Wachstum gilt als ultimatives Merkmal für Erfolg. Wächst die Wirtschaft eines Landes sind alle glücklich. Wächst das eigene Vermögen ist man stolz drauf. Doch ist es in unserem Leben wie in der Wirtschaft: irgendwann wird es zu viel, jede Blase platzt irgendwann. Die Strategie für viele Unternehmen um jetzt nicht unterzugehen lautet „gesund schrumpfen“. Sich konzentrieren auf das, was man kann, zurück zu einfachen Strukturen und Kernkompetenzen. Nicht ablenken lassen. Überhaut Gewinn erwirtschaften löst Wachstum als oberster Prämisse ab. Was in der Wirtschaft funktioniert lässt sich auf eigene Lebenssituationen anwenden. Das Leben vereinfachen, entschleunigen, entrümpeln. Sich wieder dem eigentlichen Sinn und seiner Ziele bewusst werden. Sein Leben einfach leben.

Das Leben entschleunigen, wo fängt man nur an, wenn der Alltag doch nur so dahinrauscht? Vom hektischen Job in den stressigen Feierabendverkehr, nach Hause zur untriebigen Familie. Sein Leben entschleunigen, darunter verstehen viele Millionen Menschen jeden Abend stundenlang in den Fernseher zu starren. Zu mehr bleibt einfach keine Kraft. Irgendwann geht aber etwas verloren: die Beziehung zu Partner und/oder Kindern leidet, qualitative Zeit miteinander ist Mangelware. Seine eigenen Vorstellungen von einem glücklichen Leben werden aus den Augen verloren.

Sich bewusst Zeit nehmen ist der erste Schritt. Meine Ist-Situation gründlich analysieren. Wo stehe ich heute, was passt mir in meinem Leben nicht? Ansatzpunkte finden, um sein Leben vereinfachen zu können. Doch was bedeutet eigentlich Vereinfachung?


Leben entrümpeln: mehr Zeit, weniger Kram.

Leben entrümpeln

Dinge, welche Zeit vernichten müssen raus aus dem Alltag. Damit qualitative Tätigkeiten die Chance haben diesen Raum einzunehmen. Doch oftmals ist uns einfach nicht bewusst, mit was wir wieviel Zeit verbringen. Surfen im Internet, Fernsehschauen, Zeitung lesen, Small Talk, warten, fahren, ärgern, Facebook, … jeder findet in seinem Alltag sicherlich Dinge, welche nicht sein müssen.

Dasselbe geht für materielle Dinge. Konsumverzicht hat gleich mehrere positive Effekte: Es wird weniger Geld ausgegeben, Zeit in Konsum investiert. Wer weniger Geld ausgibt muss vielleicht auch weniger Zeit investieren um Geld zu verdienen. Aufs Konsumieren bewusst verzichten kann außerdem einen pädagogischen Effekt haben. Kinder wachsen heute mit TV, X-Box sowie Smartphone auf. Sportverein, Spielplatz oder Brettspiele machen doch aber viel mehr Spaß. Das Schöne dabei: man muss nicht immer wieder neu investieren. Mein Neffe spielt heute mit meinem 30 Jahren altem Lego.

1x-pro-Woche-Prinzip. Ich habe für mich beispielsweise beschlossen, dass ich keine News brauche. Weder die abendliche Nachrichtensendung noch Newsseiten, Tageszeitung oder was alles so auf Facebook (ohnehin nicht) passiert. Wenn es irgendwo Krieg gibt oder eine Atombombe runtergeht wird es mir schon jemand sagen. Für alles andere reicht eine wöchentliche Nachrichtensendung. Nur eine Erkenntnis, und schon ist der Alltag erheblich entrümpelt, eine Stunde an Zeit gewonnen. Ich habe für mich außerdem erkannt, dass „nur 1x pro Woche“ ein interessantes Konzept dafür ist, mein Leben entschleunigen zu können. Nur einmal pro Woche den Haushalt machen. Fernsehen. Onlineshoppen. Einkaufen. Recht doch eigentlich einmal die Woche, oder?

1-Jahres-Prinzip. Entrümpeln, hier kann auch die klassische Variante helfen: im ersten Schritt alles wegtun, was in den letzten 12 Monaten nicht gebraucht wurde. Ausgenommen wichtige Erinnerungsstücke, Dokumente etc. Dies können Küchengeräte, Elektronik oder Bücher sein – jeder hat mindestens eine Ecke in seiner Wohnung, wo Leichen lagern. Der Kleiderschrank beispielsweise: voll mit Klamotten, welche man eigentlich nie anzieht. Dann noch Videorekorder, alte Handys oder Zeitschriften – kein Mensch braucht sie.

Überfluss ausmisten. Entdecken Sie doch Ebay neu für sich! Manche Dinge möchte man einfach nicht wegschmeißen, schließlich haben sie mal viel Geld gekostet. Auf dem Flohmarkt oder bei Ebay für ein paar Euros verkaufen, damit sich jemand anderes daran erfreuen kann. Besonders viele Gerätschaften finden sich in unserer Küche. Von Nudelmaschine über Raclette-Grill bis hin zum Crepe-Maker: was brauche ich wirklich? Seine Wohnung zu entrümpeln kann einen wunderbar befreienden Effekt haben. Weniger Zeugs, weniger Balast.


Mein Leben entschleunigen: Tempo raus.

Leben vereinfachen

Fürs entschleunigte Leben Tipps geben? Dies ist schwierig. Schließlich hat sich jeder individuelle Verhaltensweisen angeeignet, hat seine eigenen Päckchen zu tragen. Es gibt jedoch einige Dinge, mit welchen fast alle Menschen mehr Entspanntheit gewinnen können. Diese ständige Erreichbarkeit, das andauernde Starren aufs Smartphone, checken von Emails oder Facebook. Eine Seuche unserer Zeit, einige sprechen von gesellschaftlichem Druck. Nonsens. Jeder hat die Wahl sein Handy auch mal auszuschalten. Seine Facebook-App zu löschen. Emails nur einmal am Tag (oder in der Woche) zu lesen.

Wer sein Leben entschleunigen möchte muss anfangen, sich mit wichtigen, lebenswerten Dingen zu beschäftigen. Sich auf sein Leben konzentrieren, qualitative Lebenszeit bewusst einplanen. Nicht in allen Lebensbereichen lässt sich dies bewerkstelligen – doch ist es ein Versuch wert. Muss ich für meine Karriere 10 Stunden täglich arbeiten, oder sind 9 ausreichend? Wenn nicht, ist es meine Karriere wert, meine Kinder faktisch nicht aufzuwachen zu sehen, meine Ehe zu riskieren? Mein Leben entschleunigen und vereinfachen, dies kann Auswirkungen auf die ganze Familie haben. Schon alleine deshalb, weil auch der Nachwuchs lernt bewusst zu leben. Sich nicht stressen zu lassen. Dass gesellschaftlicher Druck nur ein Mythos ist, gegen den man etwas entgegensetzen kann.

Vereinfache dein Leben: Tipps für Entrümpelungsaktionen

Das entschleunigte Leben beginnt mit einer Entscheidung, einem Moment. Sich trauen, seinen momentanen Lebensstatus in Frage zu stellen. Beschließen, etwas zu ändern. Für das eigene Lebensglück, aber auch zum Wohle seiner Familie. Ideen für ein entschleunigteres Leben ergeben sich aus der Ist-Situation. Wir möchten künftig einfach nur einige Tipps geben. Wie vorgehen, bei Analyse oder Strategie, beim Entrümpeln wie Vereinfachen meines Lebens? Außenstehende können hier nur Anregungen, frische Ideen, Impulse, Tipps liefern. Machen muss man es selbst.

Meinen Leitspruch möchte ich Ihnen auf den Weg geben:

Wer immer tut, was er schon kann,
bleibt immer das, was er schon ist.

Henry Ford

Immer so weitermachen wie bisher und erwarten, dass irgendwann alles besser wird? Funktioniert nicht. Sein Glück selbst in die Hand nehmen. Das funktioniert.

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