Ist die Domain registriert und ein Hostingpaket gebucht geht es nun daran die eigentliche Homepage aufzusetzen. Wie das funktioniert, hierfür eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger. Ob Nischenprojekt oder Blog, mit dem CMS WordPress kann jeder seine eigene Webseite selbst einrichten.


Darum solltest du WordPress installieren

Ein kurzes Vorwort vorab warum man mit WordPress seine Webseite erstellen sollte, zumindest meiner Meinung nach. Schließlich gibt es auch andere CMS (Content Management Systeme) wie Joomla oder TYPO3, hinzu kommen vorgefertigte Lösungen diverser Webhoster. Diese Systeme sind jetzt nicht zwingend schlecht, haben alle ihre Vor- und Nachteile.

In Sachen Flexibilität, intuitive Bedienung, Erweiterbarkeit und suchmaschinenfreundlicher Programmierung hat WordPress in der Summe einfach die Nase vorn. Es gibt viele gute und kostenlose Plugins (=Erweiterungen), die eine WordPress Installation beispielsweise um eine Shopfunktion bereichern können. Ebenso zahlreiche Themes (=Designvorlagen). Auch ist WordPress sehr suchmaschinenfreundlich, insbesondere wenn wie unten beschrieben eingestellt.

Anders gesagt: TYPO3 ist zu kompliziert für Anfänger, Joomla kaum intuitiv. Und hauseigene Lösungen von Hostern (zumindest jene, die ich kenne) haben meist diverse Nachteile. Wobei manche offenkundig sind, andere jedoch offenbaren sich erst mit einem Blick in den Quelltext. Bleibt also mein Fazit, dass WordPress als CMS mein Favorit ist und bleibt. Beurteilen kann ich dies, weil ich seit Jahren mit WordPress arbeite, bei meinen eigenen Projekten wie auch Kundenprojekten.

WordPress Installation: vorbereitende Schritte, für blutige Anfänger

  1. Deutsche WordPress-Version herunterladen und entpacken: https://de.wordpress.org/
  2. MySQL-Datenbank ggf. einrichten, Zugangsdaten notieren: Datenbank Name, Benutzername und Passwort
  3. Filezilla herunterladen und installieren (https://filezilla-project.org/). Die Zugangsdaten für die FTP-Verbindung findest du bei deinem Hoster. Bei Hosteurope muss man einen FTP-Zugang einrichten, kann Benutzername und Passwort frei wählen. Zusätzlich wird noch der Servername benötigt. Dieser ist im Reiter „Allgemeines“ zu finden, lautet sowas wie „webpack123.hosteurope.de“ Mit diesen Infos einfach bei Filezilla einen neue Server-Verbindung einrichten.
  4. Domain und FTP miteinander verknüpfen: Im Hosteurope – Adminstrationsbereich das Paket auswählen, auf „DOMAINS > DOMAINZUORDNUNGEN EDITIEREN“ gehen. Hier sind registrierte Domains aufgelistet, ebenso welchen Pfad sie abgreifen. Wobei der Pfad der Ordnerstruktur im FTP entspricht. Wird hier einfach ein neuer Pfad angegeben, z.B. /www/projekt1 , dann wird auf dem Server automatisch ein Ordner namens „projekt1“ erstellt. Eventuell Filezilla schließen und nochmals öffnen.

WordPress Installation

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  1. wp-config.php anpassen
    1. Im frisch entpackten WordPress-Ordner findest du eine Datei namens „wp-config-sample.php“. Diese bitte erst einmal in „wp-config.php“ umbenennen, dann mit einem einfachen Texteditor öffnen – sofern vorhanden wäre ein HTML-Programm wie Dreamweaver natürlich auch schön. Bitte kein Word benutzen! Empfohlene Open Source Alternative: Notepad++
    2. Jetzt müssen wir in dieser Datei dafür sorgen, dass eine Verbindung zur MySQL-Datenbank hergestellt wird. Dazu geben wir die zuvor notierten Zugangsdaten wie folgt ein. Du siehst das auch nochmal rechts im Screenshot. Achte darauf, dass keine Leerzeichen entstehen und die einfachen Anführungszeichen bestehen bleiben.
      define('DB_NAME', 'DATENBANK-NAME');
      define('DB_USER', 'DATENBANK-BENUTZERNAME');
      define('DB_PASSWORD', 'DATENBANK-PASSWORT');
      define('DB_HOST', 'localhost');
    3. Gleich darunter bitte noch wie beschrieben einen Sicherheitsschlüssel eintragen.
    4. Im Idealfall wird noch ein Tabellenprefix angegeben. Dies wird allerdings erst dann interessant wenn später vielleicht mal mehrere WordPress-Installationen in einer Datenbank gehostet werden sollen.
      $table_prefix = 'PREFIX_';
    5. Zuletzt füge ich (in Zeile 70) noch folgende Zeile hinzu:
      define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', false );

      Dies verhindert, dass das WordPress-System sich selbst automatisch aktualisiert. Das mag ich nicht, denn bei Inkompatibilität (z.B. mit einem Plugin) kann es die ganze Installation zerschießen, und wenn man nicht gleich danach schaut, dann … ist die Seite nunmal offline.

  2. Upload via FTP
    Wordpress-Dateien auf den Server übertragen.

    WordPress-Dateien auf den Server übertragen.

    Jetzt laden wir den Inhalt des gesamten WordPress-Ordners per Filezilla auf den Server hoch, und zwar bitte in den richtigen Ordner. Wenn der Pfad also /www/meinordner/ lautet, dann muss das Ganze auch in diesen geladen werden.

  3. Domain aufrufen und WordPress einrichten
    Wenn alles stimmt kannst (und solltest) du jetzt sofort deine Domain aufrufen, es wird das Einrichtungs-Panel ersichtlich. Richte dir einen Login ein, verbiete Suchmaschinen erst einmal die Seite zu crawlen. BITTE: verwende ein kryptisches Passwort. Und NICHT Administrator, admin oder sowas als Benutzername. Es gibt viele böse Hacker auf dieser Welt.
Mögliche Fehlermeldungen:

  • „ERROR ESTABLISHING A DATABASE CONNECTION“ heißt, dass etwas mit den in der wp-config.php eingegebenen Zugangsdaten nicht stimmt, es konnte keine Verbindung zur Datenbank hergestellt werden.
  • „EIN WEISSER BILDSCHIRM“ bedeutet, dass keine Verbindung von Domain zum Server hergestellt werden konnte. Checke, ob die hochgeladenen WordPress-Dateien im richtigen Ordner liegen. Ob dieser Ordner im Hosting-Backend-Bereich der Domain als Pfad korrekt zugeordnet ist. Je nach Webhoster können Änderungen am Pfad übrigens bis zu 60 Minuten mit sich bringen bis sie greifen.

Es hat geklappt? Herzlichen Glückwunsch. Schaue dich in deiner WordPress Installation doch erst einmal richtig um. Relevant sind MEDIEN, BEITRÄGE und SEITEN. Diese Bereiche wirst du im Arbeitsalltag primär nutzen.

Zum Administrationsbereich / Login kommst du hier : www.projekt1.de/wp-admin


Grundlegende Einstellungen in WordPress vornehmen

Wordpress einrichten: Einstellungen anpassen

WordPress einrichten: Einstellungen anpassen

WordPress ist ein sehr ausgereiftes, umfangreiches System. An dem wir ein paar grundlegende Anpassungen vornehmen sollten. Gehe dazu im Administrationsbereich auf EINSTELLUNGEN, dann auf die einzelnen Punkte:

  • Permalinks: Auf BEITRAGSNAME umstellen. Achtung: mod_rewrite muss serverseitig ON sein (ist es bei Hosteurope beispielsweise automatisch, bei anderen Hostern muss ein Haken reingemacht werden). Checke dies vorher, denn sonst stürzt WordPress möglicherweise gleich mal ab!
  • Medien: Bilder in monatsbasierten Ordnern organisieren? Ich mache den Haken hier raus. Möchte nicht, dass (zeitlose) Bilder ein Datum in ihrem Pfad haben.
  • Diskussion: Kommentare erlauben? Möchtest du einen Blog betreiben, deinen Lesern Interaktion über die Kommentarfunktion ermöglichen? Dann lass hier doch erst einmal alles so wie es ist. Ansonsten: Ich mache auf dieser Seite einfach ALLE Haken raus.
  • Lesen: Startseite als Blogansicht oder statische Seite? DEINE LETZTEN BEITRÄGE = klassische Blogansicht für die Startseite, die neuesten Blogartikel erscheinen ganz oben. Alternativ kannst du auch einfach eine ausgewählte statische Seite als Startseite verwenden. Später, mithilfe von Templates und Widgets lässt sich dies noch weiter anpassen. Lediglich bei Blogs kann man die Grundeinstellung so belassen, ansonsten dürfte wohl eher eine Seite zur Startseite werden.

Ja, diese WordPress Anleitung beinhaltet einige erste Schritte mehr als so manch andere. Einfach deshalb, weil hier meine persönlichen Erfahrungswerte einfließen. WordPress einrichten, dazu gehört etwas mehr als einfach nur die reine Installation. Und nur wer es selbst macht kann das System langfristig verstehen und wissen, woraus seine WordPress-Installation überhaupt besteht.

Deshalb nun auch eine kleine Liste mit den grundlegendsten Plugins. Sie machen WordPress besser, sicherer, schneller, …

Wichtigste WordPress Plugins installieren

Theoretisch braucht man keine Plugins, die nackige WordPress Installation ist schon sehr gut. Doch die Vielzahl an (kostenlosen und guten!) Erweiterungen sind ja das Tolle an WordPress. Eines ist auch klar: jeder hat seine persönlichen Lieblings-Plugins. Nachfolgende Auflistung sind also meine Favoriten, sie haben sich langfristig bewährt.

Ich installiere folgende Plugins immer gleich zu Beginn, unabhängig ob die WordPressinstallation eine Firmenhomepage, eine Nischenwebseite oder ein Blog werden soll. Diese Erweiterungen sind allgemeingültig.

Gehe dazu im Administrationsbereich auf PLUGINS > INSTALLIEREN. Suche nach den Plugin-Namen. Wenn mehrere zur Auswahl stehen, du dir unsicher bist, schaue nach dem Plugin-Autor. Die beiden Plugins „All in One SEO Pack“ und „W3 Total Cache“ kannst du erst einmal nur installieren, aber noch nicht aktivieren. Dies macht erst später Sinn, wenn deine Homepage bereit ist, auf die Welt losgelassen werden kann.

  • iThemes Security von iThemes.com
    > Bietet guten Schutz gegen Hacker. Als Anfänger kannst du deine WordPress Installation einfach mit der angebotenen 1-Klick-Sicherung sicher machen. (man beachte das PopUp gleich nach dem Installieren des Plugins)
  • BackWPUp von Inpsyde GmbH
    > Ermöglicht automatische Backups der kompletten WordPress Installation. Kann man anfangs ruhig auf täglich einstellen, später auf wöchentlich.
  • WP Permalauts von Christoph Grabo
    > Behebt eine deutsche Eigenheit, sorgt dafür dass äüö in den Urls nicht kryptisch aussehen.
  • No Category Parents von Sergio Milardovic
    > Entfernt das /category/ aus den Urls der Kategorien. Gerade für Blogs ein interessantes Plugin.
  • All In One SEO Pack von Michael Torbert
    > Generiert Metatags (für Google, Soziale Netzwerke), integrierte Sitemap uvm.
  • W3 Total Cache von Frederick Townes
    > Ein umfassendes Caching-Plugin, das Nutzererfahrung verbessern, die Performance steigern, Google glücklich machen soll. Erst aktivieren und einrichten wenn die WordPress Installation soweit fertig eingerichtet ist, für Suchmaschinen freigeschaltet werden kann.

WordPress einrichten: Struktur & Design

Glückwunsch, aus technischer Sicht ist deine WordPress Installation jetzt eingerichtet. Wie du jetzt weiter vorgehst, dies ist nun eine Frage des eigenen Geschmacks:

  1. Struktur planen und aufsetzen
  2. Inhalte erstellen
  3. Designen

Es macht meines Erachtens Sinn, sich erst einmal um die Struktur Gedanken zu machen, einige statische Seiten einzurichten (z.B. Impressum). Was kommt ins Hauptmenü? Wie gliedere ich meine Inhalte? Bei einem Blog ist es vielleicht einfacher, hier müssen allenfalls Kategorien benannt werden (Adminbereich: BEITRÄGE > KATEGORIEN). Themen, Unterthemen, Landingpages, Artikelserien – eine sinnvolle Struktur der Homepage wird deine User und Google gleichermaßen erfreuen! Es lohnt sich also, etwas Zeit in diesen Part zu investieren.

Du kannst jetzt auch schon erste Texte schreiben, Bilder einstellen etc. Probiere deine neue WordPress Installation einfach aus. Wenn du hier schon mit realen Inhalten arbeitest anstelle von Dummy-Texten und Beispielbildern wird es bei der nachfolgenden Designauswahl vielleicht einfacher.

Schlussendlich stellt sich noch die Frage nach dem Design. Das Internet beherbergt tausende von WordPress Themes, die du dir installieren kannst. (Adminbereich: DESIGN > THEMES > INSTALLIEREN). Ich rate von kostenlosen Themes, die von irgendwoher kommen eigentlich ab. Ebenso wie manches Hinterhof-Plugin sind sie mal nicht aktuell, fürchterlich programmiert oder man muss im Footer einen Link zum Entwickler setzen, der vielleicht schon morgen was Illegales auf seiner Homepage vertreibt.

Achte vor der Installation von Themes sowie Plugins darauf, dass sie aus einer seriösen Quelle stammen, von einem erfahrenen und etablierten Entwickler! Jeder kann im Internet Plugins und Themes anbieten, egal wie mies diese auch sein mögen. Achte daher auf positive Bewertungen.

Deiner WordPress Installation ein eigenes Design zu verpassen finde ich persönlich wichtig. Auch, wenn man zu Beginn natürlich ebenso gut mit dem mitgelieferten Standard-Theme arbeiten könnte. Aber: es ist ja DEIN Blog. Und kein Standard-Blog. Deshalb sollte er nebst individuellen Inhalten auch optisch deinem Geschmack entsprechen.

Auf Codecanyon.net beispielsweise findest du unzählige Premium WordPress Themes. Sie kosten meist 20-40 Euro. Für jedes Theme gibt es eine LIVE PREVIEW. Viele von ihnen kommen mit jeder Menge Funktionen daher. Überlege dir, ob du diese wirklich benötigst, wie beispielsweise eine Slideshow für die Startseite, E-Commerce-Funktionen, animierte Grafiken etc. Denn für viele dieser Funktionen ist ein Script im Themeordner hinterlegt, müssen teils weitere Plugins installiert werden. Und auch upgedatet, gerade wenn sich Sicherheitslücken auftun.

Besonders flexibel und an Quell unendlicher Möglichkeiten sind Frameworks. Ich setze beispielsweise auf das Gantry Framework, das Nonplusultra an Flexibilität. Für WordPress Anfänger jedoch vielleicht etwas zu komplex.

Viel Spaß mit WordPress!

Im nächsten Teil dieser Artikelserie geht es dann um den Inhalt der Homepage. Warum eine gut durchdachte Struktur wichtig ist, worauf es beim Texte schreiben ankommt, welche (weiteren) Inhalte deine Homepage bereichert.