Wenn das Wetter schlecht ist rückt es automatisch in den Vordergrund. Hängt am Morgen alles voll mit Nebel fällt mir das Aufstehen einfach nur schwer. Regnet es am Mittag gibt es nassen Hund mit Matschepfoten im Auto. Ist es kalt, tendiere ich zu drei Pullis übereinander. Aber es wird ja langsam Frühling. Wir sind auf einem guten Weg. Ganz bestimmt. Und wir kommen auf der Suche nach dem Frühling ganz schön rum: von Heidenheim und Schwäbisch Gmünd geht es erst zum Neckar, dann zum Rhein. Und weiter …

Ich folge unauffällig

ich-folge-unauffaelligIch bin in Sachen Arbeit ja recht ortsunabhängig. André hingegen sollte schonmal ein paar Kunden besuchen gehen, denn so eine Solaranlage packt sich ja irgendwie nicht per Telepathie aufs Kundenwomo. Also gehen wir im April einfach gemeinsam einige von Andrés Kunden besuchen. Während er bei fröstelnden Temperaturen und mit teils klammen Fingern sich um das Stromzeugs deren Womos widmet arbeite ich in seinem warmen Wohnmobil am Laptop. Zumindest da stört es mich dann auch weniger wenn es draußen so ekelig kühl ist. Und so kommen wir ein bisschen rum, im Norden Baden-Württembergs.

Am Rhein ist’s schön und schon Frühling

Wenigere Höhenmeter und vermutlich auch andere meteorologische Einflüsse sorgen irgendwie dafür, dass der Frühling am Rhein schon eher da ist als in der Ecke um Schwäbisch Gmünd / Ulm, wo wir zuletzt waren. Während dort noch eher grau-braune Winterstimmung angesagt ist, erwartet uns am Rhein richtig angenehmens Wetter. Blühende Wiesen und Bäume wohin man sieht. Außerdem ist es hier gleich mal 5 Grad wärmer. Richtig nett, vor allem wenn die Sonne scheint und man auch mal etwas mehr Zeit draußen verbringen kann.

Hier treffen wir auf andere, bekannte Mitreisende. Und fast schon erinnerte so ein Abend an jene in Portugal: irgendwie fanden sich aus vier verschiedenen Wohnmobilen je ein Fläschchen Beirao ein. Und irgendwie sind sie alle leer geworden …

Abstecher in den Schwarzwald: Tizon und die Vollnarkose

Wäre ja zu einfach wenn mal nix wäre. Aber nicht doch, dachte sich Tizon. Als ich zuletzt auf Heimatbesuch war fand ich zwei Tage vor dem Routine-Impf-Tierarzt-Termin einen Bollen am Bauch. Der da vorher nicht war und auch nicht hingehört. Eigentlich war es schon fast klar, dass es wohl nur ein Lipom ist. Weil das aber schon recht groß war und Tizon ja bereits eine Krebsvorgeschichte hat, wurde der Termin für eine OP vereinbart. Diese stand also an, und es ging Mitte April für zwei Tage zurück in den Schwarzwald. Erst ein kleiner Heimatbesuch inklusive Waschtag, dann ging ein kompletter Tag für Tizon’s OP drauf. Denn unerwartetererweise wurde er nicht nur sediert wie beim letzten Mal, sondern hat eine Vollnarkose bekommen. Was heißt, dass aus statt der geplanten Stunde gleich 5 Stunden wurde bis er wieder aufwachte und wir ihn ins Auto verfachten konnten. Und auch den restlichen Tag war er … etwas durcheinander. Aber immerhin, es war wirklich nur ein Lipom und kein Krebs. Und ich werde die Fäden in zwei Wochen auch wieder selbst ziehen. Hoffen wir dass jetzt mal Ruhe ist, diese Operiererei ist doch für keinen sonderlich spaßig …

Wintereinbruch in Speyer. Ich will zurück nach Portugal!

womo-tizonWir fahren zurück an den Rhein, und erleben einen Wintereinbruch. Es ist wirklich verdammt kalt. Insbesondere die morgendlichen Gassirunden verkommen zur Zitterpartie. Auch wenn ich diese meist erfolgreich auf nach 10 Uhr schieben kann. 5 Grad, das ist einfach nicht meine Klimazone. Kommt dann noch Regen und Wind hinzu wird es richtig ekelig. Ich könnte ewig darüber jammern. Dass ich meine Winterjacke aus der Garage raussuchen musste, war eigentlich nicht geplant für dieses Frühjahr. Immerhin bleiben wir von Schnee verschont. Dabei erreichen mich aus vielen Teilen Deutschland Schneemeldungen und Schneebilder. Könnte also noch schlimmer sein…

Frühlingsurlaub in der Pfalz und im Elsass

Ein paar freie Tage, etwas Ablenkung und ausgiebigere Gassirunden können nicht schaden. Also machen wir uns auf den Weg in Richtung Pfalz und Elsass. Wir, das ist die portugiesische Dreier-Reisegruppe: Klaus, André und ich.

Ouvrage du Four-à-Chaux

bunker-artilleriegeschuetzWir tun was für unsere Bildung, besuchen Ouvrage du Four-à-Chaux. Das ist ein verdammt großer Bunker, Teil der französischen Verteidigungslinie „Ligne Maginot“. Die wurde nach dem Ersten Weltkrieg für viel Geld gebaut, primär entlang der deutschen Grenze. Für den Fall, dass die Deutschen wieder ihre Weltherrschaftsfantasien ausleben wollen. Als hätten sie schon geahnt dass so ein Verrückter wie Hitler einen weiteren Weltkrieg anzetteln will. Ungefähr zwei Stunden und schätzungsweise 2km lang hatten wir drei unseren eigenen Bunkerreiseführer, und dabei einiges gelernt. Wie man beispielsweise so ein riesen großes Artillerie-Geschütz bedient.

Es gab auch interessantes zu hören über raffinierte Konstruktionen, eine ausgeklügelte Infrastruktur, mächtige technische Anlagen und darüber, dass der Bunker nie eingenommen wurde, trotz aller Anstrengungen der Deutschen. Erst als die Deutschen 1940 schon (fast) ganz Frankreich eingenommen hatten und aus Paris der Befehl kam sich zu ergeben haben die französischen Soldaten mal die Tür aufgemacht und den Komplex übergeben.

Einerseits fand ich das ganze Konstrukt sehr interessant. Andererseits: wie unnötig viel Menschenleben und Geld diese Bekriegerei doch schon immer gekostet hat. Und es auch heute noch tut. Ist doch der Wahnsinn. Könnte man doch auch einfach bleiben lassen. Ansonsten, schaust du hier: http://www.lignemaginot.fr/de/

Wissembourg im Elsass

wissembourg-elsass-flammkuchenDirekt an der Grenze zu Deutschland liegt das nette Städtchen Wissembourg (oder Weißenburg). Die ist einen Stadtbummel wert, auch Flammkuchen essen kann man dort ganz gut. OK, wir hatten uns das falsche Restaurant für ausgesucht. Lecker war es, aber satt geworden sind wir nicht wirklich. Aber es gibt ja noch einige andere, vielleicht probieren wir die das nächste Mal aus.

Aber sonderlich tragisch war es nicht, wir hatten noch Eier im Kühlschrank und mit den letzten Mehlresten ergaben sich noch ein paar süße Crêpes zum Nachtisch. Am nächsten Tag noch ein Baguette geholt, so war auch das Thema „kulinarische Bildung“ in Frankreich erfolgreich abgehakt.

Fischbach bei Dahn und Dahn

baumwipfelpfad-fischbachWir sind nur ein Stück weiter gefahren, vom Elsass in die Pfalz. Die Gegend hier ist schön, es gibt Natur ohne Ende, und so hat es uns nur einige Kilometer weiter nach „Fischbach bei Dahn“ verschlagen. Nicht ganz zufällig, sondern vielmehr hat uns der Baumwipfelpfad interessiert. Gesagt, getan, und ein bisschen enttäuscht. Denn es gab weder tolle Aussichten, noch Action. Von beidem nur ein bisschen. Der ganze Komplex war auch einfach mehr für Familien mit kleinen Kindern gemacht. Die kommen dann auch im Biosphärenhaus ganz auf ihre Kosten, wo man die hiesige Tier- und Pflanzenwelt interaktiv kennenlernen darf.

Und was gibt es in Dahn? Felsen und schöne Wanderwege. Vielleicht auch Pizza und Eisdiele. Aber die zeige ich euch vielleicht beim nächsten Mal. Erst müssen wir morgen rausfinden ob es regnet oder doch nicht. Auf jeden Fall sind die Temperaturen jetzt weitaus angenehmer als noch vor ein paar Tagen. Mittags schön in der Sonne sitzen hat doch seinen ganz eigenen Charme 🙂

Ach ja: Kleines Update für crosli.de

So ganz nebenher habe ich crosli.de etwas umstrukturiert und umdesigned. Nur von meinem Vorhaben, Kommentare unter einigen Artikeln (wie den Reiseblogs) zuzulassen, bin ich doch wieder abgekommen. Auch, wenn sich das in der Vergangenheit einige gewünscht haben, ich habe einfach keine große Lust auf‘s moderieren, Spam rausfiltern usw. Also gilt nach wie vor: Wenn du mir schriftliches Feedback geben möchtest, entweder bei Facebook einen Kommentar absetzen oder mir eine Email schreiben. Hat in der Vergangenheit wunderbar funktioniert, wird es auch künftig tun.

Bildchen

Ruhiger Stellplatz am Rande vom Pfalzer Wald

Ruhiger Stellplatz am Rande vom Pfalzer Wald

Caipirinha mit Beil.

Caipirinha mit Beil.

Rhein mit Hochwasser.

Rhein mit Hochwasser.

Teil der Stadtmauer von Wissembourg.

Teil der Stadtmauer von Wissembourg.

Wissembourg.

Wissembourg.

Panzer, alt.

alter Panzer vor dem Four-à-Chaux

Ziemlich langer Bunkergang, hier im Bereich der Kaserne.

Ziemlich langer Bunkergang, hier im Bereich der Kaserne.

Baumwipfelpfad, der etwas spaßigere Teil.

Baumwipfelpfad, der etwas spaßigere Teil.

Dahner Felsenland: wir warten noch auf besser Wetter.

Dahner Felsenland: wir warten noch auf besser Wetter.

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