Mein mobiles Büro braucht eine mobile Stromversorgung. Denn was nützt einem allzeit verfügbares Internet über Satellit im Wohnmobil wenn keine Steckdose in Sicht ist? Eine Lösung hat sich längst bewährt, ist immer öfters zu sehen: mobile Solaranlage für Wohnmobile. Ob Campen auf dem Platz oder in der Wildnis, dank solarer Stromversorgung bleibt Flexibiltät beim Camping erhalten. Doch aus welchen Komponenten besteht solch eine kleine Solaranlage, worauf sollte ich achten und wie viel Leistung muss diese eigentlich bringen damit eine autarke solare Stromversorgung gewährleistet ist?


UPDATE Sommer 2015: Erst kommt der informative Teil, weiter unten dann eine Aufstellung meiner im Wohnmobil verbauten Solaranlage, inklusive Links zu Amazon!


Wieviel Strom verbrauchen wir beim Camping?

Ist Strom endlich sieht das Verbrauchsverhalten ganz anders aus als wenn Energie scheinbar ewig fließen könnte. Bei einer autarken Stromversorgung im Wohnmobil, welche ganz davon abhängig ist wieviel Strom Solarmodule produzieren und welche Strommengen vorhandene Solarbatterie(n) speichern können, ändert sich die Wahrnehmung. Da wird der Laptop im Zweifel nicht im Hochleistungsmodus betrieben, am Abend die Beleuchtung auf ein angenehmes Minimum reduziert, ohnehin kommen LEDs statt stromfressenden Glühlampen zum Einsatz. Im Wohnmobil solar Strom erzeugen, wen du dies vorhast solltest du erst einmal herausfinden wie viel Energie überhaupt benötigt wird.

Messen statt raten. Wer bereits ein Wohnmobil mit Versorgungsbatterie sein eigen nennen darf kann relativ leicht ablesen wie viel Strom ungefähr verbraucht wird. Wer es jedoch genauer wissen will sollte sich ein Strommessgerät beschaffen, einzelne Verbraucher für 24h dranhängen und schauen, was wann wieviel Strom verbraucht. Dies führt nicht nur zur Erkenntnis wie groß eine neue Solar Anlage fürs Wohnmobil ausfallen sollte. Sondern auch, welche elektronischen Geräte unerwartet viel Strom fressen. Und auf welche Stromfresser gut verzichtet werden kann. Außerdem bietet dieses Verfahren erste Anhaltspunkte dafür, wieviel Watt ein eventueller Wechselrichter verarbeiten müssen kann.

Ich selbst habe alle stromverbrauchenden Komponenten, die bei meinem Wohnmobilausbau zum Einsatz kommen (müssen) für mind. 24h einer Messung unterzogen. Eine Aufstellung könnte wie folgt aussehen:

STROMBEDARFWatth / TagTag  (Wh)
Laptop505250
Modem, Router5525
Boxen5525
Telefon5525
Akkus laden10220
Beleuchtung 4×3,5 Watt15230
Beleuchtung LED-Leiste24248
Kühlschrank1024240
Küchengeräte2000,2550
Minibackofen5000,25125
kurzfristige sonst. Geräte2000,2550
888

Ganz anders sieht diese Rechnung übrigens aus wenn über Solar / Strom auch Wärme im Wohnmobil erzeugt werden sollte. Durchlauferhitzer sowie Heizstrahler sind wahre Stromfresser. Weshalb diese Komponenten, durchaus relevant fürs Wintercamping, erstmal aus meiner Kalkulation draußen bleiben.

Wieviel Strom sollte meine Solaranlage produzieren können?

Nun wäre es schön einfach, wenn meine mobile Solaranlage auf dem Wohnmobil einfach soviel Strom erzeugen müsste wie ich im Laufe eines Tages beim Camping verbrauche, auch Solarbatterien entsprechend viel Strom speichern müssen. So einfach ist es freilich nicht. Wirkungsgrad von Solarmodulen sowie Solarregler, Stromverlust durch Wechselrichter, maximale Entladung von Batterien müssen einkalkuliert werden. Auch das eigene Verbrauchshalten spielt nochmal eine Rolle: verbrauchen wir primär tagsüber oder am Abend Strom? Frühaufsteher müssen etwas mehr Batteriekapazität einplanen, damit sie morgens um 6 Uhr Frühstücksei und Kaffee kochen können, ohne Stirnlampe. Langschläfer hingegen können eher darauf setzen dass ihre mobile Solaranlage das Wohnmobil schon fleißig mit Strom versorgt ehe man irgendwann mal aus dem Bett fällt und sich eine Tasse Kaffee auf der elektrischen Herdplatte kocht (meine Variante ;-).

Ebenfalls einzukalkulieren sind deine Reiseziele. Der Winter in Skandinavien hat verdammt lange Nächte, Sommercamping in Spanien hingegen versprechen eine große Stromausbeute, dank starker Sonneneinstrahlung und wenigen Regentagen können Solaranlagen für Wohnmobile ihre ganze Leistungskraft beweisen.

Auch gilt zu überlegen, inwiefern Strom aus Photovoltaik als alleinige Energiequelle taugt. Oder inwiefern Landstrom oder Gasflaschen ebenfalls als Energiequellen hinzugezogen werden sollen. Und das Trennrelais natürlich. Insbesondere beim Kochen, Kühlen und Heizen setzen viele Wohnmobilausbauer eher auf Gas. Ich habe mich dagegen entschieden und bisher ist meine Rechnung aufgegangen. Dank einem sonnigen deutschen Sommer in 2015.

Warum kein Gas? Aus zweierlei Gründen. Erst einmal möchte ich nicht alle paar Wochen Gasflaschen tauschen gehen. Andererseits möchte ich nicht mit Gas zusammen auf engem Raum übernachten. Letzteres mag etwas paranoid erscheinen, doch wenn Gas in einem geschlossenen Raum entweicht dann wird’s doof. Außerdem wurde meine Solaranlage (260 Watt Solarmodule, MPPT-Laderegler, 1200 Watt Wechselrichter, 2 AGM-Batterien à 180 Ah) so konzipiert, dass sie mir zumindest bei halbwegs guter Witterung ausreichend Strom liefert. Nur wenn es kalt und mehrere Tage bewölkt / regnerisch ist die Stromerzeugung über solar unzureichend, muss ich (zumindest theoretisch) auf Landstrom zurückgreifen. Oder mein Mechaniker bekommt es noch hin das Trennrelais korrekt einzubauen. Wäre auch schön.

12 bzw. 220 Volt: Welche Spannung im Wohnmobil ?

12 Volt, 220 Volt oder beides? Welche Spannung im Wohnmobil vorhanden sein soll, bereits in der Planungsphase des Wohnmobilausbaus ist dies wichtig. Eine Elektroinstallation mit 220 Volt ist etwas aufwändiger, so müssen separate Lehrrohre verlegt werden. Von Vornherein eingeplant kein Problem machbar. Nicht eingeplant eine schlimme Fummelei.

Generell sollte man sich überlegen, inwiefern 220 Volt notwendig sind. Alle möglichen Haushaltsgeräte gibt es inzwischen auch als 12 Volt Version, konzipiert fürs Camping, erhältlich in Campingshops. Jedoch sind diese Gerätschaften oftmals teurer als Massenware, welche auf 220 Volt läuft. Überall, wo CAMPING drauf steht steigt der Preis. Kühlschrank, Haarfön oder Minibackofen, es hat schon seine Vorteile reguläre Produkte auch im Wohnmobil verwenden zu können. Nicht zuletzt, wenn es um das mobile Büro im Wohnmobil geht, der Grund, warum zumindest ich ja eine Solaranlage benötige: Scanner, Laptop, Router etc. sind nunmal auf 220 Volt ausgelegt. Auch Werkzeug wie Stichsäge oder Winkelschleifer kann man schnell mal betreiben. Das war bei meinem Ausbau sehr praktisch. Einige Geräte funktionieren übrigens nur, wenn Wechselrichter mit reiner Sinuswelle zum Einsatz kommen. Kaffeepadmaschine, Induktionsherdplatte, TV etc. funktionieren bei modifiziertem Sinus vermutlich nicht.

Laderegler: MPPT sind schlauer & ertragsreicher

Schnittstelle zwischen Solarmodulen auf dem Dach des Wohnmobils (bzw. Wohnwagen) und Solarbatterie stellt der Laderegler dar. Es gibt ihn in der normalen und cleveren Variante, wobei letztere als MPPT-Laderegler bezeichnet werden. Sie sollen den Wirkungsgrad einer Solaranlage deutlich anheben. Wichtig hier vor allem, auf einen Laderegler mit ausreichend Kapazitäten den Stromdurchfluss betreffend zu setzen. Hat 1 Solarmodule mit 100 Watt einen Ladestrom von vielleicht 5 Ampere, werden 3 Solarmodule am Wohnmobil betrieben so darf der Laderegler eher 30A als nur 20A mitbringen. Für den Fall, dass man späteres Modul nachgerüstet werden soll. Lieber etwas großzügiger dimensionieren, dann kommt es weniger zu Engpässen, man muss nicht zweimal kaufen oder seine Photovoltaik Anlage unnötig kompliziert konstruieren. Weniger ist mehr, dies gilt nur für die Komplexität / Anzahl verschiedener Komponenten einer Solaranlage. Sind diese einzelnen Komponenten jedoch großzügig ausgelegt wird so manch ein ärgerlicher Nachkauf überflüssig. Ich habe mich dazu entschieden, für den Laderegler etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Denn auf ihn kommt es an bei der Frage ob Batterien überladen werden. Weder Überspannung noch Unterspannung tut ihnen gut, und ein guter Laderegler kümmert sich drum, dass beides nicht vorkommt.

Mein eigenes Planungstool: Stromverbrauch, Batteriekapazität und Modulleistung kalkulieren.
Mit dieser kleinen Excel-Tabelle habe ich die Solaranlage für mein Wohnmobil geplant. Sie sieht unscheinbar aus, aber es steckt recht viel Recherche drin. Was verbraucht wieviel Strom? Wie tief sollte eine Batterie überhaupt entladen werden? Was können Solarmodule, flach auf dem Dach liegend, überhaupt an Leistung erbringen? Hundertprozentig ist diese Kalkulation sicherlich nicht. Und was ich wegen Unbrauchbarkeit rausgenommen habe sind Szenarien mit Schlechtwetter. Doch für mich ist es gut aufgegangen, so falsch kann die Rechnung also auch nicht sein!

solaranlage-wohnmobl-planung.xlsx

Solarbatterie: Strom speichern. Viel hilft viel.

Wohnmobile verfügen bereits über eine Versorgungsbatterie, welche über Fahrt aufgeladen werden. Die Elektroinstallation steht, der Anschluss für Landstrom ebenfalls. Recht einfach, hier eine Solaranlage anzubringen, vorhandene Batterie(n) mittels Sonnenenergie aufzuladen. Doch wir möchten ja ein Wohnmobil ausbauen, unsere mobile Solaranlage gleich miteinplanen. Erzeugten Strom speichern zu können erweist sich hierbei natürlich als elementar, schließlich benötigen wir im Urlaub diesen insbesondere in den Abendstunden – wenn keine Sonne mehr scheint. An schönen, naturnahen Orten, ohne Zugang zu einem Stromnetz. Wo wir auch mal 1-2 Tage länger stehen wollen.

Kapazitäten von Solarbatterien werden in Ah beziffert. Von 80 bis 300 Ah ist bei einer Amazon-Suche eine große Auswahl an speziell konzipierten Solarbatterien zu finden. Wichtig hierbei vor allem, dass diese zyklenfest sowie wartungsfrei sind. Wie groß diese ausfallen sollte hängt natürlich ab von der gewünschten Speicherkapazität. Gleichzeitig ist jedoch empfehlenswert, auf mehrere kleinere Batterien (z.B. mit 120Ah) zu setzen anstelle auf eine Größere (z.B. 280Ah). Warum? Zum einen sind bei größeren Modellen Außenmaße sowie Gewicht zu beachten, beides fällt recht umfangreich aus. Hier können kleinere Batterien vielleicht flexibler in das Wohnmobil integriert werden, auch lässt sich das Gewicht besser verteilen. Und wenn die Kapazität von beispielsweise zwei Solarbatterien nicht ausreicht, erzeugter Strom von der Solaranlage auf dem Wohnmobil mangels Speicherkapazitäten nicht genutzt werden kann, lässt sich einfach eine weitere Batterie anschließen. Außerdem: fällt eine Batterie aus, hat man immer noch 1-2 weitere. Bei nur einzigen installierten Solarbatterie wäre der Schaden hoch, die Stromversorgung bis zum Austausch hinüber.

Es gibt in Formen wahre Glaubenskriege zu den Batterien. Es gibt normale Gelbatterien und AGM-Batterien, wobei ich mich für AGM entschieden habe. Sie sollen tiefere Entladungen besser verzeihen. Etwas neuer sind Lithium-Batterien. Sie wären die ideale Lösung fürs Wohnmobil. Denn sie können komplett entladen werden, Gelbatterien (inkl. AGM) nur zu max. 50%. Außerdem sind sie viel leichter und kompakter. Allerdings auch ein vielfaches teurer. Zu teuer auf jeden Fall für mein Ausbaubudget. Wenn du aber mehr darüber erfahren möchtest lies diesen Artikel auf Amumot. Dort kannst du das System dann auch kaufen und dir einbauen lassen.

Bei der Kapazitätenplanung vor allem darauf achten, dass man bei 120 Ah Solarbatterien also mit vollen 120 Ah rechnen darf. Eine vollständige Entladung (Tiefenentladung) würde Batterien ruinieren, so dass ca. 50% Restladung in der Batterie enthalten sein müssen. Laderegler und Wechselrichter erkennen dies, geben keinen Strom mehr ab wenn die Batterie unter eine bestimmte Spannung fällt. Wenn das öfters passiert hast du deine Solaranlage des Wohnmobils wohl falsch konzipiert 😉

Kann man zu viel Speicherkapazität on Board haben? Theoretisch wohl nicht, jedoch ist das hohe Gewicht dieser Batterien zu achten. Hier sollte beim Einbau auf jeden Fall auf die Gewichtsverteilung im Fahrzeug geachtet werden. Ich habe meine AGM-Batterien, die zusammen immerhin 100kg wiegen, mittig im Bereich der Hinterachse platziert.

Weitere Überlegungen zur Solaranlage für Wohnmobile

Solarmodule Wohnmobile Camping
  • Gasflaschen, Anschluss für Landstrom, Solarbatterie während der Fahrt aufladen. Es gibt einige weitere Möglichkeiten sich weitergehend mit Energie zu versorgen. Solaranlage als primärer Energielieferant ist super, doch was tun bei Schatten, Regen, oder im Winter bei eher schwachen Sonnenausbeute? Gerade wer im Wohnmobil überwintern möchte benötigt weitere Optionen. Die einfachste stellt wohl Landstrom dar. Wohnmobil anstöpseln, fertig. Ein Trennrelais ist ebenfalls Standard im Wohnmobil, hier werden beide Batterien (Starter u. Versorgung) über die Lichtmaschine aufgeladen. Und je nach Relais sogar recht zügig. Hier kann es allerdings zu Komplikationen kommen. Mein Mechaniker (freie Werkstatt) hat es kurz vor meiner Abfahrt nicht mehr geschafft das Signal von der Lichtmaschine abzugreifen. Und es war so ziemlich der einzige Bereich, in dem ich auch online nichts konkretes gefunden habe. Werde wohl noch in die Fiat-Werkstatt müssen.
  • Stromertrag maximieren, Module aufständern: Standardmäßig werden Solarmodule flach aufs Dach vom Wohnmobil montiert, mittels Spoilern verklebt. Eine Alternative kann die Aufständerung darstellen. Hier finden sich einige wenige Anbieter, mit welchen ich mich noch befassen werden darf. Gerade bei tieferem Sonnenstand kann der Ertrag der Solarmodule deutlich angehoben werden, laut Herstellerangaben um bis zu 50%. Da eine Aufständerung-Konstruktion um 100 Euro kostet muss gerechnet werden, zumal ein Solarmodul mit 100 Watt Leistung kaum teurer ist. Allerdings ist der Platz für eine Solaranlage auf dem Wohnmobil Dach ja auch begrenzt. Meine Lösung: 2 Module à 150 Watt plus 2 Aufständerungen. Dürfte in etwa genauso viel Strom erzeugen wie 4 x 100 Watt Solarmodule, flach aufgeklebt, ist jedoch im Preis etwas günstiger und nimmt weniger Platz auf dem Dach ein.
  • Wechselrichter mit Aufladefunktion durch Landstrom: Auch wenn die Sonne mal weniger scheint kannst du deine Batterien aufladen, ohne mit dem Wohnmobil rumfahren zu müssen: Es gibt Wechselrichter, welche auch umgekehrt arbeiten, solare Batterien über das Stromnetz aufladen können. Allerdings kosten diese Wechselrichter schonmal 100-200 Euro mehr. Sind dafür eine schöne Erweiterung einer Solaranlage wenns mal nicht ganz so sonnig ist. Alternativ gibt es natürlich auch normale separate Ladegeräte.
  • Solaranlage erweiterungsfähig konzipieren: Reserven und Fehlberechnungen einplanen. Insbesondere Laderegler sollten großzügig dimensioniert sein, dies gilt aber auch für Wechselrichter. Gleich auf Laderegler mit 30 Ampere setzen, dies war bei mir mit einem überschaubaren Aufpreis verbunden. So kann ich mein System nochmals um bis zu 100 Watt erweitern. Beim Wechselrichter geht es ebenfalls um Watt-Zahlen. Verträgt dieser lediglich 1000 Watt fliegt bei so manchem Gerät schnell die Sicherung raus. Erst Recht, wenn mehrere dranhängen. Auch der Anlaufstrom einzelner Geräte ist wichtig. Mein Miniheizstrahler benötigt regulär nur 600 Watt, wenn er jedoch kalt ist und erstmals anläuft zieht er kurzfristig 900 Watt Strom. Springt jetzt noch der Minikühlschrank an der ebenfalls für ein paar Sekunden 500 Watt zieht, ist das System schnell überlastet. Jetzt sollte die Sicherung rausfliegen. Und damit auch genau das geschieht habe ich mich für einen Spannungswandler mit 1500 Watt entschieden. Das reicht locker, und ich habe nebst Kühlschrank und Laptop als Dauerverbraucher einfach nie mehr als ein weiteres Gerät mit hohem Energiebedarf dranhängen (Herdplatte ODER Heizlüfter ODER Fön).

Hier kommen nun Shopping-Links zu meiner Solaranlage.

Eines ist mir aufgefallen: Die meisten professionellen Anbieter für Batterie und Solarmodule sind auf Amazon wie Ebay unterwegs, haben außerdem einen eigenen Onlineshop. Ich habe relativ viel bei Ebay gekauft, aber die Preise bei Amazon sind eigentlich recht identisch.


2x Solarmodule à 130 Watt:
Und zwar monikristalline Module. Es gibt auch polykristalline, die sind billiger, aber auch weniger ertragsreich. Es gibt ein paar etablierte Händler auf Ebay / Amazon und mit eigenem Onlineshop (Enjoy Solar, Offgridtech etc.) Ich vermute, dass die alle die gleichen Module verkaufen – nur mit jeweils eigenem Branding. Auf jeden Fall sind die angegebenen Werte auf dem Datenblatt alle gleich.

Es gibt sie auch mit 100W oder 150W. Bei mir waren 130 Watt ideal, auch für mein Dach. Und ich kann immer noch um ein weiteres Solarmodul erweitern. Denn Laderegler und Solarkabel sind entsprechend konzipiert.


Solarmodule befestigen: 2x Haltespoiler & Klebeset
Erst werden die Module in die Halterungen geschraubt, diese dann auf das Dach geklebt. Wir haben sie zusätzlich verschraubt. Nötig war das wahrscheinlich nicht, dieses Sikaflex ist schon stark. Aber für das gute Gefühl ist diese Doppellösung schon gut. Beim Verschrauben kamen Muttern zum Einsatz, die sich selbst sichern. Die sich also nicht lösen können, durch Erschütterung oder so. Das ist wichtig, auch weil diese jetzt hinter der Verkleidung unzugänglich versteckt sind.

Sehr, sehr wichtig beim Kleben ist das vorherige Primern. Deshalb empfehle ich, gleich das Klebeset zu kaufen. Damit werden die Module, welche an den Spoilern befestigt sind, auf das Dach geklebt.


Solarmodule verkabeln:
2x 6mm dicke Solarkabel, 2x doppelte Dachdurchführung, Y-Stecker und MC4 Solarstecker
Viel hilft viel – das gilt bei Stromsachen vor allem für den Kabeldurchschnitt. 6mm sind etwas mehr als wirklich benötigt werden. Aber: so habe ich schon genug Kabel liegen um ein eventuell drittes Modul zu montieren. Reicht immer noch. Ich habe für JEDES Modul 6mm Solarkabel verlegt. Eines hätte wohl auch gereicht. Selbst wenn man nicht erweitern möchte. Das weiß ich heute sicher, damals jedoch war das anders. Vor dem Laderegler werden die Kabel mit dem Y-Stecker „verheiratet“. Dazu müssen die Enden konfektioniert werden, deshalb werden zwei Paare MC4 Solarstecker benötigt. Ich habe drei Paare gebraucht. Ein Paar ist in der Lernphase drauf gegangen…


30A MPPT-Regler + Batteriemonitor
Hier empfehle ich ganz bewusst NICHT, was ich mir selber zugelegt habe. Sondern, was ich mir heute zulegen würde. Denn ich bin schlauer geworden. Zwar funktioniert mein System, doch ist es zwischenzeitlich nicht mehr zu den Preisen die ich bezahlte erhältlich, und da kannst du dir gleich was Besseres kaufen. Und das sind MPPT-Laderegler plus Batteriemonitor von Victron Energy. Den Laderegler gibt es in verschiedenen Größen. Ich habe einen 30A Regler, so dass ich bei Bedarf noch ein weiteres Modul daran anschließen kann.


2x AGM Batterien à 180Ah:
Nass, Gel, AGM, Lithium: In Sachen Batterie gibt es wahre Glaubenskriege in den Womoforen. Auch darüber, ob eine große oder zwei kleine besser sind. Eines ist klar: bei den konventionellen Versorgerbatterien ist AGM das Beste. Lithium ist natürlich besser, aber auch sehr teuer. Würde ich wirklich langfristig im Wohnmobil leben wollen (also über Jahre), dann würde sich Lithium wohl rechnen. Für die meisten jedoch dürfte AGM eine gute Wahl sein.

Beim Batteriekauf solltest du darauf achten dass es ein etablierter Händler ist. Einer mit vielen verkauften Produkten. Batterien, die seit Jahren auf Lager liegen werden mit der Zeit kaum besser.


Wechselrichter: 1500 Watt reine Sinuswelle
Mein erster Wechselrichter von AEG lieferte 1200 Watt und hatte nur eine modififzierte Sinuswelle. Damit lief eigentlich alles. Das Problem: Sobald ich ein Gerät anschloss, das eine reine Sinuswelle erforderte, ist der Wechselrichter kaputt gegangen. Nachdem das zweite Gerät innerhalb von wenigen Monaten den Geist aufgab, diesmal aus unergründlichen Gründen, habe ich dann auch erkannt: in dem AEG-Gerät steckt wohl keine deutsche Markenqualität. Also rüber zu ebay und einen neuen Spannungswandler gekauft, mit 1500 Watt und reinem Sinus. Was mir dabei auch wichtig war: eine Fernbedienung. Die war beim AEG-Gerät schon toll, auch weil sie zusätzlich zum aktuellen Verbrauch in Watt die Batteriespannung in Volt anzeigte. Das hat mein neuer Spannungswandler nicht, hier gibt es nur ein/aus. Reicht aber auch. Diese Fernbedienung ist wichtig, wenn du den Wechselrichter im Wohnmobil an unzugänglicher Stelle verbauen möchtest. Das Gerät verbraucht selbst in ausgeschaltetem Zustand Strom. Und wenn der Strom mal knapp ist kann der Verbrauch via Fernbedienung auf NULL gefahren werden. Das kann ich abends kurz checken, und bei Bedarf direkt vom Bett aus den Wechselrichter – inklusive Kühlschrank – einfach ausschalten. Kommt aber nur bei Schlechtwetter vor.


Plus:
– Baumarkt: Edelstahlschrauben und Muttern, die nicht aufgehen können – 4x pro Modul. Denn doppelt hält besser.
– Kurze, extra dicke Batteriekabel um die Batterien miteinander zu verkabeln (Plus-Plus und Minus-Minus). Außerdem passende Polklemmen. War ein kleiner Onlineshop, finde den Link aktuell nicht mehr.
– Plastikkappen um die Batteriepole etwas abzudecken (muss vermutlich nicht sein, schadet aber sicherlich auch nicht…)

Komplettset: die vorkomponierte Wohnmobil – Solaranlage

Praktisch für Einsteiger, da inklusive aller Kabel sowie deutschsprachigem Support stellen die Angebote von Offgrid dar, zu haben auf Amazon. Komplette Solaranlagen für Wohnmobil oder auch Wohnwagen verschiedener Dimensionen: 100, 200 oder 300 Watt stehen zur Auswahl. Sie sind außerdem so konzipiert, dass sie erweiterungsfähig sind (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels, bitte nochmal checken vor Kauf). Ebenfalls zur Wahl stehen Komplettsets mit oder ohne MPPT-Laderegler, zu akzeptablem Preis. Billiger sind sie aber auch nicht als der Einzelkauf.

Was noch hinzugerechnet werden muss ist die Solarbatterie, ggf. auch Wechselrichter. Inklusive eventueller Verkabelung / Elektroinstallation im Wohnmobil. Aber mal ehrlich: wenn du den Artikel bis hierhin durchgelesen hast, dann kannst du dir auch dein eigenes System zusammenstellen!