Nach dem Sommer kommt der Spätsommer. Das ist die Zeit, in der die Sonne nicht mehr ganz so erbarmungslos knallt. Okay, wir sind in Portugal, sie tut das sehr wohl. Aber es hat keine 40 Grad mehr. Angenehme 35 Grad, da kann man noch was machen. Im Schatten besser als in der Sonne.


Steinhaus Update

Heute fangen wir mal nicht mit den Zucchini an, sondern mit dem Steinhaus. Die Arbeiten daran sind im letzten Blog ja nur fast fertig geworden. Das ist ja unser Motto hier auf der Quinta Prazera: „Und sie wurden fast fertig“. Nun, der Steineklopper ist kurz nach dem letzten Blogpost ganz fertig geworden. Und er hat uns eine richtig schöne Terrasse geklöppelt.

Und nicht nur die Steine schön rangeklopft, sondern als einer der letzten Arbeitsschritte auch mit der Rüttelplatte behandelt. Von so einer Rüttelplatte hat das ganze Dorf was von!


Denn sie macht nicht nur ordentlich Lärm, sondern auch eine Staubwolke, die Seinesgleichen sucht. Anders ausgedrückt: man kann 15 Minuten mit der Rüttelplatte und ohne Atemschutz arbeiten, oder eine Stange Zigarette rauchen. Dürfte aufs Gleiche rauskommen.

Eine Hauptterrasse, plus ein Streifen an der Ostseite des Hauses – hier soll mal eine kleine Außenküche hin. Und ein Streifen an der Westseite des Hauses – das ist der Platz, auf dem man sich im Winter die letzten Sonnenstrahlen einverleiben kann, ehe die Sonne hinterm Hügel verschwindet.

Schön ist es geworden, oder?

Als Abschluss bekommt das Steinhaus dann auch noch seine Türe eingebaut. Die liegt schon länger rum, jetzt können wir endlich mal herausfinden ob sie auch passt. Naja, fast. Ein bisschen drücken, ziehen, auffüttern und wegstemmen, und schon passt sie. Hässlich ist sie immer noch, und Andre muss den Schließmechanismus erstmal richten, aber sie ist drin.

So, das war es mit dem Bautrupp. Ein Jahr lang haben sie aus der Ruine ein bewohnbares Steinhaus gebaut. Haben nicht nur das Haus selbst aufgebaut, sondern auch das Drumherum. Hier ein Mäuerchen, da eine Treppe, es hat sich ganz schön geläppert. Und auch wenn nicht alles perfekt ist, sind wir doch glücklich mit dem Ergebnis. Und wenn alles die nächsten Jahre halbwegs ganz und dicht bleibt, dann passt das. Jetzt kommt nur noch eine Regenringe dran, irgendwann. Vor dem Winter, das wäre schön.


Und, was hat der Spaß jetzt gekostet?

Interessierte Blogleser mit ähnlichen Ambitionen fragen immer wieder mal, was der Wiederaufbau eines Steinhauses kostet. Ganz ehrlich: wir haben aufgehört zu zählen, als wir bei ungefähr 20.000 waren. Ich denke, mit der Terrasse, den Mäuerchen drumherum könnten es 30.000 sein. Vielleicht auch ein bisschen mehr. Unser Bautrupp hat nebenher ein paar Wochen mit anderen Arbeiten verbracht, sie haben unsere Quelle gerichtet und den Brunnen sauer gemacht und verschlossen. Auf den Holzrechnungen stand immer auch ein bisschen anderes Holz drauf, das wir für andere Bastelprojekte benötigt haben. Mal waren sie zu Zweit da, dann wieder zu Viert. Es hat letztendlich so viel gekostet, wie nötig.

Es lässt sich aber auch nicht verallgemeinern. Wer an der Algarve so einen Bautrupp engagiert, wird mehr zahlen. Wer heute Holz für den Dachstuhl bestellt, wird sich angesichts der Rechnung erstmal setzen müssen. Wer seine Terrasse nicht gerade mit kleinen Calcada-Steinchen plastern lassen möchte, wird günstiger davon kommen. Wer einzelne Gewerke von erfahrenen Handwerkern umgesetzt haben möchte, der zahlt mehr.

Steinhaus: warm, hell, flauschig

Nein, ich bin wahrlich kein Putzteufel. Ich nehme das mit dem Putzen ungefähr so genau wie die portugiesischen Bauleute mit dem rechten Winkel. Aber es hilft ja nichts, im Steinhaus rieselt der Beton aus allen Ecken und Wänden. Und der Boden hat so viel Zementschleier und Flecken von der Fugenmasse, von selber geht das einfach nicht weg. Also schrubbe und putze ich einen Tag lang wenigstens das Grobe weg.

Damit wir die neu gekauften Möbel ins Steinhaus stellen können.

Wir reden übrigens noch drüber, ob wir es überhaupt versuchen sollen, die Hunde davon abzuhalten das Sofa einzusauen. Da liegt der Junghund schon grunzend zwischen uns. Wäre das Thema also auch durch.

Während ich den 10. Eimer Wischwasser auskippe, hat Andre seine Doktorarbeit im Fernseherkauf gemacht. Er fährt mit Quad und Hänger zum Elektrofachmarkt nach Covilha, denn da ist das gute Stück auf Lager.

Was wir jetzt noch brauchen ist ein 5G Router. Ja, liebe Freunde, wir haben hier, am Popo der Welt, neuerdings feinen 5G Empfang. Den alternativen Nachbarn mit zahlreichen Vorbehalten gegenüber 5G Strahlen sagen wir mal besser nichts von dieser Entdeckung.

5G Empfang haben wir derzeit auch nur mit dem Smartphone, unser Router kann nur 4G. Und da sie für einen 5G Router den Preis eines Kamels raufrufen, werden wir wohl noch ein wenig rumdrucksen, ehe wir uns so ein Teil schön geredet haben.

Im Übrigen fehlen jetzt nur noch eine Lampe und ein Fernsehtischchen, und das Steinhaus ist vorerst komplett eingerichtet. Dank Backofen und Kühlschrank steht ausgedehnten Kino-Pizza-Abenden nun nichts mehr im Wege!

So ein Haus ohne jeglichen Zeitdruck einzurichten, das ist eine feine Sache. Und so kommen in den folgenden Wochen einige weitere Dinge dazu.

So brauchen wir unbedingt einen neuen Holzofen – der Kleine, den wir letztes Jahr gekauft haben, ist einfach zu klein, der packt das nicht. Auch der neue Ofen kommt aus dem Baumarkt, sieht perfekt aus, und ist auch gerade reduziert.

Damit es drin auch sonst angenehm warm ist, haben wir ja ein Wasserkabel in die Bodenplatte verlegen lassen, für die Fußbodenheizung. Andre macht sich auch gleich daran, da was zu basteln. Und stellt dabei erst einmal fest, dass der Schlauch in der Bodenplatte ein Loch hat. Glück im Unglück, das Loch ist direkt an der Wand, an der einen Stelle im Boden, die man nicht ganz zu gemacht hat.

Nächste Erkenntnis: deutschen Spezialkleber für solche Plastikrohre einfliegen zu lassen ist totaler Quatsch. Sekundenkleber.

Nun also weiter mit der Bastelei: die DIY Solarthermie besteht aus ein paar schwarzen PE-Bewässerungsschläuchen, einem Ausgleichsbehälter (Eimer) und einer kleinen Umwälzpumpe, die am Solarpanel hängt. Ziel der Übung ist es herauszufinden, ob die Temperaturdifferenz zwischen ein- und ausgeleitetem Wasser groß genug ist. Und natürlich, ob die Fliesen etwas wärmer werden.

Tatsächlich funktioniert das sehr gut, besser als gedacht. Frag mich nicht nach genauen Zahlen, aber die Wärme bleibt im Boden. Ob wir mit diesem System dauerhaft arbeiten, ist dennoch fraglich. Ist zwar eine schöne Low Budget Lösung, aber auch eine Bastelei, die vermutlich fehleranfälliger ist als eine ordentliche Solarthermie Anlage. Wenn also jemand gerade so einen Kollektor in Portugal rumliegen hat – wir wären interessiert.

Und so düddeln wir ein bisschen rum, immer wieder kommen neue Features hinzu.

Andre findet eine alte Uhr neben der Mülltonne. Sie funktioniert erstmal nicht, er bekommt sie aber repariert. Jetzt macht sie wieder TICk TACK und DING DONG. Und das ist einer Lautstärke, da hängen wir sie besser auf der Terrasse auf.

Hier ein Stuhl, da ein Tisch, wir kaufen ein paar Möbel zusammen. Am Ende werden wir ein schönes Sammelsurium dabei haben. Denn wir kaufen nicht, was gut zusammen passt. Es sind alles Stücke, die dem Einem sehr gut gefallen, und der Andere hat kein vehementes Veto eingelegt. Nur so geht’s, bei zwei verschiedenen Geschmäckern.

Dass das Sofa größer hätte sein können, war bei zwei Hunden ja eigentlich klar, oder?

Wir kaufen Lampen, viele davon. Diese brauchen Strom, und so verlegt Andre die Steckdosen.

Auch auf der Terrasse ist es nachts eher dunkel, aber das lässt sich ja ändern. Wir leben unser Faible für Lichterketten aus. Fast schon ein bisschen zu sehr, aber ist ja bald Weihnachten, passt also erstmal.


Schon wieder ein Ausflug! Oder drei!

Kaum hat sich der Steineklopfer verabschiedet, sind wir auch schon am Packen. Ein kleiner Ausflug, aber nur ein kleiner. Das Rausfahren mit dem Laster ist gerade halbwegs angenehm, denn der Holz-Schlepper (oder wie das auch immer heißt) musste da letztens durch und hat unsere Zufahrt angenehm verbreitert. Da fahren wir einfach „kurz mal“ raus, zum Shoppen. Und das mehrmals, meistens mit ein oder zwei Zwischenübernachtungen.

Mal fahren wir nach Castelo Branco, zum Shoppen, Essen gehen, Freunde besuchen.

Die Campofanten wohnen ja auch in der Ecke. Damit wir nicht noch mehr Spiegel schrotten, bearbeiten wir ihre Zufahrt ein wenig.

Max und der Nachbarshund der Campos, das passt auf Anhieb.

Wir gehen mal wieder fein essen, hier ein feiner Nachtisch:

Im Reifenladen lassen wir die Reifen tauschen. Das geht schnell, und wir müssen es nicht selbst tun.

Wenn man 8 Terracotta Blumentöpfe kaufen möchte, und jeder geschätzt 50 Kilos wiegt, dann ist das schon ein Act.

Zwischendurch fahren wir ein paar Kilometer weiter und stehen die Nacht über an einem Lost Place am Tejo.

Zwischendurch ist der Laster so voll, man kommt nirgendswo hin um irgendwas wegzuräumen.

Wir futtern uns durch die Restaurants, und werden nie enttäuscht.

So sieht Sofakaufen aus: hätte vielleicht doch nicht größer sein dürfen …

Ein Übernachtungsplatz in der Stadt. Wäre angenehm ruhig, aber die Kläranlage von Castelo Branco ist im Sommer wirklich bestialisch. Da fahren wir dann doch lieber zurück.

Mal geht es in die andere Richtung, wir erkunden mit dem Laster die Gegend und finden einen kleinen Stausee.

Sehen auf dem Weg dorthin das Ausmaß des flächenmäßig riesigen Feuers vor ein paar Wochen. Es hat tagelang gebrannt, und einige Dörfer waren wirklich vom Feuer eingeschlossen. Gruselig.


Der Badesteg wird fertig – pünktlich zum Herbst

Wir versuchen, mal ein paar Projekte fertig zu machen. Ehe wir neue anfangen. So wird der Badesteg am „Lago da Pequenita“ endlich fertig. Diese Plastik-Einstiegsleitern für Pools sind unfassbar teuer, und so basteln wir uns eine eigene Lösung. Eine Aluleiter aus dem Baumarkt, ein paar alte Crocs als Teichfolienschoner unten dran, ein paar imprägnierte Terrassendielen als Steg, fertig.

Getragen wird das Ganze von Betonpfosten, die vom Brunnenbau übrig geblieben sind.

Den Goldfischen geht es übrigens prächtig, und das obwohl der Graureiher ein paarmal da war. Vielleicht futtert der auch lieber Frösche. Das wäre mir recht, denn es sind inzwischen echt viele Frösche. Das könnte nächsten Sommer echt ein böses Gequake werden.

Wir machen den neuen Bachlauf Hundekrallen sicher, und schütten einfach ein paar hundert Kilo Kies in die neuen Pfützen. Denn nicht nur Ziva liebt es dort zu planschen. Alle Besucherhunde, die zu uns auf die Quinta kommen, finden das neue Wasserloch so richtig super.


Die Köters.

Langjährige Blogstalker interessieren sich ja auch immer für die Hunde. Also ein Update.

Max hatte im Oktober Geburtstag, er ist jetzt offiziell 14. Seine Neurosen sind jetzt erwachsen, die partielle Taubheit offenbart sich im mentalen Mittelfinger, den er uns immer wieder öfters zeigt.

Der gute Herr möchte enweder dauergesgrault werden oder seine Ruhe haben. Er verfolgt einen wahlweise den ganzen Tag wie ein Schatten, oder er bewegt sich kaum vom Wohnmobil weg. Aber wehe, wenn Ziva irgendwas zu sehen meint und lossprintet, dann kann er sich schnell mal um 10 Jahre verjüngen und dem Junghund hinterher hechten.

Ziva haben wir inzwischen auch schon seit vier Jahren. Wie die Zeit vergeht! Bei ihr ist es recht spannend, wie sie sich immer weiter entwickelt. Und wir beobachten das sehr wohl, und freuen uns jedes Mal, wenn sie nicht allzu viel vom Alten lernt.

Seltsame Schlafpositionen können sie beide, aber da haben ja fast alle Hunde ein entsprechendes Talent für.

Doch bei manchen Sachen ist das Deja-Vue schon ein bisschen fies.

So muss Max inzwischen nicht mehr Bescheid geben, wenn es Essenszeit ist. Ziva hat den Job übernommen. Max bleibt einfach unterm Tisch liegen, und wartet, bis jemand einen vollen Futternapf vor die Fressluke schiebt. Ist doch schön, wenn man so viele Angstellte hat, dass man zum Fressen noch nichtmal aufstehen muss.

Sehr einig sind sich die beiden, wenn es Schaf oder Ziege gibt. Nein, keine Restknochen aus der Küche. Sondern Schafreste aus den Büschen. Der örtliche Schafbauer hat da wohl ein oder zwei verendete Tiere entsorgt. Und was die Nachbarshunde nicht schon weggetragen haben, schleppt Ziva nun an. Letztens gab es also Wirbelsäule.

Ziva kaut eine halbe Stunde drauf rum, und sobald sie davon ablässt, macht sich Max an das gute Stück. Sobald er eine Pause braucht, ist Ziva ruckizucki wieder dran. So geht das über zwei Tage lang, bis alle Wirbel aufgeknabbert sind. Die drauf folgende Pupserei mag man sich übrigens nicht vorstellen.

Ein paar Tage später: Ziva bringt das Bein eines Schafes daher. Also noch eine Runde.


Der Zweite Frühling kommt

Ein langer und heißer Sommer geht zu Ende, und alle sehnen sich den Regen herbei. Die Trockenheit war dieses Jahr aber auch fies. Die Stauseen Portugals sind teilweise so leer, einige haben nur noch 10% Wasser drin. Selbst etablierte Obstbäume sind vertrocknet, hat sie niemand gegossen. Dass viele Bäche im Sommer trocken laufen ist normal, doch insbesondere im Süden von Portugal sind auch viele Brunnen trocken. Wir sind da noch gut mit dabei: die Quelle hat immerhin durchgetröpfelt, und unser Brunnen hat immer noch reichlich Wasser. Doch damit die Landschaft jetzt wieder grün wird, braucht es Regen. Und der ist angekündigt.

Projekt Pfützenbuddelei

Wetterextreme sollen ja immer mehr werden, und wir haben es schon erwartet, dass nach der Dürre erstmal ein Regen kommen wird, der es in sich hat. Wir sollten nicht enttäuscht werden. So werden die Tage vor dem angekündigten Unwetter ein paar Gräben gegraben und ausgebessert. Im oberen Bereich unseres Grundstücks baggert Andre „Mini-Swales“.

Swales, das ist ein Instrument der Permakultur, um Regenwasser davon abzuhalten, den Hang hinunter zu rauschen. Man könnte dieses Projekt auch als „Pfützenbuddelei“ bezeichnen. So gibt es nun große Pfützen und kleine Pfützen, je nach Hanglage. Das Ziel ist es, möglichst viel Wasser auf unserem Grundstück zu halten. Denn wenn das Regenwasser einfach nur unten in den Bach läuft, ist es weg. Und angesichts zu erwartender kommender Dürreperioden ist es besser, es bleibt bei uns.

Ein bisschen Regen.

Es kommt wie erwartet, und regnet ein paar Tage mehr oder weniger durch.

Unsere Pfützen funktionieren, und sie nehmen nicht nur das Regenwasser auf, das direkt auf sie fällt, sondern auch das Wasser, das 100 Meter den Weg runter gelaufen kommt. Und das ist in der Summe zwischenzeitlich ganz schön viel.

Es ist sogar so viel, dass das Wasser in kleinen Bächen den Hang runter läuft – selbst da, wo bisher noch nie was lief. Aber, die Arbeit hat sich gelohnt, alles konnte auf unserem Land versickern.

Zwischendurch machen wir eine Regen-Shopping-Pause und fahren nach Castelo Branco. Kaufen uns dort erstmal anständige Regenklamotten. Erledigen den Wocheneinkauf. Besuchen ein Restaurant. Übernachten auf einem überraschend lauten Parkplatz im Wohngebiet. Und fahren dann am nächsten Morgen wieder zurück.

Regen ist übrigens auch fein, hat man schon ewig nicht mehr die Fenster geputzt. Irgendwann werden sie von selbst wieder sauber(er), sehr schön.

Auch im Steinhaus ist es relativ trocken. Nur an einem Fenster ist etwas Wasser rein, das ist aber schnell geflickt.

Ein zweiter Wassereintritt ist weniger schön, auch wenn es nur eine Minipfütze war, die sich durch viele Meter Fels durchgearbeitet hat, bis sie sich auf dem Fliesenboden bilden konnte.

Das Schöne an diesem Regen ist ja, dass alles wieder etwas grün wird – wie ein zweiter Frühling eben. Ich muss weniger Grünzeugs gießen, Pilze und Unkraut wachsen überall. Alleine dadurch, dass es morgens wieder eine Luftfeuchtigkeit hat, die sich auf dem Grünzeugs absetzetzt, reicht meist schon aus.


Nach dem Regen ist vor dem Regen

Diese eine, kleine Pfütze, wir wissen nicht genau, wo das Wasser herkommt. Wahrscheinlich wird es keinen Unterschied machen, aber wir machen trotzdem mal die Wetterseite des Steinhauses fertig. Das Holz dafür ist inzwischen da, und das Ergebnis sieht auch schon ganz gut aus.

Was noch fehlt sind Fenster und Türen. Gerade der Bildausschnitt soll später vielleicht mal ein Badezimmer werden. Sind uns da noch nicht so ganz sicher, ob das mit der Luftfeuchtigkeit im Sauna- und Badewannenbetrieb so ideal ist, aber mal schauen.

Während Andre die Rückseite zunagelt, taucht Ziva nach Eidechsen. Stundenlang. Na schaun wir mal, wann aus dem Ehrgeiz eine Neurose wird.


Chocalhos in Alpedrinha

Diesen Sommer wird gefeiert. Es ist, als ob die Portugiesen es feiern müssen, dass sie Corona ausgestanden haben. An jedem Wochenende ist in jedem Dorf eine Party. Und neben den normalen Dorffesten gibt es noch die Mottopartys.

Bei den „Chocalhos“ wird der jährliche Almabtrieb gefeiert. Es gibt sogar sowas wie einen Viehtrieb, doch ich denke der ist nachgestellt, die Tiere kommen nicht von der Serra da Estrela runter – vermutlich hat man sie auf den Berg gefahren, damit sie diesen nun wieder runter laufen können. Ziel ist das Dorf Alpedrinha. Und begleitet werden die dreitägigen Festivitäten mit viel Musik, unzähligen Fressständen und vollen Dorfgassen.

Überall wird getrommelt, dazu wird Akkordeon und Flöte gespielt, und erstaunlicherweise auch Dudelsack.

Man kann sich durch die typisch portugiesische Küche futtern, und jede Familie mit ein bisschen Geschäftssinn verkauft irgendwas aus dem Fenster raus. In den Gassen werden Spanferkel gegrillt, die nächsten haben eine halbe Bäckerei im Wohnzimmer eingerichtet, andere haben einfach das Crepe-Eisen im Fenster stehen. Oder schenken Likör aus. So viel Geschäftssinn, das ist man von den Portugiesen gar nicht gewohnt!


Team Maxmobil ist wieder da

Puh, diese ganzen Team-Namen, wer ist jetzt schon wieder „Team Maxmobil“? Kleiner Hinweis: er kommt aus der alten Heimat und war letzten Sommer bereits für ein paar Wochen unser Gast. Zwischenzeitlich hat er sein Reisemobil gewechselt, aus dem Bulli wurde ein Ducato. Das freut Max natürlich sehr, denn Max liebt Ducatos. Und so wundert es kaum, dass er erstmal einzieht.

Wir treffen Team Maxmobil in Castelo Branco, denn wir wollen mal wieder ins Kino. Waren schon jahrelang nicht mehr, es wird mal wieder Zeit. Es kommt der alte Avatar, und zwar in 3D. Er lief bis gestern. Das ausgewählte Restaurant hat keinen Bock auf eine Reservierungsbestätigung – aber ohne bekommt man erfahrungsgemäß keinen Platz. Also besuchen wir einfach die örtliche Fressmeile in der hiesigen Shoppingmall – Sushi geht immer. Wir gehen noch etwas Shoppen, und fahren dann einfach noch am Abend zurück auf die Quinta.

Das Maxmobil kommt nicht mit leerem Kofferraum. Er hat die neue Auspuffanlage für den Laster dabei. Welche Andre dann auch gleich verbaut. Der alte Auspuff ist rostig und laut, der Neue darf etwas mehr glänzen und leiser sein. Denn so sehr das männliche Geschlecht begeistert ist, wenn wir mit unserem Laster an ihnen vorbei fahren, der Laster ist gerade einfach zu laut. Und ich denke es ist nicht ideal, wenn der Oma die Kaffeetasse vom Küchentisch hoppelt, nur weil wir an ihrem Haus vorbei fahren.

Und außerdem hat Team Maxmobil das allerwichtigste, künftige Gerät im Steinhaus dabei: meine Spülmaschine! Jahrelang lag sie in der Garage meiner Eltern unnütz herum, nun hab ich sie wieder. Und da wir im Steinhaus noch keine Küche haben, wird sie erstmal neben dem Wohnmobil installiert.

Gut, sie hat wohl einen kleinen Frostschaden und verliert etwas Wasser. Ist auch schon alt genug, dass man vermutlich keine Ersatzteile für bekommt. Aber, sie spült Geschirr, und das ist unsere Hass-Aufgabe des Alltags. Und so mag sie nicht perfekt sein, aber gut genug, und darf bleiben.


Projekt Gewächshaus

Zeit, mal wieder ein neues Projekt anzufangen 😀 Bereits im Winter habe ich ein paar Platten gekauft, um ein Gartenhaus zu bauen. Und nun, da man der Sommer langsam rum ist und man an den Winter denken muss, scheint die optimale Gelegenheit zu sein, dieses Projekt umzusetzen.

Und ja, wir hätten das Geld um uns ein fertiges Gartenhaus zu kaufen. Aber wo bleibt da der Spaß? Ein fertiges Gartenhaus zusammen zu schrauben ist wie „Malen nach Zahlen“. Mein Projekt ist etwas ambitionierter: ich schaue mir keine Tutorials auf der Youtube-Akademie an, und außerdem soll es so günstig werden wie möglich – also wird alles an Restholz verwendet, was ich finden kann. Ach ja, sowas wie einen Masterplan hab ich natürlich auch nicht.

Es wurde etwas höher als geplant, und das hat zwei Gründe. Erstens hoffe ich, dass sich im Sommer die Hitze schön brav ziemlich weit oben sammelt. Und über die beiden Klappen vorne und hinten auch schön wieder abziehen kann. Zweitens habe ich die Hütte nur mit der Akku-Kettensäge zurecht geschnitten. Irgendwelche 22,5 Grad Schrägen kannste da total vergessen. 45 Grad zu sägen, das ist schon kritisch. Zumindest für mich.

Das geplante 100€-Budget hab ich natürlich gesprengt, denn ich musste im portugiesischen Baumarkt eine Platte nachkaufen – und die kostet hierzulande das Doppelte, im Vergleich zu Spanien. Und naja, was ich an Holz gespart habe, wurde quasi in Spax-Schrauben umgesetzt. So tippe ich auf 150€, was die Hütte gekostet hat. Plus einen Eimer Farbe, aber der ist noch nicht gekauft.


Und sonst so?

Also irgendwie habe ich heute ein paar Fotos übrig. Was haben wir denn da alles …

Wir haben einen neuen Backofen. Mit größerem Garraum, und mit größerem Stromhunger. 2000 Watt, er heizt also schon ordentlich. Bringt auch eine höhere Temperatur, die ich eigentlich nur für eines benötige: Pizza. Der erste Versuch wird auch gleich sehr gut.

Andre baut sich einen Werkstatt-Anhänger. Denn irgendwie ist das Werkzeug nie da, wo man es gerade braucht. Und die Wege sind lang und steil.

Mein aktuelles Lieblingsessen: Bowl. Mit Avocado, Mango und Ananas, wenn es hat auch mit Erdbeeren.

Lidl hatte letztens wieder mal deutsches Essen im Sortiment. Da gibt es bei uns nicht nur Maultaschen, Schnitzel und Kässpätzle, sondern auch Datschweckn.

Das mit dem Fotografieren unserer nächtlichen Außenbeleuchtung üben wir nochmal. Da geht noch was.

Zwischendurch gräbt Andre mit dem Bagger das Brombeerparadies um. Raus mit den Wurzeln, im Frühjahr möchte ich hier was anpflanzen!

Chucky-Cordula Candyman (CCC) ist irgendwie einen halben Meter geschrumpft. Nein, ich schaufle kein Grab für sie/ihn/es, ich setze CCC nur in den Gemüsegarten um.

Wasserablaufgraben rein, Brombeerwurzeln raus, Mäuerchen nebenan wieder aufgebaut – eine Arbeit, die ohne Bagger echt fies wäre.

So, das ist das letzte Bild. Und auch der letzte Tag auf der Quinta, denn wir machen mal wieder los, drehen eine Runde. Zusammen mit Team Maxmobil soll es an die Westküste gehen.

Im Übrigen: ich schreibe diesen Blog in erster Linie zur Dokumentation. Mit dem Text bringe ich die Bilder in einen Kontext – auch, um in ein paar Jahren mal wieder nachzuschauen, was sich alles wie verändert hat. Aktuell ist viel zu tun, aber es ist jetzt entspannter als am Anfang: die ganz grobe und körperlich anstrengende Arbeit (Brombeerhecken, Totholz etc.) ist durch, die Bauarbeiter sind auch durch, die Infrastruktur (Wasser, Strom, Wege) steht. Jetzt kann man ein bisschen mehr das machen, worauf man gerade Bock hat. Und so werden wir es beibehalten.

Was mir gerade eben auffällt: dieser Blog behandelte die letzten sieben Wochen. Okay, da haben wir ja schon so einiges geschafft. Wenn ich es damit vergleiche, was ich früher gebacken bekommen habe, in sieben Wochen, als ich noch im Steinhaus im Schwarzwald gelebt habe … Puh, da war ich wohl jünger, aber wohl noch fauler als ich es heute bin …


Als nächstes kommt dann ein Reiseblog von unserer aktuellen Tour. Wer sich derzeit per Email benachrichtigen lässt, wenn ich was Neues veröffentliche, dem möchte ich empfehlen, das zu überdenken – denn die Technik ist unzuverlässig. Ich gebe immer auf Twitter, Instagram und Facebook Bescheid, wenn es was Neues zu lesen gibt.

Até breve,

Tanja

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