Ich muss nachschauen, wann der letzte Reiseblog erschienen ist: Das war am 24. August, ist also gerade einmal zwei Wochen her. Es kommt mir länger vor, denn wir sind so viel rumgekommen wie schon lange nicht mehr. Wird also kein kurzer 2-Wochen-Blog werden 😉


Der beste Strand und die mieseste Straße

Wir stehen am Strand, und wollen eigentlich nicht wieder weg. Denn es graut uns vor den Kilometern, die vor uns liegen. Erst die Schlaglochpiste, dann die Schlaglochstraße, kilometerlang. Und wieder ein Déjà-Vue: Ein deutsches Pärchen kommt mit seinen MB 1017 (=groß, alt, Allrad) daher gefahren. Eine große Kiste mit großen Reifen. Und hat keine Ahnung, wie sehr wir unter der Anfahrt leiden. Die Franzosen, die mit ihrem Joghurtbecher ein paar Meter weiter stehen, wissen das sehr wohl, denn sie lassen Luft aus ihren Reifen, ehe sie fahren.

Wir bleiben noch übers Wochenende, sitzen am Abend mit den Nachbarn zusammen, arbeiten etwas, gehen mit den Köters spazieren. Und wundern uns durchaus, dass hier so viel los ist. Die Portugiesen kommen mit ihren normalen Pkw zum Angeln hierher, manche sogar täglich. Gibt’s hier besonders große Fische, dass man sich diese Anfahrt antut?

Aber nach ein paar Tagen ist gut, wir wollen weiter. Ist vielleicht auch besser so. Tizon findet den Strand schon fast wieder zu gut. Vor allem die Holzkohle, die hier rumliegt, hat es ihm wohl angetan. Ich find’s ja etwas eklig, aber ihm scheint es zu schmecken.

Unter der Brücke schlafen

Wir hoppeln weiter nach Norden, und es zieht uns wieder ins Inland. Denn das Wetter an der Küste ist irgendwie beständig durchwachsen, vor allem der Nebel hält sich hartnäckig. Und schau an, kaum fahren wir ein paar Kilometer ins Hinterland schon wird es wärmer und sonniger.

Wir stehen an einem Praia Fluvial (=Badeplatz am Fluss), unter einer Brücke, in einem kleinen Dorf mit Bahnhof, der wie ein Lost Place ausschaut. Ist es aber keiner, ist einfach nur alt. Man könnte auch historisch sagen. Eisenbahn-Fanboys dürften hier auf ihre Kosten kommen, denn es handelt sich hierbei um irgendeine historische Schmalspur-Eisenbahn. Die sich übrigens die Brücke mit den Pkws teilt. Also nicht gleichzeitig, sondern hintereinander. Und der Lokomotivführer findet es gar nicht lustig, wenn ein Auto auf der Brücke steht. So ein Zug kann verdammt laut hupen.

Unser Fokus aber liegt auf etwas Anderem: Wir bemerken Dieselgestank im Wohnmobil, er kommt aus dem Fahrerhaus. Andre geht der Sache nach und findet eine undichte Dieselleitung. Im Stand leckt sie nicht, aber dafür beim Fahren – und der Schaumstoff vom Cockpit hat sich zwischenzeitlich richtig schön vollgesaugt. Es hilft nichts, der Vario muss zu Mercedes. Andre fährt am nächsten Morgen vor nach Aveiro in die Mercedes-Werkstatt, während ich mit Ducatolein und Tizon noch ein wenig am Fluss verweile. Und wie es so ist: das Ersatzteil können sie bis zum nächsten Tag besorgen, aber einbauen können sie es auf die Schnelle nicht, sie sind ausgebucht. Also gut, hängen wir eben einen Tag in Aveiro rum.

Ich sage Andre, dass er uns ein nettes Plätzchen in Aveiro suchen und mir die Koordinaten schicken soll. Ich wundere mich noch, denn wirklich nett sieht es da nicht aus. Ich persönlich halte die Aussicht ja für eher mittelmäßig, aber das ist wohl Geschmackssache.

Übernachtet haben wir hier dann doch nicht, denn es ist ein 24h-McDonalds, und alles ist eingezäunt – ganz schlecht für nette Gassirunden. Also sind wir für die Nacht an den Ortsrand gefahren und haben dort schön im Grünen genächtigt. Da allerdings war es auch nicht sooo ruhig. Denn unser Übernachtungsplätzchen liegt schön an einem Holzsteg und am Wasser, und entpuppte sich als beliebte Gassistrecke. Zwischenzeitlich kommt es einem vor, als würde das örtliche Tierheim hier ihre Hunde ausführen. Plus die Streuner, die in der Nachbarschaft wohnen. Gut, bleiben unsere halt drin.

Es geht noch durch die eine oder andere Shopping Mall und an ein, zwei weitere Strände. Wir stehen schön auf dem Strandparkplatz, als Andre mich fragt „was ist gelb und stinkt?“. Ne, oder? Tatsächlich, da sind sie wieder. Sie haben uns gefunden.

Zeit, weiter zu ziehen.

Lost Place Teil I: Schöner Wohnen bei der Tuberkulose-Klinik

Unser nächstes Zwischenziel ist eine Tuberkulose-Klinik in der Nähe von Porto. Ein recht bekannter Lost Place, eine riesige Hütte. Und ja, nicht uninteressant. Das liegt aber weniger am Gebäude selbst, denn das ist leer. So leer wie kaum ein anderer Lost Place, eigentlich gibt es nur noch die nackten Betonwände.

Am ganzen Gebäude hat jemand so ein „Propriedade Privada“ hingesprüht, sogar auf der Dachterrasse. Offenbar ohne allzu großen Effekt, denn nicht nur wir erkunden die alte Klinik. Besonders beliebt ist das Gebäude wohl bei Menschen, die auf die Suche nach paranormalen Aktivitäten sind. Die also Geister suchen. Da in so einer Tuberkulose-Klinik sehr viele Menschen gestorben sind, hoffen sie, hier fündig zu werden. Leider haben wir keine Geister gefunden, also haben wir uns selber welche gestrickt.

Ich versuche zwischendurch was Sinnvolles zu machen und taue mal wieder das Gefrierfach ab. Es hat noch Eiswürfel, und die sind perfekt, um den Futterneid zwischen unseren beiden Hunden zu beschreiben.

Max mag keine Eiswürfel. Er tut aber sein Bestes sie doch irgendwie zu vernichten, einfach damit Tizon sie nicht bekommt. Hach ja.

Die Touris kommen in Gruppen, zwischendurch turnt ein Motocrosser durchs Gebäude, und dann auch noch das:

Seht ihr das? Das gelbe Ding ist wieder da. Na gut. Wir machen das Beste draus und gehen mit ihnen essen. Es gibt Francesinha.

Sie ist sehr gut, und trotzdem … für meinen Geschmack einfach zu fleischlastig. Fleisch und Wurst und Wurst und Fleisch, das ist einfach zu viel. Zumal die Portugiesen das mit der Wurst echt nicht draufhaben. Würden sie die weglassen, dieses Francesinha wäre voll mein Ding.

Hier noch ein paar Bilder von der alten Hütte. Die Aussicht in der Nacht ist einfach der Hammer – man sieht bis an die Westküste, und die vielen Lichter, das ist Porto. Aber ich denke, es kommt auf den Bildern nicht so gut rüber.


Ponte de Lima –  schöner futtern und shoppen

Yeah, wir haben es geschafft, wir sind in Nordportugal! Aber es geht noch weiter nördlich. Erst versuchen wir unser Glück in Braga. Genauer gesagt auf einem Hügel mit einer Kapelle, etwas außerhalb. Einen ruhigen Übernachtungsplatz, mitten in der Natur habe ich mir gewünscht. Aber es ist Samstag, und am Sonntag ist Jesus-Fest. Den ganzen Sommer über finden in Portugal Feierlichkeiten zugunsten der Gottesmutter statt. „Feira da Nossa Senhora da Penha“, wobei das „Penha“ gegen hundert andere Namen getauscht werden kann. Jedes Wochenende findet irgendwo eine entsprechende Feierlichkeit statt – außer an diesem Wochenende, da ist wohl Jesus dran. Und wir stehen neben einer Kapelle, wo sie gerade aufbauen. Also verziehen wir uns. Ich habe wirklich nichts gegen katholische Partys, aber auf einen Sonntagmorgens-Gottesdienst mit Prozession habe ich dann doch keine Lust.

Daher fahren wir weiter, nach Ponte de Lima. Hier gibt es eine offizielle Parkmöglichkeit für Wohnmobile, direkt an der römischen Brücke.

Die geht über den Fluss Lima, wer hätte es gedacht. Tizon geht erstmal eine Runde baden, und wir suchen uns etwas zum Abendessen. Und finden unter all den portugiesischen Restaurantes tatsächlich eine richtige italienische Pizzeria.

Am nächsten Morgen drehen wir dann noch eine Runde über den Flohmarkt, der sich als ein waschechter Antikmarkt entpuppt.

Nebenan gibt es auch ein paar Marktstände, auf denen ich Leckeres erbeute: ein Brot, gebacken mit Chourizo und Presunto, also mit würziger Wurst und luftgetrocknetem Schinken, also ein Wurstbrot. Dazu je eine Tüte Feigen und Zwetschgen. Sehr lecker!

Doch dann geht es schon weiter. Wir wundern uns ein weiteres Mal über die Ausfahrt, die mit Beton dekoriert wurde.

Lost Place des Todes Teil II: das Irrenhaus

Nordportugal hat einige interessante Lost Places. Denn hier oben gibt es zahlreiche Sanatorien und auch Thermen. Wir haben so ein Sanatorium gefunden, und sind sehr angetan. Denn hier ist noch nicht alles ausgeräumt. Die Geschichte zu dem Gebäude ist auch recht interessant: Bis in die 1970er war es eine Tuberkulose-Klinik für Eisenbahner und ihre Familien, mit bis zu 200 Patienten. Dann konnte man die Tuberkulose heilen, und man hat für das Gebäude einen anderen Verwendungszweck gefunden, sie wurde zur Psychoklinik umfunktioniert.

Diese steht jetzt seit 15 Jahren leer, und das wird wohl auch so bleiben – denn langsam geht die Bausubstanz vor die Hunde. Vor einigen Jahren wollten Spanier das Gebäude kaufen und ein Hotel draus machen. Daraus wurde aber nichts, denn man wusste nicht, wem genau die Hütte überhaupt gehört – und nachdem man die Behörde ausfindig gemacht hat, hat der bürokratische Amtsschimmel wohl jede weitere sinnvolle Verwendung verhindert.


Schöner Wohnen am Granitbergwerk

Ganz im Norden von Portugal sind wir schon, jetzt geht es in den Westen. Unser Ziel ist der Nationalpark Peneda-Gerês. Man sagte uns, dass man hier nur durchfahren, und nicht freistehen kann. Unser Ehrgeiz ist geweckt.

Zum Warmwerden fahren wir noch einen hübschen Wanderparkplatz östlich des Nationalsparks an.

Super idyllisch, schlechtes Internet, und ein Granitbergwerk direkt nebenan. Das ist vom Geräuschpegel eigentlich Okay, immer wieder fährt ein großer Lkw den Berg hoch bzw. hinunter, immer nur mit einem einzigen, aber sehr großen Granitblock beladen. Ich wundere mich noch, dass sie überhaupt nicht sprengen, da macht es BUMM. Aha, sie sprengen wohl erst am Nachmittag.

Ponte da Barca: Schöner Wohnen am Supermarkt

Wir begeben uns zurück in die Zivilisation. Einkaufen, Wäsche waschen, Diesel tanken. Praktischerweise gibt es direkt neben dem Supermarkt Continente einen Parkplatz. Auf dem Parkplatz nebenan stehen Wohnmobilverbotsschilder, auf diesem hier nicht, dann wird das wohl schon passen, oder? Ich nutze den Einkaufsladen in direkter Nachbarschaft. Einmal, um Frühstück zu kaufen. Einmal, um die Zutaten für’s Abendessen zu kaufen. Eigentlich wollten wir ja essen gehen, aber das Restaurante nebenan hat wegen Reichtum oder so wohl dauerhaft geschlossen. Schon keine Lust mehr irgendeine Lokalität zu suchen. Koche ich mir mein Geburtstagsessen einfach selber. Es gibt Luxusburger mit Rind, Büffelmozarella, Rucola und Vinho Verde, zum Nachtisch natürlich ein (oder zwei) Pastel de Nata.

Sie preisen übrigens den guten Wein der Region an. Der grüne Wein jedenfalls ist so pfurztrocken, wir haben die halbe Flasche weggeleert. Ab jetzt gibt es keine Experimente mehr, wir kaufen die gängige, landesweit erhältliche Marke. Denn zwischen Trocken-wie-die-Wüste und Kopfschmerzen-süffig gibt es wohl alles. Und bei Vinho Verde schreiben sie keine Hinweise aufs Etikett, was einen erwarten könnte. Also gibt es künftig wieder den guten Vinho Verde von Gazela.

Direkt am Platz gibt es einen netten, kleinen Lost Place, den können wir natürlich nicht auslassen. Es ist ein Wohnhaus, in dessen Untergeschoss wohl mal Wein hergestellt wurde.

Angesichts der Reste, die man im Bad und so findet, tippe ich auf 10-15 Jahre Leerstand.

Es ist 1 Uhr, und bevor es ins Bettchen geht, drehen wir noch eine kleine Gassirunde. Da labern uns ein paar junge Leute an. Erst denke ich, was wollen die denn, und wir verstehen kaum etwas. Sie sprechen kein Englisch, und ihre Trethupe macht ein Theater, wie King Käs. Aber sie sind nett, und wollen uns nur darüber informieren, dass hier morgen früh um sechs ein Markt aufgebaut wird. Die Mutti kommt auch noch hinzu, sie kann etwas Englisch, und erklärt uns nochmal, was wir bereits verstanden haben. Sie trägt ihre Trethupe in der Tragetasche spazieren. Ein kleiner Pinscher mit dem Großmaul eines Dobermannes. Eine nette und lustige Begegnung mitten in der Nacht, die dazu führt, das wir uns zehn Minuten später vom Acker machen. Wir parken strategisch günstig gleich beim Intermarché. Einkaufen und tanken und so. Wäschewaschen ist nicht, die Intermarchés hier oben haben irgendwie keine Waschmaschinen.

Lindoso: eine Portion Sightseeing, bitte!

Wir verbringen eine weitere Nacht in der Nähe von Ponte da Barca. Stehen schön am Fluss, der eine durchaus beachtliche Strömung hat, vor allem wenn sie flussaufwärts die Schleusen aufmachen um das Wasserkraftwerk zu füttern. Das Wasser ist übrigens elendig kalt, und bis auf Tizon mag keiner da rein.

Dann geht es weiter, wir erobern den Nationalpark Peneda-Gerês! Fahren ein paar schöne, kurvige Straßen, immer den Fluss entlang, mal weiter oben die Hügel entlang, mal weiter unten. Legen ein paar Zwischenstopps und Fotostopps ein. Entlang der Strecke gibt es lauter Picknickplätze, Aussichtspunkte und Kapellen.

Wir kommen auch an einem Dorf namens Soajo vorbei, machen hier halt. Wir entdecken eine VE-Station, benutzen diese auch gleich und drehen dann eine kleine Runde. Das Dorf hat seine eigene Hunderasse:

Und auch einige Touristen, die sind wohl primär wegen den Kornspeichern hier, wie wir auch.

Wir landen schließlich im Örtchen Lindoso. Auch das hat diese alten Kornspeicher, und ein Castelo.

Hier parken wir für die Nacht. Dass wir uns quasi an der spanischen Grenze befinden merke ich bei der Netzsuche: feinstes LTE Internet aus Spanien strahlt hier rüber.

Was uns auffällt: es hat relativ viele deutsche Wohnmobile hier. Also grundsätzlich ist die Anzahl der Wohnmobile und Campervans überschaubar, aber davon ist die Hälfte deutsch.

Fahrtag: kleiner Umweg über Spanien

Heute fahren wir, und zwar mitten durch die Berge, durchqueren den Nationalpark einmal von Nord nach Süd. Viele Bilder gibt es davon leider nicht, denn ich lasse zwar die GoPro als Dashcam mitlaufen, aber die Aufnahmen sind qualitativ nicht der Brüller.

So beschreibe ich es ein bisschen in Worten: Die Straße ist meist anderthalbspurig, und recht kurvig. Wunderschön, zumindest ohne Gegenverkehr. Oder am Straßenrand parkende Autos, an denen man nur schwer vorbeikommt. Auch gibt es dieses Touri-Phänomen, das ich bereits aus dem Schwarzwald kenne: Touristen, die schmale Sträßchen ohne Seitenstreifen nicht gewohnt sind, vielleicht auch noch mit dem Mietwagen unterwegs sind. Und leicht panisch werden, wenn du ihnen entgegenkommst. Obwohl ich ja nur einen Kastenwagen habe. Kannste dann schauen, wie du an denen vorbeikommst.

Ach ja, vielleicht sollte ich doch noch erwähnen, dass ich Jesus gesehen habe. Er ist etwas in die Jahre gekommen, hat weiße Haare, weiße Klamotten an und reitet auf einem weißen Pferd durch Peneda-Gerês.

Im Ort Gerês eingetroffen, wird’s plötzlich touristisch. Hotels, Thermen, Ferienappartements, touristische Unternehmen aller Art, und Touristen. Ich stehe tatsächlich im Stau. Zehn Minuten durch den Ort, und ich will einfach nur weg hier. Mir doch egal, ob es hier einen Supermarkt gibt, gibt’s die nächsten Tage halt Chinanudeln, lasst mich hier raus!

Wir verlassen die Hauptroute des Nationaparks, die laut Google Maps auch weiterhin mit Hotels gesäumt ist, und fahren eine Nebenstraße den Berg hoch. Bei Nebenstraßen in den Bergen gibt es ein Problem: sie sind meist einspurig. Dafür aber hat es meist keinen Verkehr. Hat es mal doch welchen, bekomme ich immer recht schnell die Krise. Und so bin ich froh, als wir den Berg oben sind. Aber die Strecke, die ist schon schön.

Und oben ist es auch schön. Da gibt es nur das kleine Problem, dass wir keinen Platz zum Übernachten finden. Links und rechts der Straße sind Verbotsschilder, man darf hier und da nicht reinfahren, auch an der Piste zu unserem Übernachtungsplatz, der schon Plan B ist (Plan A war doof), prankt ein Durchfahrt-Verboten-Schild. Wir nehmen das ernst, denn es ist ein Nationalpark. In Portugal darf man ja eigentlich nicht freistehen, in den Natur- und Nationalparks ja schon zweimal nicht. Und wenn dann noch so ein eindeutiges Schild aufgestellt wird, dann muss das wirklich nicht sein.

Also schnappe ich mir Ducatolein und fahre die Straße weiter, mal schauen ob sich was Nettes findet. Biege auf eine Piste ab, an deren Beginn ein Schild steht, das davor warnt, dass die Straßenverhältnisse schlecht sind. Eines weiß ich, nach so langer Zeit in Portugal: Wenn die Portugiesen so ein Schild aufstellen, dann muss die Straße wirklich sehr schlecht sein. Und ja, die ersten 200 Meter gibt sie alles, besteht eigentlich nur aus Auswaschungen und Schlaglöchern – und das den Berg hoch.

Ich fahre noch ein Stück weiter, alleine aus Neugier. Und finde den perfekten Übernachtungsplatz: Panoramablick und gutes Internet. Aber bekommen wir auch den Vario hier hoch?

„200 Meter ist es übel, aber schlechter wird es danach nicht mehr“, so habe ich Andre gegenüber wohl die Straßenverhältnisse am Telefon erklärt. Fünfzehn Minuten hat er für 1 Kilometer Straße und 500 Meter Piste gebraucht. Ich sag’s mal so: vor zwei, drei Jahren wäre ich solche Wege nicht gefahren, Andre auch nicht. Aber irgendwie schaffen es unsere Fahrzeuge ja. Wir sind uns aber bewusst, dass es auch schief gehen kann. Das Risiko, sich an einem unmöglichen Ort einen Reifen aufzuschlitzen, oder auch mal so aufzusitzen, dass mein angerosteter Auspuff abfällt, das nehme ich bewusst in Kauf. No risk, no fun.

Wandertag – einer fehlt.

Noch am Abend gehen wir ein wenig spazieren, zum Sonnenuntergang steigen wir auf die nahe gelegenen Felsen. Die Hunde nehmen wir mit. Ich denke, das hat sich gerächt. Denn am nächsten Tag läuft Tizon einfach nur sehr schlecht. Ich überlege schon, ob ich die Medikamentendosis hochsetzen muss. Schaue dann aber doch mal in die Pfoten rein, ob er da nicht doch was drin stecken hat. Schau an, ein Kaugummi. Hat sich schön in die hintere Pfote eingearbeitet und möchte dort nun rausgeschnitten werden. Sehr lecker.

Gegen Mittag laufen wir los, den Berg hinauf. Und kehren nach nur 100 Meter wieder um. Es war nicht der Kaugummi. Es ist die Hüfte, und so darf Tizon eine Runde im Ducatolein chillen, während wir einen auf Wandertag machen. Ein bisschen tut es mir ja schon weh mit anzusehen, wie es schlechter wird. Vor gut zwei Jahren haben wir noch lange Wandertouren im Elbsandsteingebirge gemacht, ohne größere Probleme. Und heute kommt er keine 100 Meter weit.

Dafür hat Max hier Spaß ohne Ende. Er macht den Pfadfinder, sucht sich zwischen den vielen Steinen seinen Weg, und ist erstaunlich leidensfähig. Denn hier hat es stellenweise ziemlich fiese Stachelbüsche. Und dem Max seine Schmerzgrenze ist jetzt eher niedrig angesetzt. Also sehr niedrig. Ganz unten. Souterrain.

Ganz unten ist auch das Sauberkeitslevel von Ducatolein. Drinnen geht es gerade, dafür wird es von außen ziemlich schlimm. Vor allem wenn es ein bisschen regnet sieht Ducatolein echt nicht mehr so hübsch aus. Die Aufgabe für diesen Monat lautet also: eine Waschanlage finden und benutzen.

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