Crosstraining, die nächste Fitness-Revolution.

Crosstraining kann heute zweifach definiert werden. Erste Definition beschreibt das Ausüben einer zweiten Sportart, welche die Performance beim primären Sport verbessern soll. Langläufer gehen Skaten oder Laufen, Radfahrer kräftigen ihre Muskulatur mit Rudern. Mit dieser Definition von Cross Training möchten wir uns hier weniger beschäftigen. Sondern vielmehr mit Crosstraining als eigenständige Sportart, als ultimates, hochintensives Fitnesstraining.


Es scheint, als hat Crosstraining das Potential zur Fitness-Revolution. Es ist effektiv, intensiv, dabei wunderbar einfach: keine teuren Geräte im Fitness-Studio, hochtrabenden Choreographien oder komplizierten Übungen. Cross Training kann jeder machen, zu Hause, in privat organisierter Gruppe oder unter Anleitung eines Coaches. Und dennoch, auch wenn Crosstraining zwischenzeitlich sogar in Deutschland auf dem Vormarsch ist müssen sich normale Fitnessstudios nicht wirklich vor diesem Trend fürchten. Denn Crosstraining ist deshalb so effektiv, weil es super anstrengend ist. Zu heftig für den normalen Fitnessstudiobesucher.

Crosstraining vs Fitnesstudiotraining

Cross Training

Vergleichen wir doch einfach mal typische Tätigkeiten, eine einzelne Übung à la Crosstraining versus Fitnessstudio. Eine Runde auf dem Laufband im Studio, hier kommt man schonmal ins Schwitzen, jedoch selten an seine Grenzen. Ein Crosstraining – Lauf hingegen ist zumeist möglichst intensiv: Intervall-Sprints von 400m, mit dem Ziel möglichst schnell zu sein. Nach drei Runden, dazwischen je 30 Kettlebell Swings, und nach nur 20 Minuten Training sind eigene Grenzen schon erreicht und überschritten.

Diese Intensität macht das Crosstraining aus. Zusammen mit einem anderen wesentlichen Aspekt dieses Trainingskonzeptes: Es wird nicht nur auf eine einzige Fähigkeit hintrainiert. Mehr Kraft im Oberkörper, Maximalkraft im Kreuzheben, Ausdauerleistung beim Laufen, Sprungkraft oder Schnelligkeit: bei den meisten Sportarten und Trainierenden stehen bestimmte Trainingsziele im Vordergrund. Im Crosstraining jedoch steht die Fitness im Fokus. Crosstraining Workouts wechseln, sie stellen immer ein Ganzkörpertraining dar. Elemente aus Kraft, Ausdauer, Balance, Schnellkraft werden in einem Workout kombiniert.

Crosstraining: irgendwo zwischen HIT und funktionellem Training

Core Training, Functional Training oder HIT-Training haben sich die letzten Jahre einen Namen gemacht. Allesamt sinnvolle und gute Trainingskonzepte, welche durchaus miteinander verwandt sind, ähnliche Ansätze und Ziele verfolgen. Es wird weniger an Geräten trainiert, sondern vielmehr kommen der eigene Körper sowie freie Gewichte (wie Langhanteln oder Kettlebells) zum Einsatz. Ebenso spielen natürliche Bewegungsabläufe und kombinierte Übungen eine Rolle. Es wird nicht nur ein einzelner Muskel trainiert, wie es beim klassischen Bodybuilding der Fall ist. Beim Crosstraining sowie ähnlichen Trainingsansätzen sollen verschiedene Muskelgruppen (und Gelenke) zusammenarbeiten. Mobilität, Beweglichkeit und Stabilität spielen wichtige Rollen.

CrossFit: Crosstraining und Fitness als eigene Sportart

Crosstraining Workout

CrossFit hat sich das Crosstraining auf die Fahnen geschrieben, es zwar nicht erfunden, jedoch auf jeden Fall neu definiert und weltweit immer populärer gemacht. CrossFit hat Fitness zu einer eigenen Sportart erhoben, und zeigt auf eindrucksvolle Art, welche Leistungen die besten Crossfitter erbringen können. Die jährlichen CrossFit Games sind mehr als eindrucksvoll. Hier trifft sich die CrossFit-Elite, absolviert in drei Tagen rund 12 Workouts. Deren Leistungs- und Regenerationsfähigkeit lassen den normalen Sportler staunen. Wenn sich dieser nun an einem regulären CrossFit Workout versucht dürfte dies seinen Respekt noch weiter steigern: denn die hohe Intensität bei teilsweise scheinbar einfachen Übungen wie Liegestützen, Kettlebell Swings, Kniebeugen oder dem Rudern hat schon manch einen fitten Sportler schnell an seine Grenzen gebracht – nicht selten kurz nach dem Aufwärmen.

CrossFit stellt die Möglichkeit dar, Crosstraining zu betreiben. In allen größeren deutschen Städten sind CrossFit Boxen (Box = Studio) zu finden, auch in kleineren Städten sind sie auf dem Vormarsch, machen Fitness-Studios durchaus etwas Konkurrenz. Doch sie unterscheiden sich in Ausstattung und Trainingskonzept enorm: Obgleich die Mitgliedschaft in einer CrossFit Box meist teurer ist als jene für ein normales Fitnessstudio gibt es in einer Box wohl kaum computergesteuerte Krafttrainingsstationen, Reihen von Laufbändern etc. Beim Crosstraining wird generell in kleineren Gruppen trainiert. Im Idealfall wird diese Gruppe von einem qualifizierten Coach angeleitet: dieser achtet auf eine saubere Technik, treibt seine Schützlinge zu Höchstleistungen an. Auch die Gruppendynamik beim Crosstraining hilft dabei an seine körperlichen Grenzen zu kommen, alles aus sich rauszuholen. 100 Liegestützen machen? Dies schafft man mit etwas Gruppendruck einfach eher als alleine zu Hause.

Typisch Crosstraining: der Kettlebell

Beim Cross Training wird angepackt. Da passt es, dass das Kettlebell Training hier tief verwurzelt ist. Setzt das russische Militär doch schon längst auf diese Methode zur Kräftigung des gesamten Körpers. Kettlebells sind ein wunderbares Beispiel dafür, dass beim Crosstraining keine Kraftstationen oder ähnliches wirklich nötig sind. Kettlebells können leicht transportiert werden, für das Training in freier Natur sind sie bestens geeignet. Der Kettlebell (auch russische Kugelhantel genannt) sieht aus wie eine Kanonenkugel mit einem Griff dran. Der klassische Kettlebell Swing ein super Beispiel für eine typische Crosstraining Übung: ein Ganzkörper-Krafttraining, welches ganz schön auf die Pumpe geht. Einfach mal bei Youtube googlen, hier finden sich zahlreiche Tutorials für die perfekte Ausführung.

Ebenfalls auf Youtube Aufzeichnungen der CrossFit Games. Für alle, die wissen möchten was man mit Crosstraining alles erreichen kann. Aber bitte nicht abschrecken lassen, hier präsentiert sich die Elite des CrossFits. Seinen eigenen Leistungsstand hiermit zu vergleichen wäre, als ob man einen Anfängerschwimmkurs mit den Zeiten eines Michael Phelps vergleicht.

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