Hier geht es um Muskelschmerzen. Ich behandele mögliche Auslöser und Lösungsansätze. Beachte bitte: ich bin kein Mediziner, sondern selbst betroffen, eben deshalb habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Deshalb: keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Wenn du Probleme mit (anhaltenden) Muskelschmerzen hast solltest du zum Arzt gehen.


Muskelschmerzen, wer will das schon? Während ich diesen Artikel schreibe habe ich tatsächlich welche. In ihrer harmlosen Form: mäßigen Muskelkater als Folge von sportlicher Anstrengung. Gerade wenn du eine neue Sportart ausprobierst sind, stehen deine Chancen auf einen anständigen Muskelkater ganz gut. Gut zu wissen, wie du diesen möglichst schnell wieder loswirst – und wann deine Muskelschmerzen ernsthafter Natur sind.

Die meisten Menschen leiden mehr oder weniger häufig unter Muskelschmerzen. Viele werden öfters mal mitten in der Nacht von einem Wadenkrampf geweckt. Woran liegt das, was hilft, dass der Krampf / Muskelkater / Schmerz schneller wieder weggeht und nicht wiederkommt? Genau darum geht es hier.

Muskelschmerzen gibt es in den verschiedensten Ausprägungen. Ebenso vielfältig sind die Ursachen dafür. Rückenschmerzen oder Wadenkrämpfe, Muskelkater nach dem Training oder Gliederschmerzen bei einer Grippe sind weit verbreitet. Diese Muskelschmerzen nerven, sind aber relativ harmlos. Denn normalerweise gehen sie zeitnah wieder vorbei. Unangenehmer wird es, wenn die Schmerzen bleiben oder wiederkommen. Und wenn Ratlosigkeit besteht, entweder die Ursache betreffend oder wenn es darum geht diese unangenehmen Beschwerden der Muskulatur wieder loszuwerden.


Lokale Schmerzen im Muskeln – oder tut alles weh?

Manchmal ist den Leute gar nicht klar, dass es ihre Muskeln sind, die ihnen schmerzen. Beim Muskelkater ist es klar definiert: die stark in Anspruch genommenen Muskeln schmerzen einige Stunden nach Belastung, was einige Tage anhält. Wird der Muskel angespannt, tut er weh. Gliederschmerzen während der Grippesaison hingegen sind schon etwas schwieriger zu fassen – einfach, weil sie sich nur auf eine Muskelpartie beschränken. Und auch bei Rückenschmerzen tut es einfach nur in der Lendengegend weh.

Gerade im Bereich der Gelenke ist es schwerer zu unterscheiden ob es (nur) der Muskel ist, der schmerzt. Denn auch Bänder, Nerven und Sehnen können Schmerzen verursachen. Insbesondere, wenn sie überlastet wurden.

Ursache und Namen für Muskelschmerzen

Beobachten wir doch einmal, welche Arten von Muskelschmerz es überhaupt gibt. Und weil Ursache und Symptom hier nahe beieinander liegen auch gleich was ein möglicher / wahrscheinlicher Auslöser dafür sein kann.

Chronische Muskelschmerzen: Fibromyalgie.

Ja, wir fangen gleich mit dem Worst Case an. Wenn du dich hier schon wieder findest, brauchst du nicht weiterlesen. Geh sofort zum Arzt, für eine anständige Diagnose.

  • Ursache: hier gibt es einige Theorien. Dass das zentrale Nervensystem gestört ist, scheint derzeit ein Favorit zu sein.
  • Symptome: Primär Muskelschmerzen am ganzen Körper (wechselnd oder gleichzeitig), u.a. Druckempfindlichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, körperlich nicht so fit, besonders nach dem Aufstehen (Morgensteifigkeit)
  • Was hilft wenn es chronisch ist? Schulmedizin und Naturheilkunde haben diverse Ansätze. Medikamente, Ernährungsumstellung (auf vegan), Wärmebehandlungen, Entspannungstherapien usw. können zusammen eine deutliche Besserung bewirken.

Temporärer Muskelschmerz: der Muskelkater

Mal ist es (zu) intensives Krafttraining, meist aber die Beanspruchung von Muskeln, die sonst nicht so sehr genutzt wurden. Du fährst das erste Mal seit Jahren wieder mit dem Rad oder lernst gerade Skifahren? Rechne mit einem starken Muskelkater.

  • Ursache: intensive / ungewohnte Beanspruchung des Muskels. Der Muskel wurde mehr beansprucht als er für ausgelegt war. Also hat er etwas Schaden genommen, muss repariert werden.
  • Symptome: Normalerweise tritt der Muskelkater am nächsten Tag auf und hält 2-4 Tage an. Das ist aber unterschiedlich, abhängig vom eigenen Körper und des Grades des Muskelkaters. Muskelschmerzen treten auf, sobald der betroffene Muskel benutzt / angespannt wird.
  • Was hilft gegen Muskelkater? Wärme-Kälte-Anwendungen (Wickel, Sauna) als natürliche Methode um den Heilungsprozess in Gang zu bringen. Dabei wird vor allem die Durchblutung gefördert. Auch gibt es Salben, die Hitze erzeugen. (z.B. Teufelsgel oder wärmende Pferdesalbe). Der Muskel sollte außerdem nicht weiter stark belastet werden. Wobei bei einem leichten Muskelkater ruhig auch weiter trainiert werden kann. Aber da scheiden sich die Geister der Fitnesstrainer.

Nicht nur Magnesiummangel sorgt für Muskelkrämpfe

Muskelschmerzen im Waden

Wadenkrämpfe: der kurzfristige, aber heftige Muskelschmerz.

Es gibt Krämpfe der Skelettmuskulatur (meist in Waden und Oberschenkel), damit befassen wir uns in erster Linie. Dann gibt es aber auch noch Krämpfe der glatten Muskulatur (wie Blut- oder Lymphgefäße), Krämpfe am ganzen Körper (generalisierter Krampfanfall, wie bei einem epileptischen Anfall oder beim Drogenentzug), und Koliken (wellenförmig ab-zunehmende Leibschmerzen). Wie gesagt, wir konzentrieren uns auf die „normalen“ Muskelkrämpfe. Der Wadenkrampf kommt wohl am Häufigsten vor.

Muskelkrämpfe werden in drei Kategorien eingeteilt. Der „normale“ Krampf ist der paraphysiologische Muskelkrampf, er ist es den ich nachfolgend behandele, und der nur gelegentlich auftritt. Idiopathische und symptomatische Krämpfe hingegen sind ernsthafter, sie können Symptome einer schwerwiegenden Erkrankung sein (z.B. Diabetes, Stoffwechselstörung, Vergiftung etc.). Bei häufiger auftretenden Krämpfen ohne klare Ursache also bitte zum Arzt!

  • Ursache: Sehr häufig liegt ein gestörter Elektrolythaushalt vor: es fehlen Magnesium oder Natriumchlorid. Beim Sport stark geschwitzt, oder es ist Hochsommer? Dadurch hast du vielleicht zu viele Elektrolyte verloren. Ein Mangel kommt dann zustande, wenn das nicht durch eine Flüssigkeitsaufnahme ausgeglichen wurde. Und wird noch verstärkt, wenn du noch Alkohol trinkst oder den Muskel überanstrengst, einseitig dauern belastest. Magnesiummangel ist jedoch einfach die Ursache Nr.1 für Muskelkrämpfe. Egal, ob sie nach intensiver sportlicher Belastung auftreten, oder es der Wadenkrampf mitten in der Nacht ist. Oftmals sind auch Schwangere betroffen, weil sie einen höheren Mineralienbedarf haben. Ebenso ältere Menschen, weil ihr Mineralienhaushalt aufgrund unterversorgt ist, einfach weil sie vergessen zu trinken.
  • Symptome: Es tut verdammt weh. Der Krampf geht wieder von alleine weg, nach einigen Sekunden oder auch Minuten. Es handelt sich hierbei um eine Kontraktion des Muskels, die sich nicht gleich wieder löst.
  • Was hilft gegen Muskelkrämpfe? Als Sofortmaßnahme: den Muskel dehnen. Und vielleicht auch leicht massieren. Mit Gefühl, aber bestimmt. Außerdem: den Elektrolythaushalt wieder ausgleichen, möglichst schnell. Hier gibt es Magnesiumpräparate, z.B. als Brausepulver zum auf der Zunge vergehen lassen. Oder isotonische Sportgetränke. Natürlich gibt es auch natürliche Magnesiumquellen, also Lebensmittel, die von Haus aus viel Magnesium enthalten. Dazu gehören vor allem Nüsse und Samen. Tipp: Sonnenblumenkerne enthalten pro 100 Gramm ganze 420mg Magnesium. Allerdings dürfte es einige Zeit dauern bis die durch den Verdauungsapparat gewandert sind. Deshalb ist bei einem akuten Muskelkrampf das Magnesiumpräparat zu bevorzugen. Mein Favorit: Aldi hat Brausesticks im Angebot. Die gibt es aber auch von anderen Herstellern, wie Doppelherz, in Portionen von 400-800mg.

Gliederschmerzen: unspezifische Schmerzen (auch) in den Muskeln

Wohl jeder hatte sie schon mal: Kopf- und Gliederschmerzen im Zuge einer Grippe. Man fühlt sich wie vom Zug überfahren und über Nacht um 20 Jahre älter, wie ein andauernder Kater. Was genau weh tut, lässt sich nicht immer definieren: Muskeln, Gelenke – irgendwie alles. Tatsächlich muss erst einmal von akuten und chronischen Gliederschmerzen unterschieden werden. Akut sind sie, wenn es einen klaren Zusammenhang gibt, zwischen einer Überbelastung beim Sport, einer grippalen Infektion oder gar einer Embolie. Aber auch andauernde Fehlhaltungen führen letztendlich dazu. Meist jedoch haben Gliederschmerzen eine Infektion zur Ursache.

  • Ursache: Ein grippaler Infekt oder eine andersweitige Infektion.
  • Symptome: Muskelgruppen übergreifende Schmerzen, über mehrere Tage hinweg, gerne begleitet mit anderen typischen Grippesymptomen wie Kopfschmerzen.
  • Was hilft bei Gliederschmerzen?: In der Apotheke gibt es einige pharmazeutische Helferlein. Sich diese vom Arzt verschreiben zu lassen kann nicht schaden, zumal dieser vermutlich ohnehin aufgesucht werden muss zwecks einer Krankschreibung. Eine Runde in der Badewanne kann für das Wohlbefinden zumindest temporär Wunderwirken. Ansonsten gilt: Glieder still halten und aussitzen.

Verspannungen: wenn sich Muskelschmerzen so richtig schön einnisten

Verspannungsschmerzen im Muskel

Stundenlanges Sitzen, die Ursache Nummer Eins für Verspannungen. Aber auch körperliche anstrengende Tätigkeiten können dazu führen. Estrichleger beispielsweise führen jahrelang einseitige, immer die gleichen Bewegungen auf. Muskelverkürzung und Muskelverspannung sind die logische Folge. Estrichleger sollten mehr Yoga machen, tun sie aber eher selten.

  • Ursache: Zumeist eine einseitige, anhaltende Belastung. Wie stundenlanges Sitzen in einer nicht sehr ergonomischen Position.
  • Symptome: Verspannungen treten meist im Bereich des Nackens oder Rückens auf. Sie reichen von einem unangenehmen, leichten Ziehen bis hin zu recht unerträglichen Muskelschmerzen. Oftmals wird dann eine Vermeidungshaltung angenommen, was zu weiteren Verspannungen an anderer Stelle führt.
  • Was hilft gegen Verspannungen? Lese meinen ausführlichen Artikel HIER.

Muskelzerrung und Muskelfaserriss: dumm gelaufen.

Wird der Muskel überdehnt, dass spricht man von einer Muskelzerrung. Wird er ganz dolle überdehnt, dann ist es ein Muskelfaserriss. Ganz übel wäre dann noch als Steigerungsform der Muskelriss anzuführen. Keine Sorge, den Unterschied erkennst du. Meistens betrifft es die Muskulatur in Waden oder Oberschenkel. Bei der Muskelzerrung wird das Muskelgewebe beschädigt. Beim Muskelfaserriss reißen ganze Muskelfasern bzw. Muskelfaserbündel. Und der Muskelriss – naja, ein ganzer Muskel ist eben gerissen. Unter den Muskelschmerzen quasi das Nonplusultra an Schmerz. Kommt aber nicht ganz so häufig vor.

  • Ursache: Intensive, meist sportliche Belastung. Manchmal aber auch ist es ein (Arbeits-) Unfall. Das Muskelgewebe wird überdehnt, reißt aus diesem Grunde. Bei normalem Training kann es auch zu kleinen Mikrorissen kommen, die sind jedoch nicht schmerzhaft / hinderlich. Sondern eher normal und erwünscht.
  • Symptome: Muskelschmerzen, und das heftig. Der betroffene Bereich schwillt an, ist druckempfindlich, je nach Lage kann ein sichtbarer Bluterguss entstehen. Bis der Muskel wieder heile ist, das kann dauern.
  • Was hilft? Als Erste-Hilfe-Maßnahme die PECH-Regel anzuwenden kann entscheidend sein. PECH: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Meist hilft es im Folgenden den betreffenden Muskel zu schonen. Das findet automatisch statt, denn er ist nicht wirklich belastbar und die Muskelschmerzen bleiben dir noch ein Weilchen erhalten. Der Gang zum Arzt sollte obligatorisch sein.

Wenn Muskelschmerzen durch Krankheiten ausgelöst werden

Muskelschmerzen durch Überanstrengung

Du hast ständig irgendwelche Gliederschmerzen oder Muskelkrämpfe? Dann solltest du wirklich zum Arzt. Denn oftmals kann dahinter eine ernsthafte Erkrankung stecken. Die vielleicht auch das zentrale Nervensystem betrifft.

Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen, zu viel Alkohol, Drogen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Stoffwechselkrankheiten wie Gicht, Diabetes, Schilddrüsenprobleme oder Lebensmittelintoleranzen, außerdem Borreliose, Rheuma oder die Wechseljahre. Die Liste ist lang. Und es gibt sie nicht, die zuverlässige Internetdiagnose. Also gehe bitte erst einmal zum Arzt. Das Internet nach möglichen Erklärungen durchstöbern, das kannst du immer noch wenn der keine anständige Diagnose im Angebot hat.

Fazit: Muskelschmerzen brauchen Zeit

Wir sehen, es gibt viele Ursachen für Muskelschmerzen. Deshalb ist es auch schwer zu empfehlen, was du am besten machen solltest damit sie bitteschön weg gehen und auch nicht mehr wiederkommen. Generell gilt:

  • Ein beschädigter Muskel benötigt Zeit um auszuheilen. Sorge für eine gute Durchblutung, und überlaste ihn nicht. Umso kaputter der Muskel, desto mehr sollte er geschont werden.
  • Ein verhärteter / verspannter Muskel schmerzt aus gutem Grund. Du kannst den Muskel durch Wärme und eine Massage lockern. Solltest dir aber gleichzeitig Gedanken darüber machen wie du diese Muskelschmerzen künftig vermeiden kannst. Yoga wäre ein guter Ansatz.
  • Gehe bei Ganzkörper-Muskelschmerzen zum Arzt. Denn die Chance, dass diese das Symptom einer Krankheit darstellen ist groß. Bestenfalls ist es nur eine Grippe. Ab ins Bett und schön warm einpacken.
  • Muskelkrämpfe mit Mineralien bekämpfen. So ein Krampf tut nur kurz weh. Wiederkehrende Krämpfe deuten auf einen unterversorgten Elektrolythaushalt hin. Magnesium und Natrium können helfen. Wenn du nicht auf die typischen Pulverchen und Tabletten setzen möchtest schau dich doch mal im Regel für Sportlergetränke um (Isogetränke). Oder beim Mineralwasser.

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