Platz, doch wir entscheiden uns ohnehin, noch am selben Abend loszufahren und etwas Kilometer zu machen.


Heimweg.

Denn man ist sich nicht ganz sicher, wann dieser Lockdown denn nun beginnt. Es ist Montag, und wenn wir Dienstag und Mittwoch fahren und einkaufen, dann können sie am Donnerstag ruhig Lockdown machen. Damit das Ganze nicht allzu stressig wird, fahren wir Monatagabend noch los, gehen kurz tanken, und nutzen dann die leeren Straßen, um bis nach Evora zu fahren.

In Evora parken wir nicht zufällig im Industriegebiet, denn hier hat es einen Agriloja. Das ist sowas wie ein Raiffeisenmarkt / Baywa. So ein Agriloja wird zwangsläufig zu Deinem Lieblingsladen, wenn Du Dir ein Grundstück in Portugal kaufst. Ach ja, in diesem Zuge ein kleiner Tipp: wenn Du am Rande eines Industriegebiets übernachtest, und da stehen zwei Bagger neben dem Parkplatz. Dann rechne damit, dass diese morgens um halb Sieben angehen. Keine Ahnung, ob wir zu durch waren, um diese Schlussfolgerung zu ziehen, aber ich war an diesem Morgen doch relativ früh wach.

Der Weg führt uns einmal durch den Alentejo, auch am nächsten Tag. Hier ein paar Impressionen vom Beifahrersitz:

Also paar Bäume, Gummistiefel und Hackenstiele gekauft, und weiter geht’s. Wir kommen nicht weit, ein Stück weiter geht’s rein in den Baumarkt. Theoretisch der zweitliebste Laden, hat man ein Grundstück in Portugal. Ich mag Baumärkte aber einfach nicht, nie finde ich da was ich suche. Dennoch wird das Wohnmobil langsam aber sicher etwas unwohnlich voll. Denn wir kaufen, was man die nächsten Wochen so brauchen könnten. Obstbäume, Holzlatten und Betonsäcke sind doch etwas unpraktisch. Man bekommt keine Schranktüre mehr auf. Aber ist ja nur bis morgen …

Dann geht es weiter nach Norden. Und ich stelle fest: Nachtfahrten bekommen mir als Beifahrer besser. Da kann ich auch mal auf dem Smartphone rumdüddeln. Tagsüber wird mir schlecht von. Wahrscheinlich, weil dann die Landschaft in den Augenwinkeln vorbei zieht. Die halbe Strecke lang war mir also übel. Und weil ich die Luftfederung von meinem Sitz abgeschaltet hatte, damit mir nicht noch übler wird, gibt’s die Kreuzschmerzen obendrauf.


Campo do Campos

Unser Ziel ist die „Quinta do Montinho“. Die Campofanten haben ja auch im Centro ein Grundstück gekauft, letzten Sommer. Und weil es quasi auf dem Weg liegt, und wir noch etwas Zeit bis zum Lockdown haben, machen wir einen Abstecher. Abends sitzt man am Lagerfeuer, denn es ist echt kalt. Alle halten sich am Feuer warm – bis auf Ziva, die turnt durch die Gegend. Denn hier gibt es zwei Katzen. Aber die lassen sich kaum blicken, hocken lieber im Baum oder im Wohnmobil. Schade eigentlich, Ziva hätte durchaus mal wieder eine Abreibung von einer Katze vertragen können 😉

Boah, ist das kalt hier! Da war es an der Algarve doch deutlich angenehmer. Am Morgen ist alles weiß, doch wo die Sonne den Boden erreicht, taut es sofort auf.

Es gab ja schon lange kein Bild mehr mit dem Fanti der Campofanten, wurde also mal wieder Zeit:


#KKMC – Krasser Kochen Mit Crosli

Nein, wir waren nicht in unseren Lieblingsrestaurants an der Algarve, dafür war keine Zeit. Dafür mal wieder was „Spezielles“ aus der Wohnmobilküche:

Der kleine Bunsenbrenner macht lecker gratinierte Käsebrötchen:

Als Kochwein empfiehlt sich der portugiesische Muskateller. Er kommt auch gleich in angenehmen Portionsfläschen daher:

Ein Standardessen: Salat mit Nudeln.


Hunde im Wohnmobil – ein Träumchen

Ach ja, wer darüber nachdenkt, sich Hunde ins Wohnmobil zu packen, denke besser nochmal drüber nach. Denn es kann noch so groß sein, Du wirst keinen Platz haben. Manchmal sind sie ja ganz süß, vor allem wenn sie schlafen:

Naja, außer vielleicht der Alte. Süß ist anders, vor allem, wenn er gerade auf Deinen Knien liegt. Gibt wohl keinen besseren Platz hier …

Habe ich schonmal erwähnt, dass wir gleich ZWEI Dackelgaragen unter den Sitzbänken haben? Für jeden Hund eine. Aber mir soll das egal sein, ist ja Andre seine Sitzbank.

Ich bekomme Beide dafür beim Fahren ab. Sobald ich sitze, geht es los, welcher Hund bekommt die Pole-Position an meiner Seite. Der Andere quetscht sich dann auch noch irgendwie dazwischen …


Quinta Prazera, das neue/alte Quarantänelager

Tja, und so ging unsere Wintertour doch nur drei Wochen. Wir sind wieder zurück auf unserem Grundstück, und ich bin um eine Erkenntnis reicher: das hätte man sich auch sparen können. Es ist Winter, und dass die Coronazahlen so in die Höhe schnellen, hätte man sich mehr oder weniger denken können. Dass es jetzt um so viel schlimmer ist als im Frühjahr, das habe ich allerdings nicht erwartet. Ich denke, es ist in Portugal auch ein bisschen so, dass die Menschen – uns nicht ausgenommen – etwas unbekümmerter werden. Die Abstände in den Supermärkten werden geringer, und auch nach erfolgtem Lockdown-Start sind ziemlich viele Leute unterwegs. Wir nicht, bis auf einmal die Woche zum Einkaufen halten wir bis auf Weiteres die Füße still und reduzieren die Kontakte auf ein Minimum.

Aber immerhin, die letzten Weihnachtsgeschenke sind endlich angekommen. Danke an Rainer und Bernd für die Leckereien! Der Stollen ist schon weggefuttert, und die ersten Abendessen mit Metaxa-Sauce gab es auch schon.

Auf der Quinta fängt es ja schonmal gut an: der Ruinenwiederaufbaumensch hat Corona und kann daher nicht kommen. Ziva hat direkt mal eine Eidechse wegschnabuliert. Amazon hat meine Bestellungen storniert, warum auch immer. Und der Gasherd hat gestern Abend wohl ins Gras gebissen.

Mehr dazu gibt’s dann aber im nächsten Blog. Der ist, Ihr ahnt es schon, kein Reiseblog, sondern (schon wieder!) ein Quinta-Prazera-Ausbaublog.

Mit dem Wohnmobil nach Portugal

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