Wir haben unsere(n) Eiwola abgeholt – doch bevor es mit dem Innenausbau los geht, muss er noch zum TÜV und zugelassen werden. Dann geht es zurück ins Erzgebirge, und wir geben Gas. Okay, manchmal Standgas, manchmal Vollgas, aber Hauptsache es geht was!


Schneller TÜV und die hyperbürokratische Zulassungsstelle

Andre und Benny fahren gleich am Montagmorgen mit Eiwola zum TÜV. Das läuft auch gut, bis auf eine Bremse, die tut nicht recht, muss noch gerichtet werden. Weiter kommen wir heute nicht, denn es gibt noch ein paar Sachen zu besprechen. Wenn wir im Herbst nochmal herkommen, bekommt Eiwola seine letzten Anbauteile, wie die Radkästen oder der Tankschutz.

Eiwola fährt sich super, zieht die Wurst vom Teller. Hubraum ist einfach durch nichts zu ersetzen, und so ist Andre schon ziemlich angetan, von seinem neuen fahrbaren Untersatz. Nur etwas laut ist das Ganze noch. Erstens, weil die Türe im Fahrerhaus noch fehlt, und der Motorenlärm allzu gut durchkommt. Zweitens sind die Reifen recht laut. Weil es was helfen, könnte, fährt Andre noch zum Reifenmenschen, ehe wir weiter nach Schwäbisch Gmünd fahren. Nach einer Nacht am dortigen Freibad geht es am nächsten Morgen zeitig los, zur Zulassungsstelle. Der Plan ist, heute noch die ganze Strecke zurück ins Erzgebirge zu fahren.

Ich sag es mal so: man kann zu zweit mit zwei Hunden durchaus im Ducato reisen. Aber der ist ja quasi leer, wir haben nur das Nötigste reingeschmissen. Und irgendwie ist das Bett einfach auch kürzer als Andre lang ist, das ist mittelfristig etwas suboptimal.

Die Zulassungsstelle macht aber Zicken. Die Erstbesitzer haben das Fahrzeug irgendwie nicht anständig abgemeldet, es fehlt der Abmeldestempel. Und weil der nicht da ist, will die Zulassungsstelle alle Kaufverträge von den Besitzern bisher. Was folgt ist Rumtelefoniererei, und auch etwas Rumdiskutiererei. Ein paar Stunden später haben wir die Unterlagen halbwegs zusammen, gut genug für die Sachbearbeiterin, und wir können endlich los.

Man hat es ja schon beim Runterfahren gesehen: die Autobahn nach Sachsen ist gespickt von Baustellen – was am Sonntag noch harmlos ist, erweist sich mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen am Werktag als etwas ungünstig. Es dauert nicht lang, und ich stehe mit Ducatolein im Stau. Und im nächsten. Und so weiter. Wir kommen bis Schneeberg, es ist schon Abend, und ich bin durch. Ich glaube so lange bin ich noch nie am Stück gefahren, zumindest nicht die letzten paar Jahre. In Schneeberg wird das Allradviech auch erstmal begutachtet, von technisch versierten Männeraugen. Und da Andre am nächsten Morgen noch was in der Werkstatt zu tun hat, bleiben wir hier einfach über Nacht.

Erstmal einparken.

Der Tüv-Mensch hat das Auto vermessen, und gemäß meiner mathematischen Analyse sind 3,70m (Sturzhöhe der Halle) minus 3,68m (Fahrzeughöhe) genau ein Fingerbreit. Zumindest wenn ich meine Finger als Maßstab nehme. Das ist jetzt nicht sooo viel.

Ausbau Allrad Wohnmobil startet

Gegen Mittag also sind wir wieder zurück in Annaberg-Buchholz, und wir parken erstmal ein. Das gestaltet sich etwas schwierig, weil man den Sturz oben erst freilegen muss – wie gesagt, auf 3,70m, und die Leiter macht so voll ausgezogen doch einen etwas wackeligen Eindruck, wie ich finde. Aber letztendlich passt es, und wir atmen durch. Aber fangen heute noch nicht so wirklich an, denn wir haben Besuch, und es muss erst noch ein wenig fachgesimpelt werden.

Obwohl, spät am Abend fangen wir dann doch noch ein wenig an. Ich damit, die Maße aller Schubladen und Schränke und Wände an die Wand zu bringen, mit Klebeband.

Innenausbau erste Schritte

Ja, das könnte hinhauen. Nur das kritische Eck zwischen Durchstiegstür und Eingangstür, das wird mit ganz heißer Nadel gestrickt. Wir nennen es den Bermudadreiecksschrank, a.k.a. Kühlschrankschrank.

Die Tücken des Möbelvorbereitungsbau

Auf Los geht’s Los! Als allererste Aktion kommen die großen Schubladen bei der Sitzgruppe rein. Eine für Andres Kram, Eine für meinen Kram, und eine Dritte für unser aller Kram. Die machen wir als erstes, einfach weil man hier am GfK sägen muss, und das ist so feines, fieses Zeug. Vorbereitet sind wir, es geht mit Stoffanzügen und Atemmaske ans Werk. Jetzt weiß ich übrigens auch, wer diese Stofftüten in Marokko herstellt – diese Schutzanzüge sind nämlich exakt aus diesem Material, und die sind von 3M.

Selbstausbau Wohnmobil Schubladen

Die Schubladen sitzen halbwegs, und schon geht es mit dem Angstprojekt weiter, dem Bermudadreiecksschrank. Wir bauen uns von der Eingangstüre über die Stirnwand, das Bad, dann die Küche, dann die Sitzgruppe von vorne nach hinten – bis wir wieder an der Eingangstüre rauskommen.

Möbelbau Wohnmobil Selbstausbau

Hier greift die neue Arbeitsteilung: Andre konstruiert und baut. Roberto, auch so ein Rumtreiber und derzeit unser Gast, geht ihm dabei zur Hand und ist auch der Sparringspartner für Andres Ideen und konstruktionellen Gedankengänge. Ich höre es zwischendurch immer mal wieder etwas schimpfen, denn es mag nicht so recht passen. Hier ist die Wand etwas bauchig, da der Boden etwas wellig, und das ausgerechnet im Bermudadreiecksschrank. Die Millimetergenau vorgesägten Platten wollen einfach nicht so ganz genau passen. Also wird hier nachgemessen, nachgesägt, und auch ein bisschen improvisiert.

Ich habe derweil einen anderen Job. Der Vario ist verkauft, und er ist voll. Alle Schränke ausräumen, alles durchputzen, und dann auch noch alles ausmisten. Nach Tag 1, einem Tag voller Geräume und Geschleppe, weiß ich es wieder: ich hasse Umziehen. Nach Tag 2, ich weiß auch wieder warum: ich hasse Putzen noch mehr. Nach Tag 3 weiß ich auch wieder: den Frühlingsputz ausfallen zu lassen, das lohnt einfach nicht. Und, man sollte wenigstens einmal im Jahr alles durchsehen und ausmisten.

Die neuen Besitzer holen den Vario eine Woche später ab als geplant, so können wir doch noch eine Woche länger drin wohnen – da bin ich nicht böse drum, denn so ein richtiges Bad zu haben, das hat schon was. Ist der Vario erst weg, dann hausen wir endgültig in der Halle.

Ausbauhalle im Chaos

Also eigentlich sind wir so schon fast eingezogen – denn der Vario ist schon verdammt leer. Die Matratze liegt noch im Alkoven, und das Bad ist noch in Benutzung. Sonst sieht das da schon sehr karg aus. Und Max ist ohnehin schon in die Halle umgezogen:

Ausbauhalle Schlafzimmer

Derweil gibt es neue Erkenntnisse beim Bermudadreiecksschrank: die Duschwanne ist 15mm zu lang. 15mm, das ist eine Brettstärke. Also nicht vermessen, sondern irgendwo falsch gerechnet. Es hilft nichts, uns fällt keine gute Improvisationslösung ein, die Wanne muss kürzer. Also am nächsten Tag nach Schneeberg fahren, dem Schweißgerät-Mann nochmal etwas Arbeit geben.

Auch sonst gibt es ein paar Details, die man auch als Planungsfehler bezeichnen könnte – aber die dann doch nicht ganz so tragisch sind: so lässt sich das Klo nicht wie geplant hochklappen um den Eimer rauszuheben, denn das Fenster ist im Weg. Nun gut, man kann es ja noch auf die andere Seite hochklappen. Nein, auch nicht, Fenster immer noch im Weg. Also gut, dann lassen wir das mit dem Klappen, wir heben es einfach im Gesamten an. Ach ja, und dass das Urinrohr, das ja Klo mit den beiden Kanistern verbindet, ausgerechnet am Zwischenrahmen ideal platziert wäre, das war doch klar, oder? Aber auch dafür findet Andre eine Lösung, und so macht Eiwola einfach etwas Yoga. Erkenntnis des Tages: Einen Laster in der Halle laufen zu lassen sorgt nachhaltig für schlechte Luft.

Allrad Wohnmobil Verschränkung

Nebenbei fröhne ich dem Onlineshopping. Da kommen so nette Sachen bei raus wie der Hängesessel, der hinten am Ersatzrad hängt. Den behalten wir, der ist super gemütlich.

Hängesessel Ersatzrad

Kleiner Betriebsausflug nach Estland

Tallinn

Und wenn man gerade so richtig viel zu tun hat, dann kann man ja einfach mal für drei Tage abhauen. Dachte ich mir wohl irgendwann mal so, und so fliege ich Mitte August, nur eine Woche nachdem der Ausbau endlich an Fahrt aufgenommen hat, nach Tallinn. Da habe ich nämlich meinen Firmensitz, und hier muss ich persönlich erscheinen um ein estnisches Bankkonto zu eröffnen. 10 Minuten Papierkram, und das kostet mich 3 Tage und 300 Euro. Dafür habe ich anderthalb Tage Freizeit, um mich ein bisschen in der Stadt umzusehen.

Ich gehe die Sache pragmatisch an, buche ein billiges Zugticket, einen billigen Flug und dazu ein billiges Hostel. Das aber echt gut liegt, direkt in der Altstadt von Tallinn.

Los geht die Reise um 4 Uhr morgens: nach nur drei Stunden Schlaf sitzen wir im Ducato, und Andre fährt mit nach Chemnitz zum Bahnhof. Von dort aus mit der Regionalbahn in irgendein Kaff, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, dann weiter nach Berlin, mit der S-Bahn zum Flughafen, mit Ryanair nach Tallinn. Eigentlich ist es unfassbar, keinerlei Verspätungen. Der Flieger kommt trotz leichter Turbulenzen eher in Tallinn an als der Flugplan es sagt – keine Ahnung, wie das zu schaffen ist.

Der Unterschied zwischen Tallinn und Berlin ist einfach nur krass. Das beginnt bereits am Flughafen: Berlin ist laut, überfüllt, zweckmäßige Gebäude und Einrichtungen, überall Polizei und Zoll. Tallinn ist sauber, es hat Lounges mit Sesseln, nette Cafés, es ist recht charmant. Der Eindruck bleibt in der S-Bahn und auch die Innenstadt. Es liegt kein Müll herum, keine Zigarettenkippe.

Tallinn ist eine richtig nette Stadt. Das denken sich auch die Heerscharen von Touristen, die mit ihrem fähnchenwinkenden Guide durch die Altstadt ziehen. Es liegt mindestens ein Kreuzfahrtschiff im Hafen, und am Rande der Altstadt stehen die Reisebusse, spucken vornehmlich ältere Reisende aus. Erst am späteren Nachmittag wird es ruhiger, man sieht nur noch vereinzelt Touris, die ihren Trolley mühsam über das grobe Kopfsteinpflaster zerren. Ich habe mir den Spaß ein bisschen angeschaut, um zum Entschluss zu kommen: So ein Trolley ist super am Flughafen. Aber das hilft dir nichts, wenn du ihn am nächsten Tag in der Altstadt schrottest.

Während einem Städtebesuch im Hostel zu wohnen, das hat schon was. Ich stromere 1-2 Stunden in der Stadt rum, mache ein paar Fotos, schau mir ein paar Sachen an, höre hier und da den unzähligen Tourguides etwas zu. Wenn genügend Tourigruppen durch die Stadt tigern, brauchst du keinen eigenen Guide. Wenn dich etwas interessiert, einfach mal stehen bleiben und dem nächsten Guide ein paar Minuten zuhören. Englisch, Französisch, Deutsch – hier sind wirklich alle Nationalitäten vertreten.

Die Altstadt von Tallinn besteht aus gepflasterten Wegen und Straßen, imposanten Gebäuden, ist von einer alten Stadtmauer mit Türmen umfasst, hat einige hübsche Kirchen. Wie die Kathedrale mit den hübschen bunten Türmchen. Wenn aber eine 50 Kopf starke Tourigruppe die innen erstaunlich kleine Kirche stürmt, dann ist die mehr als voll. Bin fast nicht mehr rausgekommen.

So beschließe ich, mich tagsüber eher in kleinen Cafés und in Nebengassen rumzutreiben, und abends nochmal in die Stadt zu gehen. Denn die Kreuzfahrtleute sind nur am Tage unterwegs, das Publikum ist abends deutlich jünger. Und die Innenstadt ist nicht minder fotogen.


Derweil an der Heimatfront

Zwischendurch bekomme ich Updates aus dem Erzgebirge. Ziva hat gelernt, wie der Deckel von der großen Futterbox aufgeht. Also die, in der bestimmt 10kg Trockenfutter drin waren, als ich losgefahren bin. Ich bin gespannt, was davon noch übrig ist wenn ich nach Hause komme. Andre kommt mit dem Ausbau nur mittelmäßig voran, er hat zu viele Nebenbaustellen.

Ein Besucher, der erst uns besuchen kommt und am nächsten Tag weiter nach Schneeberg zur Stromeinbauwerkstatt will, kommt nicht vom Fleck, die Kupplung geht spontan kaputt als er los will. Also packt der Stromeinbaumann aus dem 30kg entfernten Schneeberg das ganze Werkzeug und Kabel ins Auto, und fährt nach Annaberg um das Stromzeugs dort einzubauen. Die Heizungsteile sind immer noch nicht da, erst hat der Hersteller Urlaub, dann der Shop in dem wir bestellt haben. Es könnte also einen Ticken flüssiger laufen. Ich wäre jetzt auch lieber vor Ort, aber hilft ja nichts.

Der Innenausbau: Möbelbau und mehr.

Ehrlich gesagt bin ich beim Ausbau selbst nur eine Randfigur. Andre hat den Plan und baut, unser Besucher Roberto, der fast den ganzen August unser Gast ist, geht ihm zur Hand. Es ist schon was Anderes, als mein Ducato-Ausbau vor vier Jahren, der ist ja deutlich einfacher gestrickt – so ganz ohne Warmwasser, Gas oder Heizung. Da kam es beim Möbelbau nicht auf Millimeter an.

So mache ich nebenher tausend Sachen: hier ein paar Holzteile ölen, da gemeinsam nach Lösungen suchen, ab und an mal die Hütte aufräumen, den Müll zum Wertstoffhof bringen, die Hunde bespaßen, kochen, waschen, spülen, Emails hier, Anfragen da, Einkaufen hier und dort, mit den Nachbarn schnacken. Und wenn ich aufhöre, es vor mir her zu schieben, dann werde ich demnächst wohl auch mal den Rasen mähen.

Wohnmobil Innenausbau Küche

Und dann bekommen wir ja auch noch hin und wieder Besuch. Stellplatzähnliche Zustände, und wir gehen mal wieder im benachbarten Tschechien essen. Noch ein paarmal, und ich hab die Speisekarte durch.

privater Wohnmobilstellplatz

Es gibt einige Dinge, von denen habe ich absolut null Ahnung. Wie das Thema mit den Fahrersitzen und deren Konsolen. Ich weiß nur, was ich will: Beim Fahren sitzen, ohne hinterher Rückenschmerzen zu haben. Längere und holprige Strecken sind im Ducato ja eher mühsam, und manchmal auch nachhaltig schmerzhaft. Deshalb freue ich mich sehr auf die nicht ganz billigen, aber sehr gemütlichen Sitze – mit luftdruckunterstützter Federung und Sitzheizung.

Lkw Sitze mit Luftfederung Sitzheizung Mercedes Lkw Seitenspiegel

Auch ein paar neue Spiegel gibt es, ganz nach dem Motto „viel hilft viel“. Wobei auf dem Bild noch ein Spiegel zu viel dran ist. Dafür kommt noch einer an die Windschutzscheibe, damit man den gefährlichen toten Winkel direkt vor dem Auto rechts im Blick hat.

Außen hat Andre hier und da noch was gemacht, wie die Urinkanister für unsere DIY Komposttoilette. Darüber sitzen zwei neue, kleine leichte Starterbatterien im Batteriekasten.

Gewichtsoptimierung beim 12-Tonner?

Ja, wir betreiben Gewichtsoptimierung, wo immer es Sinn macht. Denn wenn wir schon einen Allrad Lkw zum Wohnmobil ausbauen, dann wollen wir das Beste draus machen. Nebengetriebe rausgemacht: 80kg. Starterbatterien ausgetauscht: 40kg. Leichtes Möbelholz und holzsparende Möbelbauweise: 50-100kg. Dafür habe ich mich in anderen Punkten durchgesetzt. So möchte ich unsere sehr schwere, aber auch sehr gute Latexmatratze nicht mehr missen. Aber warum den Aufwand für Gewichtsoptimierung, bei einem Fahrzeug, das wir erst von 14t auf 12t abgelastet haben?

Wegen den Fahreigenschaften abseits der Straße. Die Gewichtsverteilung Vorderachse zu Hinterachse sowie linke zu rechter Seite sollte ausgewogen sein. Die schweren Sachen sollten auch eher unten sitzen, und nicht an der Decke der Kabine hängen. Und grundsätzlich gilt: umso leichter das Fahrzeug, desto weniger schnell sinkt es im Sand ein. Ist eine Achse zu schwer, sinkt diese schneller sein. Also ich weiß natürlich nicht aus eigener Erfahrung, ob das alles so stimmt. Aber es macht Sinn, und so sparen wir uns einfach die Gewichte, die wir nicht brauchen. Und verteilen die Übrigen sinnvoll.

Der Vario ist weg!

Der Erste, der den Vario angeschaut hat, der hat ihn auch gleich gekauft. Und so müssen wie eher ausziehen als gedacht. Es ist im Übrigen unfassbar, wie viel in so ein Wohnmobil reinpasst. Tagelang schleppe ich große Kisten in die Halle, es nimmt einfach kein Ende. Wo man hinschaut, findet man noch was. Dem folgt die Putzerei. Hier habe ich gelernt: den Frühjahrsputz auszulassen, das lohnt nicht. Insbesondere, wenn man im Winter zuvor in der Wüste war. Erstaunlich, in welchen Ritzen man den feinen Sand noch so findet.

So um den 20. August herum hat der Vario dann endgültig den Besitzer gewechselt, und wir sind in die Ausbauhalle gezogen.

Die erste Nacht: die Matratze aus dem Ducato liegt auf ein paar Paletten. 1,20m x 1,80m sind nicht wirklich groß. Und wenn dann gleich zwei Hunde wie Presswurst im Gräble liegen, das macht die Sache irgendwie auch nicht komfortabler.

Die zweite Nacht: wir schmeißen die größere Matratze vom Vario mit drauf, haben jetzt also wieder 1,60m x 2,00m. Viel besser. Heute aber haben wir einen weinerlichen Max im Bett: er hat sich irgendwas gezerrt. Er hatte das vorletztes Jahr bereits einmal. Keiner weiß, wie weh es ihm wirklich tut, denn Max gehört eher zur Kategorie Weichei. Morgens um vier bekommt er eine Schmerztablette. Am nächsten Tag ist es schon besser.

Die dritte Nacht: kaum liegen wir im Bett, die Presswürste sind auch schon da, da hört man es: Raschelraschelraschel. Ja super, ich glaube, wir haben eine Maus in der Halle. Egal, da kümmern wir uns morgen drum, heute sind wir einfach viel zu müde.

Das Motorkamel ist wieder da!

Fast den kompletten August war das Quad in der Werkstatt. Benzineinspritzung, Steuergerät, ominöse Fehlermeldungen – selbst der Ingenieur von Yamaha hat wohl nicht herausgefunden, wo das Problem liegt. Super, ein Montagsquad. Aber gut, dass wir diese Wehwehchen noch in Deutschland feststellen, mit einer Yamaha-Werkstatt in erreichbarer Nähe. Ende August bekommen wir das Quad wieder, und das Erste, was sein muss: bekommen wir es wie geplant in die Quadgarage eingeparkt? Taugen die Rampen, die fest montierte Seilwinde und unsere Planungen was?

Reinbekommen haben wir es, offensichtlich. Wie genau, da wird es bei Andre ein Video geben.

Ziva und Max

Das Hundekind hat hier mittlerweile einen eigenen Fanclub. Ein paar Mädels aus der Nachbarschaft kommen alle paar Tage vorbei, zum Hunde bespaßen und Gassi gehen. Ziva freut sich immer wie ein Schnitzel, sobald sie ums Eck kommen – dabei sind sie ihr eigentlich ein bisschen zu schnatterisch und stürmisch. Aber das passt, und für sie ist es gut, dass sie auch mit Kindern lernt umzugehen. Max mag die Mädels auch, zumindest meistens. Er ist nicht ganz so grün mit Kindern, je nach Tagesform, und so habe ich die Aufsicht.

Max hatte ja mal für zwei Tage ganz großes Aua. Ist es Zufall, dass das genau an dem Tag beginnt, an dem wir den Vario abgegeben haben? Ist das irgendwie psychosomatisch? Irgendwie schon komisch. Und als es nach zwei Tagen eigentlich schon fast komplett abgeklungen ist, fängt er einfach zwischendrin an mit Quietschen – wenn man zu nahe an ihm vorbeiläuft. Aber kann ein Hund dermaßen simulieren?

Wasser, Bad, Heizung, Küche

Gefühlte Ewigkeiten haben wir auf die Heizungsteile von Alde gewartet. Erst hatte Alde Sommerurlaub, dann der Shop wo wir es gekauft haben. Dann aber geht’s rund:

Andre verlegt Heizung, Wasser und Strom in einem Aufwasch. Was er da im Detail gebastelt hat, da wird es nach dem erfolgten Ausbau ganz sicher noch einen detaillierten Artikel geben. Im Groben: wir haben vier Wassertanks à 105 Liter. Zwischen Wassertank und Wasserhahn sitzen zwei Filter, Aktivkohle und Keramik. Die Druckwasserpumpe macht ungefähr 5bar – was einiges ist. Aber auch notwendig, damit genug Wasser aus dem Wasserhahnen raus kommt.

Die Dieselwasserheizung sitzt außen an der Kabine, hinter dem Fahrerhaus. Für das warme Wasser gibt es gleich zwei Boiler: einen größeren für das Bad, einen kleineren für die Küche. Gerade der Badboiler soll hoffentlich so gut isoliert sein, dass ihn nur einmal am Tag aufheizen müssen – und bevorzugt tun wir dies mit Strom. Die Warmwasserheizung ist auch schon verlegt, sie reicht in alle Ecken, hat bei den Sitzbänken und im Bett Konvektoren. Unsere Primärheizung soll aber nach wie vor der kleine Holzofen sein.

Möbelbau im Bad

Ja, wir brauchen ein extra Waschbecken im Bad. Viele meinen, das bräuchte man doch nicht – zwei Becken auf so kleinem Wohnraum. Da muss ich sagen: ich habe keine Lust, erst noch das dreckige Geschirr aus der Spüle zu räumen um mir morgens die Zähne zu putzen. Und nein, ich habe auch keine Lust, zweimal am Tag das Geschirr zu spülen. Eher alle zwei Tage.

Deshalb gibt es im Bad ein extra Waschbecken. Und einen Wasserhahn braucht es dort ja sowieso, für die Dusche. Genauer gesagt schließen wir die Duschbrause einfach bei Bedarf an den Wasserhahn an.

Und nachdem der Bedarf gestillt ist, kommt sie einfach wieder in den Schrank.

Dann gibt es da ja noch das Klo. Keine normale Trockentrenntoilette, sondern eine Komposttoilette. Weil die Natures Head, der Marktführer in Sachen Kompostklo, uns aber aus ein paar Gründen nicht wirklich zusagt, bauen wir das Dingens einfach selbst. Es ist im Prinzip eine normale Trenntoilette, mit einem entscheidenden Unterschied: anstatt einer Tüte gibt es ein Rührwerk. Damit muss man die Kacke immer wieder mal umdrehen, damit sie sich ordentlich kompostieren kann. Dabei sollen auch so Kokosfaserziegel helfen. Und eine anständige Entlüftung.

Also wenn das klappt, dann muss den Eimer wohl nur alle 4-6 Wochen leeren. Was dann auch nicht mehr wirklich eklig sein soll, weil es halt zu Kompost geworden und keine Kacke mehr ist.

Was uns bei der Natures Head (nebst dem Preis) nicht so wirklich gepasst hat, ist die Größe des Urinbehälters. Wir kennen einige mit so einer Toilette, und sie alle müssen den Behälter mit gut 8 Litern nach einigen Tagen leeren. Wir haben jetzt 2×20 Liter Kanister verbaut. Da sollte man 2-3 Wochen Intervalle erreichen können. Und wenn das mit der Kompostierung doch nicht funktionieren sollte: Rührwerk raus und Tüte rein, schon hat man wieder eine gewöhnliche Trockentrenntoilette im Wohnmobil.

Aber, das Bad hat ja noch mehr zu bieten. Und zwar unter dem Waschbecken, da sitzt neuerdings die Waschmaschine. Haben sie auch schon getestet, und zwar mit dem Härtetest: ein paar Klamotten, und ein paar Sportschuhe. Wenn sie da schleudert, dann wird sie richtig heftig unwuchtig. Da war ich mir unsicher, ob das funktionieren kann. Funktioniert.

Küche und Bett

Nachdem die Kabel in der Ecke liegen, kann der Küchenblock endlich fertig gemacht werden. Ranschrauben, Schubladen rein, und schon sieht das Ganze wieder etwas wohnlicher aus. Auch der Hängeschrank hängt schon, hat Strom und die Dunstabzugshaube sitzt auch schon drin.

Innenausbau Küche Wohnmobil

Als Nächstes noch der Bettschrank: wir haben ja ein Längsbett, was sich ergeben hat, damit das Quad in die Quadgarage passt. Neben dem Bett gibt es einen Bettschrank, für Klamotten, Bettwäsche, aber auch anderes Zeugs wie Ersatzteile, Kameraequipment, Spielesammlung usw.

Zwischendurch geht es an die Details: die Schubladen, welche ja schon in den ersten Tagen des Ausbaus entstanden sind, habe ich geölt und mit einem Neoprenstoff ausgelegt. So Plastikkörbe

Auf der Krönung ist immer was los!

Schlechtwetter kann dieses Erzgebirge gut, aber so richtig regnen tut es dennoch nicht. Alle paar Tage blitzt und donnert es, als ginge gleich die Welt unter. 15 Minuten später ist wieder strahlender Sonnenschein, und alles ist trocken geblieben. Dennoch sind alle zu ihren Wohnmobilen geeilt, um die Fenster zu schließen. Denn die Erfahrung hat gezeigt: wenn es hier mal regnet, dann gleich sintflutartig.

Hier geht auch öfters mal ein Feueralarm los. Grundsätzlich nach fast jedem Gewitter. Denn wir wohnen ja auf der Höhe, und nach nur wenigen Minuten Starkregen fließt ein Bach vor unserer Halle die Straße hinunter. Also unten im Tal möchte ich nicht wohnen. Aber auch sonst muss die Feuerwehr hier öfters mal ausrücken, dann immer wieder zündet ein Feuerteufel nachts Autos an. Mal ein Auto, mal einen ganzen Autotransport. Oder sie macht bei uns auf der Krönung eine ausgiebige Übung.

Dass auf der Krönung immer was los ist, dazu leisten wir natürlich gerne unseren Beitrag 😀 Ziva freut sich geräuschvoll über jeden Besucher – in einer Tonlage, dass auch den Nachbarn noch die Ohren klingeln dürften. Aber es sind ja auch die Nachbarn selbst, über die sie sich freut, so sollte das passen. Auch haben wir immer wieder wechselnde Wohnmobile hinterm Haus stehen. Momentan sind es zwei.

Dann gibt es da noch Carlo, den Rottweiler. Er wohnt einen Kilometer entfernt, und büchst immer wieder aus – und streunert dann bei uns auf der Krönung herum, auf der Suche nach ein bisschen Liebe. Man kann es ihm nicht verdenken, dass er zu Hause nicht allzu gut behandelt wird, das weiß hier im Ort jeder. Ein 60-Kilo-Rottweiler ist eine mächtige Erscheinung, da haben die Nachbarinnen etwas Bammel vor. Ich finde Rottweiler dufte, und so spiele ich als den Hundebetreuer, bis sein Besitzer kommt um ihn wieder nach Hause zu bringen.

Über Zeitpläne, Ideen und neue Rudelmitglieder

Trotz aller Besuche und Ausflüge liegen wir richtig gut im Zeitplan. Es gibt noch ein großes Möbel zu bauen: Die Sitzbank mit dem Podest. Und natürlich mit den integrierten Hundehöhlen. Gerade Ziva ist schon ganz heiß darauf einzuziehen, sie rennt bereits jetzt 10x am Tag die Treppe rauf und runter.

Im September heißt es nochmal Gas geben, gerade beim Innenausbau: wir wollen soweit sein, dass wir den Fußboden verlegen und mit dem Fahrzeug zum Lackierer fahren können. Ach ja, und beim Projekt Lkw-Führerschein gibt es auch neue Optionen. Spätestens im September-Blog werde ich davon berichten.

PS: Ach ja, unser neues Rudelmitglied hast Du schon gesehen? Darf ich vorstellen: Eivoodoola!

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Mein erster Selbstausbau: vom Transporter zum Camper

In drei Monaten habe ich einen Fiat Ducato Kastenwagen zum Campingbus ausgebaut.

Wohnmobilausbau 1.0