Seit die Tombola vor ein paar Wochen gestartet ist konnte ich Feedback in seiner ganzen möglichen Bandbreite erhalten. Von „tolle Idee, da mache ich mit“ bis „ist ja nur eine PR-Aktion“ war alles vertreten. Noch fünf Tage läuft die Tombola, und es könnten wirklich noch einige Lose unters Volk kommen. Also hier mal eine kleine Ausführung: Wieso, weshalb und warum das Ganze?


Tombola-FAQ

Frage: Wie läuft’s denn so?
Antwort: Wir haben unser Ziel, mindestens 1.000 Lose loszuwerden, leider nicht erreicht. Ich bin sehr erstaunt darüber wie gut Menschen den Hinweis auf die Tombola ignorieren können. Beispielsweise auf Facebook: Postest du einen Artikel über dein Leben, Holzofen oder Klo im Wohnmobil, wird dieser von vielen Menschen angeklickt. Der Aufruf, etwas Geld für den guten Zweck loszuwerden hingegen, wird überraschend gut ignoriert. Meine Anfrage in Wohnmobilforen, ob ich denn auf diese Aktion im Forum aufmerksam machen könnte, wurde verneint oder ignoriert. Und als ich die Tombola in einer großen Facebook-Gruppe gepostet habe wurde ich geblockt, bin jetzt also kein Wohnmobil-Fan mehr. Irgendwelche Reiseblogs posten ist wohl OK, aber so eine Aktion hingegen nicht? Mein Dank gilt daher umso mehr allen, die sich beteiligt haben.

Frage: Warum Lose mit ausgewiesener MwSt.?
Antwort: MwSt. muss ich ausweisen, einfach weil eine Steuerfachfrau meinte, dass mir das Finanzamt sonst aufs Dach steigt. Der Vorschlag eines Lesers die Abwicklung doch direkt über die Tierschutzorganisationen zu machen damit dort wirklich direkt alles ankommt hatte ich mir zu Beginn auch überlegt. Wäre aber ähnlich uneffektiv, denn dann wäre deren Aufwand bei vielen Kleinspenden deutlich höher: Spendenbescheinigung ausfüllen, Vorgang buchen – und dann noch die sprachliche Barriere. Der Aufwand wäre für alle Beteiligten höher, die Organisation, mich und den Spender. Wenn man aber möchte, dass unterm Strich möglichst viel bei rumkommt und übrig bleibt muss man so einen Vorgang möglichst einfach machen, für alle Beteiligten. Der Preis ist eben das Abführen der Mehrwertsteuer.

Frage: Warum diese Tierschutzorganisationen?
Antwort: siehe weiter unten.

Frage: Ist das ganze nur eine plumpe PR-Aktion?
Antwort: Ich kenne mich aus mit PR, Onlinemarketing und dem ganzen Kram. Wenn ich PR machen wollte, dann hätte ich effektivere Wege zu gefunden. Die Zeit, die ich in diese Tombola gesteckt habe hätte ich aus PR-Sicht weitaus effektiver nutzen können.

Frage: Gibt’s nochmal so eine Aktion?
Antwort: Wohl kaum. Ich werde wieder dazu übergehen mich direkt in einen Verein einzubringen. Meine Zeit ist dann sicherlich besser investiert. Ich habe auch schon ein junges Projekt im Auge.


Persönliche Motivation

Tizon 2005: Hund mit Hundi

Tizon 2005: Hund mit Hundi

Seit 11 Jahren gehört meine spanische Knalltüte nun zur Familie. Ohne privat organisierte Tierschützer wäre er wohl nie so alt geworden. Denn als großer, schwarzer Hund hat man schlechte Karten, insbesondere in einem staatlichen spanischen „Tierheim“.

Auch das jüngste Familienmitglied, Max, kommt aus dem sonnigen Süden. Kaum zu glauben dass so ein wasserscheuer Hund Portugiese sein soll, aber OK. Als unehelicher Sohn einer einigermaßen hässlichen Mischlingsdame, was wäre wohl aus ihm geworden, ohne private Initiative? Auf der Straße gelandet, oder doch in einem Tierheim, einer unter vielen?

Tizon 2010: Kräftemessen mit dem Neffen

Tizon 2010: Kräftemessen mit dem Neffen

Tierschutz kann man auf viele Arten betreiben. Es gibt so viele wichtige Baustellen, alleine die Massentierhaltung ist ein Thema für sich. Ganz gleich, auf welchem Wege man etwas tut: hauptsache irgendwas. Einen Hund adpotieren oder auch nur eine Patenschaft, sich für eine artgerechte Tierhaltung einsetzen, oder bei aktuellen Projekten mithelfen. Wer geben will, der wird Dankbarkeit zurück bekommen.
Ich engagiere mich für das, wozu ich einen Bezug habe. Und das sind nunmal die Köterchen.

Die Idee einer Tombola

Tizon 2015: immer noch die Bergziege

Tizon 2015: immer noch die Bergziege

Doch wie bewegt man andere Menschen dazu etwas beizutragen, und dann auch noch, Geld dafür locker zu machen? Schließlich gibt es gemeinnützige Organisationen die dringend Geld brauchen an jeder Ecke. Und gerade der fehlende Bezug ist es, der einen eben NICHT zu veranlasst mitzumachen. Ist bei mir ja auch nicht anders.

Da mir eine reine Spendenaktion also nicht sehr ergiebig erschien entstand schnell die Idee einer Tombola. Also ran an mögliche Sponsoren – und siehe da, die fanden die Idee größtenteils auch gut. So kommen ein paar Gewinne zusammen, die den Losverkauf ankurbeln sollen.
Egal, warum einer mitmacht – weil er primär die gute Sache unterstützen möchte, weil er es auf die Gewinne abgesehen hat, oder beides – alles ist legitim. Das Ergebnis ist, was zählt.

Die Auswahl der Organisationen

Tierschutz hat viele Gesichter. Er ist immer gut gemeint, meiner Meinung nach aber nicht immer ebenso gut umgesetzt. Übereifrige Tierschützer retten Hunde von der Straße, obwohl es diesen gut geht, überhaupt nicht gerettet werden möchten. Und staatliche Einrichtungen sind meist auch nicht „optimal“. Tiere werden nach kurzer Zeit getötet, leben in zu kleinen, überfüllten Käfigen, haben kaum die Möglichkeit sich die Beine zu vertreten. Das ist freilich normalerweise kaum die Schuld der meist engagierten Menschen die dort arbeiten – ihre Mittel sind meist einfach zu begrenzt.

Ich möchte Einrichtungen unterstützen, die es meiner Meinung nach richtig machen. Die sich mit viel Herzblut für die Tiere, insbesondere für Hunde, einsetzen. Wo viel Ehrenamt geschieht und die Tiere ein artgerechtes, vielleicht sogar glückliches Leben führen können.

Tierschutzhof Oberer Schlatthof in Oberndorf / Schwarzwald

Wir freuen uns über diese tolle Spendenaktion! Unbedingt reinschauen 🙂
Die Hälfte der Losverkäufe kommt den…

Posted by Tierschutzinitiative Menschen für Tiere e.V. on Mittwoch, 21. September 2016

Die „Tierschutzinitiative Menschen für Tiere e.V.“ kenne ich aus meiner alten Heimat. Die Chefin Frau Schneider führt ihren Hof mit viel Leidenschaft, seit vielen Jahren, zusammen mit (ehrenamtlichen) Helfern aus der Region.

Aktuell müssen rund 100 Tiere versorgt und gefüttert werden. Hauptsächlich Hunde, aber auch einige Katzen und Kleintiere. Finanziert wird der Hof alleine aus Spenden. Davon müssen nicht nur die laufenden Kosten bezahlt werden (Futter, Strom, Instandhaltung etc.), sondern auch außerplanmäßige Ausgaben. Wie der Tierschutzbus oder die Operation eines Tieres.

Dass ich den Schlatthof ausgewählt habe kommt also nicht von ungefähr. Ich habe ihn schon früher hier und da „heimlich“ unterstützt. Hier eine kleine Geldspende, dort mal eine Futterspende. Ich weiß nicht nur aus der Theorie, dass dort viel Engagement und Ehrenamt geschieht. Und vor allem, dass die Hunde hier ein gutes Leben haben. Entweder, bis sie vermittelt sind, oder auch für immer. Denn der Schlatthof ist auch ein Gnadenhof – auf dem nicht vermittelbare Tiere glücklich leben, zusammen mit ihren Hundefreunden.

Mehr Infos über „die Schlattnasen“findest du hier.

O Cantinho da Milu

Wir verbringen auch in diesem Jahr einen längeren Zeitraum in Portugal – den ganzen Winter, und vielleicht auch noch mehr. Die Portugiesen haben Hunde gern. Jeder Parkplatz und Strand hat seinen eigenen Hund. Der aber nicht wild ist sondern am Abend nach Hause geht. Auch gibt es Stadtviertelhunde: sie gehören eigentlich niemandem, und doch kümmert sich die Nachbarschaft um sie. Wo sind also die ganzen wilden Hunde, die es vor einigen Jahren angeblich noch in Portugal gegeben hat?

Viele von ihnen sitzen im Tierheim. Sie wurden einkassiert, denn Strände sollen ja für die Touristen da sein, nicht für die Hunde. Was ich nicht ganz verstehe: Offensichtlich werden Millionen an EU-Geldern in den Bau von schicken Holzstegen und Strandparkplätzen investiert. Für die Hunde ist wohl kein Budget über.

Denn das privat geführte Tierheim „O Cantinho du Milu“ südlich von Lissabon beherbergt aktuell rund 700 Hunde (und eine Handvoll Katzen). Und erhält keine öffentlichen Gelder. 700 – eine unglaublich große Zahl. Seit 2011 hat sich das Kollektiv freiwilliger Helfer rund um die Initiatorin Milu um insgesamt 3000 Tiere gekümmert. Und das ganz ohne staatliche Geldmittel. Etwas verrückt daran ist auch, dass sie Tiere von der Polizei bekommen – beispielsweise aus Tiermessi-Haushalten. Vor allem aber sind es Straßenhunde – und davon gibt es in der Region immer noch sehr viele. Und es geht ihnen nicht gut – sie sind oftmals krank und unterernährt. Keine Frage, bei so vielen Tieren ist das Geld immer knapp. Und jede Unterstützung ist willkommen, kann auch gerne direkt an die Organisation gehen:ocantinhodamilu.com

Monatlich können 30-40 Hunde vermittelt werden. Doch die Anzahl an Neuzugängen ist höher, so dass die Anzahl der dort lebenden Hunde wohl auch künftig steigen wird.

Wenn du dich dir einen portugiesischen Hund aus diesem Tierheim zulegen möchtest kannst du dich auch an deutschsprachige, ehrenamtlich tätige Vermittler wenden: http://www.dogsofportugal.de/

Kleinvieh macht auch Mist

… wer wüsste das besser als ein Tierheim. Auf die Tombola bezogen gilt dieser Spruch also gleich in mehrfachem Sinne. Wenn jeder nur ein Los für 2,50€ kauft und es einmal weiter sagt, egal auf welchem Kanal, dann können wir gemeinsam etwas Schönes schaffen. Wie gesagt, es hat noch Lose da …

Schönen Gruß aus Portugal,
Tanja

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