Individuelles Camping: Kastenwagen Ausbau zum Camper. In dieser neuen Artikelserie geht es um den Selbstausbau: ein Kastenwagen soll zum Wohnmobil mutieren. Warum? Weil vorhandene Wohnmobile entweder in Sachen Ausstattung, Stauraum und Optik meinen Vorstellungen nicht entsprechen. Oder deren Preis einfach astronomisch hoch ist. Wie komme ich also nun zu meinem perfekten Reisemobil? Nach reiflicher Überlegung gab es nur eine Schlussfolgerung: ich muss selber einen Kastenwagen zum Wohnmobil umbauen.


Kastenwagenausbau: Selbstausbau zum Reisemobil

Kastenwagenausbau: Modellwahl

Kastenwagenausbau: Modellwahl

Die Idee ist geboren, stellt sich nun die Frage nach ihrer Realisierbarkeit. Eines scheint klar: Planung ist beim Kastenwagen Ausbau alles. Tatsächlich bin ich schon beim dritten Plan. Denn zeitgleich muss man sich erstmal überlegen, was alles in meinen Kastenwagen – Camper rein soll. Wie viel Platz ich benötige. Wieviel das ganze Projekt ungefähr kosten darf und wird. Definieren wir also erst einmal unsere Ziele. Meine lauten:

  • Mein Wohnmobil – Kastenwagen – Projekt darf maximal 18.000 Euro kosten
  • Der Wohnbereich muss Komfort für zwei Personen plus Hund bieten
  • Bei Trips von 1-3 Monaten benötige ich schnelles Internet fürs Arbeiten
  • Maximal autark: Strom und Wasser on Board. Eine kleine Solaranlage ist ein muss.
  • So kompakt wie möglich: übergroße Kastenwagen bzw. Wohnmobile sind einfach schlechter zu navigieren, Einschränkungen unterworfen.

Hier sieht man schon das Problem bei meinem Kastenwagen Ausbauprojekt: das Budget ist übersichtlich, Wünsche dafür zahlreich. Eine Ausstattung mit Solar und Satelliteninternet gehört schon zur Luxusausstattung. Dafür jedoch habe ich kein Problem, an anderer Stelle Einschränkungen hinzunehmen. Auf Dusche, Fernseher und einige andere Dinge kann ich verzichten. Auch möchte ich mit meinem Spezial – Kastenwagen Camping in südlicheren Gefilden machen. Die Heizung hat also geringere Priorität, ein Fan von Klimaanlagen war ich ohnehin noch nie.

Aus welchem Kastenwagen Wohnmobil machen?

Die erste Kernfrage ist, welches Fabrikat / Modell passend ist. Nicht jeder Kastenwagen eignet sich für einen Wohnmobilausbau. Zu kurz, niedrig, klapprig, rostanfällig, schmal … Auch sollten Fenster und Türen optimalerweise gleich richtig platziert sein. Nicht zuletzt zu vergessen das zulässige Gesamtgewicht: Solarbatterien, Wassertanks, Möbel, Gepäck, Mitreisende bringen alle Gewicht mit. So kann die Auswahl der Basis den Wohnmobilausbau schon etwas Zeit in Anspruch nehmen. Vor der Modellwahl kann es helfen, mit einigen in Frage kommende Modelle zu planen. Passt meine Wunscheinrichtung überhaupt rein? Möchte ich aufrecht im selbst ausgebauten Wohnmobil stehen können? Letzteres ist übrigens auch entscheidend dafür, ob der Kastenwagenausbau später auch als Wohnmobil zugelassen und versichert werden kann.

Kastenwagen selber ausbauen und planen

Kastenwagen selber ausbauen und planen

Tipp: mit entsprechender Grafiksoftware planen. Ein einfaches (und relativ günstiges) stellt Corel Draw dar. Als erstes lädt man sich das Prospekt des jeweiligen Modells herunter. In meinem Fall ist das ein Ford Transit, mittelhoch und mittellang, eine Schiebetüre rechts, geteilte Hecktüren, mit Fenstern in möglichst allen drei Türen. Im Herstellerprospekt findet man für den Anfang alle wichtigen Maße, wie Laderaumlänge, Standhöhe etc. Nun einfach erst einmal grob den Innenausbau anordnen: Bett, Tisch, Küchenzeile, ggf. Nasszeile / Toilette etc. Diverse Fragen und Problemstellungen kommen nun automatisch auf: wo Stauraum fürs Surfbrett schaffen, wohin mit dem Brauchwasserkanister, wie das Klappbett so konstruieren, dass ich am Abend keine 20 Minuten zum Aufbau benötige?

Perfektes Wohnmobil selber bauen: meine Wunschliste

Jeder hat seine eigene Gründe warum er einen Kastenwagen selber ausbauen möchte. Die einen wünschen sich ein kostengünstiges Wohnmobil für den gelegentlichen Campingurlaub. Ich hingegen möchte mir einen mobilen Zweitwohnsitz bauen, für längere Trips durch Südeuropa, während deren ich auch arbeiten kann – wofür ich nur ein schattiges Plätzchen sowie schnelles Internet benötige. Da ich nicht auf Campingplätze mit Stromversorgung angewiesen sein möchte spielt die eigene Stromversorgung ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Doch hier haben wir auch schon zwei erhebliche Kostenfaktoren: Solaranlage plus Internet über Satellit (alle anderen Internetlösungen sind unzulänglich) machen schon ein paar Tausend Euros des Gesamtbudgets aus. Viel Geld fürs Internet, aber unverzichtbar. Definitiv meine Prio A.

Nun muss man auch damit rechnen, dass es einige Tage Schlechtwetter hat. Auch wenn ich kein Wintercamping plane sollte mein zum Wohnmobil ausgebauter Kastenwagen doch wetterfest sein. Schon einmal drei Tage wegen Dauerregen im Camper verbracht, zwei Personen mit Hund? Kritisch. Aufs Dach prasselnder Regen raubt einem den Schlaf, der Hund müffelt den halben Tag, zu wenig Platz im Campingbus lassen einen sogar bei Starkregen freiwillig Gassigehen. Hier müssen optimale Bedingungen geschaffen werden: eine gute Isolierung dämmt den Lärm vom Regen. Ein wetterfestes Sonnensegel macht den Aufenthalt im Freien möglich.

Andere Menschen, andere Kriterien. Die Größe des Bettes, Reiseziele, Kochambitionen können ganz unterschiedliche Kriterien beim Innenausbau des Wohnmobils ergeben. Vor dem Kauf des Basisfahrzeugs sollte man sich also genau überlegen, was alles rein passen soll. Eine gründliche Planung ist enorm wichtig. Denn wer sich einen zu kleinen Kastenwagen zum Wohnmobil ausbauen möchte könnte feststellen, das der kalkulierte Platzbedarf nicht annährend reicht. Das wäre ungünstig.

Mit dem Kastenwagen zum Camping: Luxuscamper oder Survivalmobil

Kastenwagen wird Wohnmobil: Selbstausbau

Kastenwagen wird Wohnmobil: Selbstausbau

Eine entscheidende Frage stellt dar, wie autark Sie auf Reisen sein möchten. Ein Kastenwagenausbau kann einfach gehalten werden: eine Möglichkeit zum Schlafen, gekocht wird draußen, Toilette und Dusche wird beim Campingplatz genutzt. Für diese Zwecke muss oftmals nicht ein Kastenwagen als Wohnmobil ausgebaut werden. Gängig sind Busse, wie der VW T5. Doch wir möchten etwas mehr. Alleine der Platzbedarf ist so groß, dass es keine Frage ist, dass wir einen Kastenwagen ausbauen möchten. Unser Wunsch nach absoluter Unabhängigkeit von lokaler Strom- und Wasserversorgung ist grundlage dafür, dass Wasserkanister, Campingtoilette, Solar- und Satellitenanlage ihren Platz finden müssen. Surfbrett, Rollerblades, Wäscheständer, Hundebett und Co. summieren sich ebenfalls. Also ganz klar: unser Kastenwagen Ausbau wird eher ein Luxuscamper. Gleichzeitig jedoch recht einfach gehalten. Technische Rafinessen, exklusive Materialien – benötigen wir nicht. Unser Kastenwagen – Wohnmobil Projekt ist möglichst einfach gehalten. Auch deshalb, weil wir möglichst ohne Fremde Hilfe unser Wohnmobil selbst ausbauen möchten.

Fortsetzung hier: Wohnmobilausbau – mein Konzept