„Weniger ist mehr“, diesem Prinzip folgt der Minimalismus. Ob Architektur, Kunst oder minimalistischer Lebensstil, oberste Devise ist das Konzentrieren sowie Reduzieren aufs Wesentliche. Wenn mein Ziel nun also Einfachheit lautet, sollte der Weg dorthin nicht ebenso gestaltet sein?

„Weniger ist mehr.“
Robert Browning, englischer Dichter

Um sich auf den Weg zu machen muss man seine eigenen Vorstellungen einer minimalistischen Lebensweise darlegen. Hier gibt es nämlich ganz viele Abstufungen wie Definitionen. Einfach nur ein bisschen das Leben entrümpeln, sich selbst von Ballast befreien. Ganz auf Luxus, Technik oder komplett auf Konsum verzichten, wie ein Aussiedler leben? Die meisten möchten wohl einfach nur ihr Leben vereinfachen, um sich neuen Freiraum zu schaffen, wieder Zeit finden fürs Wesentliche – und für sich. Weniger ist manchmal mehr – dies gilt vor allem dann, wenn sich einfach zu viel angehäuft hat.

Nun gibt es zahlreiche Methoden mit dem Ansatz Weniger Ist Mehr. Sich innerhalb eines Jahres von 1.000 Sachen trennen, seine Zähne mit irgendeinem Naturzeugs anstatt Zahnpasta putzen, Tipps nach dem Motto „entrümpeln Sie Ihr Leben“ können teilweise recht extrem sein. Jedoch nicht zwingend individuell. Denn wie viel weniger für mich mehr ist kommt darauf an bis zu welchem Grad ich mein Leben entrümpeln möchte. Daher konzentrieren wir uns auf den Weg. Dabei geht es nicht nur darum Dinge loszuwerden, sondern vor allem Verhaltensweisen.

Weniger ist manchmal mehr: 3-Schritte-Entrümpelungs-Konzept

Ganz gleich, ob dein Leben radikal vereinfacht oder nur ein wenig entrümpelt werden soll: Mit einem Plan werden Ziele verbindlicher. Auch hier gilt, dass weniger manchmal mehr ist. Anders ausgedrückt gesagt: warum etwas unnötig kompliziert machen. Umso einfacher etwas ist, desto leichter wird es, sein Vorhaben auch umzusetzen. Wer sich zu viel vornimmt droht sich zu übernehmen. Wer die Sache zu lasch angeht läuft Gefahr, dass die Entrümpelungsaktion irgendwann wieder im Sande verläuft. Die Lösung könnte ein konkreter Plan aus 3er-Schritten sein. Mal drei kleine Schritte, mal drei größere – Hauptsache, es geht voran.

3x pro Tag: Innehalten. Darüber nachdenken, was ich gerade tue.

Verschwende ich gerade Zeit? Bin ich effektiv / produktiv? Es geht nicht darum unser Leben auf Leistung zu trimmen. Sondern die uns vorhandene Zeit sinnvoll einzusetzen. Fakt ist, dass sich im Alltag der meisten Menschen Verhaltensweisen manifestiert haben, die einfach nichts bringen. Bei jedem Ping des Smartphones Facebook / Twitter checken. Alle halbe Stunde nachsehen, ob neue Emails eingegangen sind. Generell, viel Zeit vor dem Computer verbringen: News, Blogs, Wetter, … Jeder hat seine eigenen kleinen Zeiträuber. Mehrmals die Woche sich das Wehklagen der Nachbarin anhören, oder das Geplapper von Kollegen. Muss ich überhaupt so viel Zeit im Feierabendverkehr verbringen, gibt es keine anderen Alternativen? Immer wieder mal bewusst machen, womit man eigentlich gerade seine wertvolle Zeit verbringt. Und für was man eigentlich lieber diese Zeit investieren möchte. Weniger ist mehr: Weniger mit unwichtigen Sachen verbringen, um mehr wichtige Sachen machen zu können.

„Der einfachste Weg Einfachheit zu erreichen, führt über gut durchdachtes Weglassen.“
John Maeda, Designer & Informatiker

3x pro Woche: Haushalt und/oder Büro entrümpeln

An drei Tagen pro Woche nehmen wir uns einen bestimmten Ort in unserer Wohnung vor. Am Samstag vielleicht den Kleiderschrank (vielleicht auch nur einen halben?). Unter der Woche, wenn die Zeit knapp ist, vielleicht nur eine Schreibtisch-/ Küchenschublade. Was finde ich, was ich in den letzten 12 Monaten kein einziges Mal gebraucht habe? Auf was ich eigentlich verzichten kann? Wegwerfen, verschenken, bei Ebay verkaufen: das schafft Platz, befreit. Gleichzeitig wird in so manchem Chaos neue Ordnung geschaffen. Allzu große Räumlichkeiten sollten hier vielleicht unterteilt werden. Den Keller entrümpeln mag vielleicht ein größeres Projekt sein. Den Raum unterteilen, dann sich erst eine Ecke / ein Regal vornehmen. Wichtig hierbei: was entrümpelt wurde und weg kann, muss direkt weg. Keine Häufchenbildung bitte! Der befreiende Effekt tritt erst ein, wenn eine Aufgabe erledigt ist.

„Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche.“
Sokrates, griechischer Philosoph

3x pro Monat: 1 Tag offline, 1 Fastentag, 1 Tag zu Fuß

Weniger ist mehr, möchte man sein Leben von zu vielen Einflüssen befreien, dabei neue Möglichkeiten kennen lernen. Wähle für drei Tage im Monat aus, welche Verhaltensweisen du ändern möchtest. Dies kann bewusster Verzicht sein: auf Facebook, Fleisch, Fernsehen oder das Auto … Auf irgendetwas, das zum täglichen Leben gehört, jedoch nicht lebensnotwendig ist, dafür vielleicht sogar belastend oder überflüssig?

Individualisieren: zu wenig Zeit fürs 3×3 – Konzept?
Fange langsam aber, aber starte, beispielsweise mit drei Mal monatlich Haushalt entrümpeln. 3x1h im Monat beispielsweise sind schon ausreichend. Und vielleicht ist es ein schönes Projekt für die ganze Familie? Die Kinder dazu animieren, etwas aus ihrem Kinderzimmer auszusortieren – beispielsweise altes Spielzeug, welches man dann an eine gemeinnützige Organisation gibt. Oder die Teenie-Tochter: drei Kleidungsstücke für die Altkleidersammlung. Oder der Teenie-Sohn: drei Playstation-Spiele zum Verkaufen auf Ebay.

„Wenn du etwas loslässt, bist du etwas glücklicher. Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher. Wenn du ganz loslässt, bist du frei.“
Ajahn Chah, buddhistischer Mönch

Das Leben entrümpeln, Excel hilft dabei

Ich liebe Excel, denn es ist so viel geduldiger als Papier und Bleistift. Hinter folgendem Link versteckt sich eine Vorlage für deine eigene Weniger Ist Mehr – Checkliste:

Excel-Checkliste: Weniger ist mehr

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