Da beschäftige ich mich seit einigen Tagen intensivst mit dem Thema „Wohnmobilbatterie“, für einen ausführlichen Ratgeberartikel. Und was geschieht? Bei einem Geschäftstermin läuft mir eine neue Batterie übern Weg, deren Potential ich direkt erkannt habe. Eine tragbare Lithiumbatterie, die sich doch auch super mit einem faltbaren Solarmodul kombinieren ließe. Zwei Produkte, miteinander kombiniert wirklich genial und spannend.

Komponente 1: faltbares Solarmodul (100Wp)

faltbares Solarmodul, ausgefaltet.

faltbares Solarmodul, ausgefaltet.

Es ist der Sonne nach ausrichtbar, hat ein kompaktes Packmaß und ist mit wenigen Handgriffen aufzustellen: dein faltbares Solarmodul mit 100Wp ist wohl das mit der größten Kapazität auf dem Markt. Mehr als 100Wp wären dann wohl auch nicht praktikabel, sprich unhandlich. Es wiegt nur 5kg und hat einen Griff dran, und wurde in Deutschland produziert. Am Modul befinden sich auch schon die Kabel, eigentlich zum Einstecken in den Laderegler gedacht.

Komponente 2: tragbare Lithiumbatterie (40Ah)

tragbare LiFePo4 Batterie: Victron Energy Power Pack

tragbare LiFePo4 Batterie: Victron Energy Power Pack

Sie ist neu auf dem Markt, und besonders spannend: Eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie von Victron Energy als „Power Pack“, also tragbar. Mit all den Vorteilen einer Lithiumbatterie, auf die ich gleich noch genauer eingehe. Dazu gehört noch ein Bluetooth Dongle, damit Ladestände usw. per Smartphone (da gibt’s ne App für) ausgelesen werden können.

Miteinander kombiniert macht das: eine tragbare, mobile Solaranlage erster Sahne.

Ich denke, es ist momentan das Beste, was es derzeit auf dem Markt zu haben gibt. Nicht nur von der Technik her, auch in qualitativer Hinsicht.

Ein 100 Watt faltbares Solarmodul, in Kombination mit dem 40Ah Lithium Power Pack – überlegen wir mal, wie flexibel und vielseitig diese Kombination einzusetzen ist: Fahrzeugunabhängig (Wohnwagen, Wohnmobil, Kfz, Boot, Fahrrad, …) und standortunabhängig (Wochenendhaus, Baggersee, Gartenhaus, Grillplatz, Berghütte …). Und zwar aufgrund des geringen Packmaßes und Gewichts (Modul = 5,0kg +  PowerPack = 8,6kg), vor allem aber wegen der einfachen Handhabung.

Hier werden alle Vorteile von der Kombination Solar und Lithium ausgeschöpft. Die Batterie lässt sich schnell laden, entweder mit dem Solarmodul bis zu 7A Ladestrom, oder man schließt ein Ladegerät an, dann ist sogar eine Schnell-Ladung mit 40A Ladestrom möglich! Doch für den Privatanwender ist vermutlich eher die Ladung mit Solar oder auch Lichtmaschine (Trennrelais / Ladebooster) interessant.

Und dann noch die Vorteile, die bei genauerer Überlegung ans Tageslicht treten: Keine Kabelverlegung im Wohnmobil / Wohnwagen / Wochenendhäuschen. Und keine Zusatztechnik wie Laderegler, Batteriemonitor etc. Die Überwachung des Ladezustands (und anderen technischen Kram) findet einfach via App statt (Android oder Apple).


Als mobile Solaranlage für’s Camping: Wohnmobil und Wohnwagen

Mein erster Gedanke war der Wohnmobilausbau. Auch, wenn der Hersteller Victron Energy die Lithium Power Pack eigentlich für Wohnwagen-Mover konstruiert hat. Wem das jetzt nicht so viel sagt: damit kann man seinen Wohnwagen gemütlich per Fernbedienung rangieren. Ist ja super wenn man sowas braucht, doch ich habe hier noch ganz andere Ideen .Und überlege mir, ob so eine mobile Solaranlage vielleicht sogar eine vollwertige Alternative sein könnte, zur Installation einer regulären Solaranlage im Wohnmobil oder Camper.

Denn für den kleinen Wohnmobilausbau ist das Paket eigentlich perfekt. Und angesichts dessen, welche Stromausbeute mit einem Faltmodul in Kombination mit einer Lithiumbatterie zu erwarten ist, gestalten sich die Investitionskosten im Vergleich zu einer „normalen“ Anlage gleich weniger teurer. 40Ah in Lithium sind vergleichbar mit ca. 80-100Ah in Gel/AGM. Zugegeben, das  ist jetzt nicht die Welt, mir wäre es etwas zu wenig. Aber für den normalen täglichen Strombedarf reicht es eigentlich. Nur bei längerer Schlechtwetterphase wird es eng. Denn ohne Aufladung dürfte eine 40Ah-Lithiumbatterie kaum 2 Tage durchhalten. Zumindest bei mir nicht. Aber für den Normalverbraucher müsste es ausreichend sein: tagsüber laden, um am Abend dann Strom für Licht, Laptop / Tablet und andere 12V Verbraucher zu haben – ideal. Und auch mal einen Wechselrichter anschließen, kein Problem. Selbst hohe Ströme kann die LiPo verkraften. Zwei Espresso mit dem Kaffeevollautomaten machen: ca. 9Ah. Kleinen Backofen mit 1000Watt für 20min betreiben: 25Ah. Und nicht vergessen, wir reden hier von einer Lithiumbatterie. Die kann man schonmal (fast) leermachen.

So könnte das Paket als mobile Solaranlage auch im Standard-Wohnmobil zum Einsatz kommen. Als Erweiterung des bereits eingebauten Systems. Die Bordbatterie während der Fahrt über die Lichtmaschine laden. Und die zusätzliche Lithiumbatterie dann über das Faltmodul. Wenn du tagsüber unterwegs bist könntest du dein faltbares Solarmodul beispielsweise hinter die Windschutzscheibe legen. Wenn du tagsüber da bist einfach auf dem Boden aufstellen und in Richtung Sonne ausrichten.

Dieser Strom steht dir dann wahlweise direkt im Wohnmobil zur Verfügung. Oder auch ein Stück weiter weg. Zum Aufladen des E-Bikes. Zum Fische braten mit dem Elektrogrill mit etwas Abstand zum Wohnmobil, auch bei Feuerverbot. Oder dem Stellplatznachbarn kurz mal Starthilfe geben, ihm einfach mal unkompliziert mit etwas Strom aushelfen.

Aber auch das wilde Campen mit Zelt, im kleinen Camper oder mit was auch immer. Du hast eine vernünftige Stromversorgung, ohne irgendwelche Kabel legen zu müssen. Packe die Lithiumbatterie irgendwo rein, am besten so, dass du dein faltbares Solarmodul mit einem Handgriff anschließen kannst.  Und auch so, dass du die Batterie bei Bedarf einfach rausholen kannst.

Autark auf Tour: der Trip mit Fahrrad, im Kanu oder Segelboot

Faltbares Solarmodul, aufgestellt.

Faltbares Solarmodul, aufgestellt.

Wir haben schon nette Ideen, was man alles antreiben könnte mit einer 40Ah Lithiumbatterie. Einen kleinen, elektrischen Außenbootmotor. Den Rhein oder Main im aufblasbaren Kanu runterpaddeln, zurück geht’s dann genauso entspannt, mit motorisierter Unterstützung. Auf einem längeren Segelturn wie auf dem Mittelmeer ist der Nutzen einer mobilen Solaranlage ja ohnehin unumstritten. Interessant auch die Anwendungsmöglichkeit auf einer längeren Fahrradtour, also sowas wie ein Trip durch Kasachstan oder so. Hier reicht dann vielleicht auch eine kleinere Batterie, wegen dem Gewicht. Tagsüber das Solarmodul auf den Fahrradanhänger gelegt, schon wird die Batterie für den Abend geladen.

Und da hat sicherlich jeder so seine Ideen. Für Wandertrails ist das System wohl etwas zu schwer, alleine 10kg oder mehr nur für Strom durch die Gegend zu schleppen, das wäre doch etwas seltsam.

Dafür ist es eigentlich auch gedacht: mobile Inselanlage für Wochenendhaus, Camping, Freizeitgestaltung …

… und anderes, wo es Sinn macht die Batterie nach Gebrauch einfach wieder ins Auto zu packen und wieder mit nach Hause zu nehmen. Damit sie unbeaufsichtigt nicht abhanden kommt.

Du nimmst die Batterie im Sommer mit an den See, um mit dem Kompressor das Luftkanu aufzublasen und mit dem Elektrogrill ein paar Würstchen zu grillen, oder für die Kühlbox. Du packst das faltbare Solarmodul aus um die Batterie gleich wieder aufzuladen, und bei entsprechendem Sonnenschein dürfte sie auch wieder voll sein bis die Sonne untergeht.

Am Abend hast du dann Strom für Laptop, Radio, etwas Licht. Und am nächsten Morgen für die Kaffeemaschine. Und weil es Lithium ist könntest du sogar einen großen Wechselrichter betreiben und den Kaffeevollautomaten anwerfen. Oder den Toaster …

Stromversorgung auch beim Wintercamping

Ich glaube, mir fallen noch ein paar Anwendungsbeispiele ein J Wenn du beispielsweise im Winter campen gehen möchtest, dann könnte so eine tragbare Photovoltaik-Inselanlage die Ideallösung sein. Denn dann musst du dir an Sonnenkraft sichern was rauszuholen ist – und das geht am besten mit dem tragbaren, aufstellbaren Solarmodul, das du der tiefstehenden Sonne nachführen kannst. Und die Lithiumbatterie ist nunmal die Batterieart, die am meisten von der gewonnenen Solarenergie verwerten kann – der Wirkungsgrad ist höher im Vergleich zur Bleisäurebatterie.

Platz und Gewicht eingespart

Hinzu kommt der geringe Platzbedarf. Eine 90Ah Gelbatterie wiegt etwa 24kg. Plus Laderegler und ein paar Meter Batterie, die im Auto verlegt werden müssen. Die 40Ah Lithiumbatterie hingegen unter 9kg. Also wäre schon jetzt eine Gewichtseinsparung von 15kg möglich. Hinzu kommt, dass die Lithiumbatterie auch nur die Hälfte des Platzes vereinnahmt. Warum ich 40Ah Lithium mit 90Ah Gel  (oder AGM) gleichsetze? Weil man genauso rechnet: Bleisäurebatterien sollst du höchstens zu 50% ihrer Kapazität entladen damit sie keinen Schaden nehmen. Lithiumbatterien kannst du weitaus tiefer entladen .Hinzu kommt eben beschriebene Eigenschaft dass sie auch schneller wieder auflädt.

Und was kostet diese tragbare Solaranlage?

Ich hab für euch schon einen Rabatt rausgehandelt: beim Kauf von oben verlinkten faltbaren Solarmodul und der tragbaren Lithiumbatterie mit 40Ah gibt es das (oder den?) Dongle gratis dazu. Versandkostenfreiheit (nach D) ist ohnehin gegeben. So funktioniert’s: Hinterlasse bei deiner Bestellung von Faltmodul und PowerPack-Batterie einfach einen schönen Gruß von der Tanja im Kommentarfeld 🙂 * . Dann bekommst du den Dongle für umsonst mitgeschickt.

(*Angebot freibleibend! Transparenzhinweis: Ich bekomme keine Provision oder Ähnliches, bin dem Shopbetreiber aber privat und beruflich sehr verbunden 😉 )

Das Paket ist vorkonfiguriert, alle Kabel sind fertig konfektioniert und die Batterie wird halbvoll ausgeliefert. Also einfach nur noch einstecken, App installieren und es kann losgehen!

Zwei kleine Erweiterungen für deine mobile Solaranlage

  1. Mehrfachsteckdose: 2x 12V + 2x USB anschließen (ca. 17€)
    Einfach den Stecker für den Zigarettenanzünder abschneiden, die Kabelenden abisolieren und rein in den Verbraucherausgang des Power Packs. Vielleicht noch ein bisschen mit doppelseitigem Montageband befestigen, fertig ist deine mobile Stromversorgung. Verteiler-Steckdose: 3x 12V + 2x USB, bei Amazon
  2. Aufsteller für das faltbare Solarmodul basteln [ca. 10€)
    Ausgeliefert wird das Solarmodul in einer Tasche, aber ohne Aufsteller. Ist nicht schlimm, ein Gang zum Baumarkt schafft Abhilfe. Gehe dorthin (oder zu Amazon) und besorge dir zwei Alurohre: 100cm x 1,5cm und 60cm x 1,0cm. Im langen Rohr bohrst du im ersten Drittel ein 10,5mm Loch rein. Also nur auf einer Seite, so dass das kurze Rohr schön reinpasst. Wenn du jetzt nämlich das lange Rohr in die drei Schlaufen auf der langen Seite des Faltmoduls einfädelst hast du dir einen kostengünstigen Aufsteller einfach selbst gebastelt. passende Alumiumrohre bei Amazon

Aber ist das Set auch wirtschaftlich interessant?

Naja, mit spitzer Feder rechnen sollte man sowas wohl eher nicht. Aber ganz uninteressant ist es auch nicht. Das Power Pack beinhaltet im Prinzip einen Laderegler und den ganzen Batterieüberwachung-Sicherheitskram. Dank Bluetooth Dongle in Verbindung mit der App benötigst du also auch keinen Batteriemonitor. Oder musst für diesen irgendwelche Kabel durchs Auto verlegen. Auch könntest du dein ganz normales, fest auf dem Womodach aufgeklebtes Solarmodul direkt an die Batterie anschließen. Also ohne einen extra Laderegler.

Gut, für den kostenbewussten Selbstausbauer mit kleinem Budget, der einfach nur Strom im Auto haben möchte, mag diese mobile Solaranlage kostenmäßig etwas hoch gegriffen sein. Wenn du jedoch mit dem Gedanken spielst einen Profi / Händler / Werkstatt mit dem Einbau einer kleinen Solaranlage zu beauftragen, dann ist dieses mobile Set vermutlich günstiger.

Ich habe hier alle Vorzüge einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LiPo) übrigens noch nicht aufgegriffen, da ich hierüber noch einen separaten, sehr ausführlichen Artikel schreibe. Er ist schon in Arbeit. Die Highlights möchte ich aber zumindest kurz erläutern: Die LiPo muss nicht vollgeladen werden, wie herkömmliche Versorgungsbatterien. Im Gegenteil, sie steht drauf nur halbvoll zu sein. Gleichzeitig ist ihre Lebensdauer enorm, man kann von 5000 Zyklen ausgehen – auch wenn sie mal aus Versehen vollständig entladen wird. Bei einer normalen Gelbatterie sind es selbst bei großer Sorgfalt vielleicht 750 Zyklen. Lithiumbatterien haben einen besseren Wirkungsgrad, so dass man mit weniger Solarpower auf dem Dach auskommt, sie schneller geladen werden. Gleichzeitig ist die LiPo belastbarer, verträgt auch hohe Entnahmeströme.

Fazit: Als mobile, tragbare Versorgungsbatterie ist die LiPo als PowerPack also eine tolle Sache. In Kombination mit einem faltbaren Solarmodul entsteht hier eine mobile Solaranlage, für die mir die nächsten Tage sicherlich noch mehr Anwendungsideen einfallen.

Wir haben hier sozusagen die Creme-de-la-Creme einer mobilen Photovoltaik-Insellösung. Und Freunde der modernen Technik dürfen sich noch am Bluetooth-Dongle erfreuen. Meiner Erfahrung nach sind es gerade die Herren der Schöpfung, die Spaß daran haben den aktuellen Ladestrom auf dem Smartphone live mitzuerleben.

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