Wo wir uns rumtreiben, das könnt ihr in den Reiseberichten Normandie und Bretagne (in Arbeit) nachlesen. Was ich dabei so erlebe und empfinde, und meine ganz persönlichen Eindrücke, dafür ist dieser Reiseblog so da. Also schaun wir mal …

Normandie: erst die Pflicht, dann die Kür

Von unseren geschichtsträchtigen Ausflügen an die Anlandungsstrände der Normandie habe ich ja ausführlich berichtet. Das war es auch, was wir in der Normandie sehen wollten. Nennen wir es den letzten Teil von „Zeugnisse von Hitler’s irrem Zug durch Europa“ Wir hatten den Maginot-Riesenbunker der Franzosen im Elsass, wir hatten Auschwitz, dann kam die Wolfsschanze. Zuletzt eben die Normandie, wo er dann endlich war, der Anfang vom Ende Hitler’s. Und so schließen wir unseren Geschichtsunterricht ab und ziehen weiter nach Westen. Auf der Suche nach einem lauschigen Plätzchen zum Relaxen.

Und da sind wir dann auch in den Dünen von Biville hängen geblieben. Noch ein Tag, und noch ein weiterer Tag. Zeit, das Reisetempo wieder rauszunehmen. Wo es jetzt schön ist bleiben wir einfach etwas länger. Wir müssen auch in der Bretagne nicht jeden Zipfel und jeden Steinhaufen mitnehmen. Wir finden es einfach geil den Blick über die Dünen schweifen zu lassen, deren besondere Atmosphäre in der Abendsonne war schon einmalig. Keine Chance dies auf einem Foto einzufangen.

So halten wir es jetzt wieder etwas öfters, Zeitplan hin oder her. Man muss nicht alles gesehen haben. Geht auch gar nicht, wenn wir Ende Oktober in Portugal am Atlantik stehen möchten. Hinzu kommt, dass wir eben nicht nur reisen. Sondern auch arbeiten. Während andere in zwei Wochen Urlaub eben jeden Tag etwas Neues erkunden verbringen wir schonmal ein paar Tage vor dem Laptop, ohne wirklich viel von Land und Leute gesehen zu haben. Das ist nicht schlimm, es gehört dazu und an einem Strandparkplatz oder am Seeufer arbeite ich tausendmal lieber als in irgendeinem Büro.

Die Bretagne – teure Crêpes, launisches Wetter, und trotzdem superschön.

Ich glaub wir haben beide Womoverbot ...

Ich glaub wir haben beide Womoverbot …

Und so haben wir es doch tatsächlich gewagt, wir waren nicht direkt am berühmten Mont St.-Michel. Haben ihn aber immerhin aus der Ferne gesehen. War auch schön, vor allem für Tizon und mich. Haben wir doch bei Ebbe im so wunderschön matschigen Strand-Schlick getobt.

Waren wir in Polen locker 2-3 Mal die Woche essen, so sind wir in Frankreich erstmals nach 2-3 Wochen essen gegangen. Ich hatte Andre schon vorgewarnt: das wird kein Schnäppchen. Die Flasche Cidre kostete mit 7 Euro dann auch genauso viel wie zwei Colas, und jeder hatte zwei Crêpes – für je 8€. 37,50€ für ein Abendessen zu zweit, und man war noch nichtmal bappsatt. Ich bin dafür gerade leicht beschwippst, denn mein zweiter Crêpe war flambiert. Und, wir haben was draus gelernt: Ziegenkäse im Crêpe ist lecker, und man könnte auch noch ein paar Flaschen von diesem Cidre aufs Lager legen.

Hier kommt übrigens auch der Ducato als Begleitfahrzeug gut zum Einsatz. Irgendwo für ein paar Tage stehen bleiben, dann mit „dem Kleinen“ durch die Gegend gurken. Ist schon angenehmer durch die kleinen Dörfchen mit den engen Sträßchen und süßen Parkplätzchen als mit dem AMUMOT-Truck. Vor allem beim unverhofften Wenden im Sackgässchen.

Das Wetter in der Bretagne … Nunja. (Damit ist alles gesagt)

Grand Marée: Wasser da, Wasser weg.

Mont St. Michel in der Ferne.

Mont St. Michel in der Ferne.

Wir standen die letzten paar Tage auf einem Fleck. Schaue ich rechts aus dem Fenster sehe ich das Meer. Also nicht immer, aber manchmal. Denn das mit Ebbe und Flut nehmen sie hier in der Bretagne wohl recht ernst. Du schaust zwischendurch mal vom Laptop auf, aus dem Fenster raus – und das Wasser steht quasi im Vorgarten. Dann konzentrierst du dich wieder auf deine Arbeit, irgendwann schaust du ganz nebenbei wieder aus dem Fenster. Kein Wasser.

Dieser Effekt kommt gerade wohl auch ganz besonders zu tragen, weil gerade die Grand Marée am Wirken ist. Heißt, es hat momentan einen etwas größeren Tidenhub, etwa 10m. Hinzu kommt das flache Gelände, so dass eben mal recht viel, dann wieder überhaupt kein Wasser da ist. Andre hat dau ein schönes Zeitraffervideo gemacht:

Einziges Manko ist, dass man bei Ebbe nicht wirklich schön in der Matschepampe bzw. am erweiterten Strand laufen kann. Einfach zu weich, zu viel Schotter und grünes Zeug mit dabei. Interessant ist jedoch, dass bei Ebbe die Muschelsucher urplötzlich aufschlagen. War es im einen Moment noch recht ruhig hier, stehen plötzlich 20 Autos da. Also schnappen wir uns die Hunde und schauen mal, wo die Leute sich so rumtreiben. Wir werden ein Stück weiter fündig und schauen zu, wie sie mit Schäufelchen und Eimerchen im Dreck buddeln, meist in der Nähe von Felsen.

Denn da haben sich die leckeren Muscheln dran festgekrallt. Es sind eine Art Austern. Nur schwerer einzusammeln, weil sie wohl sehr gut im Festkrallen sind. Und auch schwerer zu öffnen als normale Austern. Hinzu kommt, dass die Ernte wohl nicht sehr berauschend ist dieser Tage. So hat es uns eine nette französische Dame erzählt die ich einfach mal gefragt hab was sie denn da so alles eingesammelt hat. Kurzum: die aufwändige Muschelsuche sparen wir uns. Bei mir ist die Verletzungsgefahr beim Muschelknacken zu hoch, und Andre mag die klitschigen Dinger eh nicht.

Stellplatzsuche in der Bretagne: Google Maps und ein halbes Gigabyte später …

Knalltüten üben sich in Harmonie.

Knalltüten üben sich in Harmonie.

Die freie Übernachtungssituation an der Bretagne scheint mir je nach Küstenabschnitt recht unterschiedlich auszufallen. Mal gibt es einen Parkplatz direkt am Meer, auf dem ein freundliches „Wohnmobile erlaubt“ Schild zu finden ist. Mal gibt es diese kleinen Parkplätze, auf die sich sonst eher nur Einheimische verirren. Campingplätze und Bezahlstellplätze gibt es wohl überall, aber die ignorieren wir ja konsequent. Und dann gibt es Abschnitte, auf denen du einfach nichts Schönes findest. Auch nicht beim Scannen auf Google Maps.

Also schweift der Blick nach Süden. Zeit, dass wir was finden bevor das Datenvolumen alle ist. Seen, Flüsse und Kanäle sind immer ein guter Anhaltspunkt zum ruhig und naturnah stehen. Ich finde zwei lauschige Plätzchen, schicke Andre die Koordination per Skype. Er sagt super, da fahren wir hin. Ich bin wieder mal etwas früher da, gehe schön mit Tizon eine Runde Gassi, wir naschen von den Brombeersträuchern, Tizon geht in 10 Minuten fünfmal baden. Ich wundere mich noch, wo er denn bleibt … Andre wundert sich warum weder See noch Tanja am Zielort sind … Ups, er ist an den einen ausgesuchten Platz gefahren, ich an den anderen.

Also fahre ich einfach weitere 35km nach Süden – die Richtung stimmt ja. Wir bewegen uns jetzt grundsätzlich nach Süden – weshalb dieser Reiseblog jetzt auch als erster in der Kategorie „Winter 2016“ geführt wird. Der Sommer ist nun ohnehin vorbei, wir hatten heute Morgen den Holzofen an.

Mobiles Internet in Frankreich

Bei mir hat sich im Vorfeld unserer Frankreich-Reise ein kleiner Denkfehler eingeschlichen. Aber nur ein kleiner. Ich surfe derzeit mit Edeka mobil. Hier gibt es 3GB für 20€. Alles bestens soweit. Günstiger sind französische Prepaidkarten auch nicht. Aaaber, und das gilt für alle deutschen Karten: 4G ist nicht freigeschaltet. So hatten wir beispielsweise in den Dünen von Biville nur theoretisches Internet. 4G war vorhanden, 3G allerdings nicht. Und weil unsere Karten kein 4G können, hatten wir also quasi nichts. Hier wäre eine französische Karte dann doch besser gewesen. Andres Sat-Internet hat uns dann gerettet, wir konnten dort ein paar entspannte Tage verbringen.

Ich surfe dennoch mit Edeka weiter, habe ich mir doch gleich 4 Karten angeschafft, extra für Frankreich und evtl. auch Spanien. Es gibt 3GB für 20€, was recht günstig ist. Allerdings ist das Nachladen (innerhalb eines Monats) mit 10€für 1GB dann irgendwie etwas teurer. Ginge aber auch noch.

Im Übrigen ist das Aktivieren so einer Edeka-Karte eine Tragikomödie in mehreren Akten. Online geht’s irgendwie nicht richtig, also nochmal am Telefon gemacht. Da bekommst du aber kein Passwort für den Onlinebereich, also nochmal die andere Hotline anrufen oder den Support anmailen. Sie versprechen dann eine SMS mit dem Passwort zu schicken, die kommt aber nicht an … Aber wenn es mal läuft, dann ist ganz gut.

Crêpes und Cidre: kann ich auch.

Wie erwähnt, wir waren in einer Crêperie essen. Es war ganz gut, doch auch ganz gut teuer. Also direkt am nächsten Tag einen Intermarché aufgesucht und ein paar Zutaten gekauft.

Grundrezept für ca. 6 halbwegs dünne Crêpes: 1 Esslöffel Butter, eher weich. Zwei Prisen Salz, 2 Teelöffel Zucker, 3 Eier. Dann einen Schupser Milch und Mehl reinkippen, bis es ziemlich fest ist. Erstmal mit dem Zauberstab mit Schneebeesenaufsatz durchmixen. Dann weiter Milch dazu bis die Masse relativ flüssig wird. Jetzt kurz stehen lassen, und die weiteren Leckereien vorbereiten. Denn ist der Teig erstmal in der Pfanne muss es fix gehen.

Crêpe à la Tanja

mit Ziegenkäse, Speck und Schinken nebst Feldsalat

Crêpe à la Tanja

Crêpe à la Tanja

Etwas Butter (ich nehme Rama Culinesse) in die größte Pfanne, heiß werden lassen. Crêpe auf der einen Seite braten, nicht zu lange. Sobald er sich wenden lässt, wenden. Jetzt die eine Hälfte belegen, mit Schinken und dünn geschnittenem Ziegenkäse. Gewürze könnte man auch noch reinmachen. Dann zusammenklappen, wie eine Calzone. Jetzt hat es in der halben Pfanne Platz. Dort etwas Speck anbraten, plus ein größeres Stück Ziegenkäse. Den Calzone-Crêpe zwischendurch umdrehen. Eventuell nur mit 2/3 Hitze arbeiten, sonst wird er schwarz. Speck und Ziegenkäse mit dem Pfannenwender auf den Crêpe schaufeln, das ganze dann auf einen Teller. Eine Handvoll Feldsalat mit Vinaigrette (kauf ich beides fertig ;-)) dazu, fertig. Materialkosten pro Crêpe: ca. 1,50€. Zeitaufwand: ca. 3min.

Also Andre sagt, es schmeckt besser als bei der Profi-Crêpeuse gestern. Super, direkt mal 2×8€ gespart 🙂

Nachtisch: Crêpe mit Nutella und Banane.

Gleiches Prinzip wie oben: etwas Butter in die Pfanne, eine Seite kurz braten, dann umdrehen und eine Hälfte belegen. Erst ein Teelöffel Nutella drauf, dann eine geviertelte Banane. Und das zackig, dann zusammenklappen. Nach einer halben Minute wenden. Wenn auch die Seite goldbraun ist, fertig. Hier mit etwas weniger Hitze arbeiten – damit die Banane innen auch schön durch ist.

Bon Apetit!

Ach ja, diese Tombola …

So „ganz nebenbei“ habe ich ja noch diese eine Aktion auf die Beine gestellt,mit Andres tatkräftiger Unterstützung. Viele Stunden habe ich darüber gebrütet und hoffe nun, dass in den nächsten Wochen viele Lose verkauft werden. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten haben wir doch noch einen guten Start hingelegt: fast 400 Lose habt ihr in den ersten beiden Tagen gekauft. Ein großes Dankeschön! Der Anfang ist gemacht, jetzt heißt es dranbleiben. Wenn du also noch kein Los hast, dann hol dir welche – oder auch nur eines. Denn jeder Beitrag zählt.

Tombola – alle Infos


Noch ein paar Bildchen:

Panzerrosten in den Dünen von Biville.

Panzerrosten in den Dünen von Biville.

Hängen geblieben, in den Dünen von Biville.

Hängen geblieben, in den Dünen von Biville.

Der gigantische Strand von Biville.

Der gigantische Strand von Biville.

Da liegt ein Bunker auf dem Strand von Biville

Da liegt ein Bunker auf dem Strand von Biville

Wilde Muschelkultur.

Wilde Muschelkultur.

Tizon betreibt Stöckchenakquise aus den Überresten einer Austernbank.

Tizon betreibt Stöckchenakquise aus den Überresten einer Austernbank.

Berühmt: Mont St. Michel und bretonisches Wetter.

Berühmt: Mont St. Michel und bretonisches Wetter.

Muschelfarm, bei Ebbe wird geerntet

Muschelfarm, bei Ebbe wird geerntet

Alte Schießkanone auf einem Kap - 2km Reichweite.

Alte Schießkanone auf einem Kap – 2km Reichweite.

Unser Platz die letzten Tage, Île-a-Bois

Unser Platz die letzten Tage, Île-a-Bois

Crêperie-Impressionen

Crêperie-Impressionen

Heutige Nachmittagsgassirunde im Inland.

Heutige Nachmittagsgassirunde im Inland.

Der Reiseblog zwischendurch: Eindrücke aus Franzosenland
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